Sandl

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Dieser Artikel erläutert den Ort Sandl im Mühlviertel; zum Berg Sandl in Niederösterreich siehe Sandl (Wachau).
Wappen Karte
Wappen von Sandl
Sandl (Österreich)
DEC
Sandl
Basisdaten
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Bundesland Oberösterreich
Politischer Bezirk Freistadt (FR)
Fläche 58,4 km²
Koordinaten 48° 34′ N, 14° 39′ O48.56111111111114.644444444444927Koordinaten: 48° 33′ 40″ N, 14° 38′ 40″ O
Höhe 927 m ü. A.
Einwohner 1471 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte 25 Einwohner je km²
Postleitzahl 4251
Vorwahl 07944
Gemeindekennziffer 4 06 16
AT313
Adresse der
Gemeindeverwaltung
Sandl 70
4251 Sandl
Offizielle Website
Politik
Bürgermeister Alois Pils (SPÖ)
Gemeinderat (2003)
(19 Mitglieder)
10 SPÖ, 8 ÖVP, 1 SANDL
Lage der Gemeinde Sandl
Karte

Sandl ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Freistadt im Mühlviertel mit rund 1500 Einwohnern. Der zuständige Gerichtsbezirk ist Freistadt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Sandl liegt auf 927 m Höhe im Freiwald. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 10,5 km und von West nach Ost 10,5 km. Die Gesamtfläche beträgt 58,3 km². 40,3 km² sind bewaldet und 17 km² landwirtschaftlich genutzt.

Westlich von Sandl erhebt sich der Viehberg (1112 m), östlich der Hengstberg (993 m) und nordöstlich der Steinberg (1072 m), dessen Gipfel auf tschechischen Gebiet liegt. Im Ort entspringt die Maltsch.

[Bearbeiten] Ortsteile

  • Eben
  • Größgstötten
  • Gugu
  • Hacklbrunn
  • Hundsberg
  • Königsau
  • Neuhof
  • Plochwald
  • Pürstling
  • Rindlberg
  • Rothenbachl
  • Sandl
  • Schönberg
  • Steinkreuz
  • Steinwald
  • Tafelberg
  • Viehberg
  • Weinviertl

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

  Pohorská Ves (CZ) Bad Großpertholz (NÖ)
Windhaag Datei:Windrose_klein.svg Liebenau
St .Oswald   Weitersfelden

[Bearbeiten] Geschichte

Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum 'Österreich ob der Enns' zugerechnet. Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt. Im Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert gab es eine Schemme auf der Maltsch, damit wurde Bauholz nach Norden in Richtung Budweis und Prag verbracht. Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum "Gau Oberdonau". Nach 1945 lag Sandl in der sowjetrussischen Besatzungszone und nach 1955 erfolgte ein Aus- und Neubau der Infrastruktur.

Sandl war ein Zentrum der Hinterglasmalerei, im Ort wurde dazu ein Museum eingerichtet.

[Bearbeiten] Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung[1]
Jahr Einwohner   Jahr Einwohner
1869 1.677   1951 1.633
1880 1.644   1961 1.768
1890 1.673   1971 1.730
1900 1.781   1981 1.650
1910 1.766   1991 1.558
1923 1.666   2001 1.531
1934 1.782   2008 1.467
1939 1.725

[Bearbeiten] Entwicklung und Struktur

Im Jahr 1869 wohnten im Gemeindegebiet 1677 Menschen. Bis 1900 wuchs die Bevölkerung auf 1781 Menschen an. Danach schwankte die Bevölkerungszahl bis 1961 auf hohem Niveau, und erreichte 1934 mit 1782 Einwohnern der höchste Stand in der Geschichte. Seit 1961 schrumpft die Bevölkerung merklich, was vermutlich auf die dezentrale Lage zurückzuführen ist. Im Jahr 1991 hatte die Gemeinde 1558 Einwohner, bei der Volkszählung 2001 nur mehr 1531, was einem Rückgang von 1,7 % entspricht. Am 1. Jänner 2008 verzeichnete die Gemeinde 1467 Einwohner.[1]

Bei der Volkszählung 2001 betrug der Anteil der Einwohner, die 60 Jahre und älter waren, 20,8 %; 22,1 % waren unter 15 Jahre alt. Der Anteil der weiblichen Bevölkerung lag bei 50,1 %.[2]

Von den 1192 Bewohnern Sandls, die 2001 über 15 Jahre alt waren, hatten 3,4 % eine Universität, Fachhochschule oder Akademie abgeschlossen. Weitere 6,4 % hatten eine Matura absolviert, 43,7 % hatten einen Lehrabschluss oder eine berufsbildende mittlere Schule besucht und 46,6 % aller Sandler hatten die Pflichtschule als höchsten Abschluss.[3]

[Bearbeiten] Herkunft und Sprache

Der deutsche Dialekt, der im Raum Sandl sowie in Oberösterreich allgemein gesprochen wird, ist das Mittelbairische. 98,5 % der Sandler gaben 2001 Deutsch als Umgangssprache an. Weitere 0,5 % sprachen hauptsächlich türkisch, 0,2 % tschechisch, der Rest sprach andere Sprachen.

Der Anteil der Sandler mit ausländischer Staatsbürgerschaft lag 2001 mit 1,2 % weit unter dem Durchschnitt Oberösterreichs. Dabei hatten 0,5 % der Sandler Bevölkerung eine Staatsbürgerschaft der Türkei, 0,3 % eine aus Deutschland und 0,5 % entfielen auf sonstige Staatsbürger. Insgesamt waren 2001 etwa 2,1 % der Sandler in einem anderen Land als in Österreich geboren.[2]

[Bearbeiten] Politik

Die Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen finden alle sechs Jahre, zeitgleich mit der Landtagswahl statt. Seit dem Jahr 1945 erreichte die SPÖ oftmals die meisten Stimmen, zwischen 1967 und 1997 immer mit absoluter Mehrheit. Zweitstärkste Partei in diesen Jahren wurde immer die ÖVP. 2003 wurde die SPÖ mit 47,8 % stimmenstärkste Partei und regiert mit absoluter Mehrheit.[4]

Die Gemeinderatswahl 2003 mit einer Wahlbeteiligung von 91,4 % ergab folgendes Ergebnis:

Partei / politische Gruppierung Stimmen-
anteil
Verän-
derung
Sitze im Gemeinderat Verän-
derung
SPÖ 47,8 % +6 % 10 +2
ÖVP 41,7 % -1,3 % 8 -1
Bürgerliste Sandl 5,9 % -0,1 % 1 0
Bürgerliste G.N.U. 4,6 % 0 % 0 -1

Bürgermeister der Gemeinde ist Alois Pils von der SPÖ. Der Gemeinderat besteht aus 19 Mitgliedern.

Die nächste Gemeinderatswahl wird turnusmäßig im September 2009 abgehalten.

[Bearbeiten] Wappen

Wappen Sandl

Das Wappen ist dreigeteilt mit der Grundfarbe Gelb. Ein grüner Schräglinksbalken zeigt eine silberne Zugsäge mit goldenen Griffen, die die Forstwirtschaft in den ausgedehnten Forsten des Freiwaldes symbolisiert. Oben befindet sich eine Sandlbildrose mit schwarzem Stiel und schwarzen Blättern, dies ist der Hinweis auf die reichhaltige Kultur der Hinterglasmalerei. Unten wird ein blauer Schneekristall gezeigt, was auf die Rolle als Wintersportort im nordöstlichen Mühlviertel hinweist. Die Gemeindefarben sind Gelb-Rot-Gelb.

Die Verleihung des Gemeindewappens und die Genehmigung der Gemeindefarben erfolgte am 8. März 1976.[5]

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Bauwerke

[Bearbeiten] Naturdenkmäler

  • Großer und Kleiner Rosenhoferteich: Der kleine Teich ist ein beliebter Badeort die einheimischen Bevölkerung, aber auch für Gäste. Außerdem sind die Teichanlagen wichtige Lebensräume für selten gewordenen Pflanzen- und Tierarten.

[Bearbeiten] Museen

  • Hinterglasmuseum Sandl: Ca. 140 Originale zeigen die Entwicklung der Hinterglasmalerei in Sandl, einem der bedeutendsten Orte für diese Kunst.

[Bearbeiten] Sport

Der Viehberg ist ein wichtiges Schigebiet im nordöstlichen Mühlviertel und durch die Pisten ideal für Anfänger.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehr

Die Böhmerwald Straße (B 38) führt durch den Gemeindeort.

[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen und Bildung

Im Ort stehen ein Kindergarten, eine Volksschule und eine Hauptschule zur Verfügung. Zusätzlich besteht ein Hallenbad.

Im Gemeindegebiet existieren drei Freiwillige Feuerwehren, in: Gugu-Schönberg, Pürstling und Sandl.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

  • Prof. Wolfgang Wöss: Er ist Leiter der Sternwarte Tafelberg und hat mit der NASA zusammengearbeitet (Voyager- und Apollo-Programm). Zudem hat er sich auch am Planetenwanderweg von Freistadt nach Sandl beteiligt.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b Statistik Austria: Einwohnerzahl und Komponenten der Bevölkerungsentwicklung (download als pdf)
  2. a b Volkszählung 2001: Demografische Daten (download als pdf)
  3. Volkszählung 2001: Wohnbevölkerung (download als pdf)
  4. Gemeinderatswahlen Prozentanteile: Gemeindewahl Sandl (abgerufen am 27. Oktober 2008)
  5. Land Oberösterreich, Landesgeschichte: Wappen der Gemeinde Sandl (abgerufen am 27. Oktober 2008)

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

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