Tamara Iljinitschna Sinjawskaja

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Tamara Iljinitschna Sinjawskaja (2017)

Tamara Iljinitschna Sinjawskaja (russisch Тамара Ильинична Синявская; * 6. Juli 1943 in Moskau) ist eine sowjetische bzw. russische Mezzosopranistin und Musikpädagogin.[1][2][3]

Mit 6 Jahren kam Sinjawskaja in die Tanzgruppe des Lied- und Tanzensembles des Moskauer Pionierpalasts, die sie aber bald wieder verließ. 1953 ging sie wieder in den Pionierpalast, nun zum Singen im Lied- und Tanzensemble unter der Leitung Wladimir Loktews.[2] Nach dem Mittelschulabschluss begann sie das Studium an der Musikschule des Moskauer Konservatoriums in der Klasse L. M. Markowas und dann in der Klasse O. P. Pomeranzewas.[4] Daneben sang sie im Chor des Maly-Theaters.[2]

Nach dem Abschluss an der Musikschule 1964 wurde Sinjawskaja nach Gewinn im Wettbewerb Mitglied der Praktikantengruppe im Bolschoi-Theater.[4] Sie debütierte dort als Page in Giuseppe Verdis Rigoletto. Von 1964 bis 2002 war sie Solistin des Bolschoi-Theaters (zuletzt trat sie als Ljubascha in Nikolai Rimski-Korsakows Die Zarenbraut auf).[2]

Das Studium an dem nach Anatoli Lunatscharski benannten Staatlichen Institut für Theaterkunst (GITIS) in Dora Beljawskajas Klasse der Fakultät für Musikkomödie schloss Sinjawskaja 1970 ab.[2][4]

Am Moskauer Kammermusiktheater spielte Sinjawskaja 1972 in Rodion Schtschedrins lyrischer Oper Nicht nur Liebe die Warwara Wassiljewna. Im selben Jahr nahm sie an dem Musikfestival Warnaer Sommer in Bulgarien teil. Während ihres Praktikums an der Mailander Scala 1973–1974 bereitete sie sich auf die Partien der Carmen in Georges Bizets Carmen, der Ulrica und Azucena in Verdis Maskenball und Troubadour und auch auf die Mezzosopran-Partie in Verdis Requiem vor.[3][4]

Sinjawskaja trat auf den Opernbühnen in Frankreich, Spanien, Italien, Belgien, den USA, Australien, der Türkei und anderen Ländern auf.[4] Sie gab Gastspiele mit Konzerten in Japan und Südkorea. In Deutschland und Frankreich hatte sie großen Erfolg mit Werken Richard Wagners. An der Wiener Staatsoper spielte sie die Maria Dmitrijewna Achrossimowa in Sergei Prokofjews Krieg und Frieden. Im Concertgebouw und anderen Konzertsälen präsentierte sie Werke von Sergei Prokofjew, Pjotr Tschaikowski, Manuel de Falla u. a. Werke alter Meister sang sie mit Orgel-Begleitung. Duett sang sie mit Muslim Magomajew, der 1974 ihr 2. Mann geworden war.[2] Sie arbeitete mit Jewgeni Swetlanow zusammen und trat mit Riccardo Chailly, Waleri Gergijew und vielen anderen Dirigenten auf.[4]

Seit 2005 lehrt Sinjawskaja am GITIS und leitet seit 2008 den Lehrstuhl für Vokalkunst.[2][4]

Sinjawskaja war 1984 in den Obersten Sowjet der UdSSR für die 11. Sitzungsperiode gewählt worden.

Ehrungen, Preise

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Nach Sinjawskaja wurde der 1974 von Ljudmila Tschernych entdeckte Asteroid (4981) Sinyavskaya benannt.[16]

Einzelnachweise

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  1. Оперная певица Тамара Синявская отметит 75-летие в узком кругу. In: RIA Novosti. 6. Juli 2018 ([1] [abgerufen am 10. Dezember 2023]).
  2. a b c d e f g h i j k l m n Сергей Савостьянов: Синявская Тамара Ильинична. In: TASS Enziklopedija. ([2] [abgerufen am 11. Dezember 2023]).
  3. a b Большая российская энциклопедия 2004–2017: СИНЯ́ВСКАЯ Тамара Ильинична (abgerufen am 11. Dezember 2023).
  4. a b c d e f g GITIS: Синявская Тамара Ильинична (abgerufen am 11. Dezember 2023).
  5. a b Биография Тамары Синявской. In: ria.ru. Abgerufen am 31. Dezember 2023 (russisch).
  6. Указ Президента Российской Федерации от 22.03.2001 г. № 325 О награждении государственными наградами Российской Федерации работников Государственного академического Большого театра России (abgerufen am 11. Dezember 2023).
  7. Певица Синявская стала Народной артисткой Азербайджана (abgerufen am 11. Dezember 2023).
  8. RIA Nowosti: Гейдар Алиев наградил Тамару Синявскую орденом "Славы" (abgerufen am 11. Dezember 2023).
  9. Указ Президента Российской Федерации от 15.02.2006 г. № 120 О награждении государственными наградами Российской Федерации (abgerufen am 11. Dezember 2023).
  10. Распоряжение Правительства Российской Федерации от 23 декабря 2013 г. N 2493-р «О присуждении премий Правительства Российской Федерации 2013 года в области культуры» (abgerufen am 11. Dezember 2023).
  11. Ильхам Алиев наградил Тамару Синявскую орденом «Достлуг» (abgerufen am 11. Dezember 2023).
  12. TASS: Международный союз музыкальных деятелей наградил Кобзона, Градского и Маликова (abgerufen am 11. Dezember 2023).
  13. Распоряжение Президента Азербайджанской Республики о награждении Т.И.Синявской орденом «Шараф» (abgerufen am 11. Dezember 2023).
  14. Указ Президента Российской Федерации от 24.05.2023 № 374 "О награждении государственными наградами Российской Федерации" (abgerufen am 11. Dezember 2023).
  15. Распоряжение Президента Азербайджанской Республики О награждении Т.И.Синявской «Почетным дипломом Президента Азербайджанской Республики» (abgerufen am 11. Dezember 2023).
  16. (4981) Sinyavskaya (abgerufen am 11. Dezember 2023).