Bahnhof Hattersheim (Main)

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Hattersheim (Main)
Empfangsgebäude
Empfangsgebäude
Daten
Lage im Netz Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 3
Abkürzung FHAS
IBNR 8002637
Preisklasse 4
Eröffnung 24. November 1839
bahnhof.de Hattersheim (Main)
Architektonische Daten
Baustil Spätklassizismus
Architekt Paul Camille Denis
Lage
Stadt/Gemeinde Hattersheim am Main
Land Hessen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 4′ 4″ N, 8° 29′ 21″ OKoordinaten: 50° 4′ 4″ N, 8° 29′ 21″ O
Eisenbahnstrecken Bahnstrecken bei Hattersheim (Main)
Bahnhöfe in Hessen
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Der Bahnhof Hattersheim (Main) ist neben dem Haltepunkt Eddersheim einer von zwei S-Bahn-Haltepunkten in der südhessischen Stadt Hattersheim am Main. Beide Haltepunkte liegen an der Taunus-Eisenbahn von Frankfurt (Main) Hauptbahnhof nach Wiesbaden Hauptbahnhof.

Hattersheim war ein wichtiger Knotenpunkt der Postbeförderung in der Zeit vor der Eisenbahn: Hier bestand „eine der größten Poststationen des Fürstenhauses Thurn und Taxis“.[1] Strecke und Bahnhof wurden am 24. November 1839 eröffnet. Mit dem Aufkommen der Eisenbahn verlor der Ort seine zentrale Bedeutung im Postverkehr.[1] Auch der Bahnhof hatte im Betrieb der Taunus-Eisenbahn keine herausragende Bedeutung. Einziges Bauwerk war das Empfangsgebäude nach einem Entwurf von Ignaz Opfermann.[2]

Das Sarotti-Werk sowie die Rhein-Main-Wellpappe AG in Hattersheim verfügten über eigene Gleisanschlüsse.[3]

Im Mai 2016 wurde das Gleis 504 (Gleis neben dem durchgehenden Streckengleis 3 Richtung Frankfurt-Höchst) zurückgebaut.[4]

Empfangsgebäude

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Das heutige Empfangsgebäude ist ein Umbau des ursprünglichen Gebäudes von 1877 im Stil des Spätklassizismus.[5] Seine Adresse lautet Bahnhofsplatz 1. Es wird heute nicht mehr für den Eisenbahnbetrieb genutzt. Einen Teil nutzt die Stadt Hattersheim als Bürgerbüro[6], den anderen das Restaurant „Bahnsinn“.

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Hattersheim ist ein Baudenkmal aufgrund des Hessischen Denkmalschutzgesetzes[7] und Teil der Route der Industriekultur Rhein-Main.[3]

Bahnsteiganlagen
Personentunnel des Hattersheimer Bahnhofs

Am dreigleisigen Bahnhof Hattersheim (Main) halten ausschließlich Züge der Linie S1 der S-Bahn Rhein-Main. Er besitzt einen Haus- und einen Inselbahnsteig. Auf Gleis 2 fahren die S-Bahnen nach Hochheim und Wiesbaden, auf Gleis 3 die Züge der Gegenrichtung über Frankfurt (Main) Hauptbahnhof nach Rödermark-Ober-Roden. Südlich des Bahnhofsgebäudes befindet sich ein einseitig angebundenes Abstellgleis.

Der Hattersheimer Bahnhof ist nicht barrierefrei, die Bahnsteighöhe beträgt allerdings schon 76 cm.

Am Bahnhof gibt es P+R-Parkplätze sowie Fahrradabstellplätze.

Etwa 100 Meter nordöstlich des Bahnhofs quert die Bahn den Schwarzbach und den ihn begleitenden Fußweg auf einer eher unscheinbaren zweibogigen Brücke aus Sandstein. Diese stammt aus der Ursprungszeit der Bahn von 1839 und ist damit – zusammen mit der Eisenbahnbrücke Nied – eine der ältesten noch in Betrieb befindlichen Eisenbahnbrücken in Deutschland. Sie beruht auf einem Entwurf von Paul Camille von Denis. Die Brücke wurde 1911 mit Beton saniert. Sie ist ebenfalls ein Baudenkmal aufgrund des Hessischen Denkmalschutzgesetzes.[8]

Hattersheim liegt im Tarifgebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV).

Die S-Bahnen fahren montags bis freitags im Halbstundentakt auf der Strecke Wiesbaden HauptbahnhofRödermark-Ober-Roden. In den Hauptverkehrszeiten wird dieser Takt auf einen Viertelstundentakt ausgeweitet, wobei jeder zweite Zug in Hochheim beginnt bzw. endet.

Linie Verlauf Takt
S1 Wiesbaden Hbf – Wiesbaden Ost – Mainz-Kastel – Hochheim (Main) – Flörsheim (Main) – Eddersheim – Hattersheim (Main) – Frankfurt-Sindlingen – Frankfurt-Höchst Farbwerke – Frankfurt-Höchst – Frankfurt-Nied – Frankfurt-Griesheim – Frankfurt (Main) Hbf tief – Frankfurt (Main) Taunusanlage – Frankfurt (Main) Hauptwache – Frankfurt (Main) Konstablerwache – Frankfurt (Main) Ostendstraße – Frankfurt (Main) Mühlberg – Offenbach-Kaiserlei – Offenbach Ledermuseum – Offenbach Marktplatz – Offenbach (Main) Ost – Offenbach-Bieber – Offenbach-Waldhof – Obertshausen – Rodgau-Weiskirchen – Rodgau-Hainhausen – Rodgau-Jügesheim – Rodgau-Dudenhofen – Rodgau-Nieder-Roden – Rodgau-Rollwald – Rödermark-Ober Roden 30 min
15 min (Hochheim–Rödermark zur HVZ und Flörsheim–Offenbach Ost werktags tagsüber)

An der als Busbahnhof ausgeführten Bushaltestelle Hattersheim Bahnhof Süd auf der Südseite des Bahnhofs fahren die Busse des Stadtverkehrs Hattersheim (5 reguläre Linien, 2 AST-Linien) sowie seit Dezember 2016 die Schnellbuslinie X17 ab. Diese verbinden den Bahnhof mit der Hattersheimer Innenstadt, Eddersheim, Okriftel, Hofheim am Taunus und dem Frankfurter Flughafen.

An der auf der Nordseite des Bahnhofs befindlichen Bushaltestelle Hattersheim Bahnhof Nord fahren die Hattersheimer Stadtbuslinien 831 und 832 in Richtung Hattersheim Innenstadt ab.

Commons: Bahnhof Hattersheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. a b http://www.historische-eschborn.de/berichte/Main-Taunus-Kreis/170_Jahre_Taunusbahn/body_170_jahre_taunusbahn.html
  2. Silvia Speckert: Ignaz Opfermann (1799–1866): Ausgewählte Beispiele seiner Bautätigkeit im Umkreis der Stadt Mainz = Hausarbeit zur Erlangung des Akademischen Grades eines Magister [!] Artium. Johannes Gutenberg-Universität Mainz 1989. Maschinenschriftlich. Band 1: Text, Band 2: Tafeln. Stadtarchiv Mainz: 1991/25 Nr. 11., S. 69.
  3. a b Archivierte Kopie (Memento vom 13. Januar 2014 im Internet Archive), S. 2 PDF
  4. DREHSCHEIBE 272, Heft 4/16, Juni/Juli, S. 52.
  5. Heinz Schomann: Eisenbahn in Hessen. Eisenbahnbauten und -strecken 1839–1939. In: Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Kulturdenkmäler in Hessen. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Drei Bände im Schuber. Band 2.1. Theiss Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1917-6, S. 19 ff. (Strecke 001). S. 37.
  6. Bürgerbüro. Stadt Hattersheim, abgerufen am 22. Februar 2021.
  7. Nachweis in denkXde (Memento vom 15. Oktober 2016 im Internet Archive).
  8. Heinz Schomann: Eisenbahn in Hessen. Eisenbahnbauten und -strecken 1839–1939. In: Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Kulturdenkmäler in Hessen. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Drei Bände im Schuber. Band 2.1. Theiss Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1917-6, S. 546 ff. (Strecke 035). S. 37.