Theogonie

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als Seneca gedeutetes mögliches Abbild des Hesiod

Die Theogonie ist ein Werk von Hesiod, in dem die Entstehung der Welt und der Götter geschildert wird. Es ist neben der Odyssee und der Ilias von Homer die älteste bekannte Quelle der Griechischen Mythologie.

Die Theogonie ist auch ein eigener Zweig der Philosophie, der sich mit der Entstehung Gottes beziehungsweise der Götter (Polytheismus) befasst. Der Ausdruck Theogonie stammt vom griechischen Wort Θεογονία und bedeutet „Gottgeburt, Göttergeburt“.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Generationen

[Bearbeiten] Erste Generation

In Hesiods Vorstellung stand zu Beginn der Welt das Chaos:

Siehe, vor allem zuerst ward Chaos; aber nach diesem
Ward die gebreitete Erd', ein daurender Siz den gesamten
Ewigen, welche bewohnen die Höhn des beschneiten Olympos,
Tartaros' Graun auch im Schooße des weitumwanderten Erdreichs,
[1]

Daraus entstanden die Nacht und das Totenreich, Gaia, Eros und Erebos.

[Bearbeiten] Zweite Generation

Gaia gebar Uranos in Parthenogenese.

Uranos zeugte mit Gaia die zwölf Titanen: Hyperion, Iapetos, Koios, Kreios, Kronos, Mnemosyne, Okeanos, Phoibe, Rhea, Themis, Tethys und Theia.

Nyx und Erebos paarten sich, und es entstanden neben dem Schlaf und den Träumen die Übel der Welt: Verderben, Alter (Geras), Tod (Thanatos), Zwietracht (Eris), Ärger, Elend und Entsagung, die Nemesis – aber auch die Freude, die Freundschaft und das Mitleid.

[Bearbeiten] Dritte Generation

Erst daraufhin gingen aus einer Kette von Geburten, Kämpfen und Umstürzen die auf dem Olymp versammelten Götter der Hellenen hervor.

Diese ältesten Teile der Theogonie werden auf einen Vertreter des Zeus-Kultes zurückgeführt, weil sie Zeus als gegenwärtig höchsten Gott darstellen. Ihre Absicht ähnelt der des Buches Genesis in der Bibel: Sie wollen die Entwicklung der Welt und ihrer Götter gegenüber den aktuellen Gläubigen erklären. Dabei gehen sie auf den Anfang der Schöpfung zurück, um die vorhandene Religion in einen „ewigen" Kontext zu stellen. Jedoch kennt die Bibel nur einen Schöpfergott und erklärt die Welt nicht aus vorzeitlichen Götterkämpfen; solche Urkonflikte sind dort bereits Teil der menschlichen, nicht der göttlichen Geschichte (Gen 3-11).

[Bearbeiten] Hintergrund

In den Göttermythen Hesiods spiegelt sich die Ablösung einer Religionsphase vor dem Sesshaftwerden durch die Götter des Ackerbaus. Diese haben Söhne, die sie ablösen (entmachten). Sie selbst sollen ihrerseits ihre „Väter" entmachtet haben: Damit wird das Modell der Ackerbaureligion auf die Urzeit zurückprojiziert. Bei Hesiod zeichnen sich in Anlehnung an die griechische Religionsgeschichte drei bis vier Göttergenerationen ab. Die erste Generation, Gaia oder Gea und Uranos, meint offenbar Erde und Himmel vor der Einführung des Ackerbaus. Dessen erster Gott war Kronos, der Vater des Zeus, der Uranos entmannt. Dieser hatte 12 Kinder, die vermutlich in die älteren und jüngeren Giganten aufzuteilen sind. Uranos war wohl nur der Vater der jüngeren Götter, während der Name seines Vaters - der vorherigen Göttergeneration also - verloren ging. Kronos verschlingt seine Kinder: Dies wird als Metapher für Menschenopfer gedeutet, eventuell sogar für Kannibalismus. Kronos wird dann seinerseits von Zeus abgelöst, der als weniger archaisch erscheint und eine Zeit spiegelt, in der Menschopfer aufgehört hatten. Apoll könnte bereits den Übergang vom griechischen Polytheismus zu einem Monotheismus spiegeln, wie ihn im Orient zuerst das Judentum vertrat.

[Bearbeiten] Kritik

Die griechischen Götter werden zwar als überwiegend gut und menschenfreundlich dargestellt, haben jedoch so ziemlich alle negativen menschlichen Eigenschaften. Schon Xenophanes warf Homer und Hesiod daher ihren Anthropomorphismus vor:

Alles haben Homer und Hesiod den Göttern angehängt, was bei Menschen Schimpf und Schande ist:
Stehlen, Ehebrechen und sich gegenseitig betrügen!

[Bearbeiten] Stammbäume

[Bearbeiten] Stammbaum der Titanen

Chaos ------> Gaia ------> Uranos
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Göttergeschlecht der Titanen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Okeanos
 
 
Kreios
 
 
Hyperion
 
 
Theia
 
 
Themis
 
 
Phoibe
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Kronos
 
Koios
 
Iapetos
 
Rhea
 
Mnemosyne
 
Tethys
 
 


Siehe auch: Griechische Mythologie, Stammbaum der griechischen Götter

[Bearbeiten] Stammbaum der Kinder von Kronos und Rhea

 
 
 
 
 
 
 
 
Kronos
 
Rhea
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Hestia
 
Hades
 
Poseidon
 
Hera
 
Zeus
 
Demeter


[Bearbeiten] Literatur

  • Paul Mazon, introduction à la Théogonie d’Hésiode, Les Belles Lettres, coll. des Universités de France, 1928 ;

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Übersetzung von Johann Heinrich Voß

[Bearbeiten] Weblinks

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