Bildungsexpansion
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Die Bildungsexpansion bezeichnet das Phänomen, dass von jüngeren Generationen mehr Menschen eine (höhere) Bildung erhalten als deren Eltern. Es ist in Mitteleuropa seit dem 17. Jahrhundert zu beobachten und heutzutage in praktisch allen Entwicklungs- und Schwellenländern wie der VR China, in Indien und Afrika. Soziologisch untersucht wurde vor allem die Bildungsexpansion nach dem Zweiten Weltkrieg in der Triade Japan, Europa und USA. Wissenschaftlich hat sich der französische Soziologe Pierre Bourdieu mit der Bildungsexpansion befasst.
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[Bearbeiten] Deutschland
Noch 1960 betrug der Anteil der Abiturienten an den Schulabgängern in Westdeutschland nur 8 %, darunter kaum junge Frauen. Im Jahr 2007 hatten unter den 20‐jährigen Deutschen bereits knapp die Hälfte die Hochschulzugangsberechtigung. Entsprechend stieg der Anteil der Abiturienten an den Auszubildenden („Lehrlingen“) und ebenso die Studentenzahl und auch die Zahl der Studienabbrecher. Auch die Zahl der Akademiker stieg, etwa durch Einführung der Fachhochschulen, auf mehr als ein Sechstel aller Erwerbstätigen in Deutschland an. Profitiert haben von der Bildungsexpansion vor allem die Frauen, deren Anteil an höheren Schulabschlüssen zugenommen hat. Umstritten ist hingegen die These, dass durch die Bildungsexpansion auch die Bildungsungleichheit reduziert wurde.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Literatur
- Andreas Hadjar, Rolf Becker (Hrsg.): Die Bildungsexpansion : erwartete und unerwartete Folgen. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2006. ISBN 3531149385

