Ground Zero

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Ground Zero (deutsch: Bodennullpunkt) bezeichnet in der Militärsprache die Explosionsstelle einer Bombe oder Rakete über dem Boden; seit dem 11. September 2001 steht der Begriff auch für das zerstörte World Trade Center in New York.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Aus der Militärsprache

Ground Zero bezeichnet im englischsprachigen Raum ursprünglich einen Punkt auf der Erdoberfläche, auf oder über dem eine Bombenexplosion stattgefunden hat oder stattfinden soll. Der Ground Zero ist somit der Punkt mit den (wahrscheinlich) höchsten Schäden durch die Bombenexplosion. Das „Zero“ (Null) steht für den Abstand zum Detonationsschwerpunkt. Die deutsche Bezeichnung „Bodennullpunkt“ wird außerhalb der militärischen Fachsprache verwendet.

Der Begriff stammt aus Fach- und Militärkreisen und wurde seit dem Manhattan Project fast ausschließlich im Zusammenhang mit nuklearen Explosionen verwendet. Die Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA in New York haben den Begriff erweitert: Seitdem wird er als Synonym für das Areal des zerstörten World Trade Centers weltweit verwendet. Deshalb steht heute der Ausdruck Ground Zero nicht mehr nur für die japanischen Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, sondern auch für die Opfer von New York, einer Explosion gänzlich anderer Art.

Ground Zero, New York (USA)

Bekannte Orte, die den Namen Ground Zero tragen, liegen:

Ground Zero ist auch der deutsche Name eines Romans von Patrick Lynch. Darin wird mit Ground Zero der Ausbruchsort einer Seuche bezeichnet.

Für den Küstenabschnitt der indonesischen Stadt Banda Aceh, auf den am Morgen des 26. Dezember 2004 die verheerende Tsunami-Katastrophe zuerst hereinbrach, wird seit Anfang des Jahres 2005 ebenfalls der Begriff Ground Zero im örtlichen Sprachgebrauch verwendet. Grund hierfür dürften die radikalen und flächendeckenden Verwüstungen gewesen sein, die den Folgen des Atombombenabwurfes über Hiroshima ähnelten. Der Ground Zero von Banda Aceh liegt im Stadtviertel Ulee Lheue, dessen Bebauung mit Ausnahme der Hauptmoschee vollständig zerstört wurde. Zusätzlich zu der bereits seit Dezember 2005 bestehenden Massengrab- und Parkanlage soll zukünftig direkt an der Küste ein Mahnmal zum Gedenken an die Opfer der Katastrophe in Banda Aceh und Indonesien errichtet werden.

[Bearbeiten] Die „World Trade Center Site“ in Manhattan

Manhattan am 12. September, NASA-Satellitenbild

Das 6,47 Hektar große Grundstück des ehemaligen WTC wurde nach den terroristischen Anschlägen fast vollständig abgebaut und ausgebaggert. Einerseits sollten Reste der Leichname der Opfer geborgen und andererseits die Vorbereitung zur Neubebauung getroffen werden.

Das Grundstück gehört der Port Authority of New York and New Jersey (PANYNJ, Hafenbehörde beider Staaten), ist aber langfristig an die Silverstein Properties Inc. von Larry Silverstein für $3.2 Milliarden verpachtet.

[Bearbeiten] Der Aushub, ein Grab

Nach 8 Monaten stieg der letzte Qualm von unterirdischen Schwelbränden aus dem Trümmerfeld auf. Die Trümmer und der Aushub kamen auf die Deponie Fresh Kills in Staten Island, NY. Die Räumung wurde im Mai 2002 für abgeschlossen erklärt.

Bei der Räumung der Schuttmassen und des Aushubs wurde versucht, die Leichenteile durch Heraussieben zu bergen und einer gentechnischen Identifizierung zuzuführen. Für viele getötete Personen konnte so sehr viel später ein (kleiner) Körperteil nach jeweiligem Ritus bestattet werden. Für viele Gewebs- und Körperteile gelang die Identifizierung nicht.

In der Folge gibt es in den USA eine öffentliche Debatte um die Bedeutung beider Orte (Ground Zero/WTC-Gelände und die Aushub-Deponie im Staat New York), ob sie Gedenkorte wie ein Mahnmal oder das Grab für viele nicht identifizierbare Opfer der Anschläge von 2001 sind.

[Bearbeiten] Gedenkorte und -formen

Graffiti am Ground Zero

Erste Erinnerungsstellen waren Absperrzäune und Wandflächen, an denen Angehörige und Freunde Fotos, Briefe an die Toten und Gedenkstücke wie beispielsweise das Lieblingsplüschtier der Tochter angebracht hatten. In den ersten Tagen nach den Anschlägen hatten verzweifelte Angehörige dort auch Vermisstenanzeigen aufgehängt und Kerzen aufgestellt.

Der Globus von Fritz Koenig, The Sphere – aus 52 Bronze-Segmenten auf einem Stahlgerüst (1971) – wurde komplett und nur teilweise beschädigt wiedergefunden. Er wurde zur Erinnerung 2002 am Battery Park aufgestellt.

In der Liberty Street wurde in der Feuerwache 10 der Feuerwehr (FDNY) 2006 als offizielles Mahnmal eine Gedenkwand für die 343 getöteten Angehörigen der FDNY eingeweiht.

"Tribute in Light" Lichtinstallation 2002 am Ground Zero

Der „Tribute in Light“ ist eine Lichtinstallation, mit der an besonderen Tagen an die beiden Türme und die mit ihnen untergegangenen Opfer der Anschläge erinnert wird. Flutlichtscheinwerfer bilden die Umrisse der Türme nach.

Das „WTC-Kreuz“ (The Cross) steht am Platz der ehemaligen orthodoxen Kirche Ecke West/Liberty. Ähnlich sind auch andernorts Kreuze aus Stahlträgern des WTC aufgestellt worden.

Nur wenige Relikte wurden in den Trümmern gefunden, von denen einige in einer Ausstellung gegenüber, in der Vesey Street "Survivors' Staircase" [1], gezeigt werden.

Weitere Relikte und eine beeindruckende Fotodokumentation werden im Ground Zero Museum Workshop im Meatpacking District gezeigt. Betrieben wird dieses kleine Museum u.a. von Gary Marlon Suson. Suson war der offizielle Fotograf der New Yorker Feuerwehr bei den Aufräumarbeiten am Ground Zero. [2]

"last piece"

The „last piece“ of site, ein letztes Stück der Stahlkonstruktion, wurde zum Ende der Bergungs- und Räumungsarbeiten feierlich abtransportiert. Die Zeremonie glich einem Beerdigungszug. Damit war das Gelände im Mai 2002 offiziell als Ruinengrundstück geräumt. Es behielt bei vielen den Namen "the Pile".

Der Stahlträger des „last-piece“ wurde danach für den Vordersteven des neuen Marineschiffs USS New York verwendet.

Der Bau einer Gedenkstätte, genannt „Reflecting Absence, ist geplant. Der Entwurf dafür stammt von Michael Arad. Im neuen Tower-Komplex soll ein Museum integriert werden.

[Bearbeiten] Nahverkehr/Transit

Eingang zur WTC PATH STATION

Ein Stück der PATH station WTC, die Passage zur Eighth Avenue, ist erhalten geblieben. Zur Zeit wird eine vorläufige Haltestelle für die U-Bahnlinien genutzt. Da sie die alte Linienführung nutzt und damit auch teilweise über dem Grundriss des ehemaligen Südturms verläuft, ist sie bei Angehörigen der Opfer umstritten.

[Bearbeiten] Kostendiskussion

Die Diskussion über die sinnvolle Verwendung von privaten und staatlichen Geldmitteln blieb nicht aus. Damit waren Konflikte zwischen würdiger Gestaltung eines historischen Ortes (Grab, Gedenkort, Museum), der versicherungstechnischen Abwicklung von Schadensersatz-Ansprüchen und der Gewinnmaximierung von Grundstücksnutzern in einer der weltbesten Stadtzentrum-Lagen verbunden.

[Bearbeiten] Quellen, Weblinks dazu

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. WTC Staircase Leads Endangered Sites List
  2. Ground Zero Museum Workshop

[Bearbeiten] Weblinks

Koordinaten: 40°42'42", N 74° 0'44" W

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