Straßenkreuzer

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Straßenkreuzer ist im deutschen Sprachraum die umgangssprachliche Bezeichnung für Autos aus meist US-amerikanischer Produktion, die in ihren Ausmaßen und ihrer Gestaltung einen teilweise als übertrieben empfundenen Prunk verdeutlichten. Meist handelt es sich dabei um Full-Size Cars der 1950er bis 1970er Jahre. Der Begriff vergleicht diese Wagen mit großen Kriegsschiffen, siehe Kreuzer (Schiffstyp).

Merkmale dieser Fahrzeuge sind eine Länge von zum Teil deutlich über 5 Metern selbst bei Coupés, breite, verchromte Kühlergrills sowie in den 1950er-Jahren teilweise riesige Heckflossen. Motorisiert waren diese Fahrzeuge mit großvolumigen, verbrauchsintensiven Motoren. Hersteller von Straßenkreuzern waren im Wesentlichen die „Großen Drei“ General Motors, Ford und Chrysler; am eindrucksvollsten mit ihren Luxusmarken Cadillac und Lincoln.

Mit der ersten Ölkrise 1973 verloren diese Fahrzeuge auf Grund des hohen Kraftstoffverbrauchs stark an Bedeutung. Um nicht weiter Marktanteile auf ihrem Heimatmarkt zu verlieren, boten die US-Autohersteller nach und nach deutlich kleinere Nachfolger ihrer „Straßenkreuzer“ an, die sich an den Abmessungen der europäischen und japanischen Konkurrenz orientierten.

Straßenkreuzer sind Teil der Subkultur der Low Rider amerikanischer Chicanos sowie der schwedischen Raggare.

Straßenkreuzer sind die klassischen Fahrzeuge für Roadmovies.

Straßenkreuzer haben auch Komponisten zu Liedern inspiriert. So kam etwa Bobby Troup während einer langen Autofahrt auf der Route 66 die Idee zu dem Song (Get Your Kicks On) Route 66.

  • Jürgen Lewandowski: Das Jahrhundert des Automobils. Südwest Verlag, München 1985. ISBN 3-517-00874-5, S. 150.
  • Colin Burnham: USA – Straßenkreuzer. Merit Verlag, Hamburg 1992. (Originalausgabe: California Classics. Osprey Publishing, London 1990.)