St. Lorenz (Nürnberg)

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St. Lorenz

St. Lorenz war die Pfarrkirche des südlich der Pegnitz gelegenen mittelalterlichen Siedlungskerns der ehemaligen freien Reichsstadt Nürnberg und bildet städtebaulich das Pendant zu der älteren Kirche St. Sebald im nördlichen Stadtteil. Baubeginn der dreischiffigen Basilika war um 1250, der spätgotische Hallenchor wurde 1477 vollendet. Patron der Kirche ist der Heilige Lorenz. Der im Zweiten Weltkrieg stark beschädigte Bau wurde nach altem Vorbild wieder aufgebaut.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Baugeschichte

St.Lorenz von Süden

Erste Erwähnungen einer Laurentius-Kapelle in Nürnberg stammen aus den Jahren 1235 und 1258; bei einer Grabung wurde 1929 festgestellt, dass es sich bei dem romanischen Vorgängerbau um eine kleinere dreischiffige Pfeilerbasilika handelte. Teile dieses Baues des frühen 13. Jahrhunderts sind im aufgehenden Mauerwerk wiederverwendet worden.

Die Baugeschichte der heutigen Lorenzkirche wurde stets durch das Vorbild bzw. die Konkurrenz der im Mittelalter bedeutenderen Sebalduskirche angeregt. Der Baubeginn der dreischiffigen Basilika ist auf ca. 1250 zu datieren (St. Sebald ca. 1230/40). Die prächtige Westfassade der Lorenzkirche ist durch die Allianzwappen Karls IV. und seiner dritten Frau Anna von Schweidnitz relativ genau zu datieren (Heirat 1353). Die dreischiffigen Basilika war um 1390 fertiggestellt. Schon um 1400 erweiterte man jedoch (wiederum nach dem Vorbild St. Sebald) die Seitenschiffe, indem man ihre Außenwände so weit nach außen verschob, dass die nun im Inneren des Kirchenraums befindlichen Strebepfeiler kleine Privatkapellen für die Ratsgeschlechter bildeten. Der letzte große Bauabschnitt, die Errichtung des Hallenchors über dem Deocarus-Altar fiel in die Jahre 1439-77 (Die Fertigstellung istinschriftlich gesichert; Hallenchor St. Sebald 1361-79).

Die Kirche ist bei Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg und im Endkampf um Nürnberg im April 1945 schwer beschädigt und 1949 wieder aufgebaut worden. Hauptsächlich wurde bei den Luftangriffen das Dach und das Gewölbe zerstört. Der Dachstuhl wurde vollständig neu konstruiert, wobei der Dachstuhl über dem Langhaus auf Grund von Materialknappheit aus Stahl errichtet wurde. Es mussten über 1,5 km Gewölbestreben und neue Schlusssteine eingebaut werden.

[Bearbeiten] Geschichte

Zumindest der Vorgängerbau der Lorenzkirche, erwähnt in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, war der bambergischen Oberpfarrei in Fürth unterstellt, während St. Sebald ursprünglich zu Poppenreuth gehörte. St. Lorenz konnte über das gesamte Mittelalter nie die Bedeutung der Schwesterkirche erreichen, wobei der Höhepunkt dieser Entwicklung 1425 mit der öffentlichen Heiligsprechung des schon seit zwei Jahrhunderten verehrten Lokalheiligen Sebald durch die Kurie erreicht war. Der heilige Laurentius, Patron der Lorenzkirche, bot nicht den gleichen Identifikationsraum, zumal man nicht über seinen Leichnam verfügte. So erklärt sich auch die im 15. Jahrhundert wachsende Verehrung des Heiligen Deocarus, Beichtvater Karls des Großen, dessen Reliquien seit 1316 in der Lorenzkirche aufbewahrt wurden. Über seinem 1436/37 gestifteten Altar ließ man, nachweislich aus den Mitteln Nürnberger Bürger, den spätgotischen Hallenchor im Osten der Kirche errichten.

Nicht nur für die Errichtung des Hallenchors (1439-1477), sondern für den gesamten Bau ist die Finanzierung durch reiche Bürger bzw. den Rat der Stadt wahrscheinlich. Dasselbe gilt für das teils sehr kostbare Inventar, in einigen Fällen lässt sich hier ein konkreter Stifter aus dem Patriziat feststellen (so beim Sakramentshaus und beim Englischen Gruß). Dies dürfte auch der Grund dafür gewesen sein, dass die Kunstschätze von St. Lorenz während der Reformationszeit von Bilderstürmen verschont blieben. St. Lorenz war eine der ersten Kirchen in Deutschland, die evangelisch-lutherisch wurden (1525), doch offenbar wollte man in Nürnberg das Andenken an die eigenen Vorfahren ehren und ließ deshalb die von ihnen gestifteten Bildwerke bestehen.

In der weiteren Geschichte der Kirche finden sich bekannte Persönlichkeiten: So war als Prediger unter anderen Andreas Osiander in St. Lorenz tätig - sein Bild hängt heute noch in der Lorenzer Sakristei.

[Bearbeiten] Baugestalt

Die Westfassade ist für eine Stadtpfarrkirche überaus reich gegliedert, was den hohen Anspruch der Nürnberger Bürgerschaft widerspiegelt, die im Wesentlichen die Finanzierung des Bauwerks trug. Dominiert wird die Fassade durch die beiden Türme, deren Vorbild wiederum in St. Sebald und damit indirekt im Bamberger Dom zu suchen ist, das spitz aufragende Gewändeportal, die reich gegliederte Fensterrose mit neun Meter Durchmesser sowie der fein durchbrochene Maßwerkgiebel, Elemente, die in Gestalt und Anspruch allesamt der Kathedralgotik entlehnt sind.

Das Langhaus hat die Form einer dreischiffigen Pfeilerbasilika von acht Joch (Architektur)Jochen. Im Mittelschiff tragen Spitzbogenarkaden auf Bündelpfeilern die Hochschiffwand, pro Joch durchbricht ein Spitzbogenfenster die Obergadenwand. Vorgelegte Dienstbündel tragen ein Kreuzrippengewölbe, dessen Rippen bis auf das Niveau der Obergadenfenstersimse herabgezogen sind. Die Besonderheit der wesentlich niedrigeren Seitenschiffe besteht in den kleinen Familienkapellen, die durch die Verschiebung der Außenwände bis an die Außenkante der Strebepfeiler entstanden sind.

Der spätgotische Hallenchor, Spiegel der architektonischen Mode seiner Zeit, ist nahtlos mit dem Hauptschiff verbunden. Er zeichnet sich vor allem durch sein verspieltes Netzgewölbe sowie die prächtigen, zweistöckigen Maßwerkfenster im Umgang aus. An der Südseite ist eine zweistöckige Sakristei eingefügt.

Maße der Kirche Mittelschiff Seitenschiff Hallenchor
Länge: 91,20 m Höhe: 24,20 m Höhe: 11,50 m Höhe: 24,20 m
Breite: 30,00 m Breite: 10,40 m Breite: 5,90 m Breite: 28,60 m

Die Türme sind 80,8 m bzw. 81 m hoch.

[Bearbeiten] Kunstwerke

Nicht alle beweglichen Stücke der überreichen Ausstattung stammen ursprünglich aus St. Lorenz. Viele der Kulturgüter stammen aus säkularisierten oder zerstörten Klöstern Nürnbergs und des Umlandes.

Besonders hervorzuheben sind zwei Meisterwerke der spätgotischen Skulptur, die zur ursprünglichen Ausstattung der Kirche gehören: Auf der einen Seite das von Adam Kraft 1493–1496 geschaffene Sakramentshäuschen (gestiftet von Hans Imhoff d. Ä.). Es ist ein 18,70 m hohes Tabernakel aus Sandstein, bestehend aus einer begehbaren Umgangsbühne und einer daraus emporwachsenden, spitz zulaufenden, doch zur Decke hin eingerollten Fiale, die vielfältig fein durchbrochen ist. Gestützt wird der Aufbau von den Rücken dreier hockender Figuren in drei verschiedenen Lebensaltern, deren mittlere - ausgestattet mit Steinmetzwerkzeug - wohl den Künstler selbst zeigt. Oberhalb des eigentlichen Sakramentsschränkchens sind verschiedene Szenen der Passion Christi dargestellt. Trotz seiner filigranen Gestalt und der starken Beschädigung der Lorenzkirche durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg konnte das Sakramentshäuschen durch eine Ummauerung weitgehend vor der Zerstörung bewahrt werden.

Nürnberg, St. Lorenz, Nordseite, Winkel von Lang- und Querhaus: Vorhalle mit Ölberg

Das zweite Highlight spätgotischer Skulptur ist der im Chor aufgehängte Englische Gruß (auch: Engelsgruß im Rosenkranz), der 1517/18 vom Patrizier Anton Tucher bei dem Bildschnitzer Veit Stoß in Auftrag gegeben wurde. Er zeigt die übermannsgroßen, farbig gefassten und zu großen Teilen vergoldeten Lindenholz-Figuren von Maria und Gabriel im Moment der Verkündigung, umgeben von einem Kranz aus 55 goldenen Rosen (372x320 cm). Über der Szene thront der segnende Gottvater, um die Köpfe der Protagonisten schwirren musizierende Engel, am unteren Ende befindet sich eine Schlange mit angebissenem Apfel im Maul. Sieben Medaillons zeigen die sieben Freuden Mariens. Durch einen Absturz am 2. April 1817 beinahe vollständig zerstört, musste der Englische Gruß aufwendig restauriert werden. Zugehörig sind die 12 Leuchterengel über den Chorstühlen und der zentral vorgelagerte Marienleuchter.

Als eines der wenigen datierten Altarwerke ist der Deocarus-Altar von 1436/1437 für die Geschichte der Nürnberger Malerei und Bilderschnitzerei als Angelpunkt von großer Bedeutung. Von 1316 bis ins 19. Jahrhundert hinein beherbergte die Lorenzkirche im Deocarusaltar Reliquien dieses Heiligen, dem legendären Gründer und ersten Abt der Stadt Herrieden. Auf dem rechten Predellenflügel ist eine Szene dargestellt, in der Ludwig der Bayer der Stadt Nürnberg die Reliquien des Heiligen übergibt.

Zahlreiche Altäre mit Schnitzwerk und Gemälden, Skulpturen aus Holz und Stein, Glasmalereien, einige Wandgemälde, Glocken, Epitaphien, Totenschilde und ein Chorgestühl vom Ende des 15. Jahrhunderts vervollständigen das Bild. Auch am Außenbau sind zahlreiche Skulpturen angebracht, bei einigen handelt es sich um Kopien.

[Bearbeiten] Glocken

Das Geläut der Lorenzkirche besteht aus insgesamt 17 läutbaren Glocken und stellt damit das zweitumfangreichste Geläut einer evangelischen Kirche in Deutschland dar. Es besteht aus dem zehnstimmigen Hauptgeläut (1–10), dem Cymbelgeläut (11–15) und den beiden Imhoffglocken. Die restaurierte Feuerglocke steht als Mahnmal an die beiden Weltkriege am Westportal.

Nr. Name Gussjahr Gießer Durchmesser
(mm)
Gewicht
(kg)
Nominal
(16tel)
Glockenstuhl
1 Christusglocke 1953 Friedrich Wilhelm Schilling 1815 4407 h0 −4 Nordturm
2 Tagmessglocke 1552 Hans (III) Glockengieser 1490 2006 d1 −1 Nordturm
3 Laurentia (Betglocke) 1409 Hainrich Grunwalt 1608 2600 e1 −1 Südturm
4 Totengedenkglocke 1953 Friedrich Wilhelm Schilling 1180 1153 fis1 ±0 Südturm
5 Garausglocke ~1400 (Hermann Kessler) 1040 ~700 gis1 +2 Südturm
6 Paulusglocke 1953 Friedrich Wilhelm Schilling 988 668 a1 −1 Südturm
7 Lutherglocke 1953 Friedrich Wilhelm Schilling 885 480 h1 +1 Südturm-Oktogon
8 Osianderglocke 1953 Friedrich Wilhelm Schilling 802 377 d2 ±0 Südturm-Oktogon
9 Lazarus-Spengler-Glocke 1953 Friedrich Wilhelm Schilling 705 253 e2 −1 Südturm-Oktogon
10 Jugenddankglocke 1953 Friedrich Wilhelm Schilling 630 185 fis2 −1 Südturm-Oktogon
11 Laudate 1954 Friedrich Wilhelm Schilling 505 90 a2 +4 Nordturm-Oktogon
12 Magnifikat 1954 Friedrich Wilhelm Schilling 454 64 h2 +5 Nordturm-Oktogon
13 Bendedictus 1958(?) Friedrich Wilhelm Schilling 410 39 cis3 +5 Nordturm-Oktogon
14 Nunc Dimittis 1954 Friedrich Wilhelm Schilling 355 35 e3 +5 Nordturm-Oktogon
15 Adorate 1954 Friedrich Wilhelm Schilling 325 28 fis3 +4 Nordturm-Oktogon
16 Neue Imhoffglocke 1960 Friedrich Wilhelm Schilling 389 39 d3 +6 Silbertürmchen (Westgebiel)
17 Alte Imhoff-/Silberglocke 2. H. 14. Jh. (Hermann Kessler) 375 ~30 d3 +6 Ostchor
Feuerglocke 1. H. 14. Jh. (Hermann Kessler) 1504 2637 e1 +0,5 Westportal (abgestellt)

[Bearbeiten] Orgelanlage

St. Lorenz, Blick zur Orgel mit Rosette

Die Lorenzkirche verfügt über drei Orgeln mit zusammen über 12.000 Pfeifen: die Hauptorgel (auf der Hauptempore unter der Rosette), die Laurentiusorgel (Schwalbennestorgel im Langschiff), die Stephanusorgel (Chororgel im oberen Hallenchorumgang). Mit 165 Registern beherbergt die Lorenzkirche Nürnberg die zweitgrößte Orgelanlage in Deutschland (in Passau befindet sich die größte Orgel Deutschlands) und die größte Orgelanlage einer evangelischen Kirche in Deutschland. Die Orgelanlage der Lorenzkirche ist damit eine der größten Orgeln der Welt. Alle drei Orgeln lassen sich über zwei elektronische Zentralspieltische im Kirchenschiff und auf der Westempore spielen. Die Laurentiusorgel sowie die Stephanusorgel verfügen über separate, mechanische Spieltische.

[Bearbeiten] Die Hauptorgel

Die Hauptorgel ist das älteste für die Lorenzkirche erbaute Instrument und stammt aus der Werkstatt von Klais, kombiniert mit alten Steinmeyer-Registern von 1923. Ihr äußerer Aufbau wurde so gewählt, dass man die Rosette von der Kirche aus sehen kann. Klais baute 2005 ein Hochdruckwerk hinzu, das mit 7 Registern alleine so laut ist wie die komplette Laurentiusorgel. Im gesamten verfügt die Hauptorgel über 5 Manuale und Pedal und besitzt 108 Register.

[Bearbeiten] Disposition Hauptorgel

Erbaut 2003 von Klais, elektrische Taschenladen (liegende und stehende) und elektrische Kegelladen, elektrische Registertraktur.

I Brustwerk C–c4
Barem 8′
Principal 4′
Gedacktflöte 4′
Principal 2′
Rohrflöte 2′
Flachflöte 1′
Grossmixtur XII–XVI 2′
Mixtur III–IV 1/2
Helle Cymbel III–IV 1/4
Trompetenregal 16′
Krummhorn 8′
Klarinette 8′
Tremulant


II Hauptwerk C–C–c4
Praestant 16′
Quintade 16′
Octave 8′
Gambe 8′
Gedackt 8′
Rohrflöte 8′
Quinte 51/3
Superoctave 4′
Flaut 4′
Quinte 22/3
Octave 2′
Spitzflöte 2′
Octävlein 1′
Cornet V
Mixtur VI 2′
Kleinmixtur III–IV 2/3
Trompete 16′
Trompete 8′
Clarine 4′
III Schwellwerk C–c4
Hohlpfeife 16′
Principal 8′
Quintviola 8′
Aeoline 8′
Vox coelestis (ab c0) 8′
Bordun 8′
Holzflöte 8′
Octave 4′
Russisch Horn 4′
Zartgeige 4′
Nasat 22/3
Koppelflöte 2′
Violine 2′
Terzflöte 13/5
Nachthorn 1′
Grobmixtur VII–X 22/3
Klingende Cymbel IV–V 1/4
Bombarde 16′
Schweizer Trompete 8′
Oboe 8′
Schweizer Trompete 4′
Tremulant


IV Oberwerk C–c4
Geigend Principal 8′
Viola da Gamba 8′
Rohrgedackt 8′
Gemshorn 8′
Kupferprincipal 4′
Quintade 4′
Blockflöte 4′
Quinte 22/3
Schweizer Pfeife 2′
Waldflöte 2′
Terz 13/5
Superquinte 11/3
Septime 11/7
Jauchzend Pfeife II 1′
Mixtur V–VII 11/3
Scharf IV–VI 1/2
Rankett 16′
Helle Trompete 8′
Vox humana 8′
Singend Regal 4′
Meerflaut 4′
Vox angelica Bass 2′
Gambetta Diskant 2′
Tremulant
V Hochdruckwerk C–c4
Principal 8′
Konzertflöte 8′
Stentorgambe 8′
Tuba magna 16′
Tuba mirabilis 8′
Fanfare 8′
Clarine 4′


Pedal C–g1
Tromba 64′ (211/3′)
Praestant 32′
(aus Octavbass)
Octavbass 16′
Violonbass 16′
Theorbe 16′
Subbass 16′
Quintbass 102/3
Superoctavbass 8′
Cellobass 8′
Bassflöte 8′
Quintbass 51/3
Choralbass 4′
Pommerbass 4′
Octavbass 2′
Nachthornbass 2′
Sifflötenbass 1′
Rauschbass V 4′
Basszink VII 2′
Cymbelbass IV–V (SW) 1/4
Posaunenbass 32′
(aus Posaunenbass 16′ Ped.)
Sordunbass 32′
(aus Rankett 16′ OW)
Posaunenbass 16′
(aus Posaunenbass 32′)
Trompetenbass 16′
(aus Bombarde 16′ SW)
Fagottbass 8′
Lurenbass 4′
Cornettbass 2′
  • Koppeln: Koppeln, Sub- und Superkoppeln für alle Manualwerke.
  • Spielhilfen: Setzer mit 5120 Kombinationen, Tutti I – IV, Zungen ab, Walze mit Registerschweller (für Hauptorgel und für Stephanus- und Laurentiusorgel), Werktrenner für alle drei Orgeln.
  • Cymbelstern G und C.

[Bearbeiten] Die Laurentiusorgel

Die Laurentiusorgel ist die jüngste Orgel in St. Lorenz, denn sie wurde erst 2005 erbaut und hängt nun im Obergaden an der Nordseite. An diesem Standort befand sich bereits im 12. Jahrhundert eine Orgel. Somit bildet sie das Bindeglied zwischen der Hauptorgel im Westen und der Stephanusorgel im Osten. 33 Register verteilen sich auf drei Manuale und Pedal.

[Bearbeiten] Disposition Laurentiusorgel seit 2005

Erbaut 2005 durch Klais, III/32, elektrische Registertraktur, mechanische Tontraktur.[1]

I Rückpositiv C–c4
Gedackt 8′
Praestant 4′
Gedacktflöte 4′
Nazard 22/3
Flageolett 2′
Terz 13/5
Mixtur III 1′
Bärpfeife 8′
Tremulant
II Hauptmanual C–c4
Grossgedackt 16′
Principal 8′
Viola 8′
Bordun 8′
Octave 4′
Rohrflöte 4′
Quinte 22/3
Superoctave 2′
Mixtur V 2′
Trompete 8′
III Oberwerk C–c4
Salicional 8′
Rohrflöte 8′
Spitzflöte 4′
Gemshorn 2′
Larigot 11/3
Cornet II 22/3
Cromhorn 8′
Glockenspiel
Tremulant
Pedal C–g1
Principal 16′
Großgedackt 16′
Octave 8′
Bordun 8′
Octave 4′
Posaune 16′
Trompete 8′
  • Koppeln: I/II, III/II, III/I, I/P, II/P, III/P, Super III/P.
  • Spielhilfen: 5120 freie Kombinationen.
  • Cymbelstern
  • Rossignol

[Bearbeiten] Die Stephanusorgel

Die Stephanusorgel ist die eigentlich älteste Orgel in St. Lorenz. Sie wurde 1937 von der Orgelbaufirma Steinmeyer für die Stadtpfarrkirche von Hersbruck erbaut, kam aber erst 2002 nach St. Lorenz. Mit 24 Registern ist sie die kleinste Orgel der Kirche. Da sie sich mit Ihrer romantisch angelegten Disposition gut für Literatur von romantischen Komponisten eignet, ist sie eines der Schmuckstücke von St. Lorenz.

[Bearbeiten] Disposition Stephanusorgel

Mechanische Kegelladen.[2]

I Hauptwerk C–f³
Bourdon 16′
Principal 8′
Gamba 8′
Salicional 8′
Tibia 8′
Gedeckt 8′
Octave 4′
Gemshorn 4′
Flöte 4′
Octave 2′
Mixtur IV 2′
II Nebenwerk C–f³
Geigenprincipal 8′
Dolce 8′
Gedeckt 8′
Fugara 4′
Traversflöte 4′
Flautino 2′
Fagott & Clarinette 8′
Phisharmonika 8′
Pedal C–d1
Violon 16′
Subbaß 16′
Octavbaß 8′
Cello 8′
Posaune 16′
  • Koppeln:
  • Spielhilfen: Schwellerzug und Tritt für die Phisharmonika.
  • Cymbelstern (Melodie „Alles ist an Gottes Segen“).

[Bearbeiten] Kirchengemeinde

St. Lorenz ist eine aktive evangelisch-lutherische Kirchengemeinde. Sie ist Sitz des Prodekanats Nürnberg-Mitte; seit 17. September 2006 ist dort Dekan Jürgen Körnlein tätig. Neben der Lorenzkirche gehört zu dieser Gemeinde eine Kapelle im Heilig-Geist-Saal. Bis 1994 gehörte der Heilig-Geist-Saal ebenfalls der Kirchengemeinde, wurde jedoch aus Kostengründen an die Stadt Nürnberg verkauft. Daneben betreibt die Kirchengemeinde in der Innenstadt einen Kindergarten, einen Jugendtreff und mehrere Gemeindechöre (Bachchor, Schola, Vokalensemble). Die Kirche ist oft Schauplatz verschiedener kirchenmusikalischer Konzerte. Dazu gehört auch die Brass-Band Lorenz Brass. Die kirchenmusikalische Leitung hat Kirchenmusikdirektor Matthias Ank, der durch sein Engagement für Neue Musik bekannt wurde.

Die Lorenzkirche ist Bischofskirche der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Der bayerische Landesbischof wird dort in sein Amt eingeführt. Predigtkirche des Landesbischofs ist jedoch St. Matthäus in München, die deswegen im allgemeinen Sprachgebrauch auch als Bischofskirche bezeichnet wird.

[Bearbeiten] U-Bahnhof

U-Bahnhof Lorenzkirche

Am 28. Januar 1978 wurde der U-Bahnhof Lorenzkirche der Nürnberger U-Bahn eröffnet; an den Wänden befinden sich Nachbildungen der Rosette von der Westfassade. In unmittelbarer Nähe des U-Bahn-Tunnels befindet sich das Fundament des Südturms; es musste durch eine aufwendige Konstruktion aus unterirdischen Betonpfosten abgesichert werden.

[Bearbeiten] Literatur

  • Georg Stolz: Die St. Lorenzkirche zu Nürnberg, München/ Berlin (15) 2006 (DKV-Kunstführer 316).
  • Hermann Harrasowitz: Geschichte der Kirchenmusik an St. Lorenz. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg. Nürnberg 1973, ISBN 3874320197 (online).
  • Christian Schmidt und Georg Stolz: Soli deo Gloria – Die Orgeln der Lorenzkirche. In: Verein zur Erhaltung der St.-Lorenzkirche in Nürnberg (Hrsg.): Schriftenreihe des Vereins zur Erhaltung der St.-Lorenzkirche in Nürnberg e.V.. Band III, Mabase, Nürnberg 2005, ISBN 3-9809649-7-3.
  • Julius Lincke: Das Chorgestühl der St.-Lorenz-Kirche in Nürnberg und die Meister seiner Wiederherstellung. In: Altstadtfreunde Nürnberg e.V. (Hrsg.): Nürnberger Altstadtberichte. Nr. 11, 1986.
  • Michael Diefenbacher, Rudolf Endres (Hsg.): Stadtlexikon Nürnberg. 2. verb. Auflage. Nürnberg: Verlag W. Tümmels, 2000, 1247 S., ISBN 3-921590-69-8.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Internetpräsenz von St. Lorenz, Nürnberg
  2. Homepage von Sankt Lorenz, Nürnberg.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: St. Lorenz (Nürnberg) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

49.45111.078055555556Koordinaten: 49° 27′ 4″ N, 11° 4′ 41″ O

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