Markkleeberg
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| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Direktionsbezirk: | Leipzig | |
| Landkreis: | Leipzig | |
| Höhe: | 115 m ü. NN | |
| Fläche: | 31,35 km² | |
| Einwohner: | 24 021 (31. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 766 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 04416 | |
| Vorwahlen: | 0341 (Markkleeberg) 034297 (Ortsteil Wachau) 034299 (Ortsteil Gaschwitz) | |
| Kfz-Kennzeichen: | L | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 7 29 260 | |
| Stadtgliederung: | 9 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Rathausplatz 1 04416 Markkleeberg |
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| Webpräsenz: | ||
| Oberbürgermeister: | Bernd Klose (SPD) | |
Markkleeberg ist eine Große Kreisstadt im Landkreis Leipzig in Sachsen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Markkleeberg liegt am südlichen Rand von Leipzig im Landkreis Leipzig am Fluss Pleiße.
Angrenzende Gemeinden sind neben der Stadt Leipzig auch die Städte Böhlen und Zwenkau sowie Großpösna.
Markkleeberg besteht aus den Ortsteilen:
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[Bearbeiten] Geschichte
Die Stadt Markkleeberg wurde im Jahr 1934 als Zusammenschluss der Orte Oetzsch-Markkleeberg und Gautzsch gegründet. Da den Nationalsozialisten der Name der bei weitem größeren Gemeinde Gautzsch wegen seiner slawischen Herkunft nicht genehm war und sich auch der künstliche Vorschlag Auenwalde nicht durchsetzen konnte, wählte man als Namen der neuen Stadt den der kleinsten Ursprungsgemeinde, Markkleeberg. Sofort wurden alle slawischen Namen der Ortsteile getilgt, so wurde aus Gautzsch Markkleeberg-West, aus Oetzsch-Raschwitz Markkleeberg-Mitte und – als logische, aber unsinnige Konsequenz – aus dem eigentlich ohnehin deutschen Namen Markkleeberg Markkleeberg-Ost.
Später wurden die Ortschaften Großstädteln, Zöbigker, Prödel (mit Cospuden), Gaschwitz und Wachau eingemeindet, diese durften ihre Namen aber behalten. Die vom Sächsischen Landtag bereits beschlossene Eingemeindung Markkleebergs nach Leipzig zum 1. Januar 1999 wurde durch Klage beim Sächsischen Verfassungsgericht im Jahr 1999 abgewendet.
Am 16. Oktober 1813 war der Bereich Wachau ein Hauptschauplatz der Völkerschlacht, der verlustreichsten Schlacht der Befreiungskriege gegen Napoleon in Deutschland. Während des Zweiten Weltkrieges von September 1944 bis April 1945 existierte im Wolfswinkel ein Frauenaußenlager des KZ Buchenwald für mehr als 1.500 überwiegend ungarische jüdische Frauen und Mädchen, die in der Kammgarnspinnerei und für die Junkers Flugzeugbau AG Zwangsarbeit verrichten mussten. Nach weiteren Quellen gab es auch ein Außenlager für Männer. Bei Kriegsende war Markkleeberg alliierten Bomberangriffen ausgesetzt und wurde am 18. April 1945 von US-amerikanischen und nach deren Abzug am 24. Juni 1945 von sowjetischen Truppen besetzt.
In der DDR war Markkleeberg vor allem durch die Landwirtschaftsausstellung „agra“ bekannt.
Die südlich von Markkleeberg gelegenen Braunkohlentagebaue Espenhain und Cospuden stellten zwischen 1990 und 1994 ihre Förderung ein und werden seither saniert und rekultiviert. Dabei wurden erneute archäologische Ausgrabungen auf dem bekannten paläolithischen „Fundplatz Markkleeberg“ möglich. Mittlerweile entstehen in der Bergbaufolgelandschaft große Seen und ausgedehnte Waldgebiete mit hohem Freizeitwert.
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
(Quelle seit 1998: Statistisches Landesamt Sachsen)
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[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Stadtrat nach der Kommunalwahl 2009
- SPD: 9 Mitglieder (hinzu kommt der Oberbürgermeister, der Vorsitzender des Stadtrates ist)
- CDU: 8 Mitglieder
- Die Linke: 4 Mitglieder
- FDP: 3 Mitglieder
- Grüne: 2 Mitglieder
[Bearbeiten] Ortspartnerschaften
Markkleeberg ist die Partnerstadt von Pierre-Bénite (Frankreich), Zărneşti (Rumänien), Boville Ernica (Italien), Neusäß (bei Augsburg) und Hemmingen (bei Hannover).
[Bearbeiten] Eingemeindung
Bei der letzten sächsischen Gemeindegebietsreform 1999 sollte die Stadt Markkleeberg nach Leipzig eingemeindet werden. Die Stadt klagte jedoch erfolgreich dagegen und blieb bis auf Weiteres eigenständig. Die Eingemeindung wird jedoch weiterhin angestrebt, gleichwohl gelten die nächsten 20 Jahre als „sicher“. Die Zwangseingemeindung könnte sich zudem als schwierig erweisen, da die Stadt inzwischen den Status einer „Großen Kreisstadt“ besitzt.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Westphalsches Haus
Das dreiflügelige Landhaus wurde 1926 vom Architekten, Maler und Publizisten Paul Schultze-Naumburg (1869 bis 1949) für den Generaldirektor der Thüringer Gasgesellschaft Carl Westphal entworfen und 1927 in neobarockem Stil erbaut. Seit 1993 befindet sich das Westphalsche Haus im Eigentum Markkleebergs und dient der Stadt, ihrer Umgebung und ihren Vereinen als kultureller Treffpunkt und Veranstaltungsort. Im Jahr 2007 wurde die untere Etage des Haupt- und des Ostflügels sorgfältig restauriert.
- Weißes Haus
Paul Herfurth, ein bedeutender Zeitungsverleger und königlich württembergischer Konsul, erwarb im Jahr 1896 einen Teil des ehemaligen Raschwitzer Gutes. Sofort ließ er es zu einer neoklassizistische Parkanlage verwandeln (heute „agra-Park“), mit Baumgruppen, idyllischen Parkteichen, Tempeln, Statuen und Säulengängen. Dazu entstand bis 1897 die weiße Villa mit ihrem imposanten, vergoldeten Spiegelsaal. Sie war dem Lustschloss „Petit Trianon“ im Versailler Schlosspark nachempfunden, die Pläne stammten vom Gautzscher Baumeister Gustav Hempel. Die allegorischen Sandsteinfiguren des alten Raschwitzer Barockgartens säumten die Terrasse nach Osten.
Als „Herfurthsche Villa“ war sie bis zum Zweiten Weltkrieg Treffpunkt des Leipziger Kulturlebens. Im Krieg wurden Teile des Landratsamtes dorthin ausgelagert und in den Jahren 1945/46 fand sie als Untersuchungsgefängnis des sowjetischen Militärs und Geheimdienstes Verwendung. Die Häftlinge wurden häufig über Monate und zu Dutzenden in den engen Kellerräumen interniert. Bis 1981 nutzte die Verwaltung der Landwirtschaftsausstellung die nun „Weißes Haus“ genannte Immobilie als Büro und nach einer gravierenden Umbaumaßnahme in den Jahren 1986/87 als Ministerunterkunft während der Landwirtschaftsausstellungen der DDR, auch bekannt als „agra-Markkleeberg“. Im Jahr 1996, nachdem es kurz als Hotel betrieben wurde, erwarb die Stadt Markkleeberg die Liegenschaft auf Markkleeberger Gebiet. Man ließ es sich nicht nehmen, in den Zeiten der sächsischen Gemeindegebietsreform den Slogan zu verbreiten „Das Weiße Haus steht in Washington und in Markkleeberg, niemals in Leipzig“. Wie früher ist es nun wieder ein beliebter Ort für kulturelle Veranstaltungen. Seit dem Jahr 2005 stehen die vielen Räume der zwei oberen Etagen der Musik- und Kunstschule „Ottmar Gerster“ des Landkreises Leipzig zur Verfügung. Das Haus dient auch als offizielles Standesamt der Stadt Markkleeberg.
[Bearbeiten] Gedenkstätten
- Gedenkanlage am Wolfswinkel für die Opfer unter den Häftlingsfrauen des KZ-Außenlagers
- Gedenkstein am Rathausplatz für alle Opfer des Faschismus
[Bearbeiten] Erlebnis/Tourismus
Das Stadtgebiet von Markkleeberg ist von mehreren Park- und Gartenanlagen geprägt (zum Beispiel der agra-Park und der Keesscher Park). Die Stadt besitzt mit dem Markkleeberger See und dem Cospudener See zwei weitere wichtige touristische Ziele. Am Markkleeberger See befindet sich eine moderne Wildwasseranlage. Auch befindet sich ein bedeutender Teil des Rad- und Wanderwegs „Grüner Ring Leipzig“ im Gebiet von Markkleeberg. Und in der Nähe von Markkleeberg liegt der größte ostdeutsche Freizeitpark Belantis.
[Bearbeiten] Sport
Auch im Sport hat sich Markkleeberg mittlerweile einen Namen gemacht. Sechs Sportvereine repräsentieren die Stadt auch überregional:
- Kickers 94 Markkleeberg, ein reiner Fußballverein, spielt in der höchsten Spielklasse des SFV.
- 1. FC Markkleeberg
- TSG Markkleeberg
- TSV 1886 Markkleeberg
- TV 1871 Markkleeberg
- SV Eiche Wachau
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Verkehr
Die Stadt liegt an der B 2 und ist an die Straßenbahn-, S-Bahn- und Busnetze der Stadt Leipzig und des Umlandes angebunden.
Über die Anschlussstelle Leipzig-Süd ist Markkleeberg seit 2006 von der A 38 aus zu erreichen.
[Bearbeiten] Bildung
Es gibt vier Grundschulen, eine Mittelschule, ein Gymnasium mit angeschlossenem Internat (die Rudolf-Hildebrand-Schule) und einen Fachbereich der Leipziger Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK, FH).
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Matthias Brehme (* 1943), Geräteturner
- Horst Köhler (* 1943), wohnte von 1945 bis zum Verlassen der DDR 1953 in Markkleeberg-Zöbigker
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten] Literatur
- Stadt Markkleeberg (Hrsg.): Markkleeberg. Geschichte und Wandel. Pro Leipzig Verlag, Leipzig 2009, ISBN 978-3-936508-48-2
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Seite der Stadt Markkleeberg
- Markkleeberg im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- Links zum Thema Markkleeberg im Open Directory Project
- Torhaus Markkleeberg - Historisches Ensemble um das Rittergut Markkleeberg und ein Geschichtsverein
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