Roadster

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Als Roadster wurde ursprünglich die offene Karosseriebauform eines zweisitzigen Sportwagens bezeichnet, der über kein festes Dach oder klappbares Verdeck verfügte, jedoch zur Not mit einfachen Hilfsmitteln geschlossen werden konnte. Roadster dienen vorwiegend dem Fahrspaß, Komfort tritt zu Gunsten eines niedrigen Gewichts in den Hintergrund.

Der Begriff wurde von britischen Herstellern wie Triumph, Jaguar oder MG geprägt. Italienische Hersteller wie Alfa Romeo, Fiat und Ferrari bezeichnen diese Bauweise häufiger als Spider. Seltener sind die Begriffe Spyder und Speedster. Ein deutscher Klassiker ist der Porsche 356 Speedster.

In DIN 70010 wird das Aussehen eines Roadster wie folgt definiert: Karosserie: Offener Aufbau. Überrollbügel möglich. Dach: Fest oder flexibel mit mindestens 2 Positionen 1. geschlossen; 2. geöffnet oder entfernt. Insassenraum: 2 oder mehr Sitze in mindestens einer Sitzreihe. Türen: 2 oder 4 seitliche Türen, Gepäckraumklappe möglich. Fenster: 2 oder mehr Seitenfenster.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Vorkriegsmodelle

Chrysler 65 von 1928 mit aufgeklapptem Notsitz

Der Begriff Roadster wandelte sich im Laufe der Automobilgeschichte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als die Autos komfortabler zu werden begannen, wurden bewusst einfach ausgestattete kleine Zweisitzer als Roadster bezeichnet. Diese Wagen hatten kein Verdeck und keine Windschutzscheibe, mitunter jedoch einen Notsitz im Heck. In den 1920er- und frühen 1930er-Jahren stand der Begriff Roadster vor allem für luxuriöse Zweisitzer mit großvolumigem Motor, Windschutzscheibe und Faltdach sowie dem ausklappbaren Notsitz als grundsätzlichem Bauteil. Daneben gab es aber auch die kleinen Zweisitzer (z. B. DKW F5 und BMW 328), wie sie in den 1950er-Jahren hauptsächlich in England gebaut wurden.

[Bearbeiten] Die 1950er und 1960er Jahre

Die Hochzeit der Roadster begann mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. In vielen europäischen Ländern entwickelte sich die Nachfrage nach entsprechenden Spaßfahrzeugen.

[Bearbeiten] Englische Roadster

Eine hohe Tradition haben die englischen Roadster. Spezielles Designmerkmal sind kleine, niedrige Türen oder nur Türausschnitte. Sie ergaben den sogenannten Hüftschwung (Hüftknick) in der Karosserie. Dadurch entstand die verbreitete geschwungene Linienführung der Karosserie. Die Überhänge waren zugunsten des langen Radstands kurz gehalten. Der Frontmotor befand sich unter einer langgezogenen Motorhaube, das Heck hingegen war sehr kurz und ein Kofferraum meist recht klein.

Da sie vorwiegend offen gefahren wurden, gab es häufig nur ein Notverdeck, einsteckbare Seitenscheiben und häufig keine komplette Windschutzscheibe, sondern minimalistische Brooklands-Scheiben, kleine Scheiben direkt vor Fahrer und Beifahrer, um den Fahrtwind abzulenken.

Die Karosserie war nicht selbsttragend, sondern bestand aus getrennten Chassis und Karosserie.

Die günstigeren kleinen Modelle wie Austin Healey Sprite, MG Midget und Triumph Spitfire wurden wegen ihrer Größe oft als Westentaschen-Roadster bezeichnet.

Beispiele:

  • Jaguar SS100, XK-Serie oder E-Type
  • MG T-Serie, MGA, MGB und Midget
  • Riley Brooklands Nine, MPH, IMP
  • Lotus Seven, Elan
  • Austin-Healey (Austin Healey Sprite baugleich MG Midget)
  • Morgan +4 und +8
  • Triumph TR2 bis TR6, Spitfire
  • Sunbeam Alpine, Tiger

[Bearbeiten] Italienische Spider

Neben Alfa Romeo hatten meist auch Fiat und Lancia einen Spider in ihrem Lieferprogramm geführt. Außerdem haben die Hersteller von Edelmarken wie Ferrari und Maserati hochwertige Spider hergestellt. Im Vergleich zu den klassischen englischen Roadstern ist die Ausstattung der italienischen Spider meist weniger spartanisch und die Technik ist anspruchsvoller. Design und meist auch Herstellung der Karosserie oder gar die Montage des ganzen Fahrzeugs wird bzw. wurde häufig an renommierte Drittfirmen wie Pininfarina oder früher Carrozzeria Touring vergeben.

[Bearbeiten] Deutsche Modelle

Erste Modelle nach dem Krieg produzierte Porsche. Im Gegensatz zu englischen Roadstern befand sich der Motor Porsche-typisch hinter dem Fahrer, beim 356 Speedster als Heckmotor, beim 550 Spyder und dem 356 Nr. 1 Roadster als Mittelmotor.

[Bearbeiten] Amerikanische Modelle

[Bearbeiten] Sonstige

  • Honda S360, S500, S600, S800 (der kleinste klassische Roadster)

[Bearbeiten] Moderne Roadster

Mit dem Mazda MX-5 begann 1989 eine Renaissance der offenen Zweisitzer. Heute wird der Begriff Roadster auch für sportliche, trotzdem aber komfortable, offene zweisitzige Fahrzeuge mit eigenständiger Karosserie genutzt. Dennoch wird nicht jedes Cabrio automatisch zum Roadster – letzterer muss auch heute noch einige Attribute vorweisen können, um als solcher eingestuft werden zu können:

  • eigenständige Bauform und Entwicklung, also keine veränderte Version eines bestehenden Modells,
  • reiner Zweisitzer, auch keine „Notsitze“,
  • versenkbares oder entfernbares Verdeck, in offenem Zustand dürfen nur die A-Säule, die Sitze sowie ein eventuell vorhandener Überrollschutz die Schulterlinie überragen.

Beispiele für „moderne“ Roadster:

Der von seinem Hersteller Can-Am (Bombardier Recreational Products) als Roadster bezeichnete Spyder ist kein Roadster im eigentlichen Sinn, da kein Verdeck zu montieren ist, sondern ein Threewheeler.

[Bearbeiten] Klassische Roadster, die noch produziert werden

Ein heutiger Hersteller ursprünglicher Roadster ist beispielsweise die englische Firma Caterham Cars, die seit 1974 den ursprünglich von Lotus entwickelten Super7 produziert und weiterentwickelt. Als Anbieter von Nachbauten (Replicas) und Fahrzeugen, deren Konzept mehr oder weniger eng an das des Super7 angelehnt ist, sind - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - die Marken Birkin, Westfield, Robin Hood, Tiger, Rush, Milan, Seven Plus, VM, Irmscher, RCB, HKT und Donkervoort zu nennen.

Weiterhin bieten Morgan und Wiesmann traditionelle Roadster an, die jedoch auf eigenständigen Konzepten gründen. Auch die Lotus Elise verkörpert, trotz ihres Mittelmotorkonzepts, wie die übrigen Genannten den klassischen Roadstergedanken, nach dem ein Fahrzeug über genug Leistung, vor allem aber über ein möglichst geringes Gewicht verfügen muss.

Ein klassischer Roadster soll ein Fahrgefühl vermitteln nach dem Motto: „Das Verdeck ist dazu da, es bei schlechtem Wetter zu schließen“. Bei vielen modernen Konstruktionen wird diese Grundeinstellung aber immer mehr durch „bei schönem Wetter offen fahren“ ersetzt. Roadster im ursprünglichen Sinn fühlen sich auf der Landstraße zu Hause, gelten als „Kurvenfresser“ und zum Dahingleiten. Autobahnfahrten sind in solchen Ur-Roadster-Modellen aufgrund der Lärmentwicklung nicht zu empfehlen.

[Bearbeiten] Siehe auch

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