Paul Sethe

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Paul Sethe (* 12. Dezember 1901 in Bochum; † 21. Juni 1967 in Hamburg) war ein deutscher Publizist, Journalist und Geisteswissenschaftler.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Sethe studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Germanistik. Sein Studium unterbrach er für eine Redakteursstelle im rheinischen Ohligs. 1932 wurde er an der Universität Bonn mit der Arbeit „Die ausgebliebene Seeschlacht – Eine Betrachtung der englischen Flottenführung 1911–1915“ promoviert. Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten schrieb er 1933 anlässlich von Hitlers Geburtstag eine Hymne, in der er Hitler als denjenigen bezeichnete, „auf den die besten unter uns lange gewartet haben“.[1] Von 1934 bis zu deren Verbot 1943 war er Redakteur der Frankfurter Zeitung, für die er seit 1940 auch als Kriegsberichterstatter tätig war.[2] Anschließend war er Chefredakteur beim Frankfurter Anzeiger und seit dem Frühjahr 1944 auch für den Völkischen Beobachter tätig.[2] Nach dem Kriege gehörte er zunächst der Badischen Zeitung in Freiburg (Breisgau) an.

Sethe war neben Hans Baumgarten, Erich Dombrowski, Karl Korn und Erich Welter einer der fünf Gründungsherausgeber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zwischen 1949 und 1955. Er erklärte seinen Rücktritt, da seine Mitherausgeber seine Opposition gegen die Außenpolitik Konrad Adenauers nicht teilten. Von 1955 bis 1960 und von 1962 bis 1965 war er als Leitartikler und politischer Ressortchef bei der Zeitung „Die Welt“, später schrieb er für „Die Zeit“ und den „Stern“. Er galt als konservativ und schrieb vorrangig über deutsche Politik und deutsche Geschichte. Er war Kritiker der Außenpolitik Konrad Adenauers und befürwortete eine Annäherung an den Osten. Sethe gehörte zu den führenden Journalisten der Nachkriegsära. Seinen Berufsstand betrachtete er als das „Gewissen der Nation“.

Sein wohl berühmtester Ausspruch stammt aus einem Leserbrief im Spiegel vom 5. Mai 1965 „Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.“ Dort hieß es auch: „Da die Herstellung von Zeitungen und Zeitschriften immer größeres Kapital erfordert, wird der Kreis der Personen, die Presseorgane herausgeben, immer kleiner. Damit wird unsere Abhängigkeit immer größer und immer gefährlicher.“ Er wisse, dass es im deutschen Pressewesen Oasen gebe, „in denen noch die Luft der Freiheit weht, (...) aber wie viele von meinen Kollegen können das von sich sagen?“

Neben seiner journalistischen Tätigkeit schrieb Sethe eine Reihe von Büchern und historischen Studien. Bereits 1952 erschien das Buch Schicksalsstunden der Weltgeschichte, in dem er in einer Art Zeitrafferstil über die Außenpolitik der Großmächte berichtet. Im Frühjahr 1957 appellierte Sethe in einem Artikel an die Sowjetunion, den westdeutschen Standpunkt in der Wiedervereinigungsfrage zu verstehen. Der Artikel wurde in der halbamtlichen Moskauer Zeitung Meschdunarodnaja Schisn abgedruckt.

Sethe starb überraschend am 21. Juni 1967 in Hamburg. Er ist dort auf dem Friedhof Ohlsdorf (Grabstelle AE41 (403-404)) beerdigt.

[Bearbeiten] Wichtige Werke

  • Das Fundament unserer Zukunft – Bilanz der Adenauer Ära. Econ-Verlag, 1964.
  • Geschichte der Deutschen. Frankfurter Societäts Druckerei GmbH, 1977.
  • Schicksalsstunden der Weltgeschichte. Heinrich Scheffler, 1952.
  • Europäische Fürstenhöfe damals. Societäts Verlag, Frankfurt am Main 1937.
  • Das machte Geschichte. Scheffler, Frankfurt am Main 1969.
  • Zwischen Bonn Und Moskau. Scheffler, Frankfurt am Main 1956.
  • Öffnung nach Osten. Scheffler, Frankfurt am Main 1966.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Zitat bei Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Fischer Taschenbuch Verlag, Zweite aktualisierte Auflage, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-596-16048-8, S. 580.
  2. a b Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Fischer Taschenbuch 2005, S. 580.
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