Maissilage

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Vergleich von Biogasrohstoffen
Material Biogasertrag[1]
(FM = Frischmasse)
Methangehalt[1]
Maissilage 202 m³/t FM 52 %
Grassilage 172 m³/t FM 54 %
Roggen-GPS 163 m³/t FM 52 %
Futterrübe 111 m³/t FM 51 %
Bioabfall 100 m³/t FM 61 %
Hühnermist 80 m³/t FM 60%
Zuckerrübenschnitzel 67 m³/t FM 72 %
Schweinemist 60 m³/t FM 60 %
Rindermist 45 m³/t FM 60 %
Getreideschlempe 40 m³/t FM 61 %
Schweinegülle 28 m³/t FM 65 %
Rindergülle 25 m³/t FM 60 %

Die Maissilage ist eine Silage aus der ganzen Maispflanze, die als Grundfutter für Wiederkäuer und als Substrat für die Biogaserzeugung eingesetzt wird. Als Corn-Cob-Mix (CCM), einer Silage, die nur den Kolben der Pflanze enthält, findet Maissilage auch in der Schweinemast verwendet

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Erzeugung

Der Mais wird mit Ende der Teigreife oder Beginn der Mehlreife (abhängig von Witterung, Maissorte, Aussaatzeitpunkt und Standort in Deutschland meist im September) geerntet und nach der Ernte in ca. 5-50 mm große Stücke zerkleinert, falls Mais mit mehr als 30 % Trockenmasse gehäckselt wird, wird meist noch ein zusätzlicher Corn Cracker (Kornzertrümmerer) für das Zerquetschen oder Zerreiben der dann bereits relativ harten Maiskörner in der Erntemaschine (Maishäcksler) zugeschaltet. Danach wird die Masse in Fahrsilos verdichtet, um überschüssige Luft herauszupressen und so den Abbau durch Pilze und Bakterien zu verhindern.

Die Masse wird unter einer Folie luftdicht abgedeckt und bis zur Verwendung gelagert. Der in der Masse enthaltene Restzucker der Maispflanzen wird dabei für eine Milchsäuregärung verwendet, die die Silage haltbar macht. Ist die Silage zu nass und liegt zu viel Restsauerstoff vor, kann es auch zu einer unerwünschten Essigsäuregärung kommen. Die Silage wird zu sauer und ist wegen der enthaltenen Essigsäure (Acetat) für das Vieh nicht mehr schmackhaft.

Die Ernte und Konservierung von Energiemais zur Verwendung in Biogasanlagen ist weitgehend mit der Silomaisernte identisch. Jedoch erfolgt meist eine stärkere Zerkleinerung, um die Abbaubarkeit zu erhöhen. Gelegentlich werden auch gezielt heterofermentative Milchsäurebakterien zur gehäckselten Pflanzenmasse gegeben, um den Anteil an Acetat in der Silage zu erhöhen. Dieses soll in der Biogasanlage besser umsetzbar sein, als die sonst hauptsächlich gebildete Milchsäure (Lactat).

[Bearbeiten] Eigenschaften

Maissilage enthält vor allem Energie in Form von Stärke aus den Maiskörnern. Zudem ist sie wegen der Verwendung der gesamten, relativ großwüchsigen Pflanze auch reich an Rohfaser. Hinzu kommt, dass die Maisstärke bei einer Ernte im mehlreifen Zustand sehr langkettig ist, so dass der Aufschluss anders als beim Getreideschrot nicht bereits im Pansen, sondern erst im Darm von Wiederkäuern stattfindet. Da Wiederkäuer ihre Nahrung nur grob zerkleinern, sind Kühe nicht in der Lage, unzerkleinerte Maiskörner aufzuschließen, diese werden meist unverdaut wieder ausgeschieden. Eine genaue Bestimmung der Inhaltsstoffe kann durch die Weender Futtermittelanalyse erfolgen. Dabei wird zwischen Rohfaser, Rohfett, Rohprotein, stickstofffreien Extraktstoffen und Rohasche unterschieden.

[Bearbeiten] Verwendung

Maissilage wird in der Landwirtschaft vorwiegend an Rinder verfüttert, da sie neben den nahrhaften, leicht zugänglichen Bestandteilen der Maiskörner auch die schwer zugänglichen Faserstoffe aus der Maispflanze teilweise umsetzen können.

In der Schweinehaltung hat etwa seit 1980 der Mais in Form von CCM (Corn-Cob-Mix) Einzug gehalten. Dieses ist eine Silage aus den Maiskolben. Der Schneidvorsatz des Maishäckslers zur Ernte der gesamten Pflanze wird dazu durch einen sogenannten Pflückvorsatz ersetzt. Dieser zerkleinert direkt die Restpflanze und befördert nur Kolben in den Maishäcksler. Dessen Bestandteile (Spindel, Körner und Lieschblätter) werden gehäckselt und siliert. Durch entsprechende Umrüstung können auch Mähdrescher, die für die Getreide- und Körnermaisernte eingesetzt werden, für die CCM-Ernte verwendet werden.

Maissilage ist der am häufigsten genutzte Rohstoff für Biogas: Als Gärsubstrat nutzen Maissilage mehr als ein 90 Prozent der Biogasanlagen in Deutschland[2]. An der Masse der zur Biogaserzeugung eingesetzten Nachwachsenden Rohstoffe beträgt der Maisanteil 79 Prozent[3]. Gründe dafür sind beispielsweise die hohen Erträge an Trockenmasse pro Hektar, auch auf schlechteren Böden, die Verfügbarkeit bewährter Anbau- und Erntetechnik und der hohe Gasertrag in der Biogasanlage.

[Bearbeiten] Belege

  1. a b Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR): Biogas Basisdaten Deutschland Stand: Januar 2008.
  2. P. Weiland: Technische Anforderungen an die Vergärung von Energiepflanzen. (pdf) Präsentation auf der DECHEMA-Fachtagung Bioenergie, Güstrow, 8.-9.3.2009.
  3. Institut für Energetik und Umwelt, 2008: Monitoring zur Wirkung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) auf die Stromerzeugung aus Biomasse. Endbericht im Auftrag des BMU, S. 54.
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