Sandhi
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Sandhi (Sanskrit संधि – „Zusammensetzung“) ist ein Begriff der altindischen Grammatik, der auch heute noch in der Linguistik verwendet wird, um systematische phonologische Änderungen beim Zusammentreffen von zwei Morphemen oder Lexemen zu beschreiben. Sandhi dient damit der Vereinfachung der Aussprache der Wörter und Begriffe, indem aufeinanderfolgende Elemente einander angeglichen werden. Dies kann durch Weglassen oder Hinzufügen von Phonemen ebenso erfolgen wie durch die Veränderung des Artikulationsorts.
Man unterscheidet internes und externes Sandhi.
Internes Sandhi tritt auf, wenn zwei Morpheme innerhalb eines Wortes betroffen sind. So zum Beispiel im Türkischen, wo ein finales -k zu -ğ wird, wenn das folgende Morphem mit einem Vokal beginnt. So wird köpek „der Hund“ (Nominativ) durch das Akkusativ-Suffix -i zu köpeğ-i „den Hund“ (Akkusativ).
Ein anderes Beispiel wäre im Griechischen und daraus resultierend beispielsweise auch im Englischen und Deutschen die systematische Veränderung des Präfixes syn- zu sym-. Wenn das folgende Morphem mit einem Labial beginnt, so wird der ursprünglich alveolare Nasal n zum labialen Nasal m. Vergleich: syn-opsis, syn-these, ent-halten vs. Sym-pathie, sym-metrisch, emp-fangen. Das Wort „Sandhi“ ist selbst ein Beispiel für den umgekehrten Fall – es ist eine Zusammensetzung aus „sam“ und „dhi“.
Externes Sandhi nennt man vergleichbare phonologische Änderungen beim Aufeinandertreffen zweier Wörter. So zum Beispiel regelmäßig bei der Liaison im Französischen zu beobachten. Ein Fall im Englischen wäre der Wandel des unbestimmten Artikel a zu an, wenn das folgende Wort mit einem Vokal beginnt. Alle Sprachen des Rheinlands und seiner Umgebung (Rheinhessisch, Pfälzisch, Luxemburgisch, Ripuarisch, Limburgisch) kennen es in unterschiedlicher, häufig optionaler Form; Im Kölschen sind Betonung und Satzmelodie vielfach bedeutungstragend; bis hin zur Verneinung. Sandhi unterstützt das. Das Wort „Ich“ zum Beispiel, Isch hann… „Ich habe…“, eine mögliche Antwort: Ijj_ävver nit. „Ich aber nicht.“ (jj kann wie j und wie ein stimmhaftes sch gesprochen werden); wer es sehr eilig hat oder nicht stören will, kann dieses dadurch klar machen, dass er im Ton einer Feststellung schnell/hoch spricht: Ka j schö_sare statt zu fragen: Kann Isch Tschööh saagen? beides: „Darf ich mich verabschieden?“;
Ein Beispiel aus dem Norwegischen: Jeg har sagt ---) Jeg ha schagt (rs --) sch) („Ich habe gesagt“)

