Rothaargebirge
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| Rothaargebirge | |
|---|---|
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Übersichtskarte über das Rothaargebirge |
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| Höchster Gipfel | Langenberg (843 m ü. NN) |
| Lage | Nordrhein-Westfalen, Hessen |
| Teil des | Süderberglandes, Rheinisches Schiefergebirge |
| Koordinaten | 51° 6′ N, 8° 20′ O51.18.3333333333333843Koordinaten: 51° 6′ N, 8° 20′ O |
| Typ | Mittelgebirge |
| Gestein | geschieferte sandige Tonsteine, Sandsteine, Grauwacken, Quarzite, Vulkangestein |
| Fläche | 2250 km² |
Das Rothaargebirge ist ein bis 843,2 m ü. NN hohes Mittelgebirge in Nordrhein-Westfalen und Hessen, Deutschland. Es ist ein großflächiger Teil des Rheinischen Schiefergebirges, der neben dem Südosten des Sauerlandes und großen Teilen des historischen Uplandes auch Teile des Siegerlandes, des Wittgensteiner Landes und des Hessischen Hinterlandes umfasst.
Naturräumlich stellt das Rothaargebirge innerhalb des Süderberglandes (Haupteinheitengruppe 33) als Haupteinheit 333 dessen Höhenschwerpunkt dar.
Der Name des Gebirges leitet sich von „Rod-Hardt-Gebirge“ ab, was in etwa „Gerodetes Wald-Gebirge“ bedeutet - mit der Farbe „rot“ und mit „Haaren“ hat es nichts zu tun. Der Namensbestandteil hard/hardt deutet u.a. auf eine ehemalige „Waldweidewirtschaft“ hin.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
[Bearbeiten] Lage und Grenzen
Das in großen Teilen bewaldete und niederschlagsreiche Rothaargebirge befindet sich überwiegend in Westfalen, nur die südöstlichen bis nordöstlichen Ausläufer befinden sich auf hessischem Gebiet. Die nordwestlich abfließenden Bäche gehören zu den Einzugsgebieten von Sieg, Lenne und Ruhr, die südöstliche Abdachung entwässert zu Diemel, Eder, Lahn und Dill.
Zentrale Orte sind im Upland im Nordosten Willingen (Landkreis Waldeck-Frankenberg), im zentralen Hochsauerland Winterberg (Hochsauerlandkreis) und im Wittgensteiner Land im Südwesten Bad Berleburg und Erndtebrück (beide Kreis Siegen-Wittgenstein).
An der Westabdachung stößt das Gebirge (von Süd nach Nord) an Burbach, Wilnsdorf, den Osten Netphens, Hilchenbach und Kreuztal (je Kreis Siegen-Wittgenstein), Kirchhundem und den äußersten Osten der Gemarkung von Lennestadt (Kreis Olpe) sowie Schmallenberg und den äußersten Osten der Gemarkung Eslohes (beide Hochsauerlandkreis).
Die Nordgrenze geht vom Osten Eslohes über den Süden der Gemarkungen Meschedes und Bestwigs über Olsberg bis Brilon - alle Hochsauerlandkreis.
Die Ostgrenze wiederum zieht sich vom Diemelsee nach Süden über den Westen der gleichnamigen Gemeinde, den äußersten Osten Willingens und den äußersten Westen der Korbacher Gemarkung (Landkreis Waldeck-Frankenberg) über den Westen Medebachs und Hallenbergs (beide Hochsauerlandkreis), den Westen Bromskirchens und den äußersten Nordwesten der Gemarkung Battenbergs (wieder Waldeck-Frankenberg), den Südosten Bad Berleburgs (Kreis Siegen-Wittgenstein) und Hatzfeld (Waldeck-Frankenberg) über Biedenkopf (Landkreis Marburg-Biedenkopf), Laasphe (Siegen-Wittgenstein) und den äußersten Westen der Gemarkung Breidenbachs (wieder Marburg-Biedenkopf), den äußersten Norden der Gemarkung Eschenburgs und den Nordwesten von Dietzhölztal und Haiger (je Lahn-Dill-Kreis) bis wieder nach Burbach (Siegen-Wittgenstein).
[Bearbeiten] Äußere Begrenzungen
Im Uhrzeigersinn wird das Gebirge von außen in etwa durch folgende Orte und Flusstäler begrenzt, beginnend im äußersten Südosten:
- Flussgebiet der Sieg
- den Quellauf der Heller flussabwärts über Burbach bis Neunkirchen
- den Wildebach flussaufwärts bis Wilden
- Wilnsdorf und Wilgersdorf
- das Gebiet unmittelbar westlich der östlichen Wasserscheide der Sieg über Hainchen, Werthenbach, Walpersdorf und die Ginsburg bis Oberndorf
- den Ferndorfbach flussabwärts von Oberndorf über Hilchenbach und Dahlbruch und Ferndorf bis Kreuztal
- die Littfe flussaufwärts von Kreuztal über Krombach und Littfeld bis zur Nähe der Ruhr-Sieg-Wasserscheide nördlich Littfelds
- Flussgebiet der Lenne
- die Olpe flussabwärts von Welschen-Ennest über Benolpe und Hofolpe bis Kirchhundem
- die Hundem flussaufwärts von Kirchhundem bis Oberhundem
- Saalhausen
- die Lenne flussaufwärts von Saalhausen über Schmallenberg bis Gleidorf
- Flussgebiet der Oberen Ruhr
- Bad Fredeburg
- die Leiße flussabwärts von Fredeburg über Dorflar bis Frielinghausen
- die Wenne flussabwärts von Frielinghausen bis Bremke
- die Reismecke flussaufwärts von Bremke nach Reiste
- eine nach Nordosten verlaufende, das Tal der Reismecke verlängernde und die Ruhr-Nebenflüsse (je kursiv in Klammern) kreuzende Talsenke über
- Herhagen (Henne),
- Remblinghausen (unmittelbar südöstlich davon die Kleine Henne),
- Ramsbeck (Valme) und
- Andreasberg (östlich davon die Elpe) bis
- Olsberg (Ruhr)
- den Gierskoppbach flussaufwärts von Olsberg nach Gierskopp
- den Süden Brilons
- Flussgebiet der Diemel
- Hoppecke (Hoppecke)
- den Diemelsee
- die Diemel flussaufwärts von Heringhausen über Giebringhausen bis Deisfeld
- Schweinsbühl (östlich davon die Rhene)
- die Quelle der Twiste
- Flussgebiet der Eder
- senkrecht zu den Flussläufen (Flüsse je kursiv in Klammern) über
- Rhena (Rhena),
- Bömighausen (Neerdar),
- Welleringhausen,
- Titmaringhausen (Wilde Aa),
- Deifeld (Dittelsbach),
- Medebach (Medebach)
- Medelon (Orke),
- Hesborn (Olfe),
- Hallenberg (Nuhne),
- Bromskirchen und Neuludwigsdorf (dazwischen der Linspherbach) sowie
- Elsoff (Elsoff) bis
- Schwarzenau (Eder)
- die Eder flussabwärts von Schwarzenau über Beddelhausen bis östlich vorbei an Hatzfeld
- den Eifaer Bach flussaufwärts über Eifa nach Süden bis zur Quelle
- senkrecht zu den Flussläufen (Flüsse je kursiv in Klammern) über
- Flussgebiet der Oberen Lahn
- Dexbach (Treisbach)
- Biedenkopf
- die Lahn flussaufwärts von Biedenkopf über Wallau bis nach Laasphe
- Banfe-Perf-Wasserscheide westlich von Wiesenbach und Achenbach
- Flussgebiet der Dill
- Mandeln (Mandelbach)
- Ewersbach (Dietzhölze)
- der Roßbach von der Quelle bis Oberroßbach
- Fellerdilln (Dill)
- Steinbach
- Haigerseelbach (Treisbach)
[Bearbeiten] Ausdehnung des Rothaargebirges historisch
Die räumliche Geltung des Namens Rothaargebirge hat im 20. Jahrhundert eine deutliche Ausweitung erfahren. Ursprünglich stand der Name allein für den Gebirgskamm, der vom Kahlen Asten (841,9 m) etwa 30 km entlang der Rhein-Weser-Wasserscheide nach Südwesten bis zum Riemen (677,7 m) streicht und nordwestlich an die Lenne sowie nach Südosten an die Wittgensteiner Kammer mit Eder und Odeborn stößt. Dieser Bereich entspricht in etwa dem Gebiet der Lenne-Eder-Wasserscheide plus den vom Asten abzweigenden Massiven von Hunau (818 m, Nordwesten) und Ziegenhelle (816 m, Süden).
Nach heutiger, naturräumlicher Definition wird dem gegenüber die komplette Rhein-Weser-Wasserscheide zwischen Brilon-Petersborn und der Sackpfeife (674 m) sowie die komplette östliche Sieg-Wasserscheide zwischen dem Massiv des Hohen Waldes (655 m) im nördlichen Siegerland und dem der Kalteiche (579 m, an der südwestlichen Nahtstelle zum Westerwald) zum Rothaargebirge gezählt; hinzu kommen die sich nördlich an den Hunau anschließenden Bergrücken (Ramsbecker Höhen) und mit dem Wittgensteiner Bergland der komplette Südosten Wittgensteins.
Die Fläche des Rothaargebirges ist nicht deckungsgleich mit dem Naturpark Rothaargebirge, sondern insgesamt größer. So hat es darüber hinaus im Nordosten auch Anteil am Naturpark Diemelsee und im Südosten am Naturpark Lahn-Dill-Bergland. Auch werden die im Norden jenseits der Naturparkgrenze liegenden Teile des Hochsauerländer Schluchtgebirges zwischen dem mittleren Tal der Wenne und dem Oberlauf der Hoppecke zum Rothaargebirge gezählt, wohingegen Teile der Saalhauser Berge und der Medebacher Bucht zwar zum Naturpark Rothaargebirge gehören, nicht aber zum Naturraum Rothaargebirge zählen.
[Bearbeiten] Landschaftscharakteristik
Das Rothaargebirge gilt geologisch als der nordöstliche Teil des rechtsrheinischen Schiefergebirges, unterscheidet sich jedoch von dessen Hauptteil durch die größere mittlere Höhe und den nur örtlich gegebenen Plateaucharakter. Es weist zwei ausgeprägte Gipfelfluren auf, eine um 840 m und eine um 650 m.
Absolute Höhenschwerpunkte des Gebirges sind der Naturraum Langenberg um den Langenberg (843,2 m), wo sich die überwiegende Mehrheit der 800er Gipfel findet, und das Massiv des Kahlen Astens (841,9 m), von dem jene von Hunau (818 m) und Ziegenhelle (816 m) abzweigen. Zum Außenrand hin flachen die Gipfelhöhen je auf gut 600 m ab.
Seine stärksten Höhenunterschiede erreicht das Gebirge u.a. auch im Norden der Ramsbecker Höhen (bei Bestwig-Ramsbeck und Olsberg), wo Gipfelhöhen bis 745 m in unmittelbarer Nähe zu Flusstälern unter 400 m stehen.
[Bearbeiten] Naturräumliche Gliederung
Folgendermaßen wird das Rothaargebirge naturräumlich gegliedert[1]:
- 333 Rothaargebirge („Hochsauerland“)
- 333.0 Dill-Lahn-Eder-Quellgebiet
- 333.00 Kalteiche (mit Haincher Höhe)
- 333.01 Ederkopf-Lahnkopf-Rücken
- 333.2 Wittgensteiner Bergland
- 333.3 Sackpfeife
- 333.X Wittgensteiner Kammer
- 333.5 Winterberger Hochland
- 333.50 Wilde Struth
- 333.5X Winterberger Hochmulde
- 333.5Y Nordheller Höhen
- 333.58 Langenberg
- 333.8 Hochsauerländer Schluchtgebirge
- 333.8X Assinghauser Grund
- 333.8Y Ramsbecker Höhen
- 333.82 Schellhorn- und Treiswald
- 333.8Z Bödefelder Mulde
- 333.9 Upland
- 333.90 Inneres Upland
- 333.91 Vorupländer Rücken
- 333.0 Dill-Lahn-Eder-Quellgebiet
[Bearbeiten] Die Naturräume im Einzelnen
Das Kerngebiet des Rothaargebirges ist bewaldet und wird auch forstwirtschaftlich genutzt, wobei die naturnahen Buchenwälder etwa ein Drittel der Fläche einnehmen, während Fichtenforste mittlerweile die Mehrheit bilden. Am Rande und inmitten dieser Landschaften finden sich jedoch auch landwirtschaftlich genutzte Teile (Wittgensteiner Kammer, Upland).
Der Hauptkamm zieht sich, ausgehend vom Höhenschwerpunkt am Langenberg, in südwestliche Richtungen längs der Rhein-Weser-Wasserscheide und wird im Westen bis zum Kindelsberg, im Südwesten bis zur den Westerwald fast berührenden Kalteiche durch Ausläufer verlängert. Die Westabdachung bildet das Westsauerländer Oberland (Haupteinheit 336), zu dem auch die Saalhauser Berge zählen, die nur durch das Tal der Lenne vom Rothaargebirge getrennt werden. Im östlichen Süden wird das Rothaargebirge durch die naturräumlich bereits zum Westerwald gerechneten Struth und Gladenbacher Bergland in vergleichsweise fließendem Übergang abgedacht.
Im östlichen Norden geht das Rothaargebirge in allmählich abflachendes, in Nord-Süd-Richtung zertaltes Schluchtgebirge über, das im Nordsauerländer Oberland (Haupteinheit 334) mündet.
Im Osten des Gebirges brechen die Höhenzüge von Sackpfeife, dem Ziegenhellen-Ostausläufer Heidkopf, Bollerberg und Reetsberg eher schroff ab. Hier schließt sich der Ostsauerländer Gebirgsrand an.
[Bearbeiten] Winterberger Hochland
Das Winterberger Hochland mit dem Kahlen Asten (mit 841 m dritthöchste Erhebung) als Zentrum bildet den Höhenschwerpunkt sowohl des Rothaargebirges als auch des gesamten Süderberglandes. Nördlich der Winterberger Hochmulde mit der Stadt Winterberg schließen sich an das Asten-Massiv nach Nordosten die durch in Süd-Nord-Richtung verlaufende Flusstäler in Bergrücken geteilten, bis 775 m hohen Nordheller Höhen mit Nordhelle, Rimberg und Ruhrkopf an, bis sich am Naturraum Langenberg ein Ballungsgebiet von Gipfeln über 800 m an mit Gipfeln wie Langenberg (843 m), Hegekopf (843 m), Clemensberg (839 m), Ettelsberg (838 m) und Hopperkopf (832 m) findet.
Nordwestlich geht das Asten-Massiv in das des Hunau (818 m) über, südlich in das seesternförmige Massiv der Ziegenhelle (816 m), während sich in südwestliche Richtungen der Kamm längs der Rhein-Weser-Wasserscheide über den Albrechtsberg zum Großen Kopf (740 m)zieht. Hier wie auch noch weiter südwestlich bildet am Naturschutzgebiet Rothaarkamm am Grenzweg die Wasserscheide die Kreisgrenze zwischen dem Hochsauerlandkreis und dem Kreis Siegen-Wittgenstein – historisch die Grenze vom Fredeburger Land zu Wittgenstein.
[Bearbeiten] Westliches Rothaargebirge
Auch nach Verlassen des Winterberger Hochlandes erreicht der Hauptkamm am Grenzweg weiter südwestlich in Härdler (756 m) und Hoher Hessel (743 m noch respektable Höhen. Am letztgenannten Berg verlässt die Wasserscheide, an der auch der nah gelegene Rhein-Weser-Turm steht, die Kreisgrenze. Auf der nunmehr in Nord-Süd-Richtung verlaufenden und stets unter 700 m bleibenden Wasserscheide liegen noch bekannte Erhebungen wie der Milsenberg (670 m), der Riemen (678 m) und der Giller (653 m).
Vom Milsenberg aus zieht sich ein Südwest-Ausläufer des Rothaargebirges über den Hohen Wald (655 m) bis hin zum deutlich im (historischen) Siegerland gelegenen Kindelsberg (618 m) bei Kreuztal.
Dem Härdler nordwestlich gegenüber liegt, von der Lenne abgetrennt, der nicht mehr zum Rothaargebirge gezählte, bis 684 m hohe Höhenzug der Saalhauser Berge, der Teil des Westsauerländer Oberlandes (Haupteinheit 336) ist, das bis etwa zum Hohen Wald das Gebirge nach (Nord-)Westen abdacht.
[Bearbeiten] Wittgensteiner Kammer
Die Wittgensteiner Kammer stellt innerhalb des Rothaargebirges eine naturräumliche Besonderheit dar. Die überwiegend aus landwirtschaftlich genutztem Grünland bestehende Schiefergebirgs-Hochmulde trennt die südlichen Teile des Gebirges deutlich von den zentralen und nördlichen ab. Sie folgt im Südwesten zunächst dem Oberlauf der Eder, den sie jedoch an ihrer mit Abstand breitesten Zone bei Erndtebrück verlässt und erst bei Bad Berleburg wieder erreicht. Von dort aus zieht sich das fast komplett zur Kammer gehörende Tal der Odeborn nordöstlich bis dicht an Kahlen Asten und Ziegenhelle.
[Bearbeiten] Dill-Lahn-Eder-Quellgebiet
Im Südwesten des Rothaargebirges, entspringen unter anderen die Flüsse Lahn, Dill, Eder und Sieg im zweigeteilten Rücken des Dill-Lahn-Eder-Quellgebietes.
Unmittelbar an den Südwesten der Wittgensteiner Kammer angrenzend zieht sich von der Obersten Henn (676 m) nach Süd-Südosten bis über den Kompass (694 m) hinaus der Ederkopf-Lahnkopf-Rücken. Am Ederkopf, einem südlichen Vor-Gipfel der Henn, entspringt die Eder, südöstlich davon am Aukopf die Sieg. Noch südlicher und am Ostrand des Rothaargebirges entspringt am Lahnkopf, einem Ost-Ausläufer der 638 m hohen Stiegelburg, die Lahn.
Am Jagdberg, einem Südwestgipfel des Kompass, trifft die Wasserscheide zwischen Lahn und Sieg auf die Lahn-interne zwischen Lahn und Dill.
Vom Kompass aus in Südwest-Richtung zieht sich die an der nördlichen Nahtstelle (Nordhöll) 641 m hohe, sehr schmalgratige Haincher Höhe mit dem 606 m hohen Dillkopf (Quelle des namensgebenden Flusses) bis hin zur 579 m hohen Kalteiche. Über Haincher Höhe und Kalteiche verläuft über die Lahn-Sieg-Wasserscheide die Landesgrenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Hessen.
Nach Westen stößt das Gebiet ans (naturräumliche) Siegerland (Haupteinheit 331), das in den Siegerländer Rothaar-Vorhöhen an der Alten Burg immerhin 633 m erreicht. Die Struth, in die die Haincher Höhe in südöstliche Richtung übergeht, gehört dem gegenüber bereits zum (naturräumlichen) Westerwald.
[Bearbeiten] Wittgensteiner Bergland
Das Wittgensteiner Bergland schmiegt sich westlich an den Ederkopf-Lahnkopf-Rücken und nördlich an die Wittgensteiner Kammer. Nordöstlich schließt sich dem Gebiet die Sackpfeife (s.u.) an, im Südosten das Gladenbacher Bergland, während im äußersten Süden das Bergland deutlich zum Dilltal hin abflacht - Letztgenannte beides Teile des naturräumlichen Westerwaldes.
Bekannte Erhebungen sind der Ebschloh (684 m) im Nordwesten bei Erndtebrück, der Bärenkopf (680 m) im Nordosten – beide an der Rhein-Weser-Wasserscheide – sowie der Große Ahlertsberg (645 m) im Süden, südwestlich von Bad Laasphe.
[Bearbeiten] Sackpfeife
Das Gebiet um die 674 m hohe Sackpfeife liegt fast ausschließlich in Hessen. Durch die Flüsse Lahn (bei Biedenkopf, im Süden) und Eder (bei Hatzfeld, im Norden), auf deren Wasserscheide es liegt, wird es vergleichsweise scharf abgegrenzt, während der Übergang nach Westen ins Wittgensteiner Bergland am Bärenkopf vergleichsweise fließend verläuft.
Östlich und südöstlich schließen sich die Sackpfeifen-Vorhöhen an, nördlich das Hatzfelder Ederbergland - beides Teile des Ostsauerländer Gebirgsrandes. Dem gegenüber gehören das Obere Lahntal und der sich südlich anschließende Breidenbacher Grund zum Gladenbacher Bergland.
[Bearbeiten] Orke-Oberlauf
Unmittelbar östlich an das Asten-Massiv und nordöstlich an das der Ziegenhelle schließt sich ein sehr reliefreiches Bergland an, das durch den Oberlauf der Orke in Nordwest-Südost-Richtung geteilt wird und nach Osten relativ schroff abflacht. Der Süden wird vom 757 m hohen, kantig-kuppigen Bollerberg, der Norden vom sehr breiten Gipfel des 792 m hohen Reetsberges und dem nördlich angrenzenden Schlossberg (790 m) geprägt.
Östlich bis südöstlich flachen die Höhen stark zur Medebacher Bucht hin ab, während in nordöstliche Richtungen die Abflachung zum Vorupländer Rücken hin etwas sanfter vonstatten geht. Beide Landschaften zählen zum Ostsauerländer Gebirgsrand.
[Bearbeiten] Upland
Das naturräumliche Upland weicht in seinen Grenzen deutlich vom historischen Upland ab und enthält insbesondere nicht dessen höchste Erhebungen, welche dem Langenberg und somit dem Winterberger Hochland zugerechnet werden.
Das sowohl touristisch als auch per Ackerbau und Grünland stark landwirtschaftlich genutzte Upland zweigt nach Nordosten vom Langenberg-Massiv ab, in dessen Nähe auch die höchsten Höhen erreicht werden (z. B. im Süden die 774 m hohe Kahle Pön).
Von der Pön aus zieht sich der Vorupländer Rücken weit bis zum 635 m hohen Widdehagen nach Nordosten, der den Ostsauerländer Gebirgsrand in das Grafschafter Bergland (südlich) und die Adorfer Bucht (nördlich) zerschneidet.
Den Nordwesten des Upland nimmt das Innere Upland mit der 726 m hohen Sähre ein, das nach Nordwesten ins Hochsauerländer Schluchtgebirge (s. u.) übergeht.
[Bearbeiten] Hochsauerländer Schluchtgebirge
Das Hochsauerländer Schluchtgebirge im Norden des Rothaargebirge ist durch die namensgebenden Schluchten an den Tälern der Ruhr, ihrer Nebenflüsse im Oberlauf sowie, östlich der Rhein-Weser-Wasserscheide, denen von Hoppecke und Itter geprägt.
Unmittelbar nördlich des naturräumlichen Upland liegt, immer noch auf hessischem Boden, der 738 m hohe Dommel. Nordöstlich dieses Berges beginnt die Grenze zweier Teile des Ostsauerländer Gebirgsrandes, nämlich der Adorfer Bucht und des sich nördlich anschließenden Diemel-Berglandes. Auf dieser Grenze liegt, unweit des Dommel, der Diemelsee.
Westlich des Dommel und durch das Tal der Itter von ihm getrennt zieht sich der Höhenzug Treis (Dreis) nach Südwesten bis in die Nähe des Langenberg-Massivs, wo er am Hohen Eimberg 806 m erreicht. Unmittelbar westlich hiervon, jenseits der Hoppecke, zieht sich wiederum, ausgehend vom 805 m hohen Hoppernkopf an der südlichen Nahtstelle zum Langenberg-Massiv, über den 726 m hohen Istenberg bis hin zum 669 m hohen Borberg östlich Olsbergs der Höhenzug des Schellhorn, über den auch die Rhein-Weser-Wasserscheide verläuft, gen Norden. Alle bisher genannten Teile des Schluchtgebirges werden dem Schellhorn- und Treiswald zugerechnet.
Weiter in west-südwestliche Richtungen schließt sich der Assinghauser Grund mit den Tälern von Gierskoppbach, Ruhr und Neger an, denen nach Nordwesten und vor allem Westen die Ramsbecker Höhen folgen. Im Norden der durch in Süd-Nord-Richtung verlaufende Flusstäler tief zertalten Landschaft ragen die Gipfel von Heidkopf (715 m), Wiedegge (732 m), Stüppel (732 m), Bastenberg (745 m), Sternberg (692 m), Goldenem Strauch (645 m) und Lumberg (559 m) empor, an die sich nördlich die Sauerländer Senken (Haupteinheit 335) mit dem nunmehr nach Westen verlaufenden Tal der Ruhr anschließen.
Nach Süden werden die Ramsbecker Höhen durch die in Ost-West-Richtung verlaufende Bödefelder Mulde deutlich vom Hunau-Massiv und damit von den Winterberger Hochflächen getrennt, westlich schließt sich das Westsauerländer Oberland (Haupteinheit 336) an.
[Bearbeiten] Gewässer
Über den Hauptkamm des Rothaargebirges verläuft ein Abschnitt der Rhein-Weser-Wasserscheide. Diese verläuft im Bereich des Rothaargebirges von Brilon im Nordosten kommend zunächst nach Süden und, nach einem Südost-Schlenker südlich des Langenberges, schließlich über den Kahlen Asten bis ins östliche Siegerland in südwestliche Richtung. Im Wittgensteiner Land verläuft sie schließlich in östliche Richtung, um das Gebirge hinter der im nördlichen Hessischen Hinterland gelegenen Sackpfeife zu verlassen. (Für die genaue Abfolge der Erhebungen siehe hier.)
Die Wasserscheide bildet die Grenze zwischen den zum Einzugsgebiet der Weser gehörenden Flussgebiete von Diemel und Eder zu denen von Ruhr, Sieg und Lahn, die zum Rhein hin entwässern.
[Bearbeiten] Hauptflüsse
Von Einzugsgebiet und Abfluss (MQ) her sind die Ruhr (auf der Rheinseite) und die Eder (auf der Weserseite) die Hauptflüsse; in zweiter Linie folgen je Lahn bzw. Diemel, während das Flusssystem der Sieg nur in unmittelbaren Quellgebieten am Rothaargebirge Anteil hat.
Das Wasser der Ruhr teilt sich hierbei auf in die Hauptarme Obere Ruhr und Obere Lenne. Ruhr und Lenne sind praktisch gleichberechtigte Hauptarme des Flusssystems der Ruhr, was sich auch darin manifestiert, dass sie beim Zusammenfluss je etwa die gleiche Wassermenge mitbringen (Ruhr: 28,8 m³/s - Pegel Villigst, Lenne: 30,1 m³/s - Pegel Hohenlimburg). Da dieser Zusammenfluss deutlich außerhalb des Rothaargebirges stattfindet, sollten hier die beiden Unter-Flusssysteme getrennt betrachtet werden. Analoges gilt auch für Obere Lahn und Obere Dill, deren Flussgebiete durch rund 100 Lahn-km getrennt sind.
Folgende Abflüsse nebst zugehörigen Einzugsgebieten gelten in etwa für das Rothaargebirge:[2][3][4]
- Ruhr: 22,6 m³/s - 1063 km²
- Obere Ruhr 13,0 m³/s - 610 km² (minus linke Wenne)
(Pegel Meschede 1 + Wenne/Wendholthausen) - Obere Lenne 9,6 m³/s - 453 km² (minus Veischede minus Fretterbach)
(Pegel Bamenohl)
- Obere Ruhr 13,0 m³/s - 610 km² (minus linke Wenne)
- Eder: 18,5 m³/s - 1067 km² (minus untere Nuhne-, Orke- und Aazuflüsse sowie Kleinere)
(bis Edersee, abzüglich Riedgraben, Elbrighäuser Bach, Hainerbach, Goldbach, Nemphe, Lengelbach und Lorfe) - Lahn: 6,7 m³/s - 388 km²
- Obere Lahn 4,0 m³/s - 221 km²
(bis Landesgrenze Hessen, + Treisbach) - Obere Dill 2,7 m³/s - 167 km²
(bis einschließlich Dietzhölze, abzüglich Aubach und Haigerbach)
- Obere Lahn 4,0 m³/s - 221 km²
- Diemel: 4,3 m³/s - 232 km²
(Diemelsee + Hoppecke/Bredelar + Rhene)
[Bearbeiten] Flussgebiet Diemel
Die Diemel entspringt im historischen und gleichzeitig im naturräumlichen Upland, am Westhang der Kahlen Pön. Sie fließt in nordöstliche Richtung ab und wird bei Helminghausen zum Diemelsee gestaut. Westlicher Zufluss des Sees ist die Itter, die am Hopperkopf, im Naturraum Langenberg, entspringt. Beim Zusammenfluss der beiden Flüsse im Diemelsee führt die Itter mit 1176 l/s (MQ) merklich mehr Wasser als die Diemel selber (785 l/s).
Nur rund 400 m nördlich der Itterquelle entspringt am Ostfuße des Clemensberges, ebenfalls Langenberg, die Hoppecke, die durch ein tief eingeschnittenes Tal nach Norden fließt, bevor sie sich südlich von Brilon nach Osten wendet. In Einzugsbereich der Hoppecke befindet sich die Stauanlage Schmala. Die Hoppecke ist im Schellhorn- und Treiswald, dem Ostteil des Hochsauerländer Schluchtgebirges, die Grenze der beiden namensgebenden Höhenzüge. Der östlichste Teil des Schellhorn-und Treiswaldes um die Dommel wird dem gegenüber von der Itter abgetrennt.
Am äußersten (Nord-)Ostrand des Vorupländer Rückens und damit des gesamten Rothaargebirges um den Widdehagen entspringt die Rhene, an dessen Nordostabdachung mit der Twiste der längste und wasserreichste Diemel-Zufluss, welcher aber keinerlei Wasser des naturräumlichen Rothaargebirges aufnimmt.
[Bearbeiten] Flussgebiet Eder
Die Eder entwässert das südöstlich des Hauptkamms gelegene Gebiet. Sie entspringt am Ederkopf, am Südrand des Massivs der Obersten Henn, und umkreist dieses Massiv zunächst halb im Uhrzeigersinn, wobei sie im Westen unmittelbar den Westrand des Rothaargebirges berührt. Im weiteren Verlauf fließt sie windungsreich nach Osten, wobei ihr zahlreiche größere Nebenflüsse vom Hauptkamm zufließen, während die rechten Nebenflüsse der unmittelbaren Nähe zur Rhein-Weserscheide wegen eher kurz bleiben.
Das Tal der vom Asten-Massiv in Richtung Südwesten fließenden Odeborn längs der B 480 bildet, zusammen mit dem der Eder (im äußersten Oberlauf selber B 62), die Wittgensteiner Kammer. Weiter östlich fließen u.a. Elsoff und Linspherbach vom sich südöstlich an das Asten-Massiv anschließende Massiv der Ziegenhelle ihrem Bestimmungsfluss zu.
Die wiederum vom Asten kommende, nach Südosten abfließende Nuhne bildet in Quell- und Oberlauf an der B 236 die (Nord-)Ostgrenze des Ziegenhellen-Massivs zu dem des Bollerberges, um das Rothaargebirge unterhalb Hallenbergs in zunächst einem deutlichen Ost-Schlenker in Richtung Ostsauerländer Gebirgsrand zu verlassen und erst unterhalb von Frankenberg in die Eder zu münden. Die B 236 kürzt den Weg zur Eder ab und folgt südlich Bromskirchens dem Unterlauf des oben erwähnten Linspherbaches.
Die bei Küstelberg entspringende Orke fließt ebenfalls nach Südosten. Sie umkreist zunächst das Massiv des Reetsberges, an dessen Nordflanke sie entspringt, im Gegenuhrzeigersinn und bildet dessen Südwestgrenze zu dem des Bollerberges, um das eigentliche Rothaargebirge schnell in Richtung Medebacher Bucht zu verlassen. Ihr linker Nebenfluss Wilde Aa, deren Quelle am Osthang des Krutenberges im Naturraum Langenberg liegt, verlässt das "eigentliche" Rothaargebirge gar nach nur einem Kilometer Quellauf in Richtung Gebirgsrand. Von links fließt ihr die Neerdar zu, deren Oberlauf längs der B 251 im naturräumlichen Upland liegt. Ihre Quelle liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu der der Diemel, am Osthang der Kahlen Pön.
[Bearbeiten] Flussgebiet Lahn
Sechs Kilometer südöstlich der Ederquelle entspringt die Lahn an der Ostflanke der Stiegelburg. Die Lahn fließt zunächst nach Nordosten, später windungsreich nach Osten und verlässt den Bereich des Rothaargebirges. Das Wasser des an der Sackpfeife entspringenden und nördlich parallel fließenden Treisbaches kommt ihm erst östlich des Gebirges über die Wetschaft zu. Von rechts und damit Süden ist die östliche Wasserscheide der Banfe, Hauptfluss des Wittgensteiner Berglandes, zur (jenseitigen) Perf genau die Grenze des Rothaargebirges zum Gladenbacher Bergland, welches in der Folge von der Lahn im Uhrzeigersinn halb eingekreist wird, bis die Lahn etwa 100 Flusskilometer später und 40 km südlich ihres Austrittspunktes über die Dill wieder Wasser aus dem Rothaargebirge aufnimmt.
Die Dietzhölze entspringt unmittelbar südlich der Quellen von Banfe und Lahn an der Haincher Höhe, deren nach Südwesten verlaufende Kammlinie gleichzeitig die Grenze zwischen NRW und Hessen darstellt. Der Kammlinie 5 km weiter folgend findet sich auch die Quelle ihres Mutterflusses Dill, die, genau wie ihr Nebenfluss, das Gebirge alsbald verlässt. Zwischen der zunächst nach Osten fließenden Dietzhölze und der erst nach einem Verlauf in Richtung Süden sich nach Osten wendenden Dill liegt die Struth, ein Höhenzug, der vom Relief her wie ein Ausläufer der Haincher Höhe anmutet, indes bereits zum naturräumlichen Westerwald gezählt wird.
[Bearbeiten] Flussgebiet Sieg
Das Einzugsgebiet des Oberlaufes der Sieg ist fast identisch mit dem naturräumlichen Siegerland, welches das Rothaargebirge nach Westen abdacht. Dennoch verlaufen die Quelläufe der Sieg und einiger ihrer Nebenflüsse zunächst für eine minimale Strecke im Gebirge selber.
Die Heller entspringt der Kalteiche, dem südwestlichsten Massiv des gesamten Rothaargebirges, an dessen Nordhang auch sein Nebenfluss Wildebach sowie, an der unmittelbaren Nahtstelle zur Haincher Höhe, die Weiß entspringt. Ihr gemeinsamer Mutterfluss Sieg entspringt gut 15 km nordöstlich davon am Aukopf, unmittelbar zwischen den Quellen von Eder (nordwestlich) und Lahn (südlich) bei nur je 3 km Entfernung.
Der rechte Sieg-Nebenfluss Ferndorfbach, der den äußersten Westausläufer des Gebirges, das Massiv des Hohen Waldes, nach Süden einrahmt, entspringt gut 10 km nordwestlich der Siegquelle im Westen des Rothaargebirges. Die Quelle seines Nebenflusses Littfe, der die Westgrenze des Gebirges bildet, befindet sich am Südhang des Wolfshorn im Norden des erwähnten Massivs.
[Bearbeiten] Flussgebiet Ruhr
Das Unter-Flusssystem Ruhr-Lenne entwässert über die Hundem und ihre Nebenflüsse Olpe und Albaumer Bach den Nordwesten des Rothaargebirges, nordwestlich des südwestlichen Hauptkammes. Die bereits außerhalb, am Südfuß des Steinbrink in den Westsauerländer Rothaar-Vorhöhen, entspringende Olpe rahmt das Gebirge längs der B 517 mehr oder weniger ein und entwässert es über zahlreiche rechte Nebenflüsse. Albaumer Bach und Hundem entspringen dem gegenüber direkt am Hauptkamm an den jeweiligen Nordwestfüßen von Riemen und Hoher Hessel.
Noch weiter nordöstlich, wo der Hauptkamm schon Teil des Winterberger Hochlandes ist, entspringt die Latrop etwa 2 km nordwestlich der Rhein-Weser-Wasserscheide zwischen Saukopf und Albrechtsberg. An der Basis des Kammes, am Kahlen Asten, entspringt die Lenne selber, deren Verlauf die B 236 folgt.
Die Ruhrquelle befindet sich am Ruhrkopf, im Süden der Nordheller Höhen. Das Unter-Flusssystem Obere Ruhr entwässert in der Hauptsache die Höhenschwerpunkte zwischen den Massiven von Hunau, Asten und der Langenberg-Gruppe nach Norden hin durchs westlichere Hochsauerländer Schluchtgebirge (Ramsbecker Höhen), welches durch die namensgebenden Schluchten der Flusstäler zerschnitten wird. Die Wenne entspringt knapp westlich des eigentlichen Gebirges, am Robecker Berg, und rahmt Hunaumassiv und Schluchtgebirge, von denen rechte Nebenflüsse kommen, von Westen ein, wobei die B 517 ihrem Tal folgt. Nach Osten schließen sich Henne, Kleine Henne, Brabecke, Valme, Elpe und Neger an. Rechts der im Oberlauf von der B 480 begleiteten Ruhr, unmittelbar am Langenberg, ist die Quelle des Gierskoppbaches, dessen Tal den Ostteil des Schluchtgebirges, den Schellhorn- und Treiswald, abtrennt.
Die Möhne entspringt nur etwa zwei Kilometer nördlich des Rothaargebirges im Süden Brilons, im Briloner Hochland (landläufig, mit unschärferer Grenzziehung, Briloner Höhen genannt). Nordöstlich jener Quelle findet sich im gleichen Naturraum die der Alme, die bereits zur Lippe entwässert. Beide4 Flüsse tragen jedoch nicht zur Entwässerung des Rothaargebirges bei.
[Bearbeiten] Tabelle der wichtigsten Flüsse im Rothaargebirge
Im Folgenden werden die Flüsse des Rothaargebirges und der unmittelbar angrenzenden Höhenzüge mit einem Einzugsgebiet von mindestens 30 km², im Uhrzeigersinn geordnet, beginnend an der Nordseite der Rhein-Weser-Wasserscheide, aufgeführt.[2][3][4][5]
Zur besseren Übersicht bzw. zur Sortierung flussabwärts sind, je nach Flusssystem, in die DGKZ-Ziffern nach den Ziffern des jeweiligen Hauptflusses Bindestriche eingefügt.
Kursiv geschriebene und mit Stern (*) markierte Flüsse entspringen knapp außerhalb (bis 4 km), an der äußeren Abdachung des Rothaargebirges (Quell-Naturraum ebenfalls mit Stern), entwässern jedoch über Nebenflüsse das Rothaargebirge.
| Name |
Haupt- fluss |
Ziel- fluss |
Länge [km] |
Einzugsgebiet [km²] |
Abfluss (MQ) [l/s] |
Quellgebiet |
Natur- raum |
DGKZ |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Hoppecke | Diemel | Diemel (l) | 34,7 | 92,4 | 1679 | Langenberg | 333.58 | 44-2 |
| Itter | Diemel | Diemel (l) | 19,3 | 52,1 | 1176 | Langenberg | 333.58 | 44-14 |
| Diemel | Diemel | Weser (l) | 110,5 | 1762,0 | 15732 | Upland | 333.9 | 4-4 |
| Rhene | Diemel | Diemel (r) | 14,9 | 59,3 | 733 | Upland | 333.9 | 44-18 |
| Neerdar | Eder | Wilde Aa (l) | 14,6 | 37,3 | Upland | 333.9 | 42846-4 | |
| Wilde Aa | Eder | Orke (l) | 27,1 | 126,4 | 1815 | Langenberg | 333.58 | 4284-6 |
| Orke | Eder | Eder (l) | 38,2 | 278,9 | 3845 | Reetsberg-Massiv | 333.5? | 428-4 |
| Nuhne | Eder | Eder (l) | 36,9 | 156,9 | 2662 | Asten-Massiv | 333.5? | 428-2 |
| Linspherbach | Eder | Eder (l) | 18,3 | 33,1 | 566 | Wilde Struth (Ziegenhelle-Msv.) | 333.50 | 428-18 |
| Elsoff | Eder | Eder (l) | 19,0 | 48,9 | 948 | Wilde Struth (Ziegenhelle-Msv.) | 333.50 | 428-16 |
| Odeborn | Eder | Eder (l) | 21,2 | 85,1 | Asten-Massiv | 333.5? | 428-14 | |
| Eder | Eder | Fulda (l) | 176,1 | 3361,0 | 34791 | Ederkopf-Lahnkopf-Rücken | 333.01 | 42-8 |
| Treisbach^ | Lahn | Lahn (l) | 26,4 | 196,2 | 1702 | Sackpfeife | 333.3 | 258-18-6 |
| Lahn | Lahn | Rhein (r) | 245,6 | 5924,5 | 49500 | Ederkopf-Lahnkopf-Rücken | 333.01 | 2-58 |
| Banfe | Lahn | Lahn (r) | 11,8 | 38,9 | Wittgensteiner Bergland | 333.2 | 258-12 | |
| Dietzhölze | Lahn-Dill | Dill (l) | 23,7 | 87,2 | 1431 | Kalteiche (mit Haincher Höhe) | 333.00 | 2584-4 |
| Dill | Lahn-Dill | Lahn (r) | 54,0 | 717,7 | 9514 | Kalteiche (mit Haincher Höhe) | 333.00 | 258-4 |
| Heller | Sieg | Sieg (l) | 30,2 | 204,2 | Kalteiche (mit Haincher Höhe) | 333.00 | 272-2 | |
| Wildebach | Sieg | Heller (r) | 11,7 | 30,7 | Kalteiche (mit Haincher Höhe) | 333.00 | 2722-6 | |
| Weiß | Sieg | Sieg (l) | 18,1 | 71,5 | Kalteiche (mit Haincher Höhe) | 333.00 | 272-16 | |
| Sieg | Sieg | Rhein (r) | 155,2 | 2856,9 | 56600 | Ederkopf-Lahnkopf-Rücken | 333.01 | 2-72 |
| Ferndorfbach | Sieg | Sieg (r) | 24,3 | 153,2 | Westliches Rothaargebirge | 333.? | 272-14 | |
| Littfe | Sieg | Ferndorfbach (r) | 12,7 | 37,6 | Westliches Rothaargebirge | 333.? | 27214-6 | |
| Olpe* | Ruhr-Lenne | Hundem (l) | 15,4 | 47,2 | Westsauerl. Rothhaar-Vorhöhen* | 336.? | 27662-8 | |
| Albaumer Bach | Ruhr-Lenne | Hundem (l) | 13,2 | 32,3 | Südwestlicher Hauptkamm | 333.? | 27662-4 | |
| Hundem | Ruhr-Lenne | Lenne (l) | 14,5 | 128,9 | Südwestlicher Hauptkamm | 333.? | 2766-2 | |
| Latrop | Ruhr-Lenne | Lenne (l) | 11,0 | 30,0 | Südwestl. Winterberger Hochfl. | 333.5? | 2766-19 | |
| Lenne | Ruhr-Lenne | Ruhr (l) | 129,1 | 1353,2 | 30300 | Asten-Massiv | 333.5? | 276-6 |
| Wenne* | Ruhr | Ruhr (l) | 31,3 | 218,6 | 3890 | Westsauerländer Oberland* | 336 | 276-16 |
| Henne | Ruhr | Ruhr (l) | 22,5 | 97,0 | 1740 | Hunau-Massiv | 333.5? | 276-14 |
| Kleine Henne | Ruhr | Henne (r) | 15,3 | 39,8 | 771 | Hunau-Massiv | 333.5? | 27614-6 |
| Brabecke | Ruhr | Valme (l) | 13,6 | 32,4 | 612 | Hunau-Massiv | 333.5? | 27612-2 |
| Valme | Ruhr | Ruhr (l) | 19,7 | 62,7 | Hunau-Massiv | 333.5? | 276-12 | |
| Elpe | Ruhr | Ruhr (l) | 19,7 | 34,4 | Hunau-Massiv | 333.5? | 276-118 | |
| Neger | Ruhr | Ruhr (l) | 17,7 | 53,9 | Asten-Massiv | 333.5? | 276- | |
| Ruhr | Ruhr | Rhein (l) | 219,3 | 4485,4 | 76300 | Nordheller Höhen | 333.5? | 2-76 |
| Gierskoppbach | Ruhr | Ruhr (r) | 13,9 | 35,2 | Langenberg | 333.58 | 276-116 |
(^: Der Treisbach wurde für diese Tabelle um den Mündungslauf der Wetschaft verlängert - was hydrologisch auch insofern Sinn macht, als der Treisbach zum Zusammenfluss mit der Wetschaft mehr Wasser mitbringt als diese selber. Unter dem Namen Treisbach ist der Fluss nur 17,2 km lang bei 68,2 km² EZG und 810 l/S MQ!)
[Bearbeiten] Standgewässer
Das Rothaargebirge selber verfügt über kaum nennenswerte Seen, jedoch ist seine Abdachung in alle Richtungen reich an solchen:
- Diemelsee (165 ha; 1,5 km nordöstlich des äußersten Nordostens am Dommel, Schellhorn- und Treiswald)
- Perfstausee (18 ha; 1,5 km südlich des Südwestfußes der Sackpfeife)
- Obernautalsperre (86 ha; 2,5 km südwestlich des Südwestfußes der Oberste Henn, Ederkopf-Lahnkopf-Rücken)
- Breitenbachtalsperre (58 ha; 1 km südlich des Südwestfußes des Massivs des Hohen Waldes im äußersten Westen des Rothaargebirges)
- Biggesee (895 ha; 10 km nordwestlich des Nordwestfußes des Hohen-Wald-Massivs)
- Hennesee (213 ha; 2,5 km nordwestlich des Nordwestfußes des Goldenen Strauches, Ramsbecker Höhen)
[Bearbeiten] Berge
Zu den bekanntesten (nicht aber unbedingt zu den höchsten) Bergen des Rothaargebirges, die zum Teil aus Porphyr bestehen, gehören inklusive aller „Achthunderter“ - in erster Linie nach Höhenzügen/Naturräumen, in zweiter nach Höhe in Metern über Normalnull (NN) sortiert:
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Winterberger Hochland
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Für eine umfassendere Aufstellung mit diesen und weiteren Bergen im Rothaargebirge siehe die Liste der Berge des Rothaargebirges.
[Bearbeiten] Orte
Im Rothaargebirge bzw. im Naturpark Rothaargebirge oder an deren Rändern befinden sich unter anderen diese Ortschaften
(in Klammern die Landkreise
in NRW - HSK=Hochsauerlandkreis, OE=Olpe, SI=Siegen-Wittgenstein
und Hessen - KB=Waldeck-Frankenberg, MR=Marburg-Biedenkopf):
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[Bearbeiten] Aktivitäten
Durch das Rothaargebirge führen zahlreiche Wanderwege, unter anderen der Rothaarsteig, ein 154 km langer Höhenwanderweg, und der Waldskulpturenweg, an dem sich zahlreiche Kunstwerke und Skulpturen verschiedener Künstler befinden.
Jeweils im Oktober startet in Fleckenberg der Rothaarsteig-Marathon, bei dem die Läufer einen Höhenunterschied von 838 m zu bewältigen haben.
Im Winter locken zahlreiche Wintersportmöglichkeiten in das Gebirge. Entsprechende Möglichkeiten gibt es unter anderen im Postwiesen-Skigebiet (bei Neuastenberg) Skiliftkarussell Winterberg und in der Snow World Züschen.
Innerhalb oder am Rand des Rothaargebirges befinden sich die Freizeitparks Panorama-Park Sauerland und Fort Fun Abenteuerland.
[Bearbeiten] Aktuelles
Auf etwa 4.300 Hektar sollen 2009 bis zu zwölf Wisente im Rothaargebirge ausgesiedelt werden. Nach Osten und Westen soll das Areal offengehalten werden, während im Norden eine Abgrenzung in Form eines virtuellen Zauns geplant ist. Im Süden besteht bereits ein Wildschutzzaun.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Naturräumliche Gliederung im Umweltatlas Hessen
- ↑ a b Flussdaten aus WRRL Hessen
- ↑ a b Flussdaten aus TIM online - NRW
- ↑ a b Abflüsse der Talsperrenleitzentrale Ruhr
- ↑ Gewässerkundliches Jahrbuch Weser/Ems 1998 (PDF - 3,51 MB)
[Bearbeiten] Quellen
- BfN
- Interaktive Kartendienste (u.a. mit Naturraumgrenzen)
- Landschaftssteckbriefe:
- Naturraumkarten der Bezirksregierung Arnsberg
- Kreise HSK und Soest - PDF; 264 KB
- Kreise Olpe und Siegen-Wittgenstein - PDF; 480 KB
- Umweltatlas Hessen (Achtung: Besser im neuen Fenster öffnen, da "Zurück"-Button nicht funktioniert!):
[Bearbeiten] Weblinks
-
Commons: Rothaargebirge – Album mit Bilder, Videos und Audiodateien - Karte und Luftbild des Rothaargebirges
- Touristische Webseiten
- Wandern im Rothaargebirge (Wandergeschichten.de)
- Region Rothaargebirge

