Adam-Smith-Problem
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Als das Adam-Smith-Problem bezeichnet man die Frage, ob die beiden Hauptwerke Adam Smiths: Die Theorie der ethischen Gefühle (Originaltitel: The Theory of Moral Sentiments) und der Wohlstand der Nationen - Eine Untersuchung seiner Natur und seiner Ursachen (Originaltitel: "An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations") eine Einheit bilden oder getrennt gesehen werden müssen.
Betrachtet man das Werk Wealth of Nations für sich, stellt sich Adam Smith als Gründer der Nationalökonomie und des Wirtschaftsliberalismus dar.
Als Ursachen für die Entstehung des Problems werden neben oberflächlicher oder partieller Kenntnis des Gesamtwerks Smiths vor allem auch Übersetzungs- und Definitionsprobleme angesehen. Smith verwendet den für die Theorie der ethischen Gefühle zentralen Begriff der Sympathie (sympathy) nicht im ursprünglichen Wortsinn, sondern in einem wesentlich weiter gefassten Rahmen, als Oberbegriff sowohl positiver als auch negativer Affekte, fällt aber teilweise in die ursprüngliche Gebrauchsweise zurück.
In der Diskussion um das Adam-Smith-Problem spielte auch die sogenannte Umschwungstheorie, vor allem im deutschen Raum, eine Rolle. Diese vermutete, dass Adam Smith zwischen dem Entstehen beider Werke seine Meinung bezüglich des zentralen Handlungsmotivs menschlichen Handelns von der Sympathie hin zum Eigeninteresse verlagerte. Diese Theorie lässt sich sowohl historisch als auch empirisch schwer untermauern. Adam Smith überarbeitete die Theorie der ethischen Gefühle noch bis kurz vor seinem Tod 1790, ohne dabei größere Änderungen am Motiv der Sympathie vorzunehmen. Die heutige Interpretation nimmt an, dass bereits in der Theorie der ethischen Gefühle die Bedeutung der Sympathie als Handlungsmotiv gering war, nicht aber deren Funktion als moralische Beurteilungsinstanz. Das Adam-Smith-Problem wird heute als größtenteils inexistent betrachtet.
Viele modernere Smith-Interpretationen sind der Meinung, dass beide Werke im wesentlichen konsistente Bestandteile eines umfassend konzipierten Gesamtwerkes der Sozialphilosophie darstellen, The Wealth of Nations also nicht ausschließlich als wirtschaftstheoretisches Werk zu begreifen ist. In diesem komplexeren Zusammenhang erscheint Smith als Schlüsselfigur in der Entstehung der übrigen Sozialwissenschaften, so etwa bei Michael Heinrich. Er charakterisiert den Smithschen Begriff der Symphatie als Grundlage für die Legitimation der Existenz des am Eigennutz orientierten ungesellschaftlichen Produzenten. Die Akzeptanz durch den "impartial spectator" erfolgt nur, wenn sich die Gefühle (und die daraus resultierenden Handlungen) der Beteiligten decken. Dies geschieht jedoch nur, wenn der Aufwand (also die entwickelten Kräfte und Mittel) zur Erreichung eines angestrebten Dings durch die "Nützlichkeit" entschädigt wird.
[Bearbeiten] Smiths Unsichtbare Hand vor und nach seiner Tour of France
Smith spricht in Die Theorie der ethischen Gefühle wie in Wohlstand der Nationen von „an invisible hand“; nicht „the invisible hand“ wie Samuelson behauptet und verfälschend ohne Stellenangabe zitiert. Vor Smiths „Tour of France“ bedeutet dies, dass der Luxus der Reichen auch den Armen zugute kommt: The rich … consume little more than the poor, and in spite of their natural selfishness and rapacity, though they mean only their own conveniency, though the sole end which they propose from the labours of all the thousands whom they employ, be the gratification of their own vain and insatiable desires, they divide with the poor the produce of all their improvements. They are led by an invisible hand to make nearly the same distribution of the necessaries of life, which would have been made, had the earth been divided into equal portions among all its inhabitants, and thus without intending it, without knowing it, advance the interest of the society, and afford means to the multiplication of the species. [1]
Nach seiner Tour of France spricht Smith in Wohlstand der Nationen von an invisible hand wie es Samuelsons the invisible hand als Argument für ein Allgemeines Gleichgewicht benutzt. Allerdings arbeitet Smith hand nur frequently, während Samuelsons hand immer arbeitet, außer wenn sie nicht arbeitet wie in Krisenzeiten.
Smiths an invisible hand der Theory of Moral Sentiment widerspricht Smith in der Wealth of Nations schon in der Einleitung: The annual labour of every nation is the fund which originally supplies it with all the necessaries and conveniencies of life … as this produce … bears a greater or smaller proportion to the number of those who are to consume it, the nation will be better or worse supplied with all the necessaries and conveniencies for which it has occasion. … But this proportion must in every nation be regulated by two different circumstances: first, by the skill, dexterity, and judgment with which its labour is generally applied; and, secondly, by the proportion between the number of those who are employed in useful labour, and that of those who are not so employed (Betonung hinzugefügt).
Der Luxus der Reichen in der Theory of Moral Sentiment bedeutet in der Wealth of Nations die Verwendung von unproduktiver Arbeit. Diese veränderte Sicht beruht darauf, dass Quesnay und andere Économistes in Paris Smith das Denken in Wirtschaftskreisläufen beibrachten. Und Arbeit, die Luxus schafft, geht für eine produktive Verwendung, die einen Input für den nächsten Wirtschaftskreislauf bedeutet, verloren.
All dies kann innerhalb der neoklassischen Ökonomie nicht verstanden werden, da es dort keine Wirtschaftskreisläufe gibt, die Theorie ist statisch oder komparativ-statisch, und unproduktive Arbeit ist ein Un-Wort. Entsprechend hat die Neoklassik niemals die Économistes verstanden.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Smith, Adam, 1759, Theory of Moral Sentiments, Edinburgh: A. Millar in the Strand & A. Kincaid, Seite 350.
[Bearbeiten] Literatur
- David D. Raphael / Alexander L. Macfie: Introduction 2(b) Relation of TMS to WN. In: Adam Smith: Theorie der ethischen Gefühle ("The theory of moral sentiments"). Verlag Meiner, Hamburg 2004, ISBN 3-7873-1671-X.
Michael Heinrich: "Die Wissenschaft vom Wert-Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition", 2006, ISBN 3-89691-454-5

