TAZARA

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Tanzania-Zambia Railway
Unternehmensform Staatliches Unternehmen
Gründung 1976
Unternehmenssitz Mpika
Umsatz US-$
Branche Transportgewerbe
Website http://www.tazara.co.tz/
GE U30C der TAZARA Mlimba, Mai 1999

Die TAZARA (Tanzania-Zambia Railway) ist eine Eisenbahnstrecke von Dar-es-Salaam in Tansania nach Kapiri Mposhi an der Eisenbahnstrecke LusakaKitwe in Sambia.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Die Strecke wurde als Exportroute für sambisches Kupfererz konzipiert. Finanziert wurde die Strecke aus politischen Gründen durch die Volksrepublik China, um die einzige damals vorhandene Exportroute über südafrikanische Häfen zu umgehen. Damit sollte Sambia von den damaligen weißen Minderheits-Regierungen in Südrhodesien (seit 1980 Simbabwe) und Südafrika unabhängiger werden.

Die TAZARA nahm ihren Betrieb 1976 auf.

[Bearbeiten] Bestand

Die TAZARA ist 1.860 km lang und in der in Südafrika, Botsuana, Namibia, Simbabwe, Mosambik und Sambia verbreiteten Kapspur ausgeführt, was theoretisch durchgehende Zugläufe von Dar-es-Salaam bis Kapstadt ermöglicht. Dies wird aber – von einem privaten südafrikanischen Reiseveranstalter mit einem Hotelzug – nur einmal im Jahr angeboten. Folge der Entscheidung für diese Spur ist, dass ein Übergang der Fahrzeuge zum sonst meterspurigen Netz der Tansanischen Eisenbahn (Tanzania Railways) nicht möglich ist.

Derzeit sind mehr als 30 Lokomotiven für den Verkehr auf der Strecke vorhanden. Unter anderem handelt es sich um Fahrzeuge der Klasse U30C von Krupp und General Electric. Hinzu treten Rangierlokomotiven. Dies ist zahlenmäßig etwa noch ein Viertel der zu Betriebsbeginn der Strecke vorhandenen Lokomotiven. Die ursprünglich eingesetzten Lokomotiven aus chinesischer Produktion fahren heute nicht mehr. Nach älteren Angaben – vermutlich hat sich diese Zahl inzwischen auch verringert – sind 2.061 Güterwaggons und 98 Personenwaggons im Einsatz. Die zulässige Achslast beträgt 17 t (für Lokomotiven 20 t). Da die TAZARA durch sehr bergiges Gelände führt (sie quert den Großen Afrikanischen Grabenbruch), sind die Verbindungen in der Regenzeit oft durch Erdrutsche unterbrochen. Trotzdem gilt die TAZARA als eine der gut unterhaltenen Eisenbahnlinien in Afrika.

[Bearbeiten] Streckendaten

  • Größte Steigung: 2 %
  • Schienengewicht: 45 kg/m (ähnlich DB S49 BS 90A)
  • Schwellenabstand: 0,69 m
  • Schwellenart: Beton
  • Geringster Kurvenradius: 200 m
  • Maximale Zuglänge: 600 m, 160 Achsen

[Bearbeiten] Organisation

Die binationale Betreibergesellschaft nennt sich TZR. Sie gehört den Staaten Tansania und Sambia gemeinschaftlich und ist rechtlich von den dortigen Staatsbahnen unabhängig. Sie ist Mitglied in der UIC. Im Aufsichtsrat der Gesellschaft sitzen paritätisch auch Kabinettsmitglieder im Ministerrang sowohl aus Sambia als auch aus Tansania. Sitz der Verwaltung in Sambia ist die Stadt Mpika. Dort steht auch ein Bahnbetriebswerk.

[Bearbeiten] Betrieb

TAZARA-Bahnhof in Ifakara

Auf der Gesamtstrecke verkehren zwei Reisezüge in jede Richtung pro Woche. Die planmäßige Fahrzeit beträgt etwa 36 Stunden. Zusätzlich verkehrt ein Zugpaar einmal wöchentlich im tansanischen Abschnitt der Strecke.

Auch der Güterverkehr ist nicht sehr bedeutend. Da der Hafen von Dar-es-Salaam nie adäquat ausgebaut wurde und die Effizienz südafrikanischer Häfen nie erreichte, gab es sogar Überlegungen, den Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen einzustellen. Die Gleise im Hafen von Dar-es-Salaam gehören nicht zur TAZARA, sondern zum Hafenbetrieb. Nach Angaben von Mitarbeitern der UNCTAD habe das dazu geführt, dass Gleise und Weichen angeblich immer defekt gewesen seien, da die LKW-Lobby für den Transport der Güter aus dem Hafen höhere Bestechungsgelder gezahlt habe als die TAZARA. Da die TAZARA auch keine Lagerhäuser unterhält, wurden Güter neben den Gleisen von den LKW geladen. Bei Kunstdünger hieß das z. B. bei längerer Lagerung, dass die oberste und die unterste Lage unbrauchbar waren. Dies wiederum habe in Sambia zu Ernteeinbußen geführt, weil der Kunstdünger unbesehen von der qualitätsmindernden Lagerung dort verkauft wurde. Zudem lag die durchschnittliche Verweildauer gelöschter Güter im Hafen bei über sechs Monaten, was die Kosten für die generell kreditfinanzierten Importe beachtlich erhöhte, Diebstahl Vorschub leistete und den Außenhandel insgesamt unkalkulierbar machte. [1]

[Bearbeiten] Varia

Die Strecke von Dar-es-Salaam aus bis zum nächsten Halt in Kisaki verläuft über eine Länge von ca. 100 km durch das Selous-Wildreservat. Hier besteht die realistische Möglichkeit während der Fahrten bei Tageslicht vom Zug aus Giraffen und Antilopen, mit etwas Glück auch Elefanten und Flußpferde zu sehen. Gelegentlich wird die Fahrt von Dar-es-Salaam nach Kisaki und zurück mit einem speziellen Charter-Zug von Safariunternehmen angeboten und ist somit eine der wenigen Möglichkeiten für Bahnenthusiasten, „Pirschfahrten“ mit dem Zug zu unternehmen. Viele Besucher des Parks nutzen die Bahnanreise mit der TAZARA über Kisaki.

[Bearbeiten] Quellen

  1. UNCTAD, Non-Material Aspects of Transit-Transport in the Southern-African-Subregion (SADCC) 1984, Mission RAF-83-A03

[Bearbeiten] Weblinks

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