Portable Operating System Interface

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Das Portable Operating System Interface (POSIX [ˈpɒzɪks]) ist ein gemeinsam von der IEEE und der Open Group für Unix entwickeltes standardisiertes Application Programming Interface, das die Schnittstelle zwischen Applikation und dem Betriebssystem darstellt. Der (inter-)nationale Standard trägt die Bezeichnung DIN/EN/ISO/IEC 9945.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Entwicklung

Die Standards entwickelten sich aus einem Projekt im Jahr 1985. Der Begriff POSIX wurde von Richard Stallman als Reaktion auf den IEEE-Aufruf nach einem einprägsamen Namen vorgeschlagen[1]; zuvor trug der Standard die Bezeichnung IEEE-IX. Die meisten Unix-Derivate halten sich mehr oder weniger an die in IEEE1003.1 (1990) und IEEE1003.2 (1992) festgelegten Standards. Diese älteren Versionen wurden 2001 durch die überarbeitete Version IEEE Std 1003.1-2001 der IEEE und Opengroup abgelöst. Die gegenwärtig aktuelle Version ist von 2004[2]; sie enthält die technischen Korrekturen TC1 und TC2. Es besteht zudem die Möglichkeit, ein Produkt zertifizieren zu lassen. Einige Linux-Distributoren werben inzwischen damit, ein POSIX-konformes Betriebssystem zu vertreiben.

[Bearbeiten] Spezifikation

Die Spezifikation der Benutzer- und Software-Schnittstelle des Betriebssystems ist in vier Teile unterteilt. Zusätzlich existieren noch Erweiterungen im Echtzeitbereich:

  • Basis-Definitionen (POSIX.1/IEEE 1003.1-2001): Eine Liste der im Standard benutzten Konventionen und Definitionen, zusätzlich noch eine Liste der bereitzustellenden C-Headerdateien
  • Kommandozeileninterpreter und Hilfsprogramme (POSIX.2/IEEE 1003.1-2001): Eine Liste der Hilfsprogramme und der Kommandozeileninterpreter
  • Echtzeiterweiterungen (POSIX.4/IEEE 1003.1b-1993/IEEE 1003.1d-1999)
  • Thread-Erweiterungen (POSIX.4a/IEEE 1003.1c-1994)
  • System-Schnittstelle: eine Liste der C-Systemaufrufe, die unterstützt werden müssen
  • Erklärungen: Erläuterungen zum Standard

Die Standard-POSIX-Shell ist die Korn-Shell. Weitere Hilfsprogramme wie awk, vi oder echo sind ebenfalls Teil des POSIX-Standards. Die C-Funktionen stellen unter anderem Ein- bzw. Ausgabe (für Dateien, Terminals und Netzwerkdienste) zur Verfügung, daneben Erzeugung und Kontrolle von Prozessen, sowie Benutzer- und Gruppenverwaltung.

[Bearbeiten] POSIX-konforme Betriebssysteme

Betriebssysteme können vollständig oder teilweise POSIX-konform sein – dies hängt davon ab, ob sie die POSIX-Standards gänzlich oder nur zum Teil einhalten. Zertifizierte Produkte werden auf der POSIX Certification-Website der IEEE genannt.

[Bearbeiten] Vollständig POSIX-konform

Folgende Betriebssysteme sind POSIX-kompatibel, sie halten sich an den gesamten Standard:

[Bearbeiten] Weitgehend POSIX-konform

Diese Betriebssysteme wurden nicht offiziell als POSIX-kompatibel zertifiziert, halten sich aber an den Großteil der Standards:

[Bearbeiten] Konform durch Kompatibilitätserweiterungen

Diese Betriebssysteme sind nicht offiziell als POSIX-konform zertifiziert, sind aber weitgehend standardkonform, wobei die POSIX-Unterstützung durch eine Art Kompatibilitätserweiterung (in der Regel Übersetzungsbibliotheken) oder einer Zwischenschicht über dem Kernel implementiert wird. Ohne diese Erweiterung sind sie gewöhnlich nicht POSIX-konform.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. POSIX® 1003.1 FAQ Version 1.12. 2. Februar 2006. Abgerufen am 2006-07-16.
  2. IEEE Std 1003.1, 2004 Edition, The Open Group Technical Standard Base Specifications, Issue 6
  3. Zur POSIX-Konformität von BSD/OS
  4. Zur POSIX-Konformität von FreeBSD
  5. Erläuterung von Microsoft zu SFU

[Bearbeiten] Weblinks

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