MEKO 100

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MEKO 100
MEKO A100
Das Patrouillenboot Pahang im Jahr 2007.
Das Patrouillenboot Pahang im Jahr 2007.
Schiffsdaten
Land Malaysia Malaysia
Deutschland Deutschland
Polen Polen
Israel Israel
Schiffsart Korvette/
Patrouillenboot
Entwurf ThyssenKrupp Marine Systems
Bauzeitraum Seit 2001
Gebaute Einheiten 21
Dienstzeit seit 2006

Die MEKO 100-Klasse ist eine Kriegsschiffklasse der deutschen ThyssenKrupp Marine Systems AG auf Basis der MEKO-Schiffsreihe.

Die Klasse wurde nach der Reihe MEKO 200 entwickelt, um der Anforderung verschiedener Marinen, nach kleinen, kampfstarken Schiffen gerecht zu werden. Wie alle Schiffe der MEKO-Reihe ist die MEKO 100 modular aufgebaut, um kundenspezifisch angepasst zu werden. Die Schiffe werden international als Offshore Patrol Vessel (OPV) bezeichnet, also als großes Patrouillenschiff, oder aber auch, je nach Ausstattung, als Korvette bezeichnet.

Die Schiffe der MEKO 100-Klasse sind so gebaut, dass sie eine kleine Radarsignatur besitzen, möglichst geräuscharm sind und einen geringen Treibstoffverbrauch haben. Es wird Technik zu Automatisierung und vollautomatischen Kontrolle aller Schiffssysteme wie Maschinen und zur Schiffssicherung eingesetzt. Dies beinhaltet auch mehrfach redundante Systeme.

2006 wurde der Vertrag über die ersten sechs Schiffe der Kedah-Klasse für Malaysia unterzeichnet. Die ersten beiden Schiffe wurden auf den Werften Blohm + Voss, Hamburg und HDW, Kiel gebaut. Die restlichen sollen in Malaysia gebaut werden. Auch die deutschen Korvetten der Klasse K130 basieren auf diesem Design. Eine Weiterentwicklung ist die Klasse MEKO A-100 für Polen, die ab 2011 gebaut werden sollte.

Der Vertrag für Schiffe der MEKO 100 RMN oder Kedah-Klasse wurde im 2006 mit Malaysia abgeschlossen. Die ersten zwei Schiffe wurden bei Blohm + Voss, Hamburg und HDW in Kiel gebaut[1], vier weitere werden seit 2008 auf der PSC-Marinewerft in Malaysia.[2] gebaut.

Die Schiffe wurden gebaut, um kleinere und ältere Patrouillenboote der malaysischen Marine zu ersetzen. Dazu wurde das „Patrouillenschiffe der nächsten Generation“ (Next Generation Patrol Vessel (NGPV))-Programm 1996 begonnen. Fünf Entwürfe standen in der Endauswahl, einer von der australischen Transfield Gruppe, einer von der britischen VT Group, einer von der ebenfalls britischen Werft Yarrow und der Sieger, der Entwurf MEKO 200 der German Naval Group (GNG), der heutigen ThyssenKrupp Marine Systems AG.

Es wurde ein Vertrag über sechs Schiffe gezeichnet, wobei die malaysische Werft PSC-Naval Dockyard Hauptvertragsnehmer ist und GNG als Subunternehmer arbeitet. Dabei sollten vier Schiffe in Malaysia gefertigt werden. Außerdem wurde in dem Vertrag der Bau von 21 weiteren Patrouillenboote innerhalb zehn Jahren vereinbart. Dieser Teil des Vertrages hat einen Wert von 5 Milliarden Euro.

Der Bau der vier Schiffe auf der malaysischen Werft wurde zunächst durch technische Probleme verzögert. Das erste Schiff, die Kedah wurde von der Marine wegen Fehler in der Programmierung nicht abgenommen. Die Verantwortlichen auf malaysischer Seite wurden von der Regierung ersetzt.

Erst im Juni 2006 wurde die Kedah in Dienst gestellt, was eine Verzögerung von 18 Monaten bedeutete. Die Pahang wurde im August 2006 in Dienst gestellt und die Perak am 12. November 2007. Die Terengganu lief am 6. Dezember 2007 vom Stapel. Die Verzögerungen konnten ausgeglichen werden, und die malaysische Regierung beschloss mit dem Bau der 21 weiteren Schiffe fortzufahren.

Technische Daten

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Schiffseinheiten

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Schiffsnummer Name Kiellegung Werft Stapellauf In Dienst
F171 KD Kedah 13. November 2001 Blohm + Voss 21. März 2003 5. Juni 2006
F172 KD Pahang 21. Dezember 2001 HDW 2. Oktober 2003 3. August 2006
F173 KD Perak März 2002 PSC-Naval Dockyard 12. November 2007 3. Juni 2009
F174 KD Terengganu August 2004 PSC-Naval Dockyard 6. Dezember 2007 8. Dezember 2009
F175 KD Kelantan Juli 2005 PSC-Naval Dockyard 24. November 2008 8. Mai 2010
F176 KD Selangor Juli 2006 PSC-Naval Dockyard 23. Juli 2009 28. Dezember 2010
Korvette Magdeburg (F 261) der Klasse K130

Die neuen Korvetten der Braunschweig-Klasse der Bundeswehr wurden ebenfalls aus dem Konzept MEKO 100 gebaut. Insgesamt wurden fünf Schiffe bestellt, die seit Dezember 2004 gebaut und seit 2008 ausgeliefert wurden. Die Schiffe sind, da sie auf Kampfmissionen ausgerichtet sind, stärker bewaffnet als die malaysischen Schiffe und werden daher auch als Korvetten klassifiziert.

Werftmodell der Gawron-Klasse (Projekt 621)

Die Polnische Marine hatte vier Korvetten der Klasse MEKO A-100 bestellt, die auf der Marinewerft in Gdynia als Gawron-Klasse (Korvettenprojekt 621) gebaut werden sollten. Die Schiffe sollten nach ursprünglicher Planung 2011–2012 ausgeliefert werden,[1] bis zu sieben Einheiten waren geplant.

Aufgrund der Finanzkrise und der damit verbundenen Einschränkungen im polnischen Staatshaushalt wurde die Bestellung daher zunächst auf zwei Einheiten zurückgestellt.[3] Der bereits weitgehend fertiggestellte Rumpf des ersten Schiffs wurde zu einem Hochsee-Patrouillenboot umgebaut. Der Stapellauf des ersten Schiffes, des ORP Ślązak („Schlesier“), erfolgte 2015.[4]

Tamandaré-Klasse

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Im Jahr 2022 begann die Produktion von vier Fregatten für die Brasilianische Marine, der Tamandaré-Klasse, die auf dem MEKO-100 Design basiert. Die Schiffe werden in Brasilien von einem Consortium von TKMS und Embraer gebaut.[5]

  1. a b Referenzliste Marine-Überwasserschiffe (Memento vom 30. Mai 2009 im Internet Archive)“, ThyssenKrupp Marine Systems, September 2008, abgerufen am 27. November 2008.
  2. The MEKO A ships“, deagle.com, 22. November 2008, abgerufen am 27. November 2008.
  3. globaldefence.net: Polen: Ende des Projekt „Gawron“, abgerufen am 10. April 2012.
  4. Polnische Marine: Taufe einer neuen Korvette (mit Fotos des Schiffes vor dem Stapellauf), abgerufen am 12. April 2016.
  5. ES&T Redaktion: Kiellegung der ersten Fregatte der Tamandaré-Klasse. 27. März 2023, abgerufen am 5. Dezember 2023 (deutsch).