Poitiers

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wikipedia:Hauptseite
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der französischen Stadt. Für weitere Bedeutungen für Poitiers, siehe Poitiers (Begriffsklärung).
Poitiers
Wappen von Poitiers
Poitiers (Frankreich)
DEC
Poitiers
Region Poitou-Charentes (Präfektur)
Département Vienne
Arrondissement Poitiers
Kanton Chef-lieu von 7 Kantonen
Koordinaten 46° 35′ N, 0° 20′ O46.5819444444440.3361111111111175Koordinaten: 46° 35′ N, 0° 20′ O
Höhe 65 bis 144 m
Fläche 42,11 km²
Einwohner
– Bevölkerungsdichte
88 776 (2006)
2108 Einw./km²
Postleitzahl 86000
INSEE-Code 86194
Website www.mairie-poitiers.fr

Poitiers ist die Hauptstadt des französischen Départements Vienne (Region Poitou-Charentes. Sie liegt am Fluss Clain und zählt etwa 83.500 Einwohner.

Aufgrund ihrer 78 unter Denkmalschutz stehenden Kulturdenkmäler wurde sie mit dem Prädikat Stadt der Kunst und Geschichte ausgezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

In der Schlacht bei Tours und Poitiers (732) stoppte der Franken-Herrscher Karl Martell das weitere Vordringen der Mauren nach Mitteleuropa.

1356 wurde der französische König Johann der Gute nach der Schlacht von Maupertuis zwischen England und Frankreich in Poitiers gefangen genommen.

Karl VII. gründete 1432 die Universität von Poitiers.

Poitiers war die Hauptstadt des Poitou, der historischen Region, die vom Grafen von Poitiers regiert wurde; die Stadt ist Sitz des Bistums Poitiers.

Siehe auch: Liste der Bischöfe von Poitiers

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Dolmen von Poitiers

Poitiers besitzt vorgeschichtliche und antike Kulturdenkmäler wie den Pierre levée de Poitiers (Dolmen) an der späteren Römerstraße nach Avaricum (Bourges) beziehungsweise Lugdunum (Lyon) und Überreste einer der größten römischen Arenen (Anfang 1. Jahrhundert, ursprünglich 150 × 130 m).

Aus dem 12./13. Jahrhundert stammen die Reste der ehemaligen Befestigungsanlage, die als „Mauer der Eleonore von Aquitanien“ bekannt sind. Erhalten blieben Teile der Stadtmauer sowie die im Tal der Boivre errichteten Türme. Letztere beherbergen gegenwärtig Einrichtungen der Postbehörde.

Ein weiterer touristischer Anziehungspunkt ist sieben Kilometer nördlich von Poitiers das seinerzeit von der Pariser Cité des sciences et de l’industrie inspirierte Futuroscope.

[Bearbeiten] Weltliche Bauwerke und Kulturdenkmäler

Poitiers, Place Charles de Gaulle

Die ehemalige Residenz der Grafen von Poitiers hat ihren gegen Ende des Mittelalters eingerichteten, „Tour Maubergeon“ genannten Donjon bewahrt. Er beherbergt heute den Justizpalast.

Ebenfalls erhalten blieben die Türme des Schlosses von Jean I. de Berry am Zusammenfluss des Cain und der Boivre.

In der Altstadt sind, insbesondere im Bereich der Rue de la Chaîne, des Place du marché Notre-Dame, der Rue de la Regratterie und der Rue des Vieilles Boucheries zahlreiche schöne Fachwerkhäuser zu finden.

Unter den sogenannten „Hôtels Particuliers“, das heißt den ehemaligen Stadtpalästen des gehobenen Bürgertums sind das Hôtel Fumé und das Hôtel Berthelot in der Rue de la Chaîne zu nennen, in denen gegenwärtig die Fakultät für Geschichte und Geisteswissenschaften der Universität angesiedelt ist, sowie das Hôtel du Puyarreau.

Sehenswert sind auch das Rathaus, die Statue „Notre-Dame des Dunes“ und die Kopie der Freiheitsstatue, die in Erinnerung an General Jean-Baptiste Berton an dem früheren Standort des Prangers errichtet wurde, an dem der General im Jahr 1822 guillotiniert wurde.

Baptisterium St. Jean, Poitiers
Notre-Dame-la-Grande, Poitiers
Kathedrale St. Pierre, Poitiers

[Bearbeiten] Sakralbauten

Von kunsthistorischer Bedeutung sind die frühchristliche Taufkapelle St. Jean (im Kern 6. Jahrhundert mit möglicherweise älteren Vorgängern), einer der ältesten, erhaltenen Sakralbauten Frankreichs, die romanischen Kirchen St. Hilaire-le-Grand und Sainte-Radegonde, die der Gegenwart von herausragenden Persönlichkeiten in Poitiers, wie dem heiligen Kirchenlehrer Hilarius von Poitiers und der heiligen Radegundis, der Gattin Chlothars I. zu verdanken sind, sowie die Kirche Notre-Dame la Grande.

  • Die Entstehungszeit der Taufstelle beim späteren Baptisterium Saint-Jean, ursprünglich in einem römischen Haus eingerichtet, wird nach neuen Untersuchungen und dendrochronologischen Daten bereits in das 5. Jahrhundert datiert. Die erste Bauphase mit dem Rechtecksaal des heutigen Baptisteriums könnte nach dem Erscheinungsbild der Anlage dem 6. Jh. angehören.
  • Auch die Kirche Ste. Radegonde (11./13. Jahrhundert) ist im romanischen Stil errichtet. Sie ersetzte eine im 6. Jahrhundert auf Betreiben der heiligen Radegundis († 587) gebaute Kirche. Die ebenfalls auf Initiative von Radegundis gegründete Abtei Sainte-Croix musste im 19. Jahrhundert größtenteils dem Bau einer Straße weichen.
  • Für ihren außergewöhnlich reichen plastischen Fassadenschmuck ist die spätromanische Kirche Notre-Dame la Grande (12. Jahrhundert) berühmt.
  • Die Kathedrale St. Pierre (12./13. Jahrhundert) wurde in Anlehnung an den Stil der poitevinischen Romanik als Hallenkirche errichtet und stellt ein in der Gotik eher seltenes Beispiel für diesen Bautypus dar. Romanisch sind die östlichsten Joche der Kathedrale, doch gingen die Baumeister im Laufe des Baufortschritts zum Baustil der Gotik über.
  • Auch die ehemaligen Klosterkirche St. Jean de Montierneuf (11. Jahrhundert) zeigt den Übergang von der Romanik (Basis) zur Gotik (Chorhaupt).

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Der Flughafen Poitiers-Biard liegt westlich von Poitiers.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Mit der Stadt verbunden

  • Radegunde von Thüringen (518/20–587), Königin der Franken, Klostergründerin, Heilige, starb in Poitiers und ist hier beigesetzt
  • Karl Lashley (1890–1958), US-amerikanischer Psychologe, starb überraschend auf einer Ferienreise in Poitiers

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

[Bearbeiten] Partnerschaften von Schulen

  • Über lange Jahre hinweg betrieb das Parler-Gymnasium, Schwäbisch Gmünd, einen intensiven Austausch mit Poitiers. Das Collège Jardin des Plantes in Poitiers führt seit 1975 regelmäßig Austauschprogramme mit der Partnerschule Realschule Hochheider Weg in Oldenburg durch.
  • Das Lycée Camille Guérin und das Gymnasium Philippinum Marburg sind seit 1967 partnerschaftlich verbunden. Es finden jährliche Austauschfahrten zwischen Schülerinnen und Schülern der Seconde (Camille Guérin) und der 10. Klasse (Philippinum) statt.
  • Das Collége Camille Guérin und das Gymnasium Köln-Rodenkirchen betreiben seit mehr als 15 Jahren jährlich einen Austausch.
  • Das Collége Henri IV und das Katharinen-Gymnasium Ingolstadt betreiben schon über viele Jahre einen Schüleraustausch.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Poitiers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen