Otherland

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Dieser Artikel behandelt die Romanreihe Otherland; zu dem auf diesen Romanen basierenden Hörspiel siehe Otherland (Hörspiel).

Otherland ist eine vierteilige Reihe von Science Fiction- bzw. Cyberpunk-Romanen des US-amerikanischen Schriftstellers Tad Williams.

Die vier Romane mit den Titeln City of Golden Shadow (dt.: Stadt der goldenen Schatten), River of Blue Fire (dt.: Fluss aus blauem Feuer), Mountain of Black Glass (dt.: Berg aus schwarzem Glas) und Sea of Silver Light (dt.: Meer des silbernen Lichts) wurden zwischen 1996 und 2001 im US-amerikanischen Verlag DAW Books erstmals veröffentlicht.

Die deutschen Übersetzungen von Hans-Ulrich Möhring sind seit 2005 im Heyne-Verlag erhältlich, erschienen allerdings schon zuvor bei Klett-Cotta.

Zudem schrieb Tad Williams eine Kurzgeschichte auf Grundlage der Romane mit dem Titel The Happiest Dead Boy in the World (dt.: Der glücklichste tote Junge der Welt), die 2006 in einer Kurzromansammlung namens Legenden – Das Geheimnis von Otherland abgedruckt wurde.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Inhalt

[Bearbeiten] Gesellschaft und Technologie

Die Handlung spielt in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts in einer Welt, in der das Netz (eine Weiterentwicklung des Internets) das gesamte Leben dominiert. Durch Implantate, die direkt mit den Sinnesnerven verbunden sind, und andere Technologien ist es mittlerweile möglich, sich völlig in virtuelle Realitäten und Simulationen einzuklinken und diese hautnah zu erleben. Viele Menschen verbringen den Großteil ihres Lebens in virtuellen Umgebungen, einige haben sich fast völlig aus der realen Welt zurückgezogen. Der Zugang zum Netz und die Qualität der Instrumente und Implantate, die die Nutzung virtueller Realitäten ermöglichen, sind ein wesentliches soziales Statusmerkmal. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist nicht nur in diesem Bereich tiefer als in der Realität des beginnenden 21. Jahrhunderts. Wohlhabende Familien in den USA beispielsweise haben sich in festungsähnlich gesicherte Wohngebiete zurückgezogen, während sich unter den Highways an den Brücken aufgehängte riesige Slum-Siedlungen (Bienenstöcke) entwickelt haben.

[Bearbeiten] Handlung

Die virtuelle Welt Otherland wurde von einigen der reichsten und mächtigsten Menschen der Welt geschaffen. Die Technik, die dieser Ansammlung verschiedener virtueller Welten zugrunde liegt, ist weitaus fortgeschrittener und perfekter als alle anderen bekannten Welten im Netz - denn sie greift nicht nur auf hochentwickelte Server zurück, sondern bedient sich auch des Bewusstseins von Kindern, die zu diesem Zweck in einem komaähnlichen Zustand gehalten werden, bis ihre Körper eines natürlichen Todes sterben. Das Ziel der Gralsbruderschaft, die Otherland geschaffen hat, ist es, dem Bewusstsein der Gründer Unsterblichkeit jenseits ihrer biologischen Körper zu ermöglichen.

Im ersten Roman lernt der Leser durch verschiedene, zunächst scheinbar nicht verbundene Handlungsstränge eine Reihe von Menschen kennen, die sich durch Intervention von Mr. Sellars in Otherland treffen und dieses von innen zu zerstören versuchen. Sellars ist das Opfer militärischer Versuche, bei denen er verschiedene elektronische Implantate erhielt. Er hat Teile des Geheimnisses von Otherland entschlüsselt und sich entschlossen, dessen Gründer zu bekämpfen. Die Gruppe von Helfern irrt dabei durch immer neue virtuelle Welten auf der Suche nach Informationen und Möglichkeiten, Otherland zu vernichten - oder es wenigstens lebend zu verlassen.

In der realen Welt sind indes verschiedene Personen mit Otherland verbunden - als Mitglieder der Gralsbruderschaft, als deren Handlanger, als Polizisten oder als Angehörige von im Koma liegenden Kindern. Alle diese Handlungsstränge existieren teilweise parallel, teilweise berühren oder vereinigen sie sich auf der realen oder virtuellen Ebene - bis das Geheimnis von Otherland gelöst ist.

[Bearbeiten] Umsetzungen

[Bearbeiten] Videospiel

Otherland wird vom Spielentwickler RealU als Science-Fiction-Cyberpunk-MMOG umgesetzt. In einer riesigen virtuellen Realität soll der Spieler die merkwürdigsten Welten bereisen können – von Mars-ähnlichen Planeten über Vergnügungsstätten im Blade-Runner-Stil bis hin zu Welten, in denen sämtliche physikalische Gesetz außer Kraft gesetzt sind. Auf der Lambda Mall, der Partymeile von Otherland, treffen Spieler sich zum Plaudern, Tanzen und Spaßhaben.

Statt seinen Charakter von Beginn an auf eine Klasse festzulegen, startet man mit einer Art Blaupause und entwickelt sein Alter Ego im Laufe des Spiels in die gewünschte Richtung. Für das Kampfsystem versprechen die Entwickler eine kleine Revolution im Genre. Ein Levelsystem ist nicht geplant, jedoch wird man durch das Erfüllen von Aufträgen neue Talente lernen können. Angetrieben wird das Spiel von der Unreal Engine 3.[1]

[Bearbeiten] Hörspiel

Hauptartikel: Otherland (Hörspiel)

Unter der Regie von Walter Adler wurde der Romanzyklus 2004 auch als Hörspiel produziert. Dieses gilt mit 24 Stunden Laufzeit als größte Hörspielproduktion aller Zeiten.

[Bearbeiten] Buchausgaben

[Bearbeiten] Englischsprachige Originalausgaben

[Bearbeiten] Deutschsprachige Ausgaben

Kurzgeschichte:

  • Tad Williams: Der glücklichste tote Junge der Welt. In: Robert Silverberg (Hrsg.): Legenden – Das Geheimnis von Otherland. Piper, München 2006, ISBN 3-492-75005-2.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Rezensionen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. gamona.de: Otherland - Vorschau, Bericht über angekündigtes Onlinespiel, Webguidez Entertainment, 1. Oktober 2008
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