Zentralafrikanische Republik
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| République Centrafricaine (frz.) Ködrö tî Bê-Afrika (Sango) |
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| Wahlspruch: Unité, Dignité, Travail (franz. für „Einigkeit, Würde, Arbeit“) |
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| Amtssprache | Französisch, Sango (Nationalsprache) | ||||
| Hauptstadt | Bangui | ||||
| Staatsform | Präsidialrepublik | ||||
| Staatsoberhaupt | Präsident François Bozizé | ||||
| Regierungschef | Premierminister Faustin Archange Touadéra | ||||
| Fläche | 622.984 km² | ||||
| Einwohnerzahl | 3.742.482 (Stand Juli 2004) | ||||
| Bevölkerungsdichte | 6,0 Einwohner pro km² | ||||
| BIP nominal (2007)[1] | 1.714 Mio. US$ (152.) | ||||
| BIP/Einwohner | 402 US$ (163.) | ||||
| HDI | 0,384 (171.) | ||||
| Währung | 1 CFA-Franc BEAC 1 € = 655,957 XAF 100 XAF = 0,152449 EUR |
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| Unabhängigkeit | von Frankreich am 13. August 1960 | ||||
| Nationalhymne | La Renaissance | ||||
| Zeitzone | UTC +1h | ||||
| Kfz-Kennzeichen | RCA | ||||
| Internet-TLD | .cf | ||||
| Telefonvorwahl | +236 | ||||
Die Zentralafrikanische Republik ist ein Staat in Zentralafrika. Sie grenzt (im Uhrzeigersinn von Norden) an den Tschad, den Sudan, die Demokratische Republik Kongo, die Republik Kongo und Kamerun. Die Hauptstadt ist Bangui.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Das Land liegt hauptsächlich auf dem Plateau der Nordäquatorialschwelle (bis 1.420 m ü. NN).
[Bearbeiten] Klima
Das Klima entspricht größtenteils dem der wechselfeuchten Tropen und im Süden der immerfeuchten Tropen. Das heißt es gibt eine feuchte und eine trockene Jahreszeit. Im Norden, an der Grenze zur Trockensavanne ist die Regenzeit rund vier Monate lang, während sie sich im Süden über acht bis zehn Monate erstreckt. Im Norden ist es vor allem in der Trockenzeit enorm heiß, teilweise bis 40 °C. Nachts sinken dagegen die Werte teilweise bis auf unter 10 °C ab. In der Hauptstadt sind die jahreszeitlichen Temperaturunterschiede wegen der Nähe zum Tropischen Regenwald hingegen gering.
[Bearbeiten] Flora und Fauna
Der dichte Tropische Regenwald im Süden ist eine der letzten Zufluchtsstätten für Flachlandgorillas und Waldelefanten. Der größte Teil des Landes besteht aber aus Baumsavanne (Feuchtsavanne) und lichtem Wald, die im Norden allmählich in die baumärmere Trockensavanne übergeht. Zum Tierbestand zählen Elefanten, Affen, Antilopen, Büffel, seltene Vögel, sowie Warane und Flusspferde in den Gewässern.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] System
Nach der Verfassung, die am 14. Januar 1995 in Kraft trat, ist die Zentralafrikanische Republik eine präsidiale Republik mit Mehrparteiensystem. Oberbefehlshaber der Streitkräfte und Staatsoberhaupt ist der mit umfassenden Vollmachten ausgestattete Präsident, welcher auf 6 Jahre direkt gewählt wird. Er kann das Parlament auflösen, verfügt über weitreichende Notstandsbefugnisse, ernennt den Ministerpräsidenten und auf dessen Vorschlag die übrigen Mitglieder des Kabinetts. Die Legislative liegt bei der Nationalversammlung mit 109 Abgeordneten, die für 5 Jahre gewählt werden.
Die wichtigsten Parteien sind:
- Mouvement pour la Démocratie et le Développement (MDD)
- Rassemblement Démocratique Centralafricain (RDC)
- Mouvement pour la Libération du Peuple Centralafricain (MLPC)
- Alliance pour la Démocratie et le Progrès (ADP)
- Front Patriotique pour le Progrès (FPP)
[Bearbeiten] Verwaltungsgliederung
Der Staat gliedert sich in 14 Präfekturen, zwei Wirtschaftspräfekturen (Préfectures économiques) und eine autonome Stadt (Commune autonome):
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[Bearbeiten] Bevölkerung
Die ursprüngliche Bevölkerungsgruppe, die Pygmäen, sind fast ausgelöscht worden. Im Süden dominieren Bantu der Ngalagruppe (Ngbandi 19% der Bevölkerung, daneben Gbakka, Lissongo, Yakoma, Banziri). Hinzu kommen im Norden sahelo-sudanische Stämme (Banda 21% der Bevölkerung, Baya 21%, Mbandja 20% und Sara) und Nilotide (v. a. Runga) sowie im Osten Azande-Völker (15% der Bevölkerung), in der Urwaldregion auch Pygmäen. Einige Tausend Europäer, zumeist Franzosen, leben in den Städten. Während die Regenwaldgebiete und die Trockensavanne fast menschenleer sind, ist der größte Teil der Bevölkerung entlang den wichtigsten Wasserwegen des Landes angesiedelt.
[Bearbeiten] Sprachen
Alleinige Amtssprache ist Französisch. Sango besitzt Status als Nationalsprache. Darüber hinaus werden zahlreiche weitere indigene Stammessprachen gesprochen, vor allem Ubangi-Sprachen, zu denen auch das Sango gehört.
Trotz Schulpflicht liegt die Analphabetenrate noch über 60%. Seit 1970 besitzt das Land in Bangui eine Universität.
[Bearbeiten] Religion
Etwa 55 Prozent der Einwohner sind Anhänger indigener Religionen, rund 30 Prozent Christen (hauptsächlich an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo verbreitet), und über 15 Prozent an der Anzahl zunehmende Muslime (vor allem im Norden, Osten und Nordwesten verbreitet; meist Sunniten). [2]
[Bearbeiten] Wirtschaft
- Hauptartikel: Wirtschaft der Zentralafrikanischen Republik
Weniger als ein Drittel des Landes werden für die Landwirtschaft genutzt, die fast ausschließlich der örtlichen Ernährung dient.
Exportiert werden Erdnüsse, Baumwolle, Kaffee und Palmfrüchte. Angebaut werden außerdem auch Tabak, Bananen und Ölpalmen.
Grundnahrungsmittel sind Reis, Hirse und Maniok.
Wichtigster Bodenschatz sind Diamanten, die zum größten Teil geschmuggelt werden (Blutdiamanten).Im Westen des Landes wird außerdem auch Gold abgebaut. An Industrie ist vor allem die Holz- und Nahrungsmittelindustrie zu erwähnen. Die Zentralafrikanische Republik zählt nach wie vor zu den ärmsten Ländern der Welt: Noch 2003 belief sich der Anteil der Bevölkerung mit weniger als 1 US-Dollar pro Tag auf 67%.
[Bearbeiten] Infrastruktur
Der Ubangi-Fluss ist der wichtigste Transportweg, da das Straßennetz in der Regenzeit häufig überflutet ist.
Eine soziale Versorgung gibt es kaum, das Gesundheitswesen ist der Schlafkrankheit, Malaria, der Lepra, Aids und anderen Krankheiten nicht gewachsen. Schulbildung ist kostenlos, aber nur einer Minderheit zugänglich. Die Medien unterliegen einer staatlichen Zensur.
[Bearbeiten] Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der Zentralafrikanischen Republik beziehungsweise Französisch-Äquatorialafrika (Ubangi-Schari oder Oubangui-Chari), siehe auch Gabun, Pierre Brazza
Nach dem vom Sudan aus betriebenen Sklavenhandel siedelten hier später Bantu und Azande. Das Land erlangte 1960 seine volle Unabhängigkeit von der französischen Kolonialherrschaft. Von 1976 bis 1979 war Zentralafrika eine Monarchie (siehe Zentralafrikanisches Kaiserreich) unter dem despotisch regierenden Kaiser Bokassa. Seitdem gab es verschiedene Versuche, zur Demokratie zurückzukehren. Aber es gab auch bis 1997 Militärrevolten, Umstürze und Umsturzversuche an denen zum Teil die frühere Kolonialmacht Frankreich interessiert war. 1991 wurden politische Parteien wieder zugelassen. Am 19. September 1993 wurde Ange-Félix Patassé neuer Präsident, der auch 1999 nach zwischenzeitlichen Umstürzen wieder gewählt wurde (22. Oktober). Er wurde am 15. März 2003 durch François Bozizé gestürzt. Die Präsidentschaftswahlen 2005 gewann Bozizé im zweiten Wahlgang am 24. Mai 2005 mit 64,6% der registrierten Stimmen. Seit Mitte 2006 leidet der Norden des Landes unter Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen. Nach Angaben der humanitären Organisationen im Land sind eine Million Menschen von den gewaltsamen Auseinandersetzungen betroffen. Mehr als 212.000 Menschen sind aus ihren Dörfern geflüchtet. 78.000 Flüchtlinge haben das Land verlassen. Die bewaffneten Konflikte in Tschad und Darfur (siehe Darfur-Konflikt) beginnen auf die Zentralafrikanische Republik überzugreifen.[3]
Die Regierung wird beim Kampf gegen Rebellen von der ehemaligen französischen Kolonialmacht unterstützt.[4]
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ International Monetary Fund, World Economic Outlook Database, April 2008
- ↑ Länderinformationen des Auswärtigen Amtes zu der Zentralafrikanischen Republik
- ↑ Humanitarian and Development Partners Central African Republic
- ↑ The Independent: 'Inside France's secret war', 6. Oktober 2007
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Homepage (französisch)
- Länderinformationen des Auswärtigen Amtes zur Zentralafrikanischen Republik
- BBC News zur Lage in der Zentralafrikanischen Republik, Juli 2007 (englisch)
- News und Fotos zur humanitären Situation in der Zentralafrikanischen Republik (englisch)
- Afrikanische Pygmäen Kultur und Musik der ersten Einwohner der Zentralafrikanischen Republik (engl.)
Koordinaten: 2°-11° N, 14°-27° O
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1 Liegt zum Teil auch in Asien.
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