Ytterbium

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Eigenschaften
Allgemein
Name, Symbol, Ordnungszahl Ytterbium, Yb, 70
Serie Lanthanoide
Gruppe, Periode, Block La, 6, f
Aussehen silbrig weiß
CAS-Nummer 7440-64-4
Massenanteil an der Erdhülle 2,5 ppm[1]
Atomar
Atommasse 173,04 u
Elektronenkonfiguration [Xe] 4f14 6s2
Elektronen pro Energieniveau 2, 8, 18, 32, 8, 2
1. Ionisierungsenergie 603,4 kJ/mol
2. Ionisierungsenergie 1174,8 kJ/mol
3. Ionisierungsenergie 2417 kJ/mol
Physikalisch
Aggregatzustand fest
Modifikationen 1
Kristallstruktur Kubisch-flächenzentriert
Dichte 6,965 g/cm3
Schmelzpunkt 1097 K (824 °C)
Siedepunkt 1467 K (1194 °C)
Molares Volumen 24,84 · 10-6 m3/mol
Verdampfungswärme 128,9 kJ/mol
Schmelzwärme 7,66 kJ/mol
Dampfdruck 395 Pa bei 1097 K
Schallgeschwindigkeit 1590 m/s bei 293,15 K
Spezifische Wärmekapazität 150 J/(kg · K)
Elektrische Leitfähigkeit 3,51 · 106 A/(V · m)
Wärmeleitfähigkeit 34,9 W/(m · K)
Chemisch
Oxidationszustände 2, 3
Normalpotential -2,22 V (Yb3+ + 3e- → Yb)
Elektronegativität 1,1 (Pauling-Skala)
Isotope
Isotop NH t1/2 ZM ZE MeV ZP
166Yb

{syn.}

56,7 h ε 0,304 166Tm
167Yb

{syn.}

17,5 min ε 1,954 167Tm
168Yb

0,13 %

Stabil
169Yb

{syn.}

32,026 d ε 0,909 169Tm
170Yb

3,05 %

Stabil
171Yb

14,3 %

Stabil
172Yb

21,9 %

Stabil
173Yb

16,12 %

Stabil
174Yb

31,8 %

Stabil
175Yb

{syn.}

4,185 d β 0,470 175Lu
176Yb

12,7 %

Stabil
177Yb

{syn.}

1,911 h β 1,399 177Lu
178Yb

{syn.}

74 min β 0,645 178Lu
Weitere Isotope siehe Liste der Isotope
Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung [2]

Pulver

Leichtentzündlich Gesundheitsschädlich
Leicht-
entzündlich
Gesundheits-
schädlich
(F) (Xn)
R- und S-Sätze R: 11-20/21/22
S: 16-33-36
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet.
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Ytterbium [ʏˈtɛrbiʊm] ist ein chemisches Element im Periodensystem der Elemente mit dem Symbol Yb und der Ordnungszahl 70. Das Gruppe 3- und Periode-6-Element gehört zu den Lanthanoiden und wird den Metallen der Seltenen Erden zugeordnet. Ytterbium ist nach dem ersten Fundort, der Grube Ytterby bei Stockholm, benannt, wie auch Yttrium, Terbium und Erbium.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Ytterbium (abgeleitet von Ytterby, einer Grube auf einer Schäreninsel nördlich von Stockholm, das auch für die Namen der Elemente Yttrium, Terbium und Erbium Pate stand) wurde 1878 von dem schweizerischen Chemiker Jean Charles Galissard de Marignac entdeckt. Marignac fand in der als Erbia bekannten Erde einen neuen Bestandteil und nannte ihn Ytterbia. Er vermutete in der von ihm isolierten Verbindung ein neues Element, das er Ytterbium nannte. 1907 trennte der französische Chemiker Georges Urbain Marignacs Ytterbia in zwei Komponenten, Neoytterbia und Lutetia. Auer von Welsbach arbeitete zur gleichen Zeit ebenfalls mit Ytterbia und nannte die beiden Komponenten Aldebaranium und Cassiopeium. Später verkürzte man die Elementbezeichnung Neoytterbium zu Ytterbium. Das reine Metall wurde 1937 von Klemm und Bonner durch die Reduktion von YbF3 mit Kalium dargestellt. Die Bestimmung der physikalischen und chemischen Eigenschaften des Elements Ytterbium konnte erst 1953 nach Herstellung des reinen Metalls erfolgen.

[Bearbeiten] Vorkommen

Natürlich kommt Ytterbium nur in Verbindungen vor. Ytterbiumhaltige Minerale geringer Konzentration sind:

  • Monazit (Ce,La,Th,Nd,Y)PO4 (Yb-Gehalt ~ 0,03 %)
  • Euxenit
  • Xenotim

[Bearbeiten] Herstellung

Nach einer aufwändigen Abtrennung der anderen Ytterbiumbegleiter wird das Oxid mit Lanthan zum metallischen Ytterbium reduziert. Anschließend wird das Ytterbium absublimiert.

[Bearbeiten] Eigenschaften

Ytterbium

[Bearbeiten] Physikalische Eigenschaften

Das silberweiß glänzende Metall ist sehr dehnbar und weich. Es bildet drei allotrope Modifikationen mit Umwandlungspunkten bei -13 °C und 795 °C. Bei Raumtemperatur bildet β-Ytterbium ein kubisch-flächenzentriertes Gitter aus, bei höheren Temperaturen ein kubisch-raumzentriertes Gitter. Bei einem Druck von 16.000 bar zeigt β-Yb Halbleitereigenschaften bezüglich der elektrischen Leitfähigkeit.

[Bearbeiten] Chemische Eigenschaften

In trockener Luft läuft Ytterbium grau an. Bei höheren Temperaturen verbrennt es zum Sesquioxid Yb2O3. Mit Wasser reagiert es langsam unter Wasserstoffentwicklung zum Hydroxid. In Mineralsäuren löst es sich unter Bildung von Wasserstoff auf. In seinen Verbindungen liegt es meist in der Oxidationszahl +3 vor, die Yb3+-Kationen bilden in Wasser farblose Lösungen, Yb2+-Kationen grüne Lösungen.

[Bearbeiten] Verwendung

Ytterbium kann zur Kornfeinung und zur Verbesserung der mechanischen Eigenschaften von rostfreien Stählen verwendet werden. Das radioaktive Isotop 169Yb (Halbwertszeit 32 Tage) wird vereinzelt als γ-Strahlenquelle in der Nuklearmedizin benutzt.

Ytterbium-Cobalt-Eisen-Mangan-Legierungen sind für besonders hochwertige Dauermagnete geeignet.

Ytterbiumdotierte Kristalle (vornehmlich Yb:YAG) werden als Verstärkungsmaterial in Lasern verwendet.

[Bearbeiten] Sicherheitshinweise

Ytterbium ist wenig giftig. Metallstäube sind feuer- und explosionsgefährlich.

[Bearbeiten] Verbindungen

→ Kategorie: Ytterbiumverbindung

Ytterbium tritt vor allem dreiwertig auf.

[Bearbeiten] Oxide

[Bearbeiten] Halogenide

Oxidationszahl F Cl Br I
+3 Ytterbium(III)-fluorid
YbF3
farblos
Ytterbium(III)-chlorid
YbCl3
farblos
Ytterbium(III)-bromid
YbBr3
farblos
Ytterbium(III)-iodid
YbI3
gelb
+2 Ytterbium(II)-fluorid
YbF2
grau
Ytterbium(II)-chlorid
YbCl2
grün
Ytterbium(II)-bromid
YbBr2
gelb
Ytterbium(II)-iodid
YbI2
gelb

Ytterbiumfluorid (YbF3) kann in hochwertigen Kunststofffüllungen und Inlay-Zementen von Zahnfüllungen enthalten sein. Es erzeugt auf Röntgenaufnahmen einen hohen Kontrast und baut durch ständige Fluoridfreisetzung einen Kariesschutz auf.

Ytterbium(II)-iodid (YbI2) wurde zusammen mit Samarium(II)-iodid (SmI2) als Reagenz für organische Synthesen eingeführt.

[Bearbeiten] Chalkogenide

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Harry H. Binder: Lexikon der chemischen Elemente, S. Hirzel Verlag, Stuttgart 1999, ISBN 3-7776-0736-3.
  2. Ytterbium bei Sigma-Aldrich (Pulver).

[Bearbeiten] Literatur

  • Guide to the Elements – Revised Edition, Albert Stwertka, (Oxford University Press; 1998) ISBN 0-19-508083-1 (englisch)

[Bearbeiten] Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Ytterbium – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
Commons Commons: Ytterbium – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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