Säkularkanoniker
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Als Säkularkanoniker (auch unregulierte oder weltliche Chorherren; Chorherr ist ein Synonym für Kanoniker) bezeichnet man Mitglieder kirchlicher Gemeinschaften, die weder Priesterweihe noch ein Leben nach einer Ordensregel verlangen. Besonders der Adel nutzte im 11./12 Jahrhundert häufig Säkularkanonikerpositionen an Stiften zur Versorgung nachgeborener Söhne und als deren Sprungbrett für Karrieren im Klerus oder bei Hofe.
Da sie keine Gelübde ablegten (auch kein Armutsgelübde!), konnten sich solche Geistliche aus den Pfründen der Stiftung oft allzu reichlich bedienen, wobei die vom Stifter gemeinten seelsorgerischen Aufgaben der Gemeinschaft häufig in den Hintergrund gerieten. Reformversuche fanden oft heftigen Widerstand.
Positiver Aspekt des Säkularkanonikertums war jedoch seine bedeutende Rolle bei der Gründung (Stiftung) der Universitäten im Spätmittelalter. Die ersten Professoren dieser neu gegründeten (Landes-)Universitäten waren überwiegend Säkularkanoniker.
- Im Unterschied zu diesen leben Regularkanoniker nach einer Ordensregel (zumeist nach einer von zwei Regeln des Hl. Augustinus von Hippo, ordo antiquus oder ordo novus) und haben Ordensgelübde abgelegt, sind jedoch nicht Mönche im benediktinischen Sinn.

