Priort

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Priort
Gemeinde Wustermark
Koordinaten: 52° 31′ 9″ N, 12° 58′ 47″ O
Höhe: 34 m
Eingemeindung: 2002
Postleitzahl: 14641

Das Straßendorf Priort im Landkreis Havelland (Land Brandenburg) und gehört als Ortsteil zur Gemeinde Wustermark.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niederschlagsdiagramm

Im Bereich des Ortes lassen sich wie auch in anderen Teilen der Gemeinde Wustermark frühgeschichtliche Siedlungen der Semnonen nachweisen. Die ersten Wenden siedelten ab dem 6. Jahrhundert in der Region. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Priort im Landbuch Karls IV. von 1375.

Der größte Teil des Ortes (24 von 30 Hufen) gehörte damals den Brüdern Fritz und Peter von Pryerde (auch als Prigarde überliefert), die auch das oberste Gericht innehatten.

Mitte des 15. Jahrhunderts fand eine Teilung des Besitzes zwischen den Stechows und den Prigardes in zwei Rittergüter statt. Kurze Zeit später befanden sich die Ländereien jedoch wieder in alleinigem Besitz der Familie Prigarde.

Ab 1518 standen der Stadt Spandau Getreidepächte in Priort zu, ab 1699 gehörte auch der Priorter Krug zum Monopolbereich Spandaus – Bier durfte nur von Spandauer Brauereien bezogen werden. Auch das Erbregister wurde damals in Spandau geführt.

1680 wurden beide Rittergüter durch Cuno von Priort, einem Nachkommen der Familie Prigarde, an den Dompropst von Grote verkauft. Dessen Enkel verkauften sie 1742 weiter an den hugenottischen Einwanderer Jean Jacques de Digeon Baron de Monteton (1701–1765). Die Güter blieben bis 1935 im Besitz seiner Nachkommen.

1902 wurde der Abschnitt Wildpark–Nauen der Umgehungsbahn eröffnet. Die Bahnstrecke teilt den Ort heute in zwei Teile. Der ältere Teil wird als das Alte Dorf, der neuere als die Siedlung bezeichnet. Für den Eisenbahnbau wurden auch Grundstücke des Rittergutes Monteton enteignet.

1929 wurde eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. Im selben Jahr wurde der Gutsbezirk Priort aufgelöst und mit der Landgemeinde Priort fusioniert. Der entstandene Ort gehörte zum Landjägereiposten 13 (Dyrotz). 1936 führte das 100-km-Straßenradrennen der Olympischen Spiele durch den Ort. Dieser erlangte dabei überregionale Bekanntheit, da die Presse über das schwierige Priorter Kopfsteinpflaster berichtete. Am ersten April 1940 wurde Priort vom Amtsbezirk Buchow-Karpzow abgetrennt und in den Amtsbezirk Dyrotz eingegliedert.

Aufräumarbeiten nach dem Zugunglück

In der Nacht zum 18. August 1976 fuhr ein Personenzug kurz vor dem Bahnhof Priort auf einen haltenden Güterzug auf. Bei diesem Zugunglück wurden fünfzehn Personen leicht und vier Personen schwer verletzt – darunter auch der Triebfahrzeugführer des Personenzugs. In der Nacht vom 23. September 2006 kam es zu einem Brand im Bahnhof. Das Gebäude brannte komplett aus.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Priort

Priort verfügt über einen Bahnhof am Berliner Außenring. Zu DDR–Zeiten endeten dort Verstärkerzüge von (West-)StaakenWustermark Rangierbahnhof sowie von NauenBredowWustermark. Der Ort ist im Straßenverkehr über die Kreisstraße HVL 6304 zu erreichen, die Elstal mit Fahrland verbindet. Durch den vierspurigen Ausbau der Bundesstraße 5 und die dadurch nötige Neugestaltung des Knotenpunktes Elstal wurde die alte Linienführung der K 6304 unterbrochen und in Länge von 440 m überbaut. Als Ersatz wurden Teile der Strecke ab Priort modernisiert und im Bereich Elstal 439 m neue Straße gebaut. Dem Straßenverlauf folgt von Priort bis Elstal auf 1,5 km Länge ein Radweg. Eine weitere Straße verbindet Priort mit Buchow-Karpzow.

An der das Gemeindegebiet tangierenden A 10 (Berliner Ring) liegt ein Parkplatz mit Imbiss auf Priorter Gebiet, der zukünftig zur Autobahnraststätte ausgebaut werden soll.

Ein historischer Postweg, der Priort über Ferbitz mit Sacrow verbindet, wurde am 8. August 2009 als Wanderweg wiedereröffnet. Dabei wird in Ferbitz die alte Dorfstraße genutzt. Der Postweg lag über 100 Jahre lang weitgehend im militärischen Sperrgebiet der Döberitzer Heide.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die alte Dorfkirche, eine 1745 errichtete Fachwerkkirche, steht als Baudenkmal des Ortes unter Denkmalschutz. Wegen akuter Einsturzgefahr verlor die Kirche 1980 ihren Schutzstatus, den sie fünf Jahre später wiedererhielt.

Ein Denkmal ist Jean Louis Frederic Digeon von Monteton (1752–1806) gewidmet, der als bekennender Freimaurer nicht in der Familiengrabstätte beigesetzt zu werden wünschte. Auf dem Pultständer ist auch die „Sage vom Teufel“ nachzulesen.

Einem Bericht der Potsdamer Neuesten Nachrichten aus dem Jahr 1980 zufolge, gehörte damals das ehemalige Priorter Gutshaus, 1988 für altengerechtes Wohnen umgebaut, zu den Denkmälern des Kreises Nauen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Priort – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien