Volkseigener Betrieb
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Der Volkseigene Betrieb (VEB) war eine Rechtsform der Industrie- und Dienstleistungsbetriebe in der DDR. Ihre Gründung war Ergebnis des unter sowjetischer Besatzung nach Ende des Zweiten Weltkriegs durchgeführten Prozesses der Enteignung und Verstaatlichung von Privatunternehmen. Ab 1948 waren sie die ökonomischen Basiseinheiten der Zentralverwaltungswirtschaft. Formaljuristisch befanden sie sich in Volkseigentum und unterlagen der DDR-Staats- und Parteiführung. Ihr Verkauf an Privatpersonen war verboten.
An der Spitze jedes VEB stand ein einzelverantwortlicher Werkleiter (später auch Werk- oder Betriebsdirektor genannt). Ihm zur Seite standen der erste Sekretär der SED-Betriebsparteiorganisation (BPO) und der Vorsitzende der Betriebsgewerkschaftsleitung (BGL). Dem Werkleiter unterstellt waren mehrere Fachdirektoren (Technischer Direktor, Produktionsdirektor, Ökonomischer Direktor, Hauptbuchhalter etc.). Die Bezeichnung „VEB (K)“, die man vereinzelt findet, bedeutet „kreisgeleitet“.
VEB waren zunächst branchenbezogen in Vereinigungen Volkseigener Betriebe (VVB) zusammengefasst. Ab Ende der 1960er Jahren wurden diese VVB schrittweise zu Kombinaten umgewandelt. VVB und Kombinate wiederum waren der Verantwortung und Planung in der Staatlichen Plankommission (SPK), den Industrieministerien und deren Hauptverwaltungen unterstellt. 1989 waren 79,9 % aller Werktätigen der DDR in einem VEB beschäftigt.
Dem eigentlichen Betriebsnamen wurde häufig noch ein Ehrenname hinzugefügt, z. B. VEB Kombinat Chemische Werke „Walter Ulbricht“ Leuna, der zuvor von den Werktätigen im Rahmen des Sozialistischen Wettbewerbs der Planerfüllung und -übererfüllung „erkämpft“ werden musste.
Die VEB spielten häufig als Trägerbetriebe eine wichtige Rolle in der Sportförderung.
Mit der Deutschen Wiedervereinigung und der Einführung der Marktwirtschaft ab 1990 wurden die rund 8000 Kombinate und VEB durch die Treuhandanstalt wieder privatisiert. Bei ihrer Auflösung und Privatisierung gingen mehrere Millionen Arbeitsplätze verloren. Die Rentenversicherungsträger haben eine interne Datenbank erstellt, aus der die Nachfolgebetriebe ersichtlich sind.
[Bearbeiten] Liste einiger Volkseigener Betriebe
- VEB Ankerwerk Rudolstadt
- VEB Applikationszentrum Berlin (AEB)
- VEB Automobilwerk Eisenach
- VEB Automobilwerk Zwickau (AWZ)
- VEB Automobilwerke Ludwigsfelde
- VEB Barkas-Werke Karl-Marx-Stadt
- VEB Bergmann-Borsig Berlin
- VEB Berliner Glühlampenwerk „Rosa Luxemburg“
- VEB Bibliographisches Institut Leipzig
- VEB BMK Kohle und Energie Hoyerswerda
- VEB Carl Zeiss Jena
- VEB Chemiekombinat Bitterfeld (CKB)
- VEB Chemische Werke Buna
- VEB DEFA Kopierwerke Berlin
- VEB Deutsche Schallplatten (Label: Amiga, Litera, Eterna u.a.)
- VEB Deutfracht Seereederei, Rostock
- VEB Deutrans Internationale Spedition
- VEB Elektro-Apparate-Werke Berlin-Treptow „Friedrich Ebert“
- VEB Elektrokohle Lichtenberg
- VEB Elektrochemisches Kombinat Bitterfeld (EKB)
- VEB Elektronische Rechenmaschinen Karl-Marx-Stadt
- VEB Erdölverarbeitungswerk Schwedt/Oder
- VEB Fachbuchverlag Leipzig
- VEB Fahrradwerke Elite Diamant Karl-Marx-Stadt
- VEB Falkensteiner Gardinen- und Spitzenwebereien Falkenstein/Vogtl.
- VEB Fernmeldewerk, ab 1984 VEB RFT Nachrichtenelektronik Leipzig
- VEB Filmfabrik Wolfen (ORWO)
- VEB Fortschritt Berlin
- VEB Freiberger Präzisionsmechanik Freiberg
- VEB Fritz-Heckert-Werk Karl-Marx-Stadt
- VEB Glashütte Uhrenbetriebe (GUB) Glashütte (Sachsen)
- VEB Halbleiterwerk Frankfurt Oder
- VEB Horch Automobilwerk Zwickau
- VEB Industrie- und Kraftwerksrohrleitungsbau Bitterfeld
- VEB Industriemontagen Leipzig
- VEB Kali- und Steinsalzbetrieb „Saale“ Aschersleben-Schierstedt, Staßfurt und in Bernburg
- VEB Kamera- und Kinowerke Dresden
- VEB Karosseriewerk Aschersleben
- VEB Kombinat Berliner Verkehrsbetriebe
- VEB Kombinat Haushaltsgeräte Karl-Marx-Stadt
- VEB Kombinat Industrielle Mast (KIM) Königs Wusterhausen
- VEB Kombinat Robotron
- VEB Kraftfahrzeugwerk „Ernst Grube“ Werdau
- VEB Kraftfahrzeugwerk Horch Zwickau
- VEB Kranbau Eberswalde
- VEB Kulturpark Berlin
- VEB Kunststoff- und Textilverarbeitungswerk Pouch
- VEB Lokomotivbau Elektrotechnische Werke (LEW) „Hans Beimler“ Hennigsdorf
- VEB Lokomotivbau „Karl Marx“ Babelsberg
- VEB LOWA (Lokomotiv- und Waggonbau) Werdau
- VEB Mathias-Thesen-Werft Wismar
- VEB MIFA Fahrradwerke Sangerhausen
- VEB Modellspielwaren Marienberg-Hüttengrund (MAMOS)
- VEB Motorradwerk Zschopau
- VEB Neptunwerft Rostock
- VEB Orbitaplast Weißandt-Gölzau
- VEB Obererzgebirgische Posamenten- und Effekten-Werke Annaberg-Buchholz
- VEB Peenewerft Wolgast
- VEB Piko Sonneberg
- VEB Polytechnik Karl-Marx-Stadt
- VEB Kombinat Polygraph „Werner Lamberz“ Leipzig
- VEB Raumschmuck Olbernhau
- VEB Rewatex
- VEB Robur-Werke Zittau
- VEB Rotkäppchen Sektkellerei Freyburg
- VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau
- VEB Sachsenring Kraftfahrzeug- und Motorenwerk Zwickau
- VEB Sachsenwerk Radio und Rundfunkwerk Niedersedlitz (Dresden)
- VEB Schwermaschinenbau S.M. Kirow Leipzig
- VEB Schwermaschinenkombinat „Ernst Thälmann“ Magdeburg
- VEB Seehäfen (Rostock, Wismar, Stralsund)
- VEB Sekundärrohstofferfassung (SERO)
- VEB Stahl- und Hartgusswerk Bösdorf
- VEB Stahl- und Walzwerk „Wilhelm Florin“ Hennigsdorf
- VEB Synthesewerk Schwarzheide
- VEB Treffmodelle Berlin
- VEB Volkswerft Stralsund
- VEB Waschmittelwerk Genthin (Spee)
- VEB Waggonbau Ammendorf
- VEB Waggonbau Dessau
- VEB Waggonbau Görlitz
- VEB Weiße Flotte Schwerin
- VEB Werk für Signal- und Sicherungstechnik Berlin (WSSB)
- VEB Werk für Technisches Glas Ilmenau
- VEB Werkzeugmaschinen Fabrik (WEMA) Aschersleben
- VEB Wittol Lutherstadt Wittenberg
- VEB Verlag Technik Berlin
- VEB ZEKIWA Zeitz
- VEB Zentralzirkus
- VEB Zetti Schokoladen und Zuckerwaren Zeitz
- VEB Fahrzeug und Jagdwaffenwerk Suhl „Ernst Thälmann“

