Südsudan

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Republic of South Sudan (englisch)
Republik Südsudan
Flagge des Südsudan
Wappen des Südsudan
Flagge Wappen
Wahlspruch: „Justice, Liberty, Prosperity“

(englisch für „Gerechtigkeit, Freiheit, Wohlstand“)

Amtssprache Englisch
alle einheimischen Sprachen sind als Landessprachen anerkannt[1]
Hauptstadt Juba (geplant: Ramciel)[2]
Staatsform Bundesrepublik
Regierungssystem Präsidialsystem
Staatsoberhaupt, zugleich Regierungschef Präsident Salva Kiir Mayardit
Fläche 644.329 km²
Einwohnerzahl 12.530.717(Juli 2016)[3]
Bevölkerungsdichte 19,45 Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung +3,92 % (2016)[4] pro Jahr
Bruttoinlandsprodukt 13,83 Mrd. USD (Schätzung 2015)[5]
Index der menschlichen Entwicklung 0,418 (181.) (2016)[6]
Währung Pfund (SSP)
Gründung 6. Januar 2005
(als autonome Region)
Unabhängigkeit 9. Juli 2011 (vom Sudan)
Nationalhymne South Sudan Oyee!
Nationalfeiertag 9. Juli (Unabhängigkeitstag)
Zeitzone UTC+3
Kfz-Kennzeichen SSD
ISO 3166 SS, SSD, 728
Internet-TLD .ss[7]
Telefonvorwahl +211[8]
Ägypten Tunesien Libyen Algerien Marokko Mauretanien Senegal Gambia Guinea-Bissau Guinea Sierra Leone Liberia Elfenbeinküste Ghana Togo Benin Nigeria Äquatorialguinea Kamerun Gabun Republik Kongo Angola Demokratische Republik Kongo Namibia Südafrika Lesotho Swasiland Mosambik Tansania Kenia Somalia Dschibuti Eritrea Sudan Ruanda Uganda Burundi Sambia Malawi Simbabwe Botswana Äthiopien Südsudan Zentralafrikanische Republik Tschad Niger Mali Burkina Faso Jemen Oman Vereinigte Arabische Emirate Saudi-Arabien Irak Iran Kuwait Katar Bahrain Israel Syrien Libanon Jordanien Zypern Türkei Afghanistan Turkmenistan Pakistan Griechenland Italien Malta Frankreich Portugal Madeira Spanien Kanaren Kap Verde Mauritius Réunion Mayotte Komoren Seychellen Îles Éparses Madagaskar São Tomé und Príncipe Sri Lanka Indien Indonesien Bangladesch Volksrepublik China Nepal Bhutan Myanmar Antarktika Südgeorgien (Vereinigtes Königreich) Paraguay Uruguay Argentinien Bolivien Brasilien Frankreich (Französisch-Guayana) Suriname Guyana Kolumbien Kanada Dänemark (Grönland) Island Mongolei Norwegen Schweden Finnland Irland Vereinigtes Königreich Niederlande Barbados Belgien Dänemark Schweiz Österreich Deutschland Slowenien Kroatien Tschechische Republik Slowakei Ungarn Polen Russland Litauen Lettland Estland Weißrussland Moldawien Ukraine Mazedonien Albanien Montenegro Bosnien und Herzegowina Serbien Bulgarien Rumänien Georgien Aserbaidschan Armenien Kasachstan Usbekistan Tadschikistan Kirgisistan RusslandSouth Sudan on the globe (Africa centered).svg
Über dieses Bild
Die Staatsgrenze entspricht den früheren Provinzgrenzen. Strittig sind die Gebiete Abyei und Ilemi.

Der Südsudan (englisch South Sudan, in amtlicher Langform Republic of South Sudan (RoSS);[9] deutsch Republik Südsudan) ist ein Staat in Afrika. Er erlangte am 9. Juli 2011 die Unabhängigkeit vom Sudan;[10] zuvor war das Gebiet von 1972 bis 1983 und erneut von 2005 bis 2011 eine autonome Region innerhalb des Sudans. Der Südsudan grenzt im Norden an den Sudan, im Osten an Äthiopien, im Südosten an Kenia, im Süden an Uganda, im Südwesten an die Demokratische Republik Kongo und im Westen an die Zentralafrikanische Republik. Aufgrund des seit 2013 andauernden Bürgerkrieges gilt er als gescheiterter Staat.[11]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Norden ist das Land durch Savannen und Trockenwälder geprägt, im Süden durch tropischen Regenwald. Die höchste Erhebung ist der Kinyeti (3.187 m) in den Imatong-Bergen. Der Weiße Nil durchfließt die Region und bildet mit dem Sudd, je nach Jahreszeit, eines der größten Sumpflandschaften weltweit.[12] Der Nilnebenfluss Bahr al-Arab (Kiir) bildet grob den nordwestlichen Teil der Grenze zum Sudan. Die Grenze ist allerdings nicht markiert, und neben dem Abyei-Gebiet gibt es weitere Grenzregionen mit Weideland und Rohstoffvorkommen, deren Staatszugehörigkeit ungeklärt ist, so zum Beispiel die Enklave von Kafia Kingi.[13][14][15] Im äußersten Südosten liegt das Ilemi-Dreieck, das von Kenia und Äthiopien beansprucht wird und früher auch vom Sudan beansprucht wurde; die Haltung der südsudanesischen Regierung in diesem Gebietsstreit ist noch unbekannt.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohe Temperaturen und eine Regenzeit von April bis Oktober prägen das tropisch-feuchte Klima. In der Trockenzeit steigen die Temperaturen auf durchschnittlich 36 Grad Celsius am Tag und weit über 20 Grad Celsius in der Nacht. In der Regenzeit liegen die Temperaturen bei 30–33 Grad Celsius tagsüber und 21–23 Grad Celsius nachts. Die Luftfeuchtigkeit liegt dann bei 70–80 %. Die Häufigkeit und Intensität der Regenfälle nimmt von Süden nach Norden ab.[16]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Durchschnittsalter im Südsudan beträgt 17,1 Jahre

Nach offiziellen Ergebnissen des gesamtsudanesischen Zensus von 2010 hatte der Südsudan rund 8,26 Mio. Einwohner[17] und stellte damit 22 % der Bevölkerung des damaligen Gesamtsudans. Die gesetzgebende Versammlung des Südsudans bestritt die Korrektheit dieser Zahlen und ging stattdessen von 9–10 Millionen Einwohnern aus.[18][19] Dem World Factbook zufolge beträgt die Einwohnerzahl 2015 knapp über 12 Mio.[3]

Nach Angaben der südsudanesischen Behörden für 2010 sind 73 % der über 15-Jährigen Analphabeten.[17] 20–34 % der Bevölkerung sind unterernährt. Die Blindheitsrate ist mit über 1 % eine der höchsten der Welt, da sowohl Trachom als auch Flussblindheit vorkommen und der Krieg eine Bekämpfung dieser Krankheiten weitgehend verhinderte.[20][21]

Die größte Bevölkerungsgruppe sind die zu den Niloten zählenden Dinka, daneben gibt es die ebenfalls nilotischen Nuer und Schilluk, die Azande und etliche weitere Gruppen.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Übergangsverfassung von 2005 waren Englisch und Arabisch als Arbeitssprachen der Regierung festgelegt. Daneben waren sämtliche einheimischen Sprachen als Nationalsprachen anerkannt und durften bis 2011 als Arbeitssprache auf unteren Verwaltungsebenen sowie als Unterrichtssprache in Schulen verwendet werden.[22]

Die neue Übergangsverfassung von 2011 nach der staatlichen Unabhängigkeit sieht Englisch als alleinige Amtssprache vor,[23] während Sudanesisch-Arabisch und Dschuba-Arabisch als Verkehrssprache verbreitet sind. Alle einheimischen Sprachen werden laut neuer Übergangsverfassung weiterhin als Nationalsprachen anerkannt.[24]

Die meisten Sprachen im Südsudan gehören zur nilosaharanischen Sprachfamilie. Von dieser ist insbesondere der ostsudanische Zweig mit der Untergruppe der nilotischen Sprachen vertreten, die sprecherreichsten sind Dinka, Nuer, Bari und Schilluk. Der zentralsudanische Zweig ist vor allem im Nordwesten vertreten, mit etlichen Sprachen, die von relativ kleinen Volksgruppen (den sogenannten Fertit) gesprochen werden. Im südwestlichen Teil finden sich auch Ubangi-Sprachen der Niger-Kongo-Sprachfamilie, insbesondere das Azande.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anders als im mehrheitlich islamischen Sudan bekennt sich die Bevölkerung im Südsudan vorwiegend zu lokalen Religionen oder zum Christentum. Vor allem nachdem die sudanesische Regierung 1964 ausländische Missionare aus dem Land verwiesen hatte, konvertierten Südsudanesen vermehrt zum Christentum.[25] Die Christen sind mehrheitlich Katholiken und Anglikaner. Die römisch-katholische Kirchenprovinz Juba, die den gesamten Südsudan umfasst, gibt die Zahl von ca. 3,12 Mio. Katholiken an (ca. 38 % Anteil an der Gesamtbevölkerung).[26]

Inzwischen gehört die Mehrheit der Einwohner (76,8 %) christlichen Konfessionen an, die Anhänger afrikanischer Religionen stellen 21 % und die Muslime 2,2 %.[27][28][29]

Flüchtlinge und Humanitäre Krise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Südsudan gibt es 1,5 Millionen Binnenflüchtlinge, und über 730.000 Menschen sind aus dem Südsudan in Nachbarländer geflohen (Stand: Mitte 2015).[30]

Im Südsudan befinden sich (Stand: Mitte 2014) über 250.000 Flüchtlinge, die aus der Zentralafrikanischen Republik, der Demokratischen Republik Kongo, Äthiopien und dem Sudan geflüchtet sind.[31]

2006 lebten etwa vier Millionen Südsudanesen als Folge des Krieges außerhalb des Südsudans, und einer Schätzung zufolge beabsichtigten drei Millionen von ihnen, zurückzukehren.[32] Insbesondere vor dem Unabhängigkeitsreferendum im Januar 2011 kam es zu größeren Rückkehrbewegungen.[33] Nach der Unabhängigkeit kamen zahlreiche weitere Rückkehrer vor allem aus dem Sudan, wo sie nun nicht mehr geduldet wurden.

Im Februar 2017 riefen die UN eine offizielle Hungersnot im Südsudan aus, wonach mehr als 100.000 Menschen der Hungertod droht und ca. 4,9 Mio. Menschen, also mehr als 40 Prozent der Bevölkerung, auf Unterstützung mit Nahrungsmitteln angewiesen sind.[34][35] Als Ursache für die Krise wurde insbesondere die fragile Sicherheitslage im Land benannt, da die weitverbreitete und anhaltende Gewalt eine kontinuierliche Landwirtschaft verhindert.[36]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte des Südsudan

Die Region geriet während der türkisch-ägyptischen Herrschaft ab 1821 in den Einflussbereich des heutigen Nordsudans und wurde schließlich Teil des Anglo-Ägyptischen Sudans. Die Kolonialregierung unterband den Sklavenhandel, investierte aber wenig in Bildung und Infrastruktur im Süden. 1930–1946 versuchte sie im Rahmen der Southern Policy aktiv, arabisch-islamische Einflüsse aus dem Norden zu unterbinden.

Sezessionskrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1947 wurde auf der Juba-Konferenz beschlossen, dass der Südteil des Sudans unter nordsudanesischer Führung bleiben solle. Vertreter des Südens waren an dieser Entscheidung nicht beteiligt. Viele Südsudanesen fühlten sich im Gesamtgebilde Sudan, das 1956 von Großbritannien und Ägypten unabhängig wurde, marginalisiert und unterdrückt. 1955–1972 und erneut ab 1983 kämpften deshalb Rebellen für die Unabhängigkeit des Südsudans. In der Zeit zwischen den beiden Kriegen (1972–1983) bestand der Südsudan infolge des Friedensabkommens von 1972 bereits einmal als autonome Region, allerdings griff die Zentralregierung zunehmend in die Autonomie ein.

Ab 1983 übernahm die Sudanesische Volksbefreiungsarmee (SPLA) die Führung auf der Seite der Separatisten. Sie einigte sich 2005 mit der Regierung in Khartum auf ein Friedensabkommen.

Friedensabkommen und Autonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Salva Kiir Mayardit, der erste gewählte Staatspräsident des Landes (2009)

Die sudanesische Regierung stimmte im Friedensabkommen von 2005 zu, der Region Autonomie zu gewähren. SPLA-Führer John Garang wurde Vizepräsident des gesamten Sudans und provisorischer Präsident der autonomen Region. Am 30. Juli 2005 starb Garang beim Absturz eines Hubschraubers, sein Nachfolger wurde Salva Kiir Mayardit. Dieser wurde in den Präsidentschaftswahlen im Südsudan 2010 als Präsident der autonomen Region (und später des unabhängigen Staates) bestätigt. Die gleichzeitigen Parlaments- und Gouverneurswahlen bekräftigten die politische Dominanz der SPLA im Südsudan.

Innere Konflikte seit dem Friedensabkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch nach dem Friedensabkommen gab es verschiedentlich Zusammenstöße zwischen Truppen aus dem Norden und dem Süden, die sich jedoch nicht zum Krieg ausweiteten.

Innerhalb des Südsudans gibt es immer wieder lokale Kämpfe, die vereinfachend als „Stammeskonflikte“ dargestellt werden. Dahinter stehen Konflikte um Land und Vieh, aber auch die Schwierigkeiten der SPLA, eine funktionierende Verwaltung aufzubauen: Lokale Verwalter sind zumeist ehemalige Kommandanten der SPLA mit wenig Verwaltungserfahrung. Verwaltungseinheiten sind oftmals „ethnisch“ definiert, ihre Grenzen nicht genau festgelegt. Die staatlichen Institutionen sind nur begrenzt in der Lage, Konflikte zu lösen. Die Verteilung von staatlichen Ressourcen ist oft intransparent, weswegen sich gewisse Gruppen benachteiligt fühlen.[37] Insbesondere wird den Dinka, der größten Bevölkerungsgruppe, eine übermäßige Dominanz vorgeworfen.

In den Bundesstaaten Jonglei und Unity haben sich mehrere (ehemalige) SPLA-Kommandanten wie George Athor Deng, David Yauyau und Gatluak Gai gegen die Zentralregierung gewandt. Hinter diesen Rebellionen stehen sowohl lokale Unzufriedenheit als auch das Bestreben mancher Kommandanten, letztlich wieder zur SPLA zurückzukehren und sich durch militärischen Druck eine bessere Position zu sichern.[38] Die SPLA soll bei der Niederschlagung dieser Widerstände schwere Menschenrechtsverletzungen begangen haben. Sie verdächtigt ihrerseits die nordsudanesische Regierung, Konflikte zu schüren und regierungsfeindliche Milizen aufzurüsten, um den Südsudan zu destabilisieren.[39]

In den Grenzgebieten der Äquatoria-Region war die Bevölkerung auch nach Kriegsende gelegentlichen Überfällen der aus Uganda stammenden Lord’s Resistance Army ausgesetzt.[40]

Übergang zur Unabhängigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Unabhängigkeitsreferendum, das entsprechend dem Friedensabkommen vom 9. bis 15. Januar 2011 durchgeführt wurde, sprachen sich rund 99 % der abstimmenden Südsudanesen für die Unabhängigkeit aus.[41] Der sudanesische Staatschef Umar Hasan Ahmad al-Baschir erkannte dieses Ergebnis an.[42] Die Unabhängigkeit wurde nach einer Übergangszeit am 9. Juli 2011 erklärt.[10][43]

In der Übergangszeit bis zur Unabhängigkeit wurden die Institutionen der beiden Landesteile allmählich getrennt. So wurden südsudanesische Beamte im Norden und nordsudanesische Beamte im Süden in ihren jeweiligen Landesteil versetzt. Im Februar entließ der Norden sämtliche Vertreter des Südens aus der Nationalversammlung.[44] Im März wurde die Botschaft des Nordens in Juba eröffnet.[45] Ab Mai spitzte sich die Lage allerdings zu, da es Kämpfe im Abyei-Gebiet gab, wobei die Armee des Nordens die Stadt Abyei einnahm. Nach Vermittlung Südafrikas einigten sich die Konfliktparteien am 21. Juni 2011 auf die Einrichtung einer demilitarisierten Zone in der Grenzregion.[46] Unterstützt wird die Demilitarisierung durch die Interims-Sicherheitstruppe der Vereinten Nationen für Abyei (UNISFA).

Bürgerkrieg seit 2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 15. Dezember 2013 brachen innerhalb der SPLA Feindseligkeiten zwischen Anhängern des zu den Dinka gehörenden südsudanischen Präsidenten Salva Kiir Mayardit und des von Mayardit am 23. Juli 2013 entlassenen Vizepräsidenten Riek Machar, der Angehöriger der Nuer ist, aus. Was in der Medienberichterstattung als Stammeskrieg aufscheint, erweist sich aus kultur- und sozialanthropologischer Perspektive als Kampf um politische Macht und Ressourcen.[47] Die Regierung sprach von einem Putschversuch Machars,[48] was dieser dementierte.[49] Es wurden vier ehemalige Minister verhaftet.[50] Bei den Kämpfen in Juba kamen ca. 500 Menschen ums Leben.[51]

Die Kämpfe, in deren Verlauf mehr als 63.000 Menschen Schutz in Lagern der UN suchten,[52] breiteten sich in weitere Landesteile aus. Der Sprecher der SPLA Phillip Aguer gab am 18. Dezember 2013 bekannt, dass sich die Armee in der Umgebung von Bor, der Hauptstadt des Bundesstaates Jonglei, Gefechte mit Truppen des Machar nahestehenden Generals Peter Gadet liefere.[53] Die Bundeswehr gab am 19. Dezember 2013 bekannt, dass sie mit einer der UN-Mission MINUSMA zugeteilten Transall und einer Global 5000 deutsche Staatsbürger aus Juba evakuieren wird.[54] Ebenso begannen andere Staaten mit der Evakuierung aus dem Südsudan, wobei US-amerikanische CV-22 Ospreys beim Anflug auf Bor beschossen und vier Soldaten verletzt wurden.[55] Am 19. Dezember wurde das UN-Lager in Akobo von ca. 2.000[56] Kämpfern der Lou-Nuer angegriffen, wobei zwei indische Blauhelme[57] und vermutlich 20 Dinka getötet wurden.[58] Während die UN das nicht benötigte Personal aus dem Südsudan nach Entebbe in Uganda verlegte, sollen[veraltet] die UN-Truppen in Bentiu und Bor verstärkt werden.[59] Die Rebellen eroberten am 22. Dezember 2013 Teile von Unity, wo ein Großteil des südsudanischen Erdöls gefördert wird.

Am 24. Dezember 2013 erklärte die UN, dass in Bentiu ein Massengrab mit den Überresten von 75 SPLA-Soldaten entdeckt wurde,[60] was jedoch wieder dementiert wurde.[61] Am selben Tag stimmte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einstimmig der Entsendung von weiteren 5.500 Blauhelmen in den Südsudan zu, um die UNMISS-Friedensmission zu verstärken. Auch die Zahl der UN-Polizisten soll[veraltet] von ca. 900 auf 1.323 erhöht werden.[62] Regierungstruppen erlangten derweil wieder die Kontrolle über die Stadt Bor.[63]

Auf Druck der Afrikanischen Union erklärten sich beide Konfliktparteien zu Friedensgesprächen bereit.[64] Delegationen der Regierung und der Rebellen kamen am 3. Januar 2014 in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba mit Vermittlern des ostafrikanischen Staatenbundes IGAD zusammen. Am 23. Januar 2014 unterzeichneten beide Seiten einen Waffenstillstand.[65] Die Nuer setzten ihre Angriffe allerdings fort.[66] Am 25. August 2014 wurde ein weiteres Friedensabkommen unterzeichnet.[67]

Im Frühjahr 2017 stellten UN-Beobachter eine erneute Eskalation des Konfliktes fest. Die Regierung habe Angehörige der Dinka-Volksgruppe in Dörfern angesiedelt, aus denen zuvor Schilluk vertrieben worden waren, und den Zugang zu internationaler Hilfe abgeschnitten.[68]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Präsident[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Tod John Garangs 2005 übernahm Salva Kiir Mayardit die Führung der SPLM/A und wurde damit – wie es Garang seit dem Friedensabkommen 2005 gewesen war – auch Präsident der damaligen autonomen Region Südsudan und Vizepräsident des Sudan. Mit der Unabhängigkeit des Südsudans im Jahr 2011 wurde Salva Kiir der erste und auch bis dato amtierende Präsident des Landes. Damit ist er zudem Regierungschef und Oberbefehlshaber der Armee.

Die bisher einzigen landesweiten Wahlen haben im Jahr 2010, also noch vor der Unabhängigkeit des Landes stattgefunden.[69] Seit dem sind sie mehrfach vertagt worden, was zunehmend Anlass für weitere Konflikte ist.[69]

Parlament[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das südsudanesische Parlament besteht aus zwei Kammern: der Nationalen Legislativversammlung (Unterhaus) mit 322 Sitzen und dem Rat der Staaten (Oberhaus) mit 50 Sitzen. Die Parlamentsmitglieder wurden teilweise direkt gewählt, aus den ehemaligen gesamtsudanesischen Parlamentskammern übernommen oder vom Staatspräsidenten ernannt.[16]

Nicht nur Oppositionsparteien werfen der Regierungspartei Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung (SPLM) vor, dass sie die Macht monopolisiere, Vetternwirtschaft betreibe und weithin korrupt sei.[70][69]

Außenpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 14. Juli 2011 wurde der Südsudan als 193. Mitgliedstaat in die Vereinten Nationen aufgenommen.[71] Am 27. Juli 2011 hat die Afrikanische Union den Südsudan als 54. Mitglied aufgenommen.[72] Das Land wurde 2016 Mitglied in der Ostafrikanischen Gemeinschaft.

Die Beziehung zwischen dem Südsudan und dem Sudan gelten als angespannt. Die Ausbeutung der Erdölvorräte löste bereits wenige Monate nach der Unabhängigkeit des Südsudans Konflikte mit dem nördlichen Nachbarn aus. Der Südsudan warf dem Sudan mehrere Angriffe vor. Die Vereinten Nationen forderten im März 2012 ein Ende der Gewalt.[73] Anfang August 2012 legten beide Staaten ihren Streit bei, was von den USA und der Europäischen Union begrüßt wurde.[74] Auch im Zuge der innenpolitischen Unruhen kam es zu Verhandlungen mit dem Sudan, bei welchen die Bildung gemeinsamer Armeeeinheiten vorgeschlagen wurde.[75]

Menschenrechte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der bewaffnete Konflikt zwischen Einheiten von Präsident Salva Kiir und Soldaten des ehemaligen Vizepräsidenten Riek Machar wurde im Südsudan von Dezember 2013 bis in das Jahr 2015 fortgesetzt. Machar unternahm am 16. Dezember 2013 einen Putschversuch, dieser konnte jedoch von Kiir abgewehrt werden. Daraufhin ordnete Kiir eine temporäre Ausgangssperre für die Hauptstadt Juba an. Im Januar 2014 versuchte die regionale Organisation von Staaten in Nordostafrika, die Intergovernmental Authority on Development (IGAD), zwischen den Konfliktparteien, der Regierung des Südsudans und den Truppen der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung in Opposition, zu vermitteln. Trotz zahlreicher Versuche, einen Waffenstillstand herzustellen, gingen die Kämpfe ungehindert weiter. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verhängte, auf der 7396. Sitzung am 3. März 2015, mit der Resolution 2206 (2015) Sanktionen in Form von Reiseverboten und der Einfrierung von sämtlichen Vermögenswerten, vorwiegend gegen Personen, denen vorgeworfen wurde, für Verbrechen gemäß dem Völkerrecht, für Menschenrechtsverstöße, aber auch Handlungen die den Frieden, die Stabilität und die Sicherheitslage bedrohen. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen berichtete, dass bei den zahlreichen Konflikten im Land auch Kindersoldaten eingesetzt wurden, ferner kam es, laut den Erkenntnissen zahlreicher Menschenrechtsorganisationen unter anderem auch zu Gruppenvergewaltigungen und sexueller Versklavung. Sehr oft kommt es zu Berichten, dass die Regierung systematisch das Recht auf freie Meinungsäußerung einschränkt. Human Rights Watch dokumentierte, dass im Südsudan Kinderehen weit verbreitet sind. Fast die Hälfte aller südsudanesischen Mädchen im Alter von 15 bis 19 Jahren sind verheiratet.[76] Auch werden der Regierung willkürliche Verhaftungen vorgeworfen. Ein Drittel der Gefängnisinsassen wurden nicht verurteilt. Viele werden wegen Ehebruchs oder heimlicher Heirat inhaftiert. Die Gefängniszellen sind stark überfüllt und es ist nicht genug Nahrung vorhanden.[77]

Militär[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Streitkräfte des Südsudan

Als Folge der jahrzehntelangen Sezessionskriege im Südsudan von 1955 bis 1972 und von 1983 bis 2005 gab es im Land viele militärische Fraktionen, die in die Armee des 2011 gegründeten Staates integriert wurden. Die Einheit der Streitkräfte ist aber u. a. durch den ethnischen Konflikt zwischen Dinka und Nuer gefährdet.

Im Jahr 2012 verfügt der Südsudan nach Schätzungen über 140.000 Soldaten, 110 T-72-Kampfpanzer sowie einige T-54/T-55. Die Armee verfügt weiter über 69 Geschütze (inklusive 24 122-mm-Selbstfahrlafetten 2S1), 15 BM-21-Raketenwerfer und mehr als 30 82-mm-Mörser. Die Luftwaffe verfügt nur über ein Verbindungsflugzeug Beechcraft 1900 sowie neun Helikopter Mil Mi-17 und einen Mil Mi-172 russischer Herkunft.[78]

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstaaten des Südsudan
Hauptartikel: Bundesstaaten des Südsudan
Administrative Gliederung des Südsudan vor 2015

Ursprüngliche Bundesstaaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Südsudan ist formell eine dezentralisierte Bundesrepublik. Nach der Unabhängigkeit bestanden die folgenden zehn Bundesstaaten:

Bundesstaaten nach der Unabhängigkeit 2011
Bundesstaat Karte Einwohner
(Zensus 2008)[79]
Hauptstadt
Central Equatoria Karte Südsudan Central Equatoria.png 1.103.592 Juba
Eastern Equatoria Karte Südsudan Eastern Equatoria.png 906.126 Torit
Jonglei Karte Südsudan Jonglei.png 1.358.602 Bor
Lakes Karte Südsudan Lakes.png 695.730 Rumbek
Northern Bahr el Ghazal Karte Südsudan Northern Bahr el Ghazal.png 720.898 Aweil
Unity/Western Upper Nile Karte Südsudan Unity.png 585.801 Bentiu
Upper Nile Karte Südsudan Upper Nile.png 964.353 Malakal
Warrap Karte Südsudan Warrap.png 972.928 Kwajok
Western Bahr el Ghazal Karte Südsudan Western Bahr el Ghazal.png 333.431 Wau
Western Equatoria Karte Südsudan Western Equatoria.png 619.029 Yambio

Diese Bundesstaaten sind weiter in Counties (Kreise) unterteilt, die ihrerseits in Payams und Bomas als niedrigere Verwaltungsstufen gegliedert sind. Die bevölkerungsreichste Stadt Südsudans ist Juba mit mehr als 200.000 Einwohnern, dahinter folgen Wau, Malakal, Yei und Yambio.

Neueinteilung der Bundesstaaten ab 2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Dekret am 2. Oktober 2015 ordnete Präsident Salva Kiir Mayardit die Einteilung Südsudans in 28 Bundesstaaten an. Als Begründung wurde eine angestrebte Dezentralisierung der Regierung genannt.[80] In dem Dekret wurde auch bestimmt, dass der Präsident die Gouverneure der Bundesstaaten und die Mitglieder der gesetzgebenden Versammlungen der Bundesstaaten, die jeweils maximal 20 (oder 21 ?)[81] Mitglieder haben dürfen, ernennen soll.

Die 28 im Jahr 2015 dekretierten Staaten des Südsudan
Neuer Bundesstaat Hauptstadt Kreise
Imatong Torit Torit, Ikotos, Lopa, Magwi
Namorunyang Kapoeta Kapoeta South, Kapoeta North, Kapoeta East, Budi
Maridi Maridi Maridi, Ibba
Aamadi Mundri Mundri West, Mundri East, Mvolo
Gbudwe Yambio Anzara, Yambio, Ezo, Tambura, Nagero
Jubek Juba Juba
Terekeka Terekeka Terekeka, Jemeza, Tali, Tigor, Gwor
Yei River Yei Yei, Kajo keji, Morobo, Lainya
Wau Wau Bagari, Jur River
Aweil Aweil Aweil South, Aweil Centre
Lol Raga Aweil West, Aweil North, Raga
Aweil East Wanyjok Aweil East
Twic Mayen Abun Twic
Gogrial East Kuacjok Gogrial East, Gogrial West
Tonj Tonj Tonj North, Tonj East, Tonj South
Eastern Lakes Yirol Yirol West, Yirol East, Awerial
Western Lakes Rumbek Rumbek East, Rumbek North, Rumbek Centre, Wulu
Gok Cueibet Cueibet
Northern Liech Bentiu Rubkona, Guit, Koch, Mayem
Southern Liech Leer Leer, Mayendit, Panyijar
Ruweng Panrieng Panrieng, Abiemnon c
Eastern Nile Malakal Malakal, Renk, Maban, Melut, Baliet, Akoka, Pigi, Kama
Jonglei Bor Bor, Duk, Twic East
Western Nile Kodak Panyikang, Kodak, Manyo
Western Bieh Ayod Fangak, Ayod
Eastern Bieh Akobo Akobo, Nyirol, Urol
Latjoor Nasir Nasir, Ulang, Maiwut, Longuchuk
Borna Pibor Pibor, Pchalla

Weitere Umgliederung 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 15. Januar 2017 wurde über den staatlichen Rundfunk bekanntgegeben, dass Präsident Salva Kiir Mayardit die Bildung weiterer vier Bundesstaaten angeordnet hatte. Vom Staat Eastern Nile wurden die neuen Staaten Northern Upper Nile mit Hauptstadt Renk und Central Upper Nile mit Hauptstadt Malakal abgetrennt. Aus Teilen des Staats Latjoor wurde der neue Staat Maiwut mit Hauptstadt Maiwut gebildet und vom Staat Gbudwe der Staat Tumbura (Hauptstadt Tumbura) abgetrennt. Die Reaktionen in den Internetmedien waren fast einhellig negativ. Der Präsident solle sich, anstatt immer neue Bundesstaaten zu erzeugen, die nur seinem Machtkalkül dienten, besser auf die eigentlichen Probleme des Landes konzentrieren.[82]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rinderherde auf einer Straße in Juba
Transport von Lebensmitteln auf dem Nil im Bundesstaat Upper Nile

Infolge des Krieges sind unter der Bevölkerung Armut und Hunger verbreitet. Die Landwirtschaft, insbesondere Viehzucht und Hirseanbau, wurde in Mitleidenschaft gezogen und die Versorgung der Flüchtlinge, die aus Nachbarländern und anderen Landesteilen zurückkehren, stellt ein Problem dar.

Der Südsudan ist reich an Bodenschätzen, insbesondere Erdöl, aber auch Gold, Diamanten, Silber, Eisenerz, Kupfer, Chromerz, Zink, Wolfram, Glimmer und Kalkstein.[12] Bereits vor seiner Unabhängigkeit im Jahr 2011 wurde die Autonomieregierung an den Gewinnen hieraus beteiligt. Eine Studie der Weltbank gelangte zu dem Ergebnis, dass die Beteiligung an den Erdöleinnahmen, die der Autonomieregierung zufloss, ausreichen würde, um die Armut zu bekämpfen und die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern.[83] Die Autonomieregierung gab bekannt, die Einnahmen vorrangig für die Entwicklung von Landwirtschaft und Infrastruktur einsetzen zu wollen.[84] Allerdings ist der Südsudan weiterhin (Stand 2010) stark von Importen abhängig, die Möglichkeiten zur Lagerung und Verarbeitung eigener Landwirtschaftsprodukte sind beschränkt. Korruption gilt als bedeutendes Entwicklungshindernis.[85]

Erdöl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Unabhängigkeit verfügt der Südsudan über rund 80 Prozent der bekannten Ölvorkommen des Gesamtsudan. Das Land hat jedoch keinen eigenen Zugang zum Meer und bleibt daher bis auf Weiteres darauf angewiesen, das Erdöl über den Sudan zu exportieren. Es kam zu Streitigkeiten darum, inwieweit der Süden für die Nutzung der Pipelines bezahlen oder die Einnahmen mit dem Norden teilen soll.[86] Nachdem der Sudan mangels Einigung Öl abgezweigt hatte, um auf diese Weise die „Gebühr“ einzutreiben, stellte der Südsudan im Januar 2012 die Förderung vorerst ein.[87] Der südsudanesische Staatshaushalt wurde bis dahin zu 98 Prozent durch Einnahmen aus dem Ölgeschäft finanziert.[88] Am 6. April 2013 startete der Südsudan erneut seine Ölproduktion und den Export durch die Pipelines im Sudan.[89]

Im März 2012 begannen die Arbeiten für eine Pipeline und Verkehrsverbindungen vom Südsudan über Äthiopien zum kenianischen Hafen Lamu, über den das südsudanesische Öl künftig exportiert werden soll.[90] Auf Vermittlung der Afrikanischen Union einigten sich die Konfliktparteien Anfang August 2012 auf ein Abkommen über die Transitgebühren beim Export von südsudanesischem Erdöl durch den Sudan. Die andauernden Grenzstreitigkeiten zwischen beiden Ländern blieben aber trotz der Einigung vorerst ungelöst.[91]

Anfang März 2013 gaben der Südsudan und Äthiopien bekannt, gemeinsam eine Straße von den Ölfeldern im Südsudan durch Äthiopien bis nach Dschibuti bauen zu wollen. Das Erdöl wird dann mit Tanklastwagen nach Dschibuti transportiert, von wo aus es auf Öltanker verladen und exportiert werden kann.[92]

Staatshaushalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 1,8 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 1,8 Mrd. US-Dollar gegenüber.[93]

Nach der Sezession des Südsudan übernahm zunächst der Norden die gesamten Staatsschulden des Gesamtstaates, eine Einigung über eine mögliche Aufteilung der Verbindlichkeiten steht noch aus.[94]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Infrastruktur ist spärlich und befindet sich in einem schlechten Zustand. Die einzige ganzjährig benutzbare Verkehrsverbindung vom Süden in den Norden bot lange der unregelmäßige Schiffsverkehr auf dem Weißen Nil von Juba über Malakal nach Kosti. Die Eisenbahnverbindung aus dem Norden nach Wau wurde 2010 vollständig wieder eröffnet.[95]

Es bestehen verschiedene Pläne, ein Eisenbahnnetz im Südsudan aufzubauen und dieses mit den bestehenden Eisenbahnnetzen Kenias und Ugandas zu verbinden.[96] Im September 2010 meldete ThyssenKrupp, dass sich das Tochterunternehmen ThyssenKrupp GfT Gleistechnik GmbH an der Entwicklung einer Schienenverbindung zwischen Juba und dem ugandischen Gulu beteiligen will.[97]

Flughäfen befinden sich in Juba, Malakal und Wau, zudem gibt es in vielen Distriktorten einfache Landepisten.

Das Straßennetz wird ausgebaut, zunächst vor allem für den Erdöltransport mit Tanklastern. Die Straßen werden von den Ölfeldern im Norden des Landes bis an die äthiopische Grenze verlaufen.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigste Medien sind:[16]

  • Fernsehen: South Sudan State TV
  • Radio: South Sudan State Radio, Radio Miraya (Träger: Vereinte Nationen, Fondation Hirondelle), Radio Bakhita (Träger: katholische Kirche), Radio 98.6 SRS FM (unterstützt durch USA/Schweiz)
  • Zeitungen: The Citizen, Juba Post, New Nation

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Südsudan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Südsudan – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikinews: Südsudan – in den Nachrichten
 Wikivoyage: Südsudan – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The Transitional Constitution of the Republic of South Sudan, 2011; gemäß Artikel 6 (abgerufen am 9. Juli 2011; PDF; 873 kB)
  2. South Sudan relocates its capital from Juba to Ramciel. In: Sudan Tribune. 3. September 2011.
  3. a b CIA World Factbook: Südsudan 16. November 2016 (englisch).
  4. [1]
  5. World Economic Outlook Database. In: imf.org. International Monetary Fund, abgerufen am 12. Juli 2016 (englisch).
  6. [2] United Nations Development Programme (UNDP),
  7. South Sudan secures internet country domain. In: Sudan Tribune. 11. August 2011.
  8. South Sudan gets 211 dialling code. In: news24.com. Abgerufen am 12. Juli 2016.
  9. Art. 1 der Übergangsverfassung (PDF; 873 kB)
  10. a b Die Welt hat einen neuen Staat – Der Südsudan ist offiziell unabhängig, in: Neue Zürcher Zeitung vom 9. Juli 2011. Abgerufen am 9. Juli 2011.
  11. https://www.nzz.ch/international/nahost-und-afrika/suedsudan-als-failed-state-von-anfang-an-gescheitert-ld.104707
  12. a b Südsudan. Das Länderinformationsportal, Mai 2017, abgerufen am 14. Oktober 2017.
  13. Sergio Peçanha: The Tough Task of Defining Sudan’s North-South Border, in: New York Times, 15. Januar 2011.
  14. More than a Line: Sudan’s North-South Border, Concordis International Sudan Report, September 2010 (PDF; 2,6 MB).
  15. Sudan: Defining the North-South Border, International Crisis Group, September 2010.
  16. a b c Südsudan. Auswärtiges Amt, abgerufen am 12. Juli 2016.
  17. a b South Sudan National Bureau Of Statistics 2010, abgerufen 13. Mai 2013
  18. Isaac Vuni: South Sudan parliament throw outs census results. In: Sudan Tribune. 7. Juli 2009.
  19. Maggie Fick: S. Sudan Census Bureau Releases Official Results Amidst Ongoing Census Controversy, In: enough Project, 8. Juni 2009.
  20. South Sudan’s vision to tackle blindness. (Memento vom 19. Januar 2012 im Internet Archive) In: AFP Global Edition, 2008.
  21. Danielle Batist: On the road to freedom. (Memento vom 19. September 2011 im Webarchiv archive.is) In: The Big Issue, 11. Juli 2011.
  22. The Interim Constitution of Southern Sudan, 2005 (PDF; 484 kB), S. 3–4.
  23. Draft constitution of the Republic of South Sudan released. In: Sudan Tribune. 24. April 2011.
  24. The Transitional Constitution of the Republic of South Sudan, 2011. Government of South Sudan. Abgerufen am 4. Februar 2017. Part One, Page 3, 6 (1)
  25. Douglas H. Johnson: The Root Causes of Sudan’s Civil Wars, James Currey Publishers, 2003 (African Issues), ISBN 978-0-85255-392-3, S. 31, 35.
  26. Segreteria di Stato, Libreria Editrice Vaticana: Annuario Pontificio 2008. 2008, ISBN 978-88-209-8021-4.
  27. Kaufmann, E.P. Rethinking ethnicity: majority groups and dominant minorities. Routledge, 2004, ISBN 978-0-415-31542-5 S. 45.
  28. Minahan, J. Encyclopedia of the Stateless Nations: S-Z. Greenwood Press, 2002, ISBN 978-0-313-32384-3, S. 1786.
  29. Arnold, G.: Book Review: Douglas H. Johnson, The Root Causes of Sudan’s Civil Wars. In: African Journal of Political Science Vol.8/1, 2003, S. 147.
  30. Südsudan: Über 2,25 Millionen auf der Flucht. UNHCR, abgerufen am 27. Februar 2016.
  31. 2015 UNHCR country operations profile – South Sudan. UNHCR, abgerufen am 27. Februar 2016 (englisch).
  32. From North to South: Sudan’s displaced head home, in: IRIN News, 20. April 2006.
  33. Southern returnee deluge leaves aid workers in a quandary, in: IRIN News, 28. Dezember 2010. Abgerufen am 4. Januar 2011.
  34. Humanitäre Krise im Südsudan. n-tv, 20. Februar 2017, abgerufen am 10. Oktober 2017.
  35. Famine hits parts of South Sudan. FAO, 20. Februar 2017, abgerufen am 10. Oktober 2017 (englisch).
  36. Warlords treiben Südsudan in Hungersnot. Spiegel Online, 21. Februar 2017, abgerufen am 10. Oktober 2017.
  37. Mareike Schomerus, Tim Allen et al.: Southern Sudan at odds with itself. Dynamics of conflict and predicaments of peace, 2010 (PDF; 5,9 MB).
  38. Fighting for spoils –Armed insurgencies in Greater Upper Nile. In: smallarmssurveysudan.com. Sudan Human Security Baseline Assessment, Small Arms Survey, Geneva Graduate Institute of International and Development Studies, 2011 (PDF; 691 kB, englisch).
  39. May Ying Welsh: Sudan: Transcending tribe. In: Al Jazeera English.
  40. Mareike Schomerus: The Lord’s Resistance Army in Sudan: A History and Overview, Sudan Human Security Baseline Assessment (HSBA) Working Paper 8, 2007 (PDF; 1,4 MB).
  41. Dominic Johnson: Südsudan stimmt für Unabhängigkeit, in: taz.de, 21. Januar 2011.
  42. Weg frei für Unabhängigkeit, in: Domradio, 25. Januar 2011.
  43. Simone Schlindwein: Ergebnis besser als im Sozialismus. In: taz.de, 30. Januar 2011.
  44. North and South Sudan disengage institutions to form two independent states. In: Sudan Tribune. 8. März 2011.
  45. Khartoum opens embassy in Juba as South Sudan approaches separation. In: Sudan Tribune. 20. März 2011.
  46. Frankfurter Allgemeine Zeitung: Nord- und Südsudan einigen sich auf Abzug, 21. Juni 2011.
  47. Ingrid Thurner: Stammeskrieg im Südsudan? in: Die Presse, 3. Jänner 2011
  48. Putschversuch und schwere Kämpfe im Südsudan in: welt.de, 16. Dezember 2013
  49. Angst vor neuem Bürgerkrieg im Südsudan in: tagesanzeiger.ch, 18. Dezember 2013
  50. Zurück in den Bürgerkrieg in: taz.de, 16. Dezember 2013
  51. Bis zu 500 Tote im Südsudan in: zeit.de, 18. Dezember 2013
  52. OCHA: South Sudan crisis Situation Report as of 26 December 2013 Report number 4 - 26. Dezember 2013
  53. merkur.de: Krise im Südsudan, 19. Dezember 2013
  54. Bundeswehr evakuiert Deutsche aus dem Südsudan in: welt.de, 19. Dezember 2013
  55. Evacuation operation aborted as U.S. planes come under fire in South Sudan in: cnn.com, 21. Dezember 2013
  56. Ban demands end to violence as UN mission relocates staff from Juba UN News Centre, 22. Dezember 2013
  57. UN mission in South Sudan mourns fallen peacekeepers UN News Centre, 21. Dezember 2013
  58. Weitere Tote bei Kampf um Posten in Akobo in: tagesspiegel.de, 21. Dezember 2013
  59. United Nations Mission in South Sudan – PRESS RELEASE 22. Dezember 2013, UNMISS (PDF-Datei; 262,4 kB)
  60. Südsudan: Uno hat Hinweise auf Kriegsverbrechen in: Spiegel Online, 24. Dezember 2013.
  61. Südsudan: Uno-Mission dementiert Fund von Massengräbern in: Spiegel Online, 25. Dezember 2013.
  62. Krise in Afrika: Uno schickt mehr Blauhelme in den Südsudan in: Spiegel Online, 24. Dezember 2013.
  63. South Sudan army recaptures key town of Bor in: BBC News, 24. Dezember 2013.
  64. Frankfurter Allgemeine Zeitung: Regierung und Rebellen vereinbaren Friedensgespräche, 31. Dezember 2013.
  65. Cessez-le-feu au Soudan du Sud. In: lemonde.fr. 23. Januar 2014, abgerufen am 12. Juli 2016 (französisch).
  66. Dominic Johnson: Kämpfe im Südsudan: Bürgerkrieg geht in zweite Runde. In: taz.de. 20. Februar 2014, abgerufen am 12. Juli 2016.
  67. Apa/ag. Erneute Waffenruhe im Südsudan vereinbart. Salzburger Nachrichten, 25. August 2014
  68. Justin Lynch: “UN expert warns of South Sudan ‘population engineering’” Washington Post vom 14. März 2017
  69. a b c O.H.Rolandsen: Another civil war in South Sudan: the failure of Guerrilla Government? In: Journal of Eastern African Studies. 14. Oktober 2014, abgerufen am 14. Oktober 2017 (englisch).
  70. ICG
  71. UN welcomes South Sudan as 193rd Member State, in: UN News Centre, 14. Juli 2011.
  72. African Union Welcomes South Sudan as the 54th Member State of the Union, Medienmitteilung der AU, 28. Juli 2011.
  73. Uno fordert Sudan und Südsudan zu Ende der Gewalt auf. In: nzz.ch. Neue Zürcher Zeitung, abgerufen am 12. Juli 2016.
  74. Südsudan und Sudan legen ihren Ölstreit bei. In: Welt Online. 5. August 2012, abgerufen am 12. Juli 2016.
  75. Krieg in Südsudan: Khartum und Juba erwägen gemeinsame Einheiten. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 6. Januar 2014, abgerufen am 12. Juli 2016.
  76. Südsudan: Weitverbreitete Kinderehen abschaffen. In: hrw.org. 7. März 2013, abgerufen am 12. Juli 2016.
  77. Südsudan: Willkürliche Verhaftungen, katastrophale Haftbedingungen. In: hrw.org. 21. Juni 2012, abgerufen am 12. Juli 2016.
  78. FACTBOX-How Sudan and South Sudan shape up militarily. Thomson Reuters Foundation - Thu, 19 Apr 2012 (engl.)
  79. Central Bureau of Statistics/Southern Sudan Centre for Census Statistics and Evaluation: 5th Sudan Population and Housing Census – 2008 (PDF; 425 kB), Table: T02
  80. Establishment Oder for the Creation of 28 States. Sudan Tribune, 2. Oktober 2015, abgerufen am 30. April 2017 (PDF, englisch).
  81. Das Präsidentendekret enthält hier einen Schreibfehler und ist deswegen nicht eindeutig.
  82. South Sudanese President creates four more states. sudantribune.com, 16. Januar 2017, abgerufen am 1. Mai 2017 (englisch).
  83. S. Sudan has enough money to build up social services – W Bank. In: Sudan Tribune. 10. November 2006.
  84. South Sudan to use oil money on agriculture – official. In: Sudan Tribune. 1. Dezember 2006.
  85. Ilona Eveleens: Waffenschmuggel statt Obst, in: taz.de, 8. Januar 2010.
  86. South Sudan rules out sharing oil revenue with North. In: Sudan Tribune. 16. Februar 2011.
  87. South Sudan Shuts Off Oil in Dispute With Sudan, in: New York Times, 23. Januar 2012
  88. Analysis: South Sudan’s economy to be vulnerable after split, Reuters, 6. Januar 2011.
  89. South Sudan restarts oil production. In: bbc.com. Abgerufen am 12. Juli 2016 (britisches Englisch).
  90. Lamu port project launched for South Sudan and Ethiopia, in: BBC News, 2. März 2012
  91. swissinfo: Sudan und Südsudan einigen sich im Erdöl-Streit, 4. August 2012.
  92. South Sudan to export crude oil by road through Ethiopia
  93. National Bureau of Statistics (Hrsg.): South Sudan Statistical Yearbook 2011. National Bureau of Statistics, Juba 2011 (XPS-Datei; 27,8 MB)
  94. International Debt. In: Sudan Tribune.
  95. Bashir promises more railway construction in South Sudan. In: Sudan Tribune. 11. März 2010.
  96. Cordula Meyer: Eisenbahn durch die Hölle, in: Der Spiegel 45/2004.
  97. Plans for East African rail project headed by ThyssenKrupp GfT Gleistechnik, Pressemitteilung der Thyssenkrupp AG vom 30. September 2010, abgerufen am 15. August 2011.

Koordinaten: 7° N, 30° O