Irena Veisaitė

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Irena Veisaitė (2009)

Irena Veisaitė (* 9. Januar 1928 in Kaunas; † 11. Dezember 2020 in Vilnius) war eine litauische Literatur- und Theaterwissenschaftlerin.

Sie war seit Juni 2020 Trägerin des Großen Verdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland.

Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion 1941 war Veisaitė im Ghetto Kaunas inhaftiert. Sie konnte entkommen und überlebte – getarnt als Christin – in Vilnius.[1] 1953 absolvierte sie das Diplomstudium der Germanistik an der Lomonossow-Universität in Moskau. 1963 promovierte sie an der Staatlichen Universität in Leningrad über die späte Lyrik Heinrich Heines und war von 1953 bis 1997 Lektorin an der Pädagogischen Hochschule in Vilnius. Sie wurde 2012 für ihre Verdienste um den Kulturaustausch zwischen Deutschland und ihrem Heimatland mit der Goethe-Medaille ausgezeichnet. Veisaite war Beauftragte der Soros-Stiftung in Vilnius und Vorsitzende des Kuratoriums des Thomas-Mann-Kulturzentrums in Nidden. Am 23. Juni 2020 wurde ihr im Namen des Bundespräsidenten von Botschafter Matthias Sonn das Große Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Sie war Überlebende des Holocaust und setzte sich zeitlebens für Ausgleich und Verständigung ein.

Sie starb im Alter von 92 Jahren an den Folgen von COVID-19.[2][3] Der litauische Staatspräsident Gitanas Nauseda würdigte ihr Leben und Wirken als „Denkmal für humanistische Werte“.[4]

  • 1999: Ehrenprofessorin der VPU

Literatur (deutsch)

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  • Irena Veisaitė im Gespräch mit Aurimas Švedas: Ein Jahrhundertleben in Litauen. Übersetzt von Claudia Sinnig. Wallstein Verlag, Göttingen 2019, ISBN 978-3-8353-3556-1.
  • Irena Veisaitė: Ein Bericht über ihre Kindheit zur Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft in Litauen in Form eines Interviews. Chilufim, 2010 (Aufsatz)
  • Gediminas Zemlickas: Mokslas be sąžinės - pragaištingas sielai. Archiviert vom Original am 25. Juli 2002; abgerufen am 21. Dezember 2023 (litauisch).
  • Irenai Veisaitei – Barboros Radvilaitės medalis už nuopelnus kultūrai ir švietimui. 16. November 2006, archiviert vom Original am 10. Mai 2007; abgerufen am 21. Dezember 2023 (litauisch).
  • Vytautas Toleikis: Irenos fenomenas. 18. Januar 2008, archiviert vom Original am 7. Februar 2011; abgerufen am 21. Dezember 2023 (litauisch).
  • Foto-Chronik. Archiviert vom Original am 15. Februar 2011; abgerufen am 21. Dezember 2023 (litauisch).
  • Irena Veisaitė: Holokaustas mano gyvenime. Archiviert vom Original am 8. Februar 2009; abgerufen am 21. Dezember 2023 (litauisch).

Einzelnachweise

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  1. Nachrufe: Irena Versaite, 92. In: Der Spiegel. Nr. 52, 19. Dezember 2020, S. 141.
  2. Mirė koronavirusu sirgusi literatūrologė, teatrologė Irena Veisaitė. Abgerufen am 11. Dezember 2020 (litauisch).
  3. Literatin Irena Veisaite ist tot. In: Deutsche Welle. 11. Dezember 2020, abgerufen am 21. Dezember 2023.
  4. Litauische Intellektuelle Irena Veisaite gestorben. In: Deutschlandfunk Kultur. 12. Dezember 2020, archiviert vom Original am 13. April 2021; abgerufen am 21. Dezember 2023.