Marstall (Potsdamer Stadtschloss)

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Marstall des Potsdamer Stadtschlosses

Der Marstall des Potsdamer Stadtschlosses ist ein langgestrecktes Gebäude zwischen der Schloss- und der Breiten Straße in Potsdam und ist das älteste erhaltene Bauwerk der Stadt. Es beherbergt das Filmmuseum Potsdam.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude wurde im Jahr 1685 im Auftrag des Großen Kurfürsten von Baumeister Johann Arnold Nering als Orangerie zum Stadtschloss erbaut. Der nördliche Heizgang für den Winter wurde ebenfalls bei den ursprünglich als Orangerie erbauten Neuen Kammern von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff angewandt.[1]

Als König Friedrich Wilhelm I., der Soldatenkönig, den westlichen Teil des Lustgartens zu einem Exerzierplatz umwandelte, wurde die Orangerie 1714 zum Marstall für die königlichen Reitpferde umfunktioniert und die Orangenbäume in ein Glashaus im Marlygarten gebracht.[1]

Seine heutige Gestalt erhielt der Marstall im Jahre 1746 auf Geheiß Friedrichs des Großen durch den Baumeister Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, der ihn umbaute, erweiterte und mit Reiterfiguren des Bildhauers Friedrich Christian Glume verzierte. Dabei schuf letzterer auch die besonders bemerkenswerten Pferdeplastiken über den Eingangsportalen.

1922 wurde der vom Hof nun nicht mehr genutzte Marstall in das Garnisonmuseum umgewandelt.[2]

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Marstall am Dach und dem Figurenschmuck schwer beschädigt, konnte aber in den 1960er Jahren durch das Vorhaben, dort ein Filmmuseum einzurichten, vor dem endgültigen Abriss bewahrt werden. Nach der schrittweisen Rekonstruktion zwischen 1977 und 1980 konnte 1981 schließlich das Filmmuseum Potsdam im Marstall eröffnet werden.

Seit 2003 wird im Gebäude auch eine Gaststätte betrieben die seit 2015 unter dem Namen Genusswerkstatt firmiert.

Im Jahre 2014 wurde das Gebäude umfangreich saniert und dabei vor allem der Brandschutz verbessert.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marstall Potsdam – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Adelheid Schendel, Jerzy Prrzytański: Die Neuen Kammern im Park Sanssouci. Potsdam-Sanssouci 1987, S. 7
  2. Helmut Caspar: Fürsten, Helden, große Geister, Denkmalgeschichten aus der Mark Brandenburg, Berlin Edition 2004, S. 79–80
  3. Kinogeschichte im königlichen Kutschpferdestall - Potsdamer Filmmuseum ist wieder geöffnet In: rbb-online.de vom 25. Oktober 2014, abgerufen am 29. Oktober 2016

Koordinaten: 52° 23′ 43″ N, 13° 3′ 30″ O