Massenbachhausen
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| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Stuttgart | |
| Landkreis: | Heilbronn | |
| Höhe: | 209 m ü. NN | |
| Fläche: | 8,76 km² | |
| Einwohner: | 3558 (31. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 406 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 74252 | |
| Vorwahl: | 07138 | |
| Kfz-Kennzeichen: | HN | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 1 25 061 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Heilbronner Straße 54 74252 Massenbachhausen |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Christoph Schulz | |
| Lage der Gemeinde Massenbachhausen im Landkreis Heilbronn | ||
Massenbachhausen ist eine Gemeinde im Landkreis Heilbronn in Baden-Württemberg.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Massenbachhausen liegt im Westen des Landkreises Heilbronn am Massenbach, einem Zufluss der Lein, die wiederum in den Neckar fließt. Es gehört zur Randzone der Metropolregion Stuttgart.
[Bearbeiten] Nachbargemeinden
Nachbarstädte und -gemeinden Massenbachhausens sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Osten): Schwaigern (Ortsteil Massenbach), Gemmingen, Kirchardt, Bad Rappenau (alle Landkreis Heilbronn) und Heilbronn (Stadtkreis). Mit Schwaigern ist Massenbachhausen eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft eingegangen.
[Bearbeiten] Gemeindegliederung
Zu Massenbachhausen gehört noch der Ortsteil Leutersteiner Höfe. Auf der Massenbachhausener Gemarkung befanden sich früher die abgegangenen, heute nicht mehr bestehenden Orte Harzhofen und Lauterstein.[2]
[Bearbeiten] Geschichte
Die erste Besiedlung von Massenbachhausen geht vermutlich auf die Kelten zurück, von denen Siedlungsspuren aus dem 4. oder 5. Jahrhundert v. Chr. im Gewann „Ziegelweg“ gefunden wurden. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Lorscher Codex im Jahre 773. Nachdem der Ort zwischenzeitlich dem Ritterstift Odenheim gehörte, kam er über die Herren von Magenheim und von Neipperg 1585 an den Würzburger Rat Dietrich Echter von Mespelbrunn, später an die Dalberg, dann an die Ingelheim. 1737 kauften die Herren von Neipperg den Ort zurück. 1806 kam Massenbachhausen im Rahmen der Mediatisierung an Württemberg und dort zunächst zum Oberamt Kirchhausen, 1811 dann zum Oberamt Brackenheim. Im Jahre 1938 wurde Massenbachhausen dem Landkreis Heilbronn zugeordnet. 1939 wurden 1106 Einwohner gezählt, Ende 1945 waren es 1177.[3]
[Bearbeiten] Religionen
Im Jahre 1531 wurde durch die Herren von Neipperg die Reformation eingeführt; da aber Massenbachhausen im Jahre 1585 an den katholischen Dietrich Echter von Mespelbronn verkauft wurde, wurde das Dorf wieder katholisch. Die (protestantischen) Grafen von Neipperg hatten daher das Patronat über die katholische Kirche des Ortes, in dem sich auch deren Familiengruft befindet. Die seit dem 17. Jahrhundert existierende jüdische Gemeinde löste sich schon Ende des 19. Jahrhunderts wegen Mitgliedermangels aufgrund der Landflucht wieder auf.
In Massenbachhausen gibt es heute eine katholische Kirchengemeinde, die außer für Massenbachhausen auch für den Schwaigerner Stadtteil Massenbach zuständig ist.
Die evangelischen Gemeindeglieder von Massenbachhausen, die überwiegend erst nach dem 2. Weltkrieg zuzogen, gehören heute zur Kirchengemeinde Massenbach und Massenbachhausen, die im Schwaigerner Stadtteil Massenbach ihren Sitz hat und zum Kirchenbezirk Brackenheim der Evangelischen Landeskirche in Württemberg gehört.
Die Jüdische Gemeinde Massenbachhausen wird erstmals mit einem 1684/85 zugezogenen Juden erwähnt, im Verlauf des 18. Jahrhunderts sind zumeist sechs Familien belegt. Eine Synagoge wird 1736 erstmals erwähnt. Als die Gemeindegröße im frühen 19. Jahrhundert anwuchs, erbaute sich die Gemeinde die neue Synagoge Massenbachhausen und wurde 1832 wurde Sitz einer Religionsgemeinde, die nach dem starken Mitgliederschwund infolge Ab- und Auswanderung in den 1860er Jahren jedoch nach Massenbach verlegt wurde. Die Synagoge wurde 1872 verkauft. Um 1850 lebten rund 50 Juden in Massenbachhausen, 1869 gab es noch 19 Juden im Ort, 1910 noch sieben und 1926 starb die letzte jüdische Einwohnerin.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Gemeinderat
Der Gemeinderat Massenbachhausens hat nach der Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 14 Sitze. Die Wahl führte zu folgendem Ergebnis:
Weiteres Mitglied des Gemeinderates und dessen Vorsitzender ist der Bürgermeister.
[Bearbeiten] Wappen und Flagge
Die Blasonierung des Massenbachhausener Wappens lautet: In Rot über drei (2:1) silbernen Ringen ein goldenes Haus. Die Flagge der Gemeinde ist Gelb-Rot.
Ein Haus als redende Wappenfigur Massenbachhausens ist in der Literatur seit 1844, in den Gemeindestempeln seit 1903 nachgewiesen. 1938 wurde das Wappen von der Archivdirektion als In Blau auf grünem Dreiberg ein naturfarbenes Haus mit rotem Dach beschrieben. Um es von den vielen ähnlichen Wappen mit Häusern unterscheiden zu können, nahm die Gemeinde 1959 zusätzlich die dem Wappen der Grafen von Neipperg entstammenden Ringe in ihr Wappen auf, die auf die frühere Ortsherrschaft dieses Adelsgeschlechtes hinweisen. Wappen und Flagge wurden der Gemeinde am 18. August 1959 vom baden-württembergischen Innenministerium verliehen.[4]
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Bauwerke
- Die katholische Kilianskirche wurde 1905/06 nach Plänen von Ulrich Pohlhammer als fünfjochige, dreischiffige Basilika erbaut. Die Ausstattung der Kirche stammt im Wesentlichen noch aus der Zeit ihrer Errichtung, jedoch weist sie mit einem Rokoko-Altar von 1741 und einem Gemälde von Sebastian Luz von 1872 auch ältere Kunstschätze auf.
- Gegenüber der katholischen Kirche befindet sich das neue Rathaus des Ortes, ein moderner Zweckbau jüngeren Datums.
- Im alten Rat- und Schulhaus der Gemeinde befindet sich heute die örtliche Grundschule „Lindenhofschule“.
- Die Massenbachhausener Synagoge wurde 1826 errichtet, jedoch bereits 1865 geschlossen und 1872 zu einem Wohnhaus mit Stall umgebaut. Das Gebäude ist das Geburtshaus des Franziskaners und Bildhauers Firminius Wickenhäuser (1876-1939) und daher auch als Wickenhäuserhaus oder Firmin(i)ushaus bekannt. Gegenwärtig wird das Gebäude saniert und soll künftig als Heimatmuseum dienen.
- Auf dem Friedhof von Massenbachhausen befindet sich die Familiengruft der Grafen von Neipperg, außerdem befindet sich dort das von Wickenhäuser geschaffene monumentale Grabmal für seine Eltern von 1906.
- Der Dorfbrunnen an der Fürfelder Straße wurde 1985 auf einem Regenüberlaufbecken errichtet.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
Massenbachhausen ist ein Weinbauort, dessen Lagen zur Großlage Heuchelberg im Bereich Württembergisch Unterland des Weinbaugebietes Württemberg gehören.
[Bearbeiten] Verkehr
Die A 6 (Anschlussstelle Bad Rappenau) verläuft wenige Kilometer nördlich Massenbachhausens. Die nächsten Bahnhöfe liegen an der Kraichgaubahn in Gemmingen, Schwaigern und Leingarten.
[Bearbeiten] Medien
Über das Geschehen in Massenbachhausen berichtet als einzige Tageszeitung die Heilbronner Stimme in ihrer Ausgabe LT, Leintal.
[Bearbeiten] Bildung
In Massenbachhausen besteht die Grundschule Lindenhofschule. Neben dem kommunalen Kindergarten gibt es auch einen katholischen Kindergarten. Die Volkshochschule Unterland bietet Erwachsenenbildung an.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- 1876, 19. Januar, Bruder Firminius Wickenhäuser (eigtl. Josef Wickenhäuser), † 30. September 1939 in Düsseldorf; Bildhauer und Franziskanermönch, 1998 selig gesprochen
- 1930, 12. November, Werner Baumhauer, deutscher Politiker (CDU), MdL (Baden-Württemberg), Staatssekretär in Baden-Württemberg
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Bevölkerungsstand
- ↑ Quelle für den Abschnitt Gemeindegliederung: Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 141–142 sowie Nachtrag in Bd. VIII, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-008113-6, S. 662
- ↑ Mitteilungen des Württ. und Bad. Statistischen Landesamtes Nr. 1: Ergebnisse der Einwohnerzählung am 31. Dezember 1945 in Nordwürttemberg
- ↑ Quellen für den Abschnitt Wappen und Flagge:
Heinz Bardua: Die Kreis- und Gemeindewappen im Regierungsbezirk Stuttgart. Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0801-8 (Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg, 1). S. 97
Eberhard Gönner: Wappenbuch des Stadt- und des Landkreises Heilbronn mit einer Territorialgeschichte dieses Raumes. Archivdirektion Stuttgart, Stuttgart 1965 (Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg, 9). S. 112
[Bearbeiten] Weblinks
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