Mostar

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wikipedia:Hauptseite
Dieser Artikel behandelt die Stadt Mostar. Daneben gibt es noch den Schriftsteller Herrmann Mostar (1901-1973)
Mostar
Мостар
Wappen von Mostar
Mostar (Bosnien und Herzegowina)
DEC
Basisdaten
Staat: Bosnien und Herzegowina
Entität: Föderation
Kanton: Herzegowina-Neretva
Koordinaten: 43° 20′ N, 17° 48′ O43.33333333333317.860Koordinaten: 43° 20′ 0″ N, 17° 48′ 0″ O
Höhe: 60 m ü. A.
Fläche: 1175 km²
Einwohner: 111 198 (2007)
Bevölkerungsdichte: 95 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: +387 (0) 36
Postleitzahl: 88000
Struktur und Verwaltung
Bürgermeister: Ljubo Bešlić (HDZ BiH)
Webpräsenz:
Klimadiagramm von Mostar

Mostar ist die größte Stadt der Herzegowina, des südlichen Teiles von Bosnien-Herzegowina. Sie ist die Hauptstadt des Kantons Herzegowina-Neretva der Föderation Bosnien-Herzegowina und hat etwa 111.000 Einwohner, wovon etwa 75.000 Einwohner in der eigentlichen Stadt wohnen.

Verwaltungstechnisch bildete Mostar seit dem Bürgerkrieg zwei Städte: eine kroatische auf dem westlichen Ufer des Flusses Neretva und eine bosniakische auf dem östlichen Ufer. Im Januar 2004 wurde dieser Zustand allerdings aufgehoben und eine neue Regelung eingeführt, wonach die Stadt in 6 Stadtgemeinden eingeteilt ist, die aber zusammen eine Einheit darstellen.

Inhaltsverzeichnis

Bevölkerung

Die Bewohner Mostars gehören verschiedenen Nationalitäten an. Die Volkszählung 1991 ergab folgende Zusammensetzung: Bosniaken: 34,85 %, Kroaten: 33,83 %, Serben: 18,97 %, Jugoslawen: 10,04 %. Außerdem leben in der Stadt auch wenige Albaner und Türken.

Während des Bosnien-Krieges kam es zu einer Segregation der Bevölkerung, so dass heute die kroatische Bevölkerung vorrangig westlich und die bosniakische Bevölkerung vorrangig östlich der Neretva lebt.

Verkehr

Durch Mostar führt die bosnisch-herzegowinische Hauptbahnstrecke PločeVinkovci der bosnischen Eisenbahnen, mit täglich je zwei Personenzügen von und nach Sarajevo. Die Stadt war auch eine Station an der in den 1970er Jahren stillgelegten Schmalspurbahn-Strecke SarajevoDubrovnik.

Mostar besitzt einen internationalen Verkehrsflughafen, gelegen etwa 6 km südlich des Stadtzentrums.

Sehenswürdigkeiten

Das Franziskanerkloster in Mostar

Das Wahrzeichen Mostars ist die "Alte Brücke" oder Stari most über die Neretva, die von 1556 bis 1566 vom osmanischen Architekten Mimar Hajrudin erbaut wurde. Der Stadtname kommt von den Brückenwächtern (bosnisch, serbisch, kroatisch: Mostar = Brückenwächter). Die „Alte Brücke“ wurde im Bosnienkrieg am 9. November 1993 durch massiven Beschuss von kroatischer Seite zerstört. Rekonstruktionsarbeiten begannen 1996 und wurden mit der feierlichen Wiedereröffnung am 23. Juli 2004 abgeschlossen. Die Brücke und die Altstadt wurden am 15. Juli 2005 in die Welterbe-Liste der UNESCO aufgenommen. Der Stari Most soll ein Symbol für das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Völker in Mostar und Bosnien-Herzegowina sein.

In der Nähe der Brücke befindet sich die Karadjoz-Beg-Moschee, die auch für Besucher zugänglich ist. Die Moschee mit Medresa (Koranschule) und Šadrvan (Brunnen) wurde 1557 erbaut und im Krieg in der Herzegowina schwer beschädigt, ist inzwischen aber restauriert.

Als sehenswürdig gilt ebenfalls eine christliche Basilika im Vorort Cim, die wahrscheinlich im 5. oder 6. Jahrhundert erbaut wurde. Im Juni 1992 wurde die serbisch-orthodoxe Kathedrale[1]der Heiligen Dreifaltigkeit (erbaut zwischen 1863 und 1873) in Brand gesetzt und gesprengt. Für sie laufen Wiederaufbauplanungen.[2]

Altstadt von Mostar
Stadtansicht um 1900

Am 26. November 2005 wurde in Mostar an seinem 65. Geburtstag eine Statue von Bruce Lee enthüllt. Sie war auf Initiative der Mostarer Jugendgruppe „Städtische Bewegung Mostar“ mit finanzieller Unterstützung der deutschen Kulturstiftung des Bundes errichtet worden. Nach Aussage des Bewegungs-Sprechers Nino Raspudić fiel die Wahl auf die verstorbene Kung-Fu-Legende, weil alle sich mit ihm identifizieren könnten. Mit der Statue soll ein Zeichen gegen die ethnische Zerrissenheit auf dem Balkan gesetzt werden.

Kultur

Bedeutende Kulturinstitutionen in Mostar sind:

  • Kulturzentrum "Mostar"
  • Jugendkulturzentrum "Abrašević"
  • Musikzentrum "Pavarotti-Mostar"
  • Archiv von Herzegowina (heute Kantonales Archiv)
  • Museum von Herzegowina
  • Kinderbibliothek
  • Stadtbibliothek "Luka"
  • Nationaltheater Mostar
  • Kroatisches Nationaltheater in Mostar
  • Das Haus von Aleksa Šantić

Friedenspreis von Mostar

Panorama der Altstadt
Alte Brücke, Foto ca. 1892

Seit 2004 wird jährlich von der 1990 mit dem Ziel der Verständigung zwischen den in Mostar lebenden Volksgruppen gegründeten Nichtregierungsorganisation Zentrum für Frieden und multiethnische Kooperation der Friedenspreis von Mostar vergeben. Er ist 30 cm hoch und besteht aus Gold, Silber und Edelstahl.[3]

Die bisherigen Preisträger sind:

Sport

Die beliebteste Sportart in Mostar ist Fußball. Der bekannteste Fußballclub ist FK Velež. 1992 wurde der kroatische Fußballclub HŠK Zrinjski wiedergegründet. Velež war zweifacher Pokalsieger Jugoslawiens (1981 und 1986) und Zrinjski 2005 Meister von Bosnien und Herzegowina.

Der bekannteste Extremsport sind die Kunstsprünge von der Brücke Stari most in die grüne Neretva. Diese finden jährlich Ende Juli unter dem Namen Ikari statt und ziehen zahlreiche Teilnehmer und Besucher auch aus den benachbarten Ländern an.

Modernere Stadtteile von Mostar

Klima

Das Klima in Mostar ist mediterran und subtropisch geprägt. Die jährliche Durchschnittstemperatur liegt bei 14,6 °C; der durchschnittliche jährliche Niederschlag beträgt 1515 mm. Damit ist Mostar die Stadt in Bosnien und Herzegowina mit den höchsten Temperaturen und dem meisten Niederschlag.

Die tiefste jemals gemessene Temperatur lag bei -10,9 °C (am 24. Januar 1963), die höchste bei 41,2 °C (am 13. Juli 1984). Mit einer Sonnenscheindauer von durchschnittlich 2291 Stunden pro Jahr ist Mostar der sonnenscheinreichste Ort in Bosnien und Herzegowina.[4]

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

  • Hans Koschnick, Jens Schneider: Brücke über die Neretva, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-30496-0
  • Amir Pašić: A Short History of Mostar, In: Conservation and Revitalisation of Historic Mostar. Geneva 2004, The Aga Khan Trust for Culture online, PDF
  • Giovanni Scotto: Friedensbildung in Mostar. Die Rolle der internationalen Nicht-Regierungsorganisationen, Lit Verlag, Münster 2004, ISBN 3-8258-7852-X

Quellen

  1. Serbisch-Orthodoxe Kirche: Serbischer Orthodoxer Bischof von Herzegowina kehrt nach Mostar zurück 8. Mai 2007
  2. Radio Vatikan: Geld für orthodoxe Kathedrale 3. April 2008
  3. Seiten des Zentrums für Frieden und multiethnische Kooperation zur Verleihung des Friedenspreises von Mostar
  4. Temperatures And Precipitations

Weblinks

Commons Commons: Mostar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen