Rorate
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Mit Rorate werden im katholischen Festjahr frühmorgendliche Heilige Messen im Advent bezeichnet. In diesen Messen ist der Vers Rorate caeli desuper (Jesaja 45,8 VUL): „Tauet, Himmel, von oben“) ein wesentliches Element der Liturgie.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Vers
Der Vers war die Introitus-Antiphon der ursprünglichen Votivmesse und ist zugleich auch die Introitus-Antiphon des vierten Adventssonntags.
| Latein | Deutsche Übersetzung |
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[Bearbeiten] Geschichte
Die Roratemesse war bis zur liturgischen Erneuerung nach dem 2. Vatikanischen Konzil eine Votivmesse zu Ehren Mariens, die ursprünglich nur an den Samstagen der Adventszeit, mancherorts aber auch täglich gefeiert wurde.[1] Wegen des dabei vorgetragenen Evangeliums von der Verkündigung des Herrn durch den Engel Gabriel bezeichnete man sie auch als Engelämter. Ihre liturgische Farbe war weiß. Wegen der Sitte, die Kirche dazu allein durch Kerzen zu erleuchten, erhielt der Brauch in Franken den Namen Lichtleskerch[2].
[Bearbeiten] Heutiger Brauch
Durch die liturgische Erneuerung wurde der Akzent im Advent stärker auf die Erwartung des Herrn gelegt, und die einzelnen Tage erhielten je ein komplettes Messformular mit eigenen Schriftlesungen.
Damit rückt zugleich der Ursprung der Namensgebung wieder stärker in den Blick. Der Rorateruf Rorate caeli desuper artikuliert die sehnsüchtige Erwartung des Volkes Gottes, das die zweite Ankunft des Herrn in Herrlichkeit erwartet, und bezeichnet insofern gleichsam die Grundgestalt der Adventszeit als eine Zeit der Vorbereitung auf das Kommen des Herrn.
Ein besonderes Augenmerk im Hinblick auf die Gestaltung der Roratemessen sollte nach der Liturgiereform auf die Unterscheidung zwischen einer eher traditionellen Komponente (Votivmesse B.M.V. = Marienmesse; Evangelium „in annuntiatione“) und der eigentlichen Adventsthematik (Rorate) gelegt werden. In der liturgischen Praxis erscheint das erste Element bisweilen dominant.
Die Feier in der Morgenfrühe (vor Aufgang des Lichtes, gleichsam Christus als Licht erwartend), gestaltet unter Einsatz von zahlreichen Kerzen, könnte sich (alternativ zur Marienmesse) verstärkt am Meßformular des vierten Adventssonntags oder aber (gut liturgisch) am Meßformular vom Tag orientieren.
Zum Gesang bieten sich der Introitus des vierten Adventssonntags (gegebenenfalls durch eine Schola oder den Kantor) oder aber der klassische Wechselgesang mit Roratekehrvers (Gotteslob 120,4; unter 120,3 auch auf Deutsch) und bis zu vier Schola- bzw. Vorsängerstrophen (vergleiche Liber Usualis Seite 1868) an. Ebenso erscheinen Rufe um das Kommen des Herrn (Maranatha und ähnliche) geeignet.
[Bearbeiten] Rorate in Musik und Bild
Aus dem Rorate haben sich im 15. und 18. Jahrhundert die bekannten Adventslieder O Heiland, reiß die Himmel auf und Tauet Himmel den Gerechten entwickelt sowie der Brauch des Klopferstages. Das Christus-Oratorium von Franz Liszt beginnt mit der Gregorianischen Melodie des Rorate-Introitus. Auch lutherische Komponisten wie Heinrich Schütz (SWV 322) haben das Stück vertont.
Anselm Kiefer schuf 2005/2006 ein aufeinander bezogenes Bildpaar mit den Titeln Rorate caeli et nubes pluant iustum und Aperiatur Terra et Germinet Salvatorem. Die Bilder zeigen eine düstere öde Landschaft, die sich in eine blühende Wiese verwandelt.[3]
[Bearbeiten] Literatur
- Maria Hauk-Rakos: Rorate-Gottesdienste: Lichtfeiern im Advent. Freiburg; Basel; Wien: Herder 2006 ISBN 3-451-29177-0
- Herbert Rauchenecker: Lebendiges Brauchtum. Kirchliche Bräuche in der Gemeinde. München: J. Pfeiffer 1985 ISBN 3-7904-0428-4
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Adolf Adam/Rupert Berger: Pastoralliturgisches Handlexikon. Freiburg: Herder 1990, s.v. Rorate-Messe, S. 458
- ↑ Rauchenecker (Lit.), S. 166
- ↑ Massachusetts Museum of Contemporary Art

