Sozialliberale Koalition
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Unter einer sozialliberalen Koalition versteht man eine Koalition zwischen einer sozialdemokratischen/sozialistischen und einer liberalen Partei.
[Bearbeiten] Deutschland
In Deutschland bedeutet dies eine Koalition zwischen der SPD und der FDP. Aufgrund der Farben der beiden Parteien spricht man hier auch von einer „rot-gelben Koalition“.
Sozialliberale Koalitionen sind seit der sogenannten Wende von 1982 selten geworden, da die SPD meist eher mit Bündnis 90/Die Grünen koaliert und sich die FDP eher in Richtung Unionsparteien orientiert. Dennoch sind sie immer wieder in der Diskussion, auch als mögliches Regierungsmodell auf der Bundesebene bzw. unter Einbeziehung der Grünen als Ampelkoalition. Eine Sozialliberale Koalition regierte von 1991 bis 2006 das Land Rheinland-Pfalz und wäre – hätte die SPD nicht eine absolute Mehrheit errungen – wohl fortgeführt worden.
Von 1969 bis 1982 regierte auf Bundesebene eine Sozialliberale Koalition unter den Bundeskanzlern Willy Brandt und Helmut Schmidt. Früher waren sozialliberale Koalitionen auch in mehreren anderen deutschen Ländern an der Macht.
- Berlin
- 1963–1966 Willy Brandt (trotz absoluter Mehrheit)
- 1966–1967 Heinrich Albertz (trotz absoluter Mehrheit)
- 1967–1971 Klaus Schütz (trotz absoluter Mehrheit)
- 1975–1977 Klaus Schütz
- 1977–1981 Dietrich Stobbe
- 1981 Hans-Jochen Vogel
- Bremen
- 1959–1965 Wilhelm Kaisen
- 1967–1971 Hans Koschnick
- Hamburg
- 1957–1961 Max Brauer
- 1961–1965 Paul Nevermann
- 1965–1966 Herbert Weichmann
- 1970–1971 Herbert Weichmann
- 1971–1974 Peter Schulz
- 1974–1978 Hans-Ulrich Klose
- 1987–1988 Klaus von Dohnanyi
- 1988–1991 Henning Voscherau
- Hessen
- 1970–1976 Albert Osswald
- 1976–1982 Holger Börner
- Niedersachsen
- 1963–1965 Georg Diederichs
- 1974–1976 Alfred Kubel
- Nordrhein-Westfalen
- 1956–1958 Fritz Steinhoff
- 1966–1978 Heinz Kühn
- 1978–1980 Johannes Rau
- Rheinland-Pfalz
- 1991–1994 Rudolf Scharping
- 1994–2006 Kurt Beck
Bis 1991 hatte die FDP in Rheinland-Pfalz mit der CDU regiert. Bei der Landtagswahl 1991 verlor Schwarz-Gelb aber die absolute Mehrheit und die FDP koalierte daraufhin mit der SPD. Bei der Landtagswahl 1996 bekamen CDU und FDP wieder eine Mehrheit, die FDP setzte aber die Regierungsarbeit mit der SPD fort. Fünf Jahre später erhielt das damals in Deutschland viel praktizierte Bündnis Rot-Grün eine Mehrheit, aber die Sozialliberale Koalition beendete ihre Zusammenarbeit nicht. Erst 2006 endete diese als die SPD die absolute Mehrheit der Sitze im Landtag errang.

