Nysa

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Nysa (Begriffsklärung) aufgeführt.
Nysa
Wappen von Nysa
Nysa (Polen)
DEC
Nysa
Nysa
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Oppeln
Landkreis: Nysa
Fläche: 27,4 km²
Geographische Lage: 50° 29′ N, 17° 20′ O50.48333333333317.333333333333Koordinaten: 50° 29′ 0″ N, 17° 20′ 0″ O
Höhe: 185 m n.p.m
Einwohner: 46,375 (31. Dez. 2007[1])
Postleitzahl: 48-300
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: ONY
Wirtschaft und Verkehr
Straße: OppelnGlatz
Schienenweg: Kłodzko–Racibórz
Nächster int. Flughafen: Flughafen Breslau
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 27 Ortsteile
Fläche: 217,6 km²
Einwohner: 59.218 (31. Dez. 2007[1])
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeisterin: Jolanta Barska
Adresse: ul. Kolejowa 15
48-300 Nysa
Webpräsenz: www.nysa.pl

Nysa [ˈnɨsa] (deutsch Neisse, zuvor Neiße) ist eine Stadt mit etwa 46.000 Einwohnern in der Woiwodschaft Oppeln in Polen. Die Stadt liegt an der Glatzer Neiße in Oberschlesien und ist von Oppeln rund 60 km entfernt.


Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Bis zum Ende der habsburgischen Herrschaft in Schlesien im Jahre 1740 bildete Neiße die Hauptstadt des gleichnamigen Fürstentums; die Stadt befand sich im Besitz der Fürstbischöfe von Breslau, die hier auch ihre Residenz hatten.

Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde die Stadt dreimal besetzt; zunächst 1621 vom Markgrafen Johann Georg, 1632 von den Sachsen und 1642 von den Schweden unter Torstensson.

Im ersten Schlesischen Krieg wurde die Stadt 1741 von den Preußen belagert. Trotz Beschuss vom 13. bis 21. Januar konnte die Stadt nicht erobert werden. Sie fiel erst am 1. November durch Kapitulation. Anschließend bauten die Preußen eine Festung: Fort Preußen und gründeten das nach Friedrich dem Großen benannte Friedrichsstadt auf dem linken Ufer gegenüber der Stadt. Bereits am 4. August 1758 wurde die Stadt erneut belagert. Dieses mal von den Österreichern unter General Graf Harsch . Doch der Preußische General Joachim Christian von Tresckow hielt die Festung bis am 5. November Entsatz kam.

Während der napoleonischen Kriege wurde die Festung von 23. Februar bis zum 16. Juni 1807 belagert. Danach kapitulierte die Besatzung von General Vandamme.

Von 1911 bis 1945 war die überwiegend katholisch geprägte Stadt ein selbständiger Stadtkreis in der Provinz Oberschlesien. Dementsprechend war die Zentrumspartei bei den Reichstagswahlen bis 1933 auch stärkste Partei im Stadtkreis Neisse. In den 1930er Jahren erfolgte eine Änderung der amtlichen Schreibweise des Stadtnamens von „Neiße“ in „Neisse“.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Neisse von sowjetische Truppen erobert, die bis dahin gut erhaltene Altstadt mit ihrer Vielzahl an Kirchen und Bürgerhäusern der Renaissance und des Barock, derentwegen Neisse den Beinamen „Schlesisches Rom“ erhalten hatte, wurde durch Kampfhandlungen und nachfolgende Brandstiftungen schwer zerstört.

Nach der sowjetischen Besetzung wurde Neisse wie der überwiegende Teil Schlesiens unter polnische Verwaltung gestellt und in Nysa umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde größtenteils vertrieben und durch ihrerseits aus dem ehemaligen Ostpolen umgesiedelte Polen ersetzt.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerzahlen von Neiße nach jeweiligem Gebietsstand:[2]

Jahr Einwohner
1871 19.372¹
1880 20.507
1885 21.837
1890 22.444
1910 25.938
1919 29.415
1925 32.604
Jahr Einwohner
1933 35.037
1939 35.433
1975 37.300
1983 43.500
1995 48.899
2000 48.234
2005 47.545

¹ davon 4.075 Soldaten

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

  • Die gotische St. Jakobskathedrale wurde am Platz einer Vorgängerkirche von 1198 in den Jahren von 1401 bis 1430 als dreischiffige Hallenkirche erbaut und mehrfach erweitert. Neben der großen Kirche befindet sich der freistehende unvollendete Glockenturm von 1474–1516, in dem die Matthias-Glocke von 1498 hängt. Im Innern der Kathedrale befinden sich die Gräber von sieben Breslauer Bischöfen. Die Freskenmalerei der Dreifaltigkeitskapelle schuf 1753 Felix Anton Scheffler.
  • Der Renaissancebau des alten Kämmereigebäudes von 1604
  • Das barocke St.-Annen-Jesuitenkolleg von 1709
  • Die zweitürmige, ehemalige Jesuitenkirche St. Marien, ein Barockbau von 1688–92
  • Die St.-Peter-und-Paul-Kirche wurde 1720–1730 als Stiftskirche der Kreuzherren vom Hl. Grab unter der Bauleitung von Michael Klein und Felix Anton Hammerschmidt nach dem Vorbild von St. Niklas auf der Prager Kleinseite errichtet. Die Freskomalereien schufen die Brüder Christoph Thomas und Felix Anton Scheffler. Sie besitzt eine reiche Barockausstattung mit zahlreichen Gemälden von Philip Christian Bentum und Johann Melchior Brandeis.
  • Das barocke Gymnasium Carolinum von 1722–25
  • Der Palast der Breslauer Bischöfe von 1722–25
  • Der barocke Schöne Brunnen wurde 1686 von Wilhelm Helleweg geschaffen
  • Jerusalemer Friedhof mit dem Grabmal von Joseph von Eichendorff
  • Garnisonsfriedhof
  • Fort Preußen (1744) mit diversen Festungsanlagen


[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

Gedenktafel für den Schriftsteller Max Herrmann-Neiße

[Bearbeiten] Weitere mit Nysa verbundene Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Gemeinde

Die Stadt- und Landgemeinde Nysa zählt auf einer Fläche von 217,6 km² rund 60.000 Einwohner und gliedert sich neben dem gleichnamigen Hauptort in folgende Ortsteile:

  • Biała Nyska (Bielau)
  • Domaszkowice (Ritterswalde)
  • Głębinów (Glumpenau)
  • Goświnowice (Friedenthal-Großgiesmannsdorf; 1939–45: Großgiesmannsdorf)
  • Hajduki Nyskie (Heidau)
  • Hanuszów (Hannsdorf)
  • Iława (Eilau)
  • Jędrzychów (Heidersdorf)
  • Kępnica (Deutsch Kamitz; 1936–45: Hermannstein)
  • Konradowa (Konradsdorf)
  • Koperniki (Köppernig)
  • Kubice (Kaundorf)
  • Lipowa (Lindewiese)
  • Morów (Mohrau)
  • Niwnica (Neunz)
  • Podkamień (Steinhübel)
  • Przełęk (Preiland)
  • Radzikowice (Stephansdorf)
  • Regulice (Rieglitz)
  • Rusocin (Riemertsheide)
  • Sękowice (Sengwitz)
  • Siestrzechowice (Grunau)
  • Skorochów (Kohlsdorf)
  • Wierzbięcice (Oppersdorf)
  • Wyszków Śląski (Wischke; 1936–45: Lindendorf)
  • Złotogłowice (Groß Neundorf)


[Bearbeiten] Verweise

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Nysa – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Neiße. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bd. 12, Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1892, ‎ S. 43.

[Bearbeiten] Fußnoten

  1. a b Urząd Miejski w Nysie
  2. Quellen der Einwohnerzahlen:
    1880, 1890, 1919, 1925, 1933, 1939: [1] – 1885: [2] – 1910: [3] – 1975: Heinz Rudolf Fritsche: Schlesien Wegweiser. Bechtermünz Verlag, Augsburg 1996 – 1983: Encyklopedia Powszechna PWN – 1995, 2000, 2005: [4]
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