Toulon

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Toulon
Wappen von Toulon
Toulon (Frankreich)
DEC
Toulon
Region Provence-Alpes-Côte d’Azur
Département Var
Arrondissement Toulon
Kanton Chef-lieu von 9 Kantonen
Koordinaten 43° 8′ N, 5° 56′ O43.1258333333335.93138888888891Koordinaten: 43° 8′ N, 5° 56′ O
Höhe 0 bis 589 m
Fläche 42,84 km²
Einwohner
– Bevölkerungsdichte
167 816 (2006)
3917 Einw./km²
Postleitzahl 83000
INSEE-Code 83137
Website http://www.toulon.com
Der Militärhafen von Toulon
Der Militärhafen von Toulon

Toulon [tuˈlõ] (Okzitanisch: Tolon, Italienisch: Tolone) ist die Hauptstadt des französischen Départements Var und liegt an der Mittelmeerküste am östlichen Ende des Golfe du Lion, rund 70 km südöstlich von Marseille. Die Hafenstadt hat 167.816 Einwohner (1. Januar 2006) und ist der Heimathafen der französischen Marine im Mittelmeer.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Die Küstenregion um Toulon ist mindestens seit dem Paläolithikum von Menschen besiedelt, wie Funde in der Henry-Cosquer-Höhle gezeigt haben. Seit etwa dem 7. Jahrhundert v. Chr. bestanden Handelsniederlassungen an der Küste, die von griechischen Seefahrern aus Kleinasien gegründet worden waren. Ab etwa dem 4. Jahrhundert v. Chr. sind Kelten in der Gegend nachweisbar. Im 2. Jahrhundert v. Chr. besetzten die Römer die Küstenregion und gründeten die Hafenststadt Telo Martius, benannt möglicherweise nach einer ligurischen Göttin "Telo" oder von lat. tolus = Fuß eines Hügels und dem Kriegsgott Mars, aus der später Toulon hervorging. In der Antike war Telo Martius als ein Zentrum der Herstellung von Purpur bekannt. Gegen Ende des Römischen Reichs wurden die Stadt und Region christianisiert. Im frühen Mittelalter war die Stadt wiederholt Angriffen von Sarazenen und Piraten ausgesetzt. Nach der Angliederung der Provence an Frankreich im Jahr 1486 wurde Toulon allmählich zum Militärhafen ausgebaut. Insbesondere unter dem Minister Ludwigs XIV. Jean-Baptiste Colbert wurden die Befestigungsanlagen und Hafenanlagen nach Plänen von Sébastien Le Prestre de Vauban erweitert. Im Spanischen Erbfolgekrieg wurde die Stadt durch Koalitionstruppen im Jahr 1707 belagert, konnte aber nicht erobert werden. Im 18. und 19. Jahrhundert war Toulon Ausgangspunkt für verschiedene französische Marineoperationen im Mittelmeer.

Während der Französischen Revolution war die Auslieferung Toulons im September 1793 durch die Girondisten und Royalisten an die Engländer Auslöser der Septemberbewegung in Paris. Am 19. Dezember 1793 eroberte nach sechswöchiger Blockade die Revolutionsarmee unter Führung von Napoleon Bonaparte (Napoleon war Kommandant der Artillerie und hatte den Schlachtplan entworfen) die Stadt und vertrieb die Engländer aus dem Ort. Am 19. Mai 1798 brach Napoléon mit seiner Armee von Toulon aus zur Ägyptischen Expedition auf.

Place de la liberté in Toulon

Toulons Nachbarort Sanary-sur-Mer war Exilort zahlreicher deutscher Schriftsteller in der Zeit des Nationalsozialismus: Heinrich und Thomas Mann, Arnold Zweig, Lion Feuchtwanger, Franz Hessel und Bertolt Brecht. Am 27. November 1942 besetzten deutsche Truppen im Rahmen des Unternehmens Lila Toulon. Um nicht in deutsche Hände zu fallen, versenkte sich daraufhin die in Toulon ankernde französische Flotte selbst (Selbstversenkung der Vichy-Flotte). Der 24. November 1943 brachte der Stadt den schwersten alliierten Bombenangriff mit rund 500 Toten.

Luftaufnahme des Hafens von Toulon am 28. November 1942 mit den brennenden französischen Kriegsschiffen Strasbourg, Colbert, Algérie und Marseillaise (v.l.n.r.)

1995 erreichte der Front National bei Kommunalwahlen in Toulon erstmals in einer französischen Großstadt die Mehrheit und stellte mit Jean-Marie Le Chevallier den Bürgermeister; dieser wurde allerdings 2001 von Hubert Falco von der UMP abgelöst. Seitdem ist die Stadt darin begriffen, ihren Rückstand auf andere französische Städte vergleichbarer Größe stetig aufzuholen.

Bevölkerungsentwicklung von Toulon[1]
Jahr Einwohner
1962 161.797
1968 174.746
1975 181.801
1982 179.423
1990 167.619
1999 160.639

[Bearbeiten] Politik

Rathaus

Die Bürgermeister seit 1900:

  • 1900–1904: Victor Micholet
  • 1904–1909: Marius Escartefigue
  • 1909–1909: Muller
  • 1909–1912: Joseph Gasquet
  • 1912–1919: Victor Micholet
  • 1919–1929: Émile Claude
  • 1929–1940: Marius Escartefigue
  • 1940–1944: Albert Coulon
  • 1944–1945: Franck Arnal
  • 1945–1947: Jean Bartolini
  • 1947–1948: Paul Baylon
  • 1948–1953: Louis Puy
  • 1953–1955: Édouard Le Bellégou
  • 1953–1955: Célestin Forno
  • 1955–1959: Édouard Le Bellégou
  • 1959–1985: Maurice Arreckx
  • 1985–1995: François Trucy
  • 1995–2001: Jean-Marie Le Chevallier
  • seit 2001: Hubert Falco

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Kathedrale, Innenansicht
Kathedrale, Außenansicht
Der Tour royale in Toulon
Die Oper von Toulon

Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen unter anderem:

  • Place Puget mit der Fontaine aux Dauphins (1780)
  • Place Raimu mit Oper
  • Place de la Liberté
  • Kathedrale Sainte-Marie de la Seds
  • Mont Faron (542 m) mit Zoologischem Garten
  • Fort Balaguier
  • Le Musée nationale de la Marine
  • Le Marché du Cours Lafayette
  • Les Anciennes Fortifications de la Rade

[Bearbeiten] Wirtschaft

Bedeutendste Wirtschaftszweige sind der Schiffbau sowie der Handel, der über den Hafen abgewickelt wird. Auch das Militär ist ein bedeutender Arbeitgeber.

[Bearbeiten] Verkehr

Satellitenbild

Neben dem Hafen, von dem aus Schiffsverbindungen u.a. nach Korsika und zu den Îles d’Hyères angeboten werden, existiert ein Fernbahnhof mit Verbindungen nach Marseille und Nizza. Beide Städte sind auch über die Küstenautobahnen A50 (Marseille) und A57 (Nizza) zu erreichen, die (in östlicher Richtung mit Ampeln, in westlicher Richtung untertunnelt) durch Toulon führen. Der Flughafen Toulon-Hyères liegt ca. 20 km östlich von Toulon, zu erreichen über die A570 bzw. mit dem Airport-Bus von Sodetrav. Von dort aus gibt es Flüge unter anderem nach Paris-Orly und London-Stansted (Stand: Februar 2006). Der nächste größere Flughafen ist Marseille-Marignane.

[Bearbeiten] Partnerstädte

Toulon unterhält Städtepartnerschaften mit Mannheim (Deutschland) und Herzlia (Israel) sowie mit den (Kriegs-)Hafenstädten La Spezia (Italien), Norfolk (Virginia, USA) und Kronstadt (Russland).

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Literatur

  • Maurice Arreckx: Vivre sa ville. La Table ronde, Paris 1982; Toulon, ma passion, 1985
  • Jean-Pierre Thiollet: Le Chevallier à découvert. Laurens, Paris 1998

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. INSEE: Bevölkerungsentwicklung von Toulon 1962-1999

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Toulon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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