Krakow am See

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Krakow am See
Krakow am See
Deutschlandkarte, Position der Stadt Krakow am See hervorgehoben
53.6512.26666666666750Koordinaten: 53° 39′ N, 12° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Güstrow
Amt: Krakow am See
Höhe: 50 m ü. NN
Fläche: 87,07 km²
Einwohner: 3515 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 40 Einwohner je km²
Postleitzahl: 18292
Vorwahl: 038457
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 13 0 53 043
Adresse der Stadtverwaltung: Markt 2
18292 Krakow am See
Webpräsenz:
Bürgermeister: Wolfgang Geistert
Lage der Stadt Krakow am See im Landkreis Güstrow
Karte

Krakow am See ist eine Stadt im Süden des Landkreises Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie ist Sitz des gleichnamigen Amtes, dem weitere fünf Gemeinden angehören.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Die Stadt liegt nördlich der Mecklenburgischen Seenplatte, am Nordwestufer des stark gegliederten, buchten- und inselreichen Krakower Sees, dessen Fläche zu etwa 80 % zum Stadtgebiet gehört. Der Südteil des Krakower Sees sowie weitere Seen (u.a. der Langsee und der Bossower See) sind Teil des Naturparks Nossentiner/Schwinzer Heide. Krakow am See liegt etwa 18 Kilometer südlich der Kreisstadt Güstrow.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Die Nachbargemeinden (im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend) sind: Mühl Rosin, Hoppenrade, Kuchelmiß, Dobbin-Linstow, Karow, Neu Poserin, Dobbertin, Reimershagen und Zehna.

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Zu Krakow am See gehören die Ortsteile Alt Sammit, Bellin (am 1. Januar 2005 eingemeindet), Bossow, Charlottenthal, Groß Grabow, Klein Grabow, Marienhof, Möllen, Neu Sammit und Steinbeck.

[Bearbeiten] Geschichte

Krakow am See, eine altmecklenburgische Landstadt, wurde am 21. Mai 1298 erstmalig urkundlich erwähnt. Der Name ist slawischen Ursprungs, könnte „Ort der Krähen“ bedeuten oder von krk („Hals“) abgeleitet sein, bezogen auf die Form des Krakower Sees. Die Stadt war im Mittelalter der Sitz der Fürstenlinie Werle-Güstrow und mitunter Tagungsort der mecklenburgischen Landesfürsten. An die ehemalige Burg erinnert heute nur noch der Name „Burgplatz“ in Krakow. 1325 kam es hier zum ersten Hostienschändungsprozess in Mecklenburg, als Fürst Johann II. (Werle) mehrere ansässige Juden rädern ließ. Eine Kapelle entstand dort und zog Pilger an. Der Berg, wo dies geschah, heißt heute "Jörnberg" (von "Judenberg").[1]

Synagoge

Die Einwohner Krakows lebten von Handel, Handwerk, Gewerbe, Fischerei, Landwirtschaft und der Wollweberei. Die Stadt erlebte mehrere Großbrände - zuletzt 1759. Die heutige Stadtanlage lässt kaum Strukturen aus der Zeit von vor diesem Ereignis erkennen. 1842 wurde auf dem Mühlenberg eine Holländerwindmühle errichtet, die 1975 nach einem Blitzschlag abbrannte. 1821 wurde ein Jüdischer Friedhof angelegt, der beim Novemberpogrom 1938 beschädigt und 1950 wieder hergerichtet wurde, 1866 die Synagoge am Schulplatz gebaut, die zu den wenigen gehört, die den Pogrom 1938 überstanden, weil sie bereits 1920 an den Arbeiterturn- und Sportbund "Fichte" als Turnhalle verkauft worden war und bis 1986 als solche genutzt wurde. Die jüdische Gemeinde war zu klein geworden. Seit 1986 wird sie als Kulturhaus bzw. als Krakow-am-See-Information genutzt.

Krakow am See gesehen vom Jörnbergturm

1875 entstand das Rathaus am Markt, 1882 erhielt Krakow Eisenbahnanschluss an Güstrow und Plau. 1897 wurde auf dem Jörnberg ein hölzerner Aussichtsturm erbaut, der 1907 erneuert werden musste. 1945 wurde er gesprengt und 1995 wieder aufgebaut. 1900 erfolgte die Eröffnung der Badeanstalt am Jörnberg. 1909 wurde das Kurhaus (heute Seehotel) errichtet. Auf dem Lehmwerder wurde 1910 ein Gedenkstein für Fritz Reuter gesetzt.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde von 1943 bis 1945 ein Außenlager des KZ Ravensbrück errichtet, in dem 150 bis 200 weibliche jüdische Häftlinge lebten, die in den Getreidehallen Zwangsarbeit bei der Produktion von Flugzeugteilen verrichten mussten.

1939 erklärte man den Krakower Obersee zum Naturschutzgebiet, und seit 2000 ist Krakow am See „Staatlich anerkannter Luftkurort“. Nach dem Ende der DDR wurde ab 1991 der historische Stadtkern im Rahmen der Städtebauförderung saniert.

[Bearbeiten] Bellin

In Bellin befindet sich eine spätromanische um 1230 erbaute Feldsteinkirche mit einem steinernen Sarkophag, einem Taufsteinbecken, Schnitzfiguren sowie Wand- und Deckenmalereien, sie hat außerdem eine hervorragende Akustik.

In den 1980er Jahren befanden sich Kinder aus Südwestafrika, die von der SWAPO in die DDR vermittelt wurden, in einem Kinderheim in Bellin. Vor der Rückführung nach Namibia, das im März 1990 unabhängig geworden war, waren 134 Kinder im Vorschulalter in Bellin. Der Rücktransport im August 1990 erfolgte auf der Grundlage eines Regierungsabkommens zwischen neuer DDR-Regierung und Namibia.[2]

[Bearbeiten] Charlottenthal

Im Jahre 1843 wurde hier ein Herrenhaus im Stil der Tudorgotik von Baumeister Theodor Krüger errichtet. Ab 1898 war das Anwesen ein Gestüt, das Haus wird nun zu einem Hotel umgebaut.

Turmhügel in Groß Grabow

[Bearbeiten] Groß Grabow

Etwa im Zeitraum 1200 bis 1500 entstand in dem Dorf eine Burganlage in Form eines Turmhügels, einer auf einer Anhöhe errichteten Turm, um den sich ein Graben befand und der die Verfügungsgewalt eines Lokators über das Gebiet sichern sollte. Um diesen Turmhügel entstand eine Siedlung von Einwanderern und vermutlich auch slawischen Bevölkerungsgruppen. Von der Anlage sind nur noch der Hügel und die Fundamente vorhanden, die später als Eiskeller genutzt wurden. Daher rührt auch die Bezeichnung „Eiskellerberg“. Heute dienen die mit Metallgittern verschlossenen Fundamente Fledermäusen als Unterkunft. Von einem in einer Vermessungskarte von 1758 verzeichneten zweiten Turmhügel in direkter Nachbarschaft ist heute nichts mehr zu erkennen.

Der Ort war Sitz eines Gutes, das sich um 1930 in Besitz eines Dr. Hecker befand. Das Gutshaus ist bis heute erhalten. Um 1786 gehörte eine Gaststätte an einer vielbefahrenen Postlinienkreuzung am Krakower See zum Anwesen.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Wappen

Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt und unter der Nr. 157 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Gold ein hersehender, goldgekrönter schwarzer Stierkopf mit geschlossenem Maul, ausgeschlagener roter Zunge und silbernen Hörnern.“

Das Wappen wurde 1997 von dem Schweriner Heraldiker Heinz Kippnick neu gezeichnet.

Seit 1516 führt Krakow am See sein Stadtwappen.

[Bearbeiten] Flagge

Die Flagge der Stadt Krakow am See ist gleichmäßig längs gestreift von Schwarz und Gold (Gelb). Auf der Mitte des Flaggentuchs liegt, auf jeweils zwei Drittel des schwarzen und des goldenen (gelben) Streifens übergreifend, das Stadtwappen. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 5:3.

[Bearbeiten] Partnerstädte

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Rathaus

Heute bestimmen kleinere Betriebe der Holz- und Metallverarbeitung sowie Bau- und andere Handwerksbetriebe das Wirtschaftsleben Krakows. Im Ortsteil Möllen wurde ein neues Gewerbegebiet angelegt. Krakow hat neben einer Schule und Kindertagesstätten einige Arztpraxen sowie eine Apotheke (mit zwei weiteren Zweigstellen) und ist damit ein Unterzentrum für die umliegenden Amtsgemeinden. Der Tourismus spielt eine immer größere Rolle. Dank der idealen Lage im Seengebiet stehen Hotels, Pensionen, Ferienhäuser und ein Campingplatz zur Verfügung.

[Bearbeiten] Verkehrsanbindung

Über den Anschluss Krakow (Entfernung 8 Kilometer) ist Krakow am See an die A 19 (Berlin - Rostock) angebunden. Durch die Stadt führt die B 103 von Rostock nach Kyritz sowie weitere überregionale Straßen. Somit bestehen gute Verbindungen zu den Nachbarstädten Güstrow, Teterow und Plau am See. Der Personenverkehr auf der Bahnlinie von Güstrow über Krakow am See nach Karow wurde 2004 eingestellt. Die nächsten Bahnhöfe liegen im 15 Kilometer entfernten Karow sowie der Kreisstadt Güstrow.

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

  • Stadtkirche, Backsteinbau im romanisch-gotischen Übergangsstil aus dem 13. Jahrhundert, später mehrfach umgestaltet
  • Rathaus, neugotischer Bau von 1875
  • Alte Schule mit Buchdruckmuseum und Schauwerkstatt, Heimatstube sowie Stadtbibliothek
  • Synagoge von 1866, die vom Kulturverein „Alte Synagoge“ Krakow am See e. V. genutzt wird
  • Mühlenmuseum
  • Aussichtsturm auf dem Jörnberg
  • das Nebel-Durchbruchstal nordöstlich von Krakow am See
  • Naturschutzgebiet Krakower Obersee (Südteil des Krakower Sees)
  • Frühdeutscher Turmhügel Groß Grabow
  • Gutshaus Groß Grabow
  • Schloss Bellin
  • Dorfkirche Bellin
  • Baumkreis bei Bellin

[Bearbeiten] Persönlichkeiten aus Krakow am See

[Bearbeiten] Quellen

  1. Artikel: Krakow am See; in: Irene Diekmann (Hg.), Wegweiser durch das jüdische Mecklenburg-Vorpommern, Potsdam 1998, S. 142
  2. "18. Dezember 1979: Ossis aus Namibia" in "Verschlusssache.Die größten Geheimnisse der DDR" von Jan Eik und Klaus Behling. Verlag Neues Berlin, Berlin 2008. ISBN 978-3-360-01944-8.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Krakow am See – Bilder, Videos und Audiodateien
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