Saturn (Mythologie)

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Saturn (lateinisch: Saturnus) ist ein Gott der römischen Mythologie, der im Lauf der Zeit mit dem griechischen Kronos gleichgesetzt wurde.

Saturn verschlingt seinen Sohn (Rubens, 1636)

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Mythologie

Saturn war vor allem der Gott des Ackerbaus und galt als Symbol des mythischen Goldenen Zeitalters, der Saturnia regna. Nach Hesiod ist er der Sohn des Himmelsgottes Uranus und der Erdgöttin Tellus (vielleicht aber auch Gäa, die allerdings griechisch ist). Er kommt zu großer Macht, nachdem er seinen Vater überwältigt und kastriert. Eine Prophezeiung jedoch sagt voraus, dass er durch die Hand seines eigenen Sohnes entmachtet werden wird. Deshalb fraß Saturn alle seine Kinder, bis auf seinen sechsten Sohn Jupiter, den Saturns Gattin Ops auf der Insel Kreta versteckt hielt und Saturn an seiner Stelle einen in Kleider gehüllten Stein anbot (siehe auch Omphalos) (vergleiche mit Kronos, Rhea und Zeus). Nach seiner Entmachtung durch Jupiter floh er zusammen mit Ops (sie entspricht der griechischen Rhea), der römischen Göttin des Erntesegens und der Fruchtbarkeit nach Latium, wo er von Ianus aufgenommen wurde. Als Dank lehrte er die Einwohner Latiums die Kunst des Ackerbaus.

[Bearbeiten] Römische, Italische und Etruskische Redundanzen und Verwirrungen

Zusammen mit Saturn wurde die weithin vergessene Göttin Lua (die von den Römern ursprünglich als seine Frau oder auch Tochter angesehen wurde) geehrt, die mit Verderben in Verbindung gebracht wurde.
Ceres, die römische Göttin des Ackerbaus, des Todes und der Ehe – ein Aufgabenfeld, das sie sich mit Juno teilte, welche ebenso wie Ceres als Tochter des Saturn und der Ops galt – musste sich also den Ackerbau wiederum mit ihrer Mutter Ops teilen.

Ursprünglich waren wohl all diese Göttinnen anderweitig beheimatet, so ist Juno sozusagen als Pendant zur Griechischen Hera zu betrachten. Lua ist italischer, wohl etruskischer Herkunft, während Ceres immerhin bedingt von Demeter zu unterscheiden ist, obwohl auch sie genauso wie ihre beiden Kinder Liber und Libera aus dem Etruskischen stammt, wo anscheinend bereits die Vermischung mit Demeter stattgefunden hat.

[Bearbeiten] Kult und Verehrung

In seinem Tempel (am Fuß des Kapitols) wurde der römische Staatsschatz (aerarium Saturni) aufbewahrt. Sein Hauptfest, die Saturnalien, fand alljährlich vom 17. Dezember an durch mehrere Tage statt. Es war die populärste und fröhlichste Feierlichkeit im antiken Rom (man beschenkte einander und bewirtete die Sklaven am eigenen Tisch).

Ihm ist der sechste der Planeten zugeordnet (im Altertum der äußerste). Der englische Tagesname „Saturday" bezieht sich auf diesen Planeten.

[Bearbeiten] Spätere Deutungen

In der mittelalterlichen Astrologie stand Saturn – der traditionell mit einer Sichel oder Sense dargestellt wird – für Unglück: Sorgen, Melancholie, Krankheiten und harte Arbeit, jedoch auch für Ordnung und Maß.

Siehe auch: Römische Mythologie.

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