Nuthe

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem brandenburgischen Fluss Nuthe. Zum Fluss gleichen Namens im Südwestfläming siehe: Nuthe (Anhalt).

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Nuthe
Daten
Lage Brandenburg
Länge 65 kmdep1
Quelle Bei Dennewitz im FlämingVorlage:Infobox Fluss/QUELLKOORDINATE_fehlt
Quellhöhe ca. 80 m ü. NNdep1Vorlage:Infobox Fluss/HÖHENBEZUG-QUELLE_fehlt
Mündung In Potsdam in die HavelVorlage:Infobox Fluss/MÜNDUNGSKOORDINATE_fehlt
Mündungshöhe 29,4 m ü. NNdep1Vorlage:Infobox Fluss/HÖHENBEZUG-MÜNDUNG fehlt
Höhenunterschied ca. 51 mdep1
Flusssystem Elbe
Einzugsgebiet 1.935 km²dep1
Rechte Nebenflüsse Hammerfließ
Linke Nebenflüsse Nieplitz
Großstädte Potsdam
Kleinstädte Jüterbog, Luckenwalde, Trebbin

Die Nuthe ist ein linker Nebenfluss der Havel. Sie ist auf den letzten Metern eine Brandenburger Landeswasserstraße.

[Bearbeiten] Beschreibung

Ihre Quelle befindet sich im Fläming im Bundesland Brandenburg in der Gemeinde Niedergörsdorf - westlich des Ortsteils Dennewitz. Nebenflüsse sind die Nieplitz nahe Gröben und das Hammerfließ nahe Woltersdorf. In nördlicher Richtung durchfließt sie die größeren Orte Jüterbog, Luckenwalde, Trebbin und die Gemeinde Nuthetal. Nach ungefähr 65 km Fließstrecke und nachdem die Nuthe ca. 51 m Höhenunterschied überwunden hat, mündet sie auf 29,4 m ü. NN in Potsdam in die Havel. Sie durchfließt das Glogau-Baruther Urstromtal und weiter nördlich kleinere Urstromtalungen. An ihrem Oberlauf im Fläming hat sie den Charakter eines so genannten Salmoniden-Gewässers. Im Unterlauf ist sie kanalartig ausgebaut und eingedeicht. Ihr Einzugsgebiet umfasst 1.935 km².

Ein großer Teil ihres Laufes führt die Nuthe durch den Naturpark Nuthe-Nieplitz. Die feuchten grünen Wiesen, ehemaligen Überschwemmungsgebiete und kleineren Elsbrüche des Naturparks bieten dem Weißstorch und dem Reiher ideale Bedingungen; insbesondere der Reiher-Bestand nimmt seit den 1990er Jahren kontinuierlich zu.

Nuthe in Luckenwalde

Theodor Fontane spottete über die Nuthe und die noch kleinere Schwester Nieplitz, verglichen mit diesen Strömen wirke die Havel, als zöge die Wolga an einem vorbei. Dennoch war die alte Nuthe im Gegensatz zur Nieplitz (vermutlich aus dem Slawischen: Unschiffbare) in der Region des Zusammenflusses von Nuthe und Nieplitz bei Gröben noch um 1880 bis zu 40 m breit und vor ihren verschiedenen Regulierungen (1776 bis 1786, 1883) in Teilen schiffbar. Vor den Regulierungen war der Fluss bekannt durch die Nuthekrebse, die als Delikatesse bis Leipzig oder auch Paris geliefert wurden. In einer Geschichte aus den 1820er Jahren heißt es einleitend in der Wiedergabe von Fontane:

Es war die Zeit, wo wieder, wie alljährlich, das zu drei, vier Stämmen zusammengebolzte Floßholz in langer langer Linie die Nuthe herunterkam, um erst bei Potsdam in die Havel und dann bei Havelberg in die Elbe zu gehen. Und wie gewöhnlich hatte man auch diesmal wieder allerlei Mannschaften an Bord kommandiert, die, mit Rudern und Stangen in der Hand, durch beständiges Abstoßen vom Ufer das Auf- und Festfahren des Floßholzes hindern mußten. Es waren ihrer elf, lauter junge Bursche von Trebbin und Thyrow her, ... .

Zwischen Jütchendorf und Gröben
Bei Saarmund mit Abfluss eines Bewässerungskanals
Die Nuthe bei Potsdam
Mündung in die Havel, Potsdam, gegenüber Freundschaftsinsel

Tief im Dunkel der Geschichte bleiben die schon für Fontane geheimnisumwitterten Nutheburgen, die nach seinen Angaben um die Zeit von Albrecht dem Bären, um 1150, bestanden haben könnten. Etwas ausführlicher dazu siehe Saarmund. Die Überreste einer dieser Burgen kann man heute noch in der Nähe der Stadt Trebbin finden. Es handelt sich hierbei um einen Erdwall, - umgeben vom obligatorischen Burggraben stand dort eine Slawenburg, in Zeichnungen und Ausgrabungen hervorragend dokumentiert vom damaligen Geschichtslehrer der Goethe-Oberschule Trebbin, Herr Zumke.
Im Besitz der Schule sind (waren) auch Fundstücke aus dieser Zeit, so zum Beispiel die Überreste alter Messer, Schwerter und Äxte.

Der Name "Nuthe" könnte germanischen Ursprungs "hnõd" sein und so viel bedeuten wie Graben, Rinne oder Tal. Im Mittelhochdeutschen bedeutet "nuot" "Fuge" oder "Nut". Andere Interpretationen leiten den Namen aus dem altdeutschen Nuth = Noth ab, da die vielen gewaltigen, heute kaum noch nachvollziehbaren Überschwemmungen große Not mit sich brachten. Eine alte Bezeichnung für den Oberlauf bei Jüterbog und Luckenwalde ist Aa oder Aarbach.

Bis in das 18. und 19. Jahrhundert hinein gab es immer wieder Hochwasserkatastrophen:
1755. In diesem Jahre hat allhier, wegen des überhand genommenen großen Wassers, kein Heu können gemäht werden, und sind aus eben dieser Ursach auch beide Erndten gar schlecht ausgefallen. (Aus dem Gröbener Kirchenbuch, wiedergegeben von Fontane.)

Das vielen West-Berlinern aus Vorwendezeiten noch bestens bekannte Autobahndreieck Drewitz als ein Tor nach West-Berlin heißt inzwischen Dreieck Nuthetal (A 10 und A 115) und weist so den Autofahrer auf das landschaftliche Kleinod vor der Tür Berlins hin.

Siehe auch: Tourismus in Brandenburg, Naturpark, Naturschutzgebiet, Naturschutz, Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie, Biosphärenreservat, Nationalpark, Liste der Gewässer in Brandenburg, Mark Brandenburg

[Bearbeiten] Quellenangaben

  • Theodor Fontane, Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Teil 4. Spreeland. Zitiert nach der Ausgabe 1998, Frankfurt/M, Berlin
  • Wasserwanderatlas der DDR VEB Landkartenverlag Berlin 2.Auflage Jan.1975

[Bearbeiten] Literatur

  • Christa und Johannes Jankowiak: Unterwegs an Nuthe und Nieplitz. Stapp Verlag, Berlin 1995 ISBN 3-87776-061-9

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Nuthe – Bilder, Videos und Audiodateien
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