Das indische Tuch

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Filmdaten
Deutscher Titel: Das indische Tuch
Produktionsland: Deutschland
Erscheinungsjahr: 1963
Länge: 83 Minuten
Originalsprache: Deutsch
Altersfreigabe: FSK 16
Stab
Regie: Alfred Vohrer
Drehbuch: Harald G. Petersson
Georg Hurdalek
Produktion: Horst Wendlandt
Musik: Peter Thomas
Kamera: Karl Löb
Schnitt: Hermann Haller
Besetzung

Das indische Tuch ist ein deutscher Kriminalfilm des Regisseurs Alfred Vohrer und der 16. deutschsprachige Edgar-Wallace-Film der Nachkriegszeit. Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Edgar Wallace (Originaltitel: The Frightened Lady) wurde von Rialto Film produziert und vom 8. Juli bis 13. August 1963 in West-Berlin gedreht. Am 13. September 1963 startete der in Ultrascope aufgenommene Film in den deutschen Kinos.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Handlung

Eines Abends wird der alte Lord Lebanon in seinem Schloss während eines Telefongesprächs hinterrücks von einem unbekannten Mörder mit einem indischen Tuch erdrosselt. Die neun Erben, die sich im Schloss des verstorbenen Lord Lebanon versammelt haben, staunen nicht schlecht: Bei der Testamentsvorlesung erfahren sie von Rechtsanwalt Tanner, dass ihr Erbanteil nur dann ausgezahlt wird, wenn sie die folgenden sechs Tage und sechs Nächte zusammen in dem alten Gemäuer verbringen. Nachdem sich die untereinander völlig zerstrittene Verwandtschaft einigermaßen mit dem unerfreulichen Inhalt des Testaments abgefunden hat, unterbricht ein Unwetter die Strom- und Telefonleitung und schneidet das gesamte Anwesen von der Außenwelt ab. Kurz darauf wird der erste Erbe mit genau so einem indischen Tuch erdrosselt, mit dem auch Lord Lebanon erwürgt wurde. Da man auf sich allein gestellt ist und kein Polizist im Hause ist, übernimmt Tanner die Ermittlungen. Nach weiteren Morden nach diesem Schema sind neben Tanner nur noch die Lady nebst Sohn und Butler sowie Isla übrig. Lady Lebanon wird als Täterin überführt, bevor sie selbst von ihrem wahnsinnigen Sohn erdrosselt wird und schließlich das Erbe dem Butler zugesprochen wird.

[Bearbeiten] Kritiken

„Alfred Vohrer, inzwischen zu einer Art filmischen Kriminalisten geworden, wandelt sicher und nervenkitzelnd auf den Spuren des großen Meisters.“

Rhein-Neckar-Zeitung, 27. September 1963

„Edgar Wallace, der Altmeister der „Spannungsmacher“, bleibt auch hier wieder seinem Ruf treu und hält den Zuschauer 90 Minuten lang in Atem. Dem guten „Kriminalgeschmack“ abträglich sind allerdings einige makabre Auswüchse in Bild und Handlung, und Äußerungen von Butler Eddi Arent sprengen ebenfalls den Rahmen des Herkömmlichen. Trotzdem wird der Liebhaber von Kriminalfilmen den begehrten Nervenkitzel zu spüren bekommen und über die „Schönheitsfehler“ hinwegsehen.“

General-Anzeiger, Bonn, 18. September 1963

„Die auf dem „zehn kleine Negerlein“-Prinzip beruhende Edgar Wallace-Verfilmung besticht durch hervorragende Schauspieler wie Klaus Kinski, Elisabeth Flickenschildt und Hans Clarin.“

Dirk Jasper Filmlexikon

„Der schräge Krimi treibt mit Entsetzen Scherz.“

TV Spielfilm

„Makaberer Spaß des Gruselmeisters.“

TV Movie

„Serien-Gruselkrimi nach Edgar Wallace, der auch die geringsten Erwartungen enttäuscht.“

Lexikon des Internationalen Films

[Bearbeiten] Sonstiges

  • Das von Egon Eis verfasste Treatment nach dem Wallace-Roman „Das indische Tuch“ trug noch den Arbeitstitel „Der Unheimliche“ und wurde von Georg Hurdalek zu einem Drehbuch umgearbeitet. Nachdem sich dieses als ungeeignet erwies, wurde es von Harald G. Petersson umfassend überarbeitet.
  • Der Film entstand ausschließlich auf dem Studiogelände der CCC-Film im Berliner Bezirk Spandau. Die einzige Außenaufnahme des Films zeigt einen ehemaligen Wasserturm auf dem Ateliergelände.
  • Zunächst waren zum Teil andere Darsteller vorgesehen: Alexandra Stewart statt Corny Collins, Ernst Schröder statt Hans Nielsen, Christiane Nielsen statt Gisela Uhlen und Friedrich Joloff statt Richard Häussler.
  • Neben Corny Collins, die hier ihren einzigen Auftritt in einem Edgar-Wallace-Film hatte, spielten erstmals Hans Clarin und Filmarchitekt Wilhelm Vorwerg in einem Film der Reihe. Letzterer wurde von Eduard Wandrey synchronisiert. Elisabeth Flickenschildt und Ady Berber nahmen nach jeweils drei Filmen, Hans Nielsen nach zwei Filmen Abschied von der Serie.
  • Eva Ebner lieh der Telefonistin zu Beginn des Films ihre Stimme. Der Satz „Hallo! Hier spricht Edgar Wallace.“ wurde von Regisseur Alfred Vohrer gesprochen. Rainer Brandt ist am Ende des Films als Inspektor Fuchsberger am Telefon zu hören.
  • Heinz Drache jagte 1962 als Inspektor Harry Yates in dem StraßenfegerDas Halstuch“ schon einmal einen Mörder mit einer ähnlichen Tatwaffe.
  • Nachdem im Drehbuch die Rolle des Scotland-Yard-Chefs Sir John nicht vorgesehen war, übernahm Siegfried Schürenberg die Rolle des Dschungelforschers Sir Hockbridge. Dieser müsste eigentlich Sir Henry heißen, da der Titel „Sir“ im Englischen immer in Kombination mit dem Vornamen verwendet wird. Schürenberg spielte damit zum einzigen Mal ein Mordopfer in einem Edgar-Wallace-Film.
  • Im Film zeigt Sir Henry Hockbridge während einer Diavorführung einen „Fangstock der Tupí-Indianer vom Quellgebiet des Amazonas“. Tatsächlich lebten die Tupís viel weiter südlich, an der Atlantikküste Brasiliens. Außerdem besitzt der Amazonas kein eigentliches „Quellgebiet“, da er durch den Zusammenfluss verschiedener Quellflüsse entsteht.
  • Im Film sind einige der bekanntesten Piano-Klassiker zu hören: Die Fantasie Impromptu No. 4, Op. 66 von Frédéric Chopin und den Anfang des 1. Klavierkonzertes von Tschaikowski. Auch der erste Satz (Adagio sostenuto) der Mondscheinsonate von Ludwig van Beethoven erklingt in einigen Szenen.
  • Der Film wurde von der FSK ohne Kürzungsauflagen ab 16 Jahren freigegeben. Im Fernsehen wurde der Film in einer stark gekürzten Fassung im falschen Format ausgestrahlt. Der im Original farbige Vorspann wurde durch einen Schwarzweißvorspann ersetzt. 1991 folgte die Freigabe der gekürzten Version ab 12 Jahren. Inzwischen wurde der Film in der originalen Kinofassung veröffentlicht und ist wiederum ab 16 Jahren freigegeben.

[Bearbeiten] Literatur

  • Edgar Wallace: Das indische Tuch / Geheimagent Nr. 6 / Der Diamantenfluß. Drei Romane in einem Band. Deutsche Übersetzung. Goldmann Verlag, München 2007. 540 Seiten. ISBN 3442555108
  • Joachim Kramp: Das Edgar Wallace Lexikon. Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004. 720 Seiten. ISBN 3896025082
  • Joachim Kramp: Hallo! Hier spricht Edgar Wallace. Die Geschichte der legendären deutschen Kriminalfilmserie von 1959–1972. 3. Auflage. Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Berlin 2005. 500 Seiten. ISBN 3-89602-645-3

[Bearbeiten] Weblinks

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