Partitur
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Eine Partitur (ital. partitura „Einteilung“) ist eine untereinander angeordnete Zusammenstellung aller Einzelstimmen einer Komposition oder eines Arrangements, so dass der Dirigent das musikalische Geschehen auf einen Blick überschauen kann. Sie ist meistens auf Papier geschrieben oder gedruckt. Partituren werden auch verwendet, um Musik reproduzierbar aufzubewahren.
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[Bearbeiten] Aufbau
Die „klassische“ Orchesterpartitur umfasst von oben nach unten die Stimmen für:
- Holzbläser
- Flöten (Fl)
- Oboen (Ob)
- Klarinetten (Kl, ital. Cl.)
- Fagotte (Fg)
- Blechbläser
- Schlaginstrumente
- Harfe (Hrf, ital. Arpa) oder Klavier (Klav, ital. Pfte)
- Solisten
- Chor
- Streicher
- Violine (Vl) – fast immer geteilt in erste und zweite
- Bratsche (ital. Va)
- Violoncello (Vc)
- Kontrabass (Kb, ital. Cb)
In Partituren der Kirchenmusik steht der Chor des Öfteren zwischen den Streichern (Violinen, Violen) und dem Continuo (Orgel, Celli, Fagotte, Kontrabass).
Anmerkung: Da Italienisch als internationale Musiksprache gilt, werden die Instrumentalbezeichnungen bzw. Abkürzungen oft in italienischer Sprache angegeben.
[Bearbeiten] Besetzungsangaben
Einer Partitur wird meist zusätzlich die genaue Besetzung des Werks vorangestellt. Diese kann, wie es in Katalogen oder Werkverzeichnissen geschieht, auch mit einem Schlüssel abgekürzt werden, die die Kenntnis des Partitur-Schemas voraussetzt. So bedeutet 3333/4321/Pk/-/Str:
- je 3 Holzbläser
- 4 Hörner
- 3 Trompeten
- 2 Posaunen
- 1 Tuba
- Pauken
- keine Harfe
- Streicher
Verschiedene Typen oder Lagen eines Instruments (beispielsweise Oboe und Englischhorn, Fagott und Kontrafagott) werden untereinander notiert und durch eine Akkoladenklammer verbunden. Soloinstrumente, Gesangs-Solostimmen oder Chor werden über den Streichern notiert, in älteren Partituren auch zwischen Bratschen und Celli. Diese Notationsweise stammt aus der Praxis des Secco-Rezitativs, in der der Cembalist im Continuo oft die Leitung des Ensembles übernahm.
Die drei großen Gruppen (Holzbläser, Blechbläser, Streicher) sind in sich nach Tonhöhe sortiert. Die einzige Ausnahme machen hier die Hörner, die eigentlich zwischen Trompeten und Posaunen klingen. Aufgrund ihrer klanglichen Nähe zum Holzbläsersatz einerseits und der häufigen rhythmischen Kopplung von „hartem“ Blech (Trompeten und Posaunen) mit Pauken und Schlagzeug andererseits bietet sich diese Platzierung an.
Instrumente, die nicht zum Stamm des klassischen Sinfonieorchesters gehören, werden ihrer jeweiligen Gruppe zugeordnet und nach Tonhöhe einsortiert. So werden zum Beispiel Saxophone bei den Holzbläsern unterhalb der Klarinetten notiert, da sie wie diese durch ein einzelnes Rohrblatt angeblasen werden.
Einige Komponisten variieren stellenweise die Anordnung der Instrumente je nach Instrumentation der entsprechenden Passage: So kann man in der Tristan-Partitur von Wagner die Hörner oft zwischen Klarinetten und Fagotten finden. Diese Praxis ist aber eher selten.
Die Partitur hält neben dem Notentext auch sämtliche Anweisungen wie Tempo, Artikulation, Spieltechnik und Ausdruck fest.
[Bearbeiten] Partiturtypen
Man unterscheidet
- die Dirigierpartitur in Großformat (gelegentlich zum schnelleren Blättern als Ringbuch gebunden), die dem Dirigenten zur Aufführung des Werks dient
- die Studienpartitur im Buchformat zum Lesen und Studieren einer Komposition
- das Particell, das den Inhalt der Partitur in wenigen Notensystemen zusammenfasst, oft von Komponisten als Vorstufe der voll ausgearbeiteten Partitur erstellt
- die Hörpartitur (oder Lesepartitur), eine vereinfachte, oft grafisch speziell ausgestattete Form, die dem Ungeübten das Begreifen erleichtert
- die Chorpartitur, die bei Chorwerken mit Orchester die Stimmen des Chores (SATB) in Partituranordnung enthält, aber keine weiteren Instrumental- oder Solistenstimmen (demgegenüber spricht man beim Notenmaterial für reine Chorwerke a cappella meist einfach von Partitur)
- den Klavierauszug, der die Stimmen eines Orchesterwerks auf den zweihändigen Klaviersatz reduziert, sowie bei Bühnen- oder chorsinfonischen Werken die vollständigen Vokalstimmen (Solisten und Chor) enthält und in erster Linie der Probenarbeit dient
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Gemeinfreie Partituren
- Project Gutenberg – Partitur-Kategorie des Project Gutenberg
- IMSLP – International Music Score Library Project
- Icking-Music-Archive - Werner Icking Music Archive
- Archiv wissenschaftlicher Ausgaben für Barock-Kammermusik
- Süddeutsche Kirchenmusik des 19. Jahrhunderts
- Archiv der Kreuznacher-Diakonie-Kantorei
- Mutopia Project - Das Mutopia-Projekt
- RowyNet Partituren für Solo.

