Vorbild

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Lückenhaft In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Es fehlt das wichtige Rollenmodell-Konzept von Robert K. Merton.
Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst.
Lückenhaft In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Der Artikel beschreibt nur den Einfluss von Vorbildern, die der junge Mensch selbst gewählt hat. Welchen Einfluss hat das – viel wichtigere, weil allgegenwärtige – Vorbild von Familienmitgliedern wie Eltern und älteren Geschwistern?
Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst.

Ein Vorbild ist eine zum Nachahmen einladende oder zwingende Erscheinungsform von Personen, ein Modell, mit dem man sich identifizieren kann, oder eine Person mit beträchtlichem Ansehen beim Beobachtenden.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Bedeutung des Vorbilds

Viele Theorien über Vorbilder greifen auf Theorien zurück, die Sigmund Freud angeregt hat. Er sah die „Identifizierung“ mit einem Vorbild als einen psychodynamischen Prozess, der eine Angleichung des eigenen Ich zu dem zum Vorbild genommenen Ich zum Ziel hat. In Folge benimmt sich das erste Ich in bestimmten Hinsichten so, wie das andere, ahmt es nach und nimmt es gewissermaßen in sich auf. In der frühen Kindheit sind die Eltern oder primären Bezugspersonen die wichtigsten Vorbilder, sie werden unreflektiert nachgeahmt. Durch die Identifizierung mit den Bezugspersonen kann das kleine Kind innerpsychische Konflikte lösen, z. B. die Angst vor dem Alleinsein, indem es sich ein inneres Bild der Bezugsperson erschafft und Verhaltensweisen von dieser übernimmt. In der Pubertät, wenn Selbstaufmerksamkeit und kritische Urteilsfähigkeit wachsen und der Jugendliche mehr Erfahrungen und Einsichten in andere soziale Kontexte gewonnen hat, werden die Eltern realistischer wahrgenommen. Der Jugendliche orientiert sich stärker an alternativen Vorbildern oder Idealen, die er nun selbst wählen kann.

Bei der Wahl eines Vorbildes spielen unter anderem die wahrgenommene Ähnlichkeit zum Betrachter (kann sich auch auf Einstellungen, Ziele o. ä. beziehen), der wahrgenommene Erfolg des Vorbildes und die Überzeugung des Betrachters, dem Vorbild auch nacheifern zu können, eine Rolle. Sind diese Bedingungen erfüllt, hat das Vorbild positive Auswirkungen auf die Selbstwirksamkeitsüberzeugung. (letzter Abschnitt siehe Sozialkognitive Lerntheorie/ Modell-Lernen und Theorie zur Selbstwirksamkeit von Albert Bandura)

Laut aktueller Jugendstudien (z. B. Zinnecker et al.: Null Zoff und Voll Busy.) haben derzeit knappe 60 % der Jugendlichen in Deutschland ein Vorbild. Bei der Mehrheit der Vorbilder handelt es um Prominente und Stars aus den Massenmedien: Sportler, Sänger, Schauspieler. Mutter und Vater belegen aber immer noch den ersten bzw. zweiten Platz in der Hitliste der Vorbilder.

Eltern und Erziehende haben einen begrenzten Einfluss auf die Wahl von Kindern/Jugendlichen hinsichtlich ihrer Vorbilder. Auch ihre eigene Funktion als Vorbilder können Sie nicht unbegrenzt steuern. Sobald Kinder sich ihres Geschlechts bewusst sind, und das ist mit etwa zwei Jahren der Fall, gelten die Mitglieder des eigenen Geschlechts in vielen Fragen automatisch als Bezugsgruppe. Hier liegt die Grenze der Erziehenden. Man kann einen Jungen noch so viel mit "weiblichem" Spielzeug (Puppen z. B.) konfrontieren; er wird sich in der Regel dafür entscheiden, was Gleichaltrige und Ältere aus seiner Bezugsgruppe favorisieren (s. Susan Gilbert). Mit Mädchen ist es ähnlich. Insofern spielen die Geschlechtsgenossen/innen eine bedeutende Rolle als Vorbilder, ob es den Erziehenden passt oder nicht. Ein Idol ist ein Vorbild, an dem man sich orientiert!

[Bearbeiten] Lernen am Modell (Vorbild)

Nachahmung

Das Lernen am Vorbild oder am Modell ist in der Lerntheorie eine bedeutsame Variante der Differenzierung und Weiterentwicklung von Verhaltenssequenzen. "Als wir das Autofahren lernten, wussten wir zumeist, wo und wie wir sitzen mussten, und wir hatten bereits durch Beobachtung anderer Personen gelernt, welche Handlungen für das Starten und fahren eines Autos notwendig sind und in welcher Reihenfolge." (Gage, Berliner, 1977)

Bandura und Walters (1963) sehen drei verschiedene Lerneffekte innerhalb des Modelllernens:

  • Der Beobachtende erwirbt eine neue Verhaltensweise.
  • Durch Beobachtung des Modells wird bereits vorhandenes Verhalten enthemmt und gehemmt.
  • Bereits vorhandenes Verhalten wird ausgelöst.

Tausch und Tausch thematisieren die Attraktivität von Vorbildern/Modellen:

  • Modelle mit hohem Ansehen sind effektiv;
  • ebenso die erfolgreichen Vorbilder;
  • auch Modelle mit einer guten Beziehung zur beobachtenden Person.

Es lässt sich ferner unterscheiden:

  • das reale Modell
  • das Modell im Film
  • das Modell im Zeichentrickfilm
  • das Modell in der Literatur.


Diese unterschiedlichen Möglichkeiten haben unterschiedliche Wirkungen (Bandura). So könne das Vorbild im Zeichentrickfilm bei Kindern mit großem Interesse dafür von Bedeutung sein.

Ein Modell mit wenig angemessenem Verhalten ist nach Tausch/Tausch z. B. ein Lehrer, der die Kinder auffordert:

  • Seht mich gefälligst an!
  • Hinsetzen!
  • Du hör mal, was fällt Dir denn ein!

Ein Modell mit angemessenem Sozialverhalten wäre z. B. ein Lehrer, der sagt:

  • Wiederhole es bitte noch einmal, es war richtig.
  • Ich glaube, wir haben uns hier etwas geirrt.
  • Es tut mir leid, dass du's nicht geschafft hast.

Das Lernen am Vorbild spielt vor allem bei komplexen Verhaltenssequenzen eine wichtige Rolle - wie etwa Sozialverhalten (z. B. die Art der Begrüßung) oder das Erlernen von Sportarten (Tischtennis). Auch die Formen der Aggression gegenüber bestimmten Personen und Gruppen orientieren sich an Vorbildern/Modellen. In dem Zusammenhang haben die Modelle aus Filmen und dem TV Bedeutung; insbesondere, die sich als gesellschaftlich erfolgreich darstellen oder eine positive Beziehung zum Beobachter entwickeln (hier wird das Modelllernen mit dem Verstärkungslernen kombiniert).

[Bearbeiten] Zitate

[Bearbeiten] Literatur

  • Bandura, A.; Walters, R.H.: Social Learning and personality development, New York 1963
  • Gage, N. L.; Berliner, D. C.: Pädagogische Psychologie, München 1977
  • Gilbert, Susan: Typisch Mädchen! Typisch Junge! - Praxisbuch für den Erziehungsalltag, dtv Taschenbuch, München 2004, ISBN 3-423-34078-9
  • Tausch, A.; Tausch, R.: Erziehungspsychologie, Göttingen 1971, 1979

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Markus M. Ronner: Die besten Pointen des 20. Jahrhunderts : humoristisch-satirische geistesblitze, nach Stichwörtern alphabetisch geordnet. Stuttgart: Gondrom. 1990

[Bearbeiten] Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Vorbild – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
Wikiquote Wikiquote: Vorbild – Zitate

[Bearbeiten] Praktische Beispiele

Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen
Andere Sprachen