Der Rächer
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Filmdaten | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Der Rächer |
| Produktionsland: | Deutschland |
| Erscheinungsjahr: | 1960 |
| Länge: | 95 Minuten |
| Originalsprache: | Deutsch |
| Altersfreigabe: | FSK 12 |
| Stab | |
| Regie: | Karl Anton |
| Drehbuch: | Gustav Kampendonk Rudolf Carter |
| Produktion: | Kurt Ulrich |
| Musik: | Peter Sandloff |
| Kamera: | Willi Sohm |
| Schnitt: | Walter von Bohnhorst |
| Besetzung | |
|
|
Der Rächer ist der dritte deutsche Edgar-Wallace-Film der Nachkriegszeit und der einzige, den die in Berlin ansässige Kurt Ulrich-Film produzierte. Der Kriminalfilm, der auf dem Roman „Der Rächer“ (Originaltitel: The Avenger) von Edgar Wallace basiert, wurde von 31. Mai bis 20. Juni 1960 in West-Berlin und München gedreht. Die Uraufführung fand am 5. August 1960 im Turmpalast in Frankfurt am Main statt.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Handlung
Ein offensichtlich geisteskranker Mörder übt an Verbrechern, die mangels Beweisen nicht verurteilt werden können, gnadenlose Selbstjustiz. Die Köpfe seiner Opfer schickt er mit einem Begleitschreiben in Kartons verpackt an Scotland Yard. Als ein Beamter des Außenministeriums umgebracht wird, beauftragt Geheimdienstchef Major Staines den fähigen Detektiv Michael Brixan mit gesonderten Nachforschungen. Die erste Spur führt diesen zu einer Filmproduktion bei einem Schloss in der Nähe von Winchester. Dort taucht ein Drehbuch auf, das augenscheinlich mit der selben Maschine getippt wurde wie die Schreiben des 'Rächers'. Der zwielichtige Dramaturg Lorenz Voss will nichts über dessen Herkunft wissen.
[Bearbeiten] Kritiken
„Von jener Erzähltechnik des Meisters mit der ellenlangen Zigarettenspitze, der Handlung bewußt Irrlichter aufzusetzten, statt psychologischer Differenzierungen origineller Typen zu zeichnen und mit einer überraschenden „Pointe“ den Leser zu verblüffen, ist nichts geblieben. Statt dessen: staubtrockene Dialoge, synthetisches Gruseln oder vorgefaßtes Nierentisch-Gehabe. Lächerlich, wenn am Rande ein Filmteam karikiert wird, so dürfte es allenfalls hier bei den Dreharbeiten zugegangen sein. Und leider: Es ist unmöglich, von diesem Film gefesselt zu sein.“
– Hannoversche Presse, 24. August 1960
„Liegt es am Thema oder am Drehbuch, liegt's an der Regie (Karl Anton) oder an Wallace? - der „Rächer“ jedenfalls gruselt nicht mehr als das Pappdeckelgespenst in der Geisterbahn, und kriminalöse Spannung wird von jedem Halbstarken, der mit dem Moped um die Ecke fährt, besser „dargestellt“.“
– Abendpost (Frankfurt), 11. August 1960
„Dem Frühwerk der Serie fehlen leider der makabre Humor und der Irrwitz späterer Wallace-Werke. Vielleicht lag’s daran, dass Regieveteran Karl Anton und sein Drehbuchautor Komödienspezialisten ohne Krimierfahrung waren und der Film unter hohem Zeitdruck entstand.“
„Schaurig-schön, aber holprig inszeniert.“
– TV Movie
„Unbeholfener Krimi aus der populären Edgar-Wallace-Serie; reizvoll allenfalls durch die Patina, die der Film inzwischen angesetzt hat.“
[Bearbeiten] Sonstiges
- Nach dem Start der Edgar-Wallace-Serie der Rialto Film mit „Der Frosch mit der Maske“ und „Der rote Kreis“ war noch nicht abzusehen, wie lange der Erfolg der Filmreihe anhalten würde. Der Berliner Filmproduzent Kurt Ulrich, der die Verfilmungsrechte an dem Roman „Der Rächer“ besaß, wollte so schnell wie möglich am Erfolg der Filmreihe teilhaben. Er arrangierte sich nicht mit der Konkurrenz und der Europa-Filmverleih brachte „Der Rächer“ nur 20 Tage vor dem wiederum von Rialto Film hergestellten Wallace-Film „Die Bande des Schreckens“ in die deutschen Kinos.
- Drehbuch-Koautor Rudolf Katscher (Pseudonym: Rudolf Carter) wirkte bereits am Drehbuch des 1931 gedrehten Edgar-Wallace-Films Der Zinker mit.
- Karl Anton nahm mit diesem Film Abschied von seiner langjährigen Tätigkeit als Filmregisseur.
- Bereits zwei Tage vor Ende der Dreharbeiten dieses Films begannen die Aufnahmen für den nächsten Wallace-Film „Die Bande des Schreckens“.
- Zum ersten Mal entstanden, abgesehen von einigen Archivaufnahmen in London, die Außenaufnahmen eines Edgar-Wallace-Films in West-Berlin (u.a. in der Zitadelle Spandau und im Stadtteil Kladow). Die Innenaufnahmen drehte man hingegen im Filmatielier der ARRI in München.
- Kurioserweise gaben Heinz Drache, Klaus Kinski und Siegfried Schürenberg in diesem Film ihr Wallace-Debüt. Erst später avancierten sie bei Rialto/Constantin zu Stars der Serie und standen noch in vier weiteren Filmen der Reihe gemeinsam vor der Kamera. Auch Ingrid van Bergen, Rainer Brandt, Friedrich Schoenfelder, Maria Litto, Franz-Otto Krüger, Rainer Penkert und Albert Bessler waren in späteren Wallace-Adaptionen zu sehen.
- Der Film wurde von der FSK ohne Schnittauflagen ab 16 Jahren freigegeben. Inzwischen ist der Film bereits ab 12 Jahren freigegeben.
[Bearbeiten] Literatur
- Edgar Wallace: Der Rächer (Originaltitel: The Avenger). Deutsch von Edith Walter. Ungekürzte und neu übersetzte Ausgabe. Scherz, Bern, München und Wien 1996, 189 S., ISBN 3502552266
- Joachim Kramp: Das Edgar Wallace Lexikon, Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf 2004, 720 Seiten, ISBN 3896025082
- Joachim Kramp: Hallo! Hier spricht Edgar Wallace. Die Geschichte der legendären deutschen Kriminalfilmserie von 1959–1972. 3. Auflage. Schwarzkopf und Schwarzkopf 2005, 500 Seiten, ISBN 3-89602-645-3
[Bearbeiten] Weblinks
- Der Rächer in der Internet Movie Database (deutsch)
- Der Rächer bei deutscher-tonfilm.de
- Der Rächer bei Filmportal.de
- Tonträger mit der Filmmusik
Vorkriegsproduktionen:
Der große Unbekannte (1927) | Der rote Kreis (1929) | Der Würger (1929) | Der Zinker (1931) | Der Hexer (1932) | Der Doppelgänger (1934)
Nachkriegsproduktionen (1959 bis 1972)
Der Frosch mit der Maske (1959) | Der rote Kreis (1960) | Der Rächer (1960) | Die Bande des Schreckens (1960) | Der grüne Bogenschütze (1961) | Die toten Augen von London (1961) | Das Geheimnis der gelben Narzissen (1961) | Der Fälscher von London (1961) | Die seltsame Gräfin (1961) | Das Rätsel der roten Orchidee (1962) | Die Tür mit den sieben Schlössern (1962) | Das Gasthaus an der Themse (1962) | Der Fluch der gelben Schlange (1963) | Der Zinker (1963) | Der schwarze Abt (1963) | Das indische Tuch (1963) | Todestrommeln am großen Fluß (1963) | Zimmer 13 (1964) | Die Gruft mit dem Rätselschloß (1964) | Der Hexer (1964) | Das Verrätertor (1964) | Sanders und das Schiff des Todes (1965) | Neues vom Hexer (1965) | Der unheimliche Mönch (1965) | Das Rätsel des silbernen Dreieck (1966) | Der Bucklige von Soho (1966) | Das Geheimnis der weißen Nonne (1966) | Die blaue Hand (1967) | Der Mönch mit der Peitsche (1967) | Der Hund von Blackwood Castle (1968) | Im Banne des Unheimlichen (1968) | Der Gorilla von Soho (1968) | Der Mann mit dem Glasauge (1969) | Das Gesicht im Dunkeln (1969) | Der Teufel kam aus Akasava (1971) | Die Tote aus der Themse (1971) | Das Geheimnis der grünen Stecknadel (1972) | Das Rätsel des silbernen Halbmonds (1972)

