Tom Segev

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Segev auf der Leipziger Buchmesse 2005

Tom Segev (* 1. März 1945 in Jerusalem) lebt und arbeitet als Historiker und Journalist in Israel. Er wird einer losen Gruppe israelischer Historiker zugeordnet, die unter dem Begriff „Neue Historiker“ mit einer Neubewertung der Geschichte des Zionismus und des Landes Israel begonnen haben.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Segevs Eltern flohen 1935 aus Deutschland und ließen sich in Palästina nieder. Sein Vater starb 1948 im israelischen Unabhängigkeitskrieg.

Segev schreibt für Ha'aretz, eine der großen israelischen Zeitungen, und hat mehrere Bücher veröffentlicht, mit denen er international bekannt wurde.

Insbesondere sein Buch Die siebte Million, in dem sich Segev mit den Juden in Palästina zur Zeit des 2. Weltkrieges befasst, wurde kontrovers diskutiert. Zentrales Thema ist Segevs These, dass die Juden in Palästina mehr an der Schaffung ihres eigenen Staates interessiert waren als an der Rettung europäischer Juden. Dies, und seine Kritik an David Ben-Gurion löste in Israel scharfe Reaktionen aus.

In seiner Studie Es war einmal ein Palästina arbeitet er die Geschichte Palästinas unter britischer Herrschaft auf. Er zeigt, dass jüdischer und arabischer Nationalismus in jener Zeit zwangsläufig dazu führte, dass die beiden Gruppen nicht konfliktfrei miteinander leben konnten. Er weist zudem auf eine pro-zionistische Haltung der Mandatsmacht Großbritanniens hin, wie sie in der gängigen Literatur eher unterbewertet und von der jüdischen Bevölkerung zu der Zeit wahrscheinlich so auch nicht empfunden wurde (vgl. hierzu auch die Erinnerung von Amos Oz in Eine Geschichte von Liebe und Finsternis über jene Zeit).

In seinem jüngsten Buch, 1967, befasst sich Segev mit dem Sechstagekrieg. Es ist 2007 auf deutsch erschienen.

[Bearbeiten] Werke

(in deutscher Übersetzung)

  • Die Soldaten des Bösen. Zur Geschichte der KZ-Kommandanten. Rowohlt, Reinbek 1992, ISBN 3-499-18826-0
  • Die siebte Million. Der Holocaust und Israels Politik der Erinnerung. Rowohlt, Reinbek 1995, ISBN 3-498-06244-1
  • Elvis in Jerusalem. Die moderne jüdische Gesellschaft. Siedler Verlag, München 2003, ISBN 3-88680-766-5
  • Es war einmal ein Palästina. Juden und Araber vor der Staatsgründung Israels. Siedler Verlag, München 2005, ISBN 3-88680-805-X
  • 1967. Israels zweite Geburt. Siedler Verlag, München 2007, ISBN 3-88680-767-3
  • Die ersten Israelis. Die Anfänge des jüdischen Staates. Siedler Verlag, München 2008, ISBN 3-88680-889-0

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Interviews

[Bearbeiten] Rezensionen

Elvis in Jerusalem

Es war einmal ein Palästina

Die ersten Israelis. Die Anfänge des jüdischen Staates

1967

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