Visby
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| Visby | ||||
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| Basisdaten | ||||
|---|---|---|---|---|
| Staat: | Schweden | |||
| Provinz (län): | Gotlands län | |||
| Historische Provinz (landskap): | Gotland | |||
| Gemeinde (kommun): | Gotland | |||
| Koordinaten: | 57° 38′ N, 18° 18′ O57.63888888888918.294444444444Koordinaten: 57° 38′ N, 18° 18′ O | |||
| Einwohner: | 22 236 (31. Dezember 2005 [1]) | |||
| Fläche: | 12,08 km² | |||
| Bevölkerungsdichte: | 1841 Einwohner je km² | |||
Visby (deutsch auch Wisby) ist eine Stadt an der Westküste der schwedischen Ostseeinsel Gotland. Visby ist die Hauptstadt der Provinz Gotlands län in der historischen Provinz Gotland und Hauptort der Gemeinde Gotland. Das Stadtwappen zeigt das Lamm Gottes.[2]
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Der Name Visby (nord. „vi“ = Opferplatz) deutet darauf hin, dass der Ort vorchristliche Bedeutung hatte. Die Spuren der ältesten Besiedlung sind spärlich, aber seit der Wikingerzeit ist der Platz kontinuierlicher bewohnt worden. Überreste von Holzhäusern wurden im Almedalen gefunden. Das heute älteste Gebäude der Stadt ist „Kruttornet“ („der Pulverturm“), nach 1151 angelegt.
1161 erteilte Heinrich der Löwe mit dem Artlenburger Privileg ein Handelsprivileg, das die Rechtssicherheit herstellte. Während der Hunderte von Jahren andauernden Missionen und Christianisierung Nord- und Osteuropas, angefangen mit Ansgar, wurde Visby die Mutterstadt der um 1200 gegründeten Stadt Riga in Livland (heute in Lettland). Visby war erster Hauptort der Hanse in der Ostsee, und die Gotlandfahrer hatten spezielle Privilegien. Lange Zeit waren die Hälfte der Bürger Deutsche. Das 13. und 14. Jahrhundert waren die Blütezeit der Insel, und die Stadt erhielt den Beinamen „Regina Maris“ (Königin des Meeres). Trotzdem eskalierte 1288/89 der Konflikt, den die Stadt mit dem verarmenden Umland hatte, zu einem blutigen Bürgerkrieg, den der schwedische König Magnus Ladulås beendete. Gotland hatte bis dahin separate Herrscher.
1361 wurde Visby von dem dänischen König Waldemar IV. Atterdag erobert. Von 1394 bis 1398 suchten die Vitalienbrüder Schutz hinter Visbys Stadtmauern. Bis zur Vertreibung durch ein Heer des Deutschen Ordens erlangten die Vitalienbrüder von Visby aus die Seeherrschaft in der Ostsee.
Visby wurde 1525 von Truppen der Hansestadt Lübeck angegriffen. Es wurden unter anderem alle Kirchen mit Ausnahme der deutschen Kaufmannskirche St. Marien, dem heutigen Dom St. Maria, zerstört.
Durch den 1645 geschlossenen Frieden von Brömsebro wurde Visby mit Gotland ein Teil Schwedens.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
Die „Hansestadt Visby“ wurde bereits 1805 unter Denkmalschutz gestellt, seit 1995 ist sie mit ihren zahlreichen mittelalterlichen Bauten Teil des Weltkulturerbes der UNESCO. Außerdem steht die ganze Innenstadt als Gebiet von „Reichsinteresse“ unter Denkmalschutz.[3] Herausragender Teil ist die fast vollständig erhaltene 3,6 km lange mittelalterliche Stadtmauer mit der Ruine der Visborg. Die Stadt gehört zu den sehenswertesten Städten in Schweden, wozu auch der Dom zu Visby, ursprünglich Sankt-Maria-Kirche aus dem 13. Jahrhundert, sowie einige der zahlreichen Kirchenruinen wie St. Karin und St. Nikolaus beitragen.
Seit 1984 findet jedes Jahr Anfang August – stets in der 32. Kalenderwoche – auf Gotland und vor allem in Visby die Mittelalterwoche statt, zu der Wikingerclubs aus ganz Europa anreisen. Die Festwoche mit großem historischen Spektakel, Ritterturnieren, Konzerten, mittelalterlichem Markt und anderen Kulturveranstaltungen erinnert an die Eroberung der Stadt und der Insel Gotland durch den dänischen König Waldemar IV. Atterdag im Jahre 1361.
Am ehemaligen Hafen aus dem Mittelalter, der heute verlandet ist, befindet sich die Hochschule auf Gotland.
Freizeit- und Vergnügungspark Kneippbyn (5 Autominuten von Visby) u.a. mit dem Originalgebäude der Villa Kunterbunt, bekannt aus Astrid Lindgrens Pippi-Langstrumpf-Büchern.
[Bearbeiten] Energieversorgung
In der Nähe von Visby befindet sich seit 1999 die erste Stromrichterstation zur HGÜ-Ankopplung eines Windparks.
[Bearbeiten] Verkehr
In Visby verkehren eine Ost-West- und eine Nord-Süd-Buslinie. Von Montag bis Samstag besteht zur Hauptverkehrszeit ein 15-Minuten-Takt. An Sonn- und Feiertagen ruht der Betrieb.
Mit dem schwedischen Festland ist Visby verbunden durch Fähren nach Oskarshamn auf Småland und nach Nynäshamn südlich von Stockholm. Der Flughafen Visby liegt rund 5 km von der Stadt entfernt.
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Städtepartnerschaften bestehen mit Lübeck in Schleswig-Holstein und Soest in Nordrhein-Westfalen sowie zur Stadt Rhodos auf der gleichnamigen Insel in der östlichen Ägäis (Griechenland).
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Jacob Niclas Ahlström (1805–1857), Komponist
- Elfrida Andrée (1841–1929), Komponistin
- Eric Gadd (* 1965), Sänger und Songschreiber
- Lars Gullin (1928–1976), Jazz-Saxophonist (Bariton)
- Gabriel Gustafson (1853–1915), Archäologe
- Thomas Ihre (1659–1720), Theologe
- Erik af Klint (1816–1866), schwedischer Seeoffizier in österreichischen Diensten
- Håkan Loob (* 1960), ehemaliger schwedischer Eishockeyspieler
- Thomas Lövkvist (* 1984), Radrennfahrer
- Jakob Pleskow (um 1323–1381), Bürgermeister der Hansestadt Lübeck
- Christopher Polhem, Wissenschaftler und Erfinder
- Hermann Swerting (1280–1342), deutsch-gotländischer Hansekaufmann und Bürgermeister in Visby
- Simon Swerting (vor 1340–nach 1388), Bürgermeister von Lübeck
[Bearbeiten] Literatur
- Robert Bohn: Wisby – Die Keimzelle des hansischen Ostseehandels. In: Jörgen Bracker (Hrsg.): Die Hanse – Lebenswirklichkeit und Mythos, 2 Bde., Hamburg 1989. In: Katalog der Ausstellung des Museums für Hamburgische Geschichte in Hamburg 24. August – 24. November 1989, S. 269–282. Textteil in 4. Auflage, Schmidt-Römhild, Lübeck 2006. ISBN 3-7950-1275-9
- Marita Jonsson/Sven-Olof Lindquist: Kulturführer Gotland. deutsch Visby 1993, ISBN 91-88036-09-X
- Ulrich Quack: Gotland: die größte Insel der Ostsee; eine schwedische Provinz von besonderem Reiz; Kultur, Geschichte, Landschaft. DuMont Köln 1991, ISBN 3-7701-2415-4
[Bearbeiten] Literarisches
- Selma Lagerlöf: Waldemar Atterdag brandschatzt Visby (erzählt wird die Sage von dem jungen Mädchen, das sich in einen der Feinde verliebte und ihnen die Stadtpforte öffnete; sie wurde lebendig eingemauert)
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Tätorternas landareal, folkmängd och invånare
- ↑ Siehe: Wappen mit Agnus Dei
- ↑ Länsstyrelsen Gotlands län: Riksintressen
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Weltnaturerbe: Arktische Kulturlandschaft Laponia (1996) | Küstenlandschaft Höga Kusten (2000)

