Moräne
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Moränen (v. frz.: moraine „Geröll“) sind die Gesamtheit des vom Gletscher transportierten Materials, im speziellen die Schuttablagerungen, die von Gletschern bei ihrer Bewegung mitbewegt oder aufgehäuft werden, sowie die im Gelände erkennbaren Formationen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Wortherkunft
Ursprünglich wurde dieser Begriff von der Bevölkerung aus dem Gebiet von Chamonix verwendet, die damit die Felswälle bezeichneten, die die Gletscher angehäuft hatten. In der wissenschaftlichen Literatur wurde dieser Begriff 1799 von dem Gletscherforscher Horace Bénédict de Saussure eingeführt.
In der Fachliteratur ist es in den letzten Jahren üblich geworden, den Begriff „Moräne“ nur noch auf das aktuell bewegte Material im Gletschereis und die Reliefformen, die unter dem und um das Gletschereis entstehen, zu beziehen. Die Ablagerungen (Sediment) hingegen werden als Geschiebemergel (oder auch Till) bezeichnet.
[Bearbeiten] Arten von Moränen
| In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Was ist die Definition dieser beiden Begriffe und wodurch unterscheiden sie sich.
Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst. |
Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Moränen, die Wandermoränen und die abgelagerten Moränen. Diese werden je nach Lage und Genese in eine Reihe von weiteren Arten unterteilt.
Zu den Wandermoränen gehören:
- Obermoränen stammen von dem Material, das von den Felswänden auf den Gletscher stürzt und sich beim Schmelzen des Gletschers ablagert, sie kommen vornehmlich im Zehrgebiet vor
- Innenmoränen umfassen alles Material, das im Inneren des Gletschers, also interglazial transportiert wird
- Untermoränen bilden sich an der Gletscherbasis. Das Material der Untermoräne wird durch die Reibung mit dem Untergrund sehr stark geschliffen und zerkleinert
- Seitenmoränen bilden sich entlang der Ränder der Gletscherzunge. Ihr Material stammt einerseits von dem seitlich anstehenden Gestein, zum Großteil aber aus ehemaligen Untermoränen, die an die Seiten des Gletschers geführt worden sind
- Mittelmoränen entstehen aus den Seitenmoränen zweier Gletscher, wenn diese zusammenfließen und sich vereinen.
Zu den abgelagerten Moränen gehören:
- Grundmoränen bestehen aus dem Material der Unter- und Innenmoränen
- Drumlins sind längliche, längs der Bewegungsrichtung des Gletschers verlaufende Hügel. Sie bestehen größtenteils aus abgelagertem Moränenmaterial, vor allem der Grundmoräne.
- Endmoränen bilden sich als Schuttanhäufung am Gletscherende, wenn sich die Gletscherstirn für längere Zeit nicht bewegt. An ihnen kann man besonders gut die größte Ausdehnung des Gletschers erkennen.
- Findlinge sind größere vom Eis mitgeführte Gesteinsblöcke
Nach der Entstehungszeit werden Jungmoränen (Weichseleiszeit, Würmeiszeit) von Altmoränen (aus den vorherigen Eiszeiten) unterschieden.
[Bearbeiten] Zusammensetzung
Der Begriff Moräne umfasst alle Schuttmassen, die durch das Eis mitgeführt und abgelagert wurden. Moränen bestehen dabei aus Material verschiedener Körnungsgröße, vom Ton über Sand bis zu größeren Gesteinsblöcken. Das Material ist jedoch durchmischt und weist in der Regel keine Sortierung oder Schichtung nach der Größe auf.
Auch finden sich End- und Grundmoräne als Sohl-, Zwischen- oder Deckschicht gemischt, sowie Altgestein. Ufermoränen, das sind bereits abgelagerte Seitenmoränen, können ebenfalls durchaus eine unsaubere Schichtung aufweisen.
[Bearbeiten] Alpinistische Bedeutung
Da Moränen aus losem „zusammen gebackenen“ Sand und Gestein bestehen, sind die steilen Flanken oft steinschlaggefährdet. Sie werden zweckmäßigerweise meist oben am Moränenkamm begangen. Bei Übergängen oder beim Absteigen von einer Moräne auf den Gletscher sollte man sorgfältig die ungefährlichste Stelle aussuchen und sich an Steigspuren halten, falls solche zu erkennen sind.[1]
Moränen können aber auch als wertvolle Orientierungshilfe in einem sonst wenig Anhaltspunkte bietenden strukturlosen Gelände dienen.
[Bearbeiten] Siehe auch
- Glaziale Serie
- Glazialmorphologie (Aufbau der Gletscher)
- Murgang
[Bearbeiten] Literatur
- Albert Schreiner: Einführung in die Quartärgeologie. 2. Auflage. Schweizerbart, Stuttgart 1997, ISBN 3-510-65152-9
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ P. Stückl, G. Sojer: Bergsteigen: Lehrbuch für alle Spielarten des Bergsteigens. Bruckmann, München 1996, ISBN 3-7654-2859-0, S. 122 ff.

