Neal Stephenson
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Neal Stephenson (* 31. Oktober 1959 in Fort Meade, Maryland, USA) ist ein in Seattle lebender Science-Fiction-Autor, dessen Experimente mit neuen Medien wie virtueller Realität und dem World Wide Web sich in seinen Werken widerspiegeln. Er ist deshalb einer der Hauptvertreter des Cyberpunk. Auf sein Werk Snow Crash geht der Begriff Avatar, in der Bedeutung für animierte Profile, zurück.
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[Bearbeiten] Werke
Oft mischen sich in seinen Büchern historische Elemente mit futuristischen Technikfantasien, so porträtiert er beispielsweise in The Diamond Age eine Gesellschaft, die sich hochentwickelter Nanotechnologie bedient, aber gesellschaftlich einem viktorianisch-puritanischen Rollenmodell huldigt. Seit Ende der 1990er Jahre widmet sich Stephenson historischen Stoffen, jedoch mit der Sensibilität eines Science-Fiction-Autors. Wie viele Autoren hält Stephenson wenig von strengen Genre-Abgrenzungen. Vordergründig sind Cryptonomicon und der Barock-Zyklus dem Genre des historischen Romans zuzuordnen, beide Werke sind jedoch gesättigt mit typischen SF-Motiven.
Sein Roman Snow Crash spielt in einem Amerika, das in unzählige Mininationen zersplittert ist, die als Franchiseunternehmen großer Konzerne betrieben werden, und bis hin zu Polizei und Strafvollzug vollständig privatisiert wurde. Eine wichtige Rolle spielt dabei ein fortgeschrittenes System der virtuellen Realität, das mit einer florierenden Hacker-Kultur einher geht. Weitere Bezüge bestehen zu der sumerischen Mythologie mit ihrem Gott Enki.
Sein Cryptonomicon befasst sich in zwei Zeitsträngen (1940er und 1990er Jahre) mit dem Thema Kryptographie. Stephenson verwebt hier die Lebensgeschichte von Lawrence Waterhouse, eines fiktiven, an der Entschlüsselung der Enigma beteiligten Mathematikers in der Endphase des Zweiten Weltkriegs und die Geschichte seines Nachfahren, Randy Waterhouse, der in Südostasien einen Datenhafen errichten will. Eine zentrale Rolle im Roman spielt ein von Bruce Schneier entworfener Verschlüsselungsalgorithmus.
Die acht Romane des Barock-Zyklus wurden in den drei Bänden Quicksilver, Confusion und Principia veröffentlicht, und spielen Ende des 17. bis Anfang des 18. Jahrhunderts. Sie erzählen erneut in mehreren Handlungssträngen die Geschichte des Mitglieds der Royal Society Daniel Waterhouse, der mehr durch Zufall in den Adelsstand aufsteigenden Ränkeschmiedin Eliza und des Vagabunden Jack Shaftoe und bieten eine umfangreiche Vorgeschichte der Familien, die auch in Cryptonomicon auftreten.
Stephensons In the Beginning... Was the Command Line ist im Gegensatz zu seinen anderen Werken kein Roman, sondern ein Aufsatz über Freie Software. Insbesondere werden die Betriebssysteme Mac OS, Linux, Microsoft Windows und BeOS metaphorisch dargestellt.
[Bearbeiten] Bibliografie
[Bearbeiten] Romane
- The Big U (dt. Big U) – (1984 – ISBN 0-380-81603-2, englische Ausgabe)
- Zodiac: The Eco-Thriller (dt. Volles Rohr) – (1988 – ISBN 0-553-57386-1, englische Ausgabe)
- Snow Crash (dt. Snow Crash) – (1991 – ISBN 3-442-45302-X)
- Interface – (1994, als Stephen Bury (zusammen mit George Jewsbury als J. Frederick George)) – ISBN 0-553-38343-4, englische Ausgabe)
- The Diamond Age (dt. Diamond Age. Die Grenzwelt) – (1996 – ISBN 3-442-45154-X)
- Cobweb – (1998, als Stephen Bury (zusammen mit George Jewsbury als J. Frederick George)) – ISBN 0-09-947885-4, englische Ausgabe)
- Cryptonomicon (dt. Cryptonomicon) – (1999 – ISBN 3-442-54193-X)
- Quicksilver: Volume One of the Baroque Cycle (dt. Quicksilver) – (2003 – ISBN 3-442-54568-4)
- The Confusion: Volume Two of the Baroque Cycle (dt. Confusion) – (2004 – ISBN 3-442-54604-4)
- The System of the World: Volume Three of the Baroque Cycle (dt. Principia) – (2004 – ISBN 3-442-54607-9)
- Anathem – (2008 – ISBN 978-00614-74095, englische Ausgabe)
[Bearbeiten] Kurzgeschichten
- Spew (1994)
- The Great Simoleon Caper (1995)
- Jipi and the Paranoid Chip (1997)
- Crunch (1998)
[Bearbeiten] Essays und Sachbücher
- In the Beginning... was the Command Line (dt. Die Diktatur des schönen Scheins) – (1999 – ISBN 0-380-81593-1, englische Ausgabe)
[Bearbeiten] Preise und Auszeichnungen
- 1996 Hugo Award und Locus Award für den Roman The Diamond Age
- 2000 Prix Ars Electronica für In the Beginning... was the Command Line
- 2000 Locus Award für den Roman Cryptonomicon
- 2004 Arthur C. Clarke Award für den Roman Quicksilver
- 2005 Locus Awards für die Romane The Confusion und The System of the World
- 2005 Prometheus Award für den Roman The System of the World
- 2009 Locus Award für den Roman Anathem
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Neal Stephenson im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- http://www.nealstephenson.com
- Neue Website (engl.)
- offizielle deutschsprachige Website
- Nealism.net (Fansite)
- In the Beginning was the Command Line – kompletter Text
- "Es wird wieder "barockt" - Stephenson-Story in EVOLVER.at
- Das Internet braucht Filter, keine Avatare: Neal Stephenson im Gespräch mit Bodo Mrozek
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Stephenson, Neal |
| KURZBESCHREIBUNG | in Seattle lebender Science-Fiction-Autor |
| GEBURTSDATUM | 31. Oktober 1959 |
| GEBURTSORT | Fort Meade, Maryland, USA |

