Vollformatsensor
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Als Vollformatsensor wird ein elektronischer Bildsensor in einer Digitalkamera bezeichnet, dessen Bildformat dem des Kleinbildfilms entspricht.
Bei Digitalkameras mit einem Vollformatsensor können Objektive von analogen Spiegelreflexkameras ohne Berücksichtigung eines Formatfaktors verwendet werden, der Bildwinkel ist gleich. Dadurch entfällt auch die bei kleineren Sensoren bei Verwendung bildwinkelgleicher Objektive im Vergleich zum Kleinbildformat vergrößerte Schärfentiefe.
Das Signal-Rausch-Verhältnis eines Sensors, also das in der Regel störende Bildrauschen bei einer bestimmten Bildhelligkeit, wird einerseits bedingt durch elektrotechnische bzw. festkörperphysikalische Merkmale des Sensors, andererseits durch die auf die einzelnen Pixel einfallende Lichtmenge. Je größer diese Lichtmenge ist, desto besser ist das Signal-Rausch-Verhältnis bei gleichbleibender Rauschamplitude. Ob ein Vollformatsensor bei gleicher Gesamtpixelanzahl und größerer Sensorfläche eine größere Lichtmenge erhält als ein Sensor kleineren Formats, hängt von den Bedingungen ab, unter denen die Sensoren belichtet werden. Um den gleichen Bildwinkel zu erfassen, muss der Vollformatsensor allgemein durch ein Objektiv belichtet werden, dessen Brennweite länger ist, als diejenige des Objektivs vor dem kleinformatigen Sensor. Dabei steht man vor der Wahl, Objektive gleicher Lichtstärke zu benutzen, oder Objektive gleichen Linsendurchmessers, das heißt gleicher Öffnung.
Werden Objektive gleicher Lichtstärke benutzt, fällt bei der größeren Brennweite (Vollformatsensor) eine größere Lichtmenge in die Kamera, die sich aber auf die größere Sensorfläche verteilt, die Intensität bleibt also im Resultat dieselbe. Bei gleicher Gesamtpixelanzahl erhält also auch jedes einzelne Pixel des Vollformatsensors eine entsprechend größere Lichtmenge. Unter diesen Bedingungen weist somit die Abbildung durch die Kamera im Falle des Vollformatsensors ein besseres Signal-Rausch-Verhältnis auf. Werden dagegen Objektive gleicher Öffnung benutzt, dann fällt in die Kamera jeweils die gleiche Lichtmenge. Bei gleicher Gesamtpixelanzahl erhält also auch jedes Pixel des Vollformatsensors dieselbe Lichtmenge wie das entsprechende Pixel des kleinformatigen Sensors. Bei diesen Bedingungen besitzt der Vollformatsensor, zumindest was den Strahlengang anbetrifft, keinen Vorteil bezüglich des Signal-Rausch-Verhältnisses.
Vollformatsensoren sind im Vergleich zu kleineren Sensoren deutlich teurer. Sie lassen bei Verwendung von Wechselobjektiven, die nicht für Sensoren von Digitalkameras optimiert sind, eventuelle Schwächen der Objektive am Rand (schlechtere Schärfe, höhere Vignettierung) stärker hervortreten, während diese ausgeblendet werden, wenn man Vollformat-Objektive an kleineren Sensoren betreibt.
Digitalkameras mit Kleinbild-Vollformatsensoren in der Reihenfolge ihrer Markteinführung:
- Contax N Digital (2002, nicht mehr in Produktion)
- Canon EOS 1Ds (2002, nicht mehr in Produktion)
- Kodak DCS Pro 14n (2003, nicht mehr in Produktion)
- Kodak DCS Pro SLR/n (2004, nicht mehr in Produktion)
- Kodak DCS Pro SLR/c (2004, nicht mehr in Produktion)
- Canon EOS 1Ds Mark II (2004, nicht mehr in Produktion)
- Canon EOS 5D (2005, nicht mehr in Produktion)
- Nikon D3 (2007)
- Canon EOS 1Ds Mark III (2007)
- Nikon D700 (2008)
- Sony Alpha 900 (2008)
- Canon EOS 5D Mark II (2008)
- Nikon D3x (2008)
[Bearbeiten] Weblinks
- Übersicht über übliche Sensorgrößen (auf englisch)
- Maßstabsgerechte Übersicht Sensorgrößen Digitalkameras (auf deutsch)


