Tartu

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Tartu
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Staat: Estland Estland
Kreis: Tartu
Koordinaten: 58° 22′ N, 26° 43′ O58.36666666666726.71666666666779Koordinaten: 58° 22′ N, 26° 43′ O
Höhe: 79 m
Fläche: 38,8 km²
 
Einwohner: 102 414 (2008)
Bevölkerungsdichte: 2640 Einwohner je km²
Zeitzone: EET (UTC+2)
Kfz-Kennzeichen: T
 
Bürgermeister: Urmas Kruuse
Webpräsenz:
Tartu (Estland)
DEC
Tartu
Tartu

Tartu (deutsch: Dorpat, früher auch Dörpt; russisch Дерпт/Derpt, 11.–17. Jahrhundert, 1893–1918 Юpьeв/Jurjew) ist Estlands zweitgrößte Stadt und Sitz der Universität Tartu. Sie liegt beiderseits des Flusses Emajõgi (deutsch Embach). Die Betonung der Bezeichnungen Dorpat und Tartu liegt auf der ersten Silbe.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung Tharbatas datiert aus dem Jahre 1030. Der warägische Großfürst von Kiew, Jaroslaw der Weise, zerstörte im Jahre 1030 eine von damaligen, vermutlich ebenfalls finnougrischen Einwohnern errichtete Holzfestung und errichtete unter dem Namen Jurjew (Nach Juri, dem Taufnamen Jaroslaws) eine Festung. Im Jahre 1224 wurde die Estenburg Tharbatum durch den Schwertbrüderorden erobert. Sie wurde Sitz des Bischofs (bis 1558); vor der Burg entwickelte sich seit dem 13. Jh. die Hansestadt. Im Mittelalter war Dorpat ein Bindeglied zwischen den Hansestädten (insbesondere Reval) und den russischen Städten Pleskau (Pskow) und Nowgorod.

Das Rathaus von Tartu

Ein Großfeuer zerstörte 1775 nahezu die gesamte Innenstadt. Die markantesten älteren Gebäude stammen aus dem 18. und vor allem aus dem 19. Jahrhundert. Nachdem das vorherige Rathausgebäude einem Brand zum Opfer fiel, wurde im 18. Jahrhundert das derzeitige Rathaus vom damaligen Stadtbaumeister, dem aus Rostock stammenden Johann Heinrich Bartholomäus Walter, entworfen und 1789 fertig gestellt.

Zwischen 1893 und 1918 wurde die Stadt im Zug der Politik der Russifizierung offiziell in Jurjew umbenannt, und die Verwendung des estnischen und deutschen Namen war teilweise sogar verboten. Der russische Name setzte sich aber nicht durch, nicht einmal im Russischen. Nach der Unabhängigkeit Estlands 1918 wurde der Name „Tartu“ offiziell. Sowohl Dorpat als auch Tartu stammen aus dem altestnischen Namen Tarbata, der vielleicht Auerochs bedeutet.

[Bearbeiten] Universität

Universität Tartu – Frontansicht 2004

Tartu ist eine typische Studentenstadt, dominiert von der 1632 von König Gustav II. Adolf gegründeten Universität Dorpat, die 1802 von Deutschbalten mit Hilfe Zar Alexanders als einzige deutschsprachige Universität des Russischen Zarenreiches neu gegründet wurde. In dieser Eigenschaft wurde sie zu einer Mittlerin zwischen der russischen und der deutschen Kultur, gleichzeitig aber auch zum Geburtsort der estnischen und lettischen nationalen Erweckung. Die estnischen Nationalfarben waren ursprünglich die der StudentenverbindungVerein Studierender Esten“ an der Universität. Während der Jahre 1886 bis 1889 fand eine kompromisslose Russifizierung statt, in deren Zuge Deutsch von Russisch als Lehrsprache abgelöst wurde, weshalb die Mehrzahl der einstmals zu über 90% deutschen Lehrkräfte nach Deutschland wechselte. Nach 1919 wurde der in Tartu verbliebene Teil der Universität Nationaluniversität (estnisch Eesti Vabariigi Tartu Ülikool) der nunmehr unabhängigen Republik Estland. Die Universität ist heute die einzige Volluniversität Estlands und Mutteruniversität für die technische Universität Tallinn und die Universität für Biowissenschaften.

Im Jahr 2004 standen 18000 Studenten 135 Professoren und 700 weitere Lehrkräften gegenüber. Etwa 440 Personen sind in der Forschung tätig. Sie können mit 4000 wissenschaftlichen Veröffentlichungen jährlich aufwarten.

An der Universität sind viele Studentenverbindungen aktiv, die im Vergleich zu Deutschland einen regen Zulauf an neuen Mitgliedern haben.

In Tartu befindet sich auch eine moderne medizinische Forschungseinrichtung, das Biomeedikum.

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Tartu Kunstimuuseum am Raekoja Plats, einseitig abgesunken, aber stabilisiert

Sehenswert ist die gesamte Altstadt Tartus mit dem klassizistischen Universitätshauptgebäude und der Johanniskirche, ein gotischer Backsteinbau mit kunsthistorisch bedeutsamen Terrakottenfiguren, dessen Wiederaufbau nach Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 2005 abgeschlossen wurde.

Auf dem Domberg, estnisch „Toomemägi“, befinden sich die Ruine der mittelalterlichen Domkirche (deren ausgebauter Chor erst als Universitätsbibliothek diente und jetzt das Universitätsmuseum beherbergt) sowie weitere Baulichkeiten der Universität, wie das Observatorium (58° 22′ 44″ N, 26° 43′ 12″ O58.37888888888926.72, Teil des Weltkulturerbes Struve-Bogen) und das alte anatomische Theater, in dem bis Mitte der 90er Jahre noch anatomische Vorlesungen gehalten wurden.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Logo der Stadt

[Bearbeiten] Sport

Bei Tartu wird im Rahmen der Worldloppet der Skimarathon Tartu Maraton über 63 Kilometer von Otepää - Elva ausgerichtet.

[Bearbeiten] Sonstiges

Im Juli 2005 fanden in Tartu die 25. Internationalen Hansetage (Hansetage der Neuzeit) statt.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Persönlichkeiten, die mit Tartu in Verbindung stehen

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Tartu – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource Wikisource: Tartu – Quellen und Volltexte
Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen