Diskussion:Ökologische Landwirtschaft/Archiv/2005

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Monitoring: Absatz bitte ausbauen

Zitat: "Seit 2003 werden Bio-Obst und Bio-Gemüse systematisch auf Pestizidbelastungen untersucht."

VON WEM werden sie untersucht? Vom Staat? --Tobias Schmidbauer

Über den Satz habe ich mich auch schon gewundert. So weit ich weiß, gibt es angekündigte und unangekündigte Kontrollen unabhängiger Kontrolleure. --84.150.23.200 18:37, 26. Dez 2005 (CET)

Bio-Gemüse und Bio-Obst als auch konventionelle Ware wird auf Pflanzenschutzmittel geprüft von: 1. den Erzeugerorganisationen (also den Erzeugern selbst), bei Überschreitung der gesetzlichen Höchstmenge wird diese Ware nicht zur Ernte freigegebn. 2. Dem LEH : Erzeuger, die die Höchstmenge nicht einhalten werden ausgelistet, übrigens gehen die Vorgaben des LEH über die gesetzlichen Anforderungen hinaus. 3. den Ordnungsämter bzw. ADD : Proben werden auf dem Feld genommen bzw. aus dem gerade geernteten Gemüse, Strafen sind möglich.

eine Probe kostet übrigens etwa 200 bis 300 Euro.

Bioprodukte sind gesünder laut Studie von Stolz u.a.

"Die vorliegenden Untersuchungsergebnisse von Proben aus dem deutschen Handel der Jahre 1994-2000 zeigen eine deutlich geringere Anzahl von Rückstandsbelastungen bei Proben aus ökologischer Herkunft gegenüber nichtökologischer Herkunft. Auch wurde eine deutliche geringere Anzahl von Mehrfachbelastungen bei den Proben ökologischer Herkunft festgestellt." Quelle: Stolz, Peter; Weber, Annette und Strube, Jürgen (2003): Analytik und Bewertung der Untersuchungsergebnisse zu Pestiziden in Lebensmitteln. Kurzfassung eines Vortrages auf der Grünen Woche (Berlin) am 24.1.03; siehe auch (etwas aktueller): http://orgprints.org/5399/ --84.59.144.128

Das ist ja ganz was neues! Klar haben Produkte aus ökologischer Landwirtschaft weniger Pestizidrückstände, da diese vom Biobauern einfach nicht verwendet werden. Daraus aber auf gesündere Ernährung zu schließen ist ein Trugschluss - die Rückstände bewegen sich alle im Mikrobereich und sind völlig ungefährlich. Mit einer Tasse Kaffe nimmt der Mensch mehr Schadstoffe auf als durch alle landwirtschaftlichen Produkte, die er in einem Jahr zu sich nimmt. --Schmidbauer 12:45, 14. Sep 2005 (CEST)

Das ist absolut falsch, diese Ausage enbehrt jeder Grundlage. Wie zahlereiche Test, z.B. von Greenpeace gezeigt haben, sind Lebensmittel aus konventionellem Anbau häufig sehr stark mit Schadstoffen belastet, so das es zum Teil beim Verzehr von wenigen Blättern Blattsalat zu gesundheitsgefährdenden Konzentrationen von Nitrat kommen kann, Pestizide sind leider häufig auch in großer Menge vorhanden. Gruß Ergänzer 09:46, 15. Apr 2006 (CEST)

>die Rückstände bewegen sich alle im Mikrobereich und sind völlig ungefährlich.< ach, und was ist mit beispielsweise Nitrofen? Bei den chemischen Mitteln weiß man leider erst Jahre oder Jahrzehnte später, ob sie gefährlich oder ungefährlich sind, das ist eines der Probleme. Landwirt 11:30, 17. Sep 2005 (CEST)

Nitrofen ist schon seit den Achtzigern verboten. Und bei Ökobauern werden teilweise sogar mehr Pestizide verwendet. --Schmidbauer 15:38, 17. Sep 2005 (CEST)

Biobauern verwenden keine Pestizide, sonst verlieren das Anrecht darauf, ihre Produkte als Biowaren zu verkaufen und werden von jeweiligen Bioverband, dem sie angehören, ausgeschlossen. So einfach ist das. Woher habt ihr bloß eure Informationen? Bitte verbreitet doch hier keine derartigen Falschinformationen. Der Nitrofensakandal war 2002, nur zur Erinnerung. Gruß Ergänzer 09:46, 15. Apr 2006 (CEST)

"Biobauern verwenden keine Pestizide" (Ergänzer) versus "Pflanzenschutzmittel in begrenzter Anwendung und in Übereinstimmung mit den Vorschriften der ökologischen Landwirtschaft, wie Konzentrate aus Pflanzen, Schwefel, Natriumcarbonat, Pheromone und mineralische, pflanzliche oder tierische Öle." (Wikipedia) --Schmidbauer 12:06, 15. Apr 2006 (CEST)

Benutzer Schmidbauer macht es sich etwas arg einfach...stellvertretend für viele andere ähnliche Meldungen erinnere ich an das vor wenigen Tagen u.a. in der Süddeutschen Zeitung veröffentlichte Ergebnis einer im Auftrag von Greenpeace an konventionellen Pfirsichen und Nektarinen durchgeführten Untersuchung, demzufolge von 32 untersuchten Proben 31 mit Pestiziden belastet waren, zwar überschritten nur zwei davon die gesetzlichen Höchstmengen, doch ist das mit den gesetzlichen Höchstmengen so eine Sache, da über Akkumulationseffekte über viele Jahre viel zu wenige aussagekräftige Studien vorliegen...Jedenfalls stellten die Labors in o.g. Untersuchung insgesamt 28 verschiedene Pestizide fest, von denen die Mehrzahl als krebserregend gilt. Die Untersuchung kommt zu dem Schluss: "Empfehlenswert ist nur Bioware." Zwar finden sich auch in oder auf Bioprodukten vereinzelt Rückstände von Giftstoffen, jedoch signifikant seltener und in geringer Höhe als bei konventionellen Produkten. Und für die gewagte Behauptung von S., bei Ökobauern würden "teilweise sogar mehr Pestizide" verwendet hätte ich gerne einen Beleg in Form einer Quellenangabe...-Dominik Hundhammer Nachricht 11:57, 18. Sep 2005 (CEST)

Dieser Ausschnitt aus dem Kapitel "Grüne Revolution" des Buchs "Leben, Natur, Wissenschaft" dürfte alle die an diesem Artikel schreiben, interessieren. --Schmidbauer 15:15, 16. Apr 2006 (CEST)

Mich würde jetzt nurnoch interessieren, was dann mit der ganzen Gülle passieren soll, die in den vielen Veredelungsbetrieben anfällt. Diese zu Trocknen oder zu Kompostieren kann ja nicht die Lösung sein. Ich könnte mir vorstellen, dass sie deponiert oder verbrannt wird. --Fragensteller 09:46, 23. Jun 2006 (CEST)
Und warum? Ist doch überhaupt nicht im Sinne der Kreislaufwirtschaft? Crazybyte 07:48, 23. Jun 2006 (CEST)

An Tobias Schmidtbauer: Du weisst schon, dass der Autor des Buches "Leben, Natur, Wissenschaft", Detlev Ganten, "Deutschlands bedeutendstes Zentrum für medizinische Genforschung" leitet? Und da in BIO ja bekanntlich Gentechnik verboten ist, wäre es nicht verwunderlich, wenn Herr Ganten BIO nicht gerade positiv gegenüber gestimmt ist, oder? (Vorstehender nicht signierter Beitrag stammt von 84.136.12.170 (DiskussionBeiträge) 05:18, 6. Nov. 2006)

Immer mehr wissenschaftliche Studien belegen die qualitative Überlegenheit ökologisch erzeugter Lebensmittel gegenüber konventionellen: [1]. Es wäre daher langsam an der Zeit, dieses Unterscheidungsmerkmal an prominenterer Stelle des Artikels und deutlicher zu erwähnen. --Erasmus dh 15:29, 24. Mai 2007 (CEST)

Würde ich auch gerne aufnehmen, nur glaube ich man sollte dazu einige Quellen aus dem deutschsprachigen Medien haben/abwarten. Dann könnte durchaus unter Wahrung des neutralen Standpunkts Punkt 6 umbenennen in "Ökologische Landwirtschaft in Bezug auf Mensch und Umwelt", die Punkte 6.1 und 6.2 so erhalten und die Gesundheitsvorteile unter 6.3 erwähnen. Dabei sollte deutlich werden, daß weniger Schadstoffe und mehr Nährstoffe, noch nicht automatisch zu einem Gesundheitsvorteil führen (wissenschaftlich Messbar ≠ Wirkung auf den menschlichen Körper) und ab wann diese Eintreten, bzw. welche Studien dies untermauern. Tischbeinahe 17:21, 24. Mai 2007 (CEST)

Linksammlung:

und

Super wären natürlich Studien, auf welche sich auch die entsprechenden Behörden beziehen. Tischbeinahe 13:17, 25. Mai 2007 (CEST)

Das ist doch schon eine beeindruckende Sammlung! Ich denke mit dieser wissenschaftlichen Rückendeckung, insbesondere der Metastudie DIE QUALITÄT BIOLOGISCH ERZEUGTER LEBENSMITTEL Umfassende Literaturrecherche zur Ermittlung potenzieller Vorteile biologisch erzeugter Lebensmittel von Velimiriov/Müller (2003), bewegt sich die Wikipedia auf gesichertem Terrain, wenn sie den Mehrwert biologischer Produkte (bessere Bilanz der Inhaltsstoffe bei gleichzeitig signifikant - Faktor 200! - geringerer Pestizidbelastung) deutlich herausstellt. Ob dieser Mehrwert auch einen gesundheitlichen Vorteil bietet, bleibt vorläufig wohl der Einschätzung des mündigen Verbrauchers überlassen, auch wenn diese Einschätzung wohl eher ein Politikum denn eine wissenschaftliche Frage ist, wie Melchett in der Schlussbemerkung seines Artikels schön herausgearbeitet hat: ...And with the latest research, they may hear that there is now plenty of scientific evidence that many organic foods contain higher levels of beneficial nutrients compared to non-organic. It is certainly clear that our planet will be healthier if all farming was organic. All this may not prove people will be healthier if they eat organic, but it does seem a pretty reasonable conclusion to draw. Reasonable, that is, until you factor in the politics. Miliband's problem, as others in government, the National Farmers' Union and elsewhere have said, is that they simply cannot announce that over 90% of the food we all buy or eat, the non-organic food, is less healthy, or even unhealthy, compared to organic. Ultimately, this is a political not a scientific issue. Once a third or a half of UK farming is organic, such an admission will be politically possible. Until then, we rely on the common sense of citizens. In what is still my favourite comment on all this, a member of the public told the BBC: "I take my vegetables seriously, but I take my politicians with a pinch of salt." - Von daher denke ich auch nicht, dass die Wikipedia abwarten muss, bis irgendwelche politisch beeinflussten Behörden die Tatsachen zur Kenntnis nehmen und öffentlich verlautbaren, der wissenschaftliche Befund ist eindeutig, das reicht uns. --Erasmus dh 20:43, 28. Mai 2007 (CEST)

Probleme und Konfliktfelder

Ich habe den folgenden Satz aus dem Absatz ersatzlos gestrichen: Ein weiterer problematischer Aspekt ökologischer Landwirtschaft sind die zum konventionellem Landbau um bis zu 30% verringerten Erträge - was angesichts globaler Nahrungsknappheit durchaus einen gewissen Luxus darstellt. Begründung: Die Angabe 30% im ersten Teil ist unbelegt (auch soll es wohl heißen „...sind im Vergleich zum konventionellen...“). Bei vielen Kulturen sinken die Erträge nur in der Zeit der Umstellung. Der zweite Teil ist POV. Die unzulässige Verknüpfung beider Aussagen ist hochgradig suggestiv. Die Ursachen globaler Nahrungsmittelknappheit sind multikausal und liegen zum Großteil in wirtschaftlichen und politischen Strukturen begründet. Würdest Du in einem Artikel zum Weinbau analog ein Kapitel "Probleme und Konfliktfelder" damit füllen, dass eine Ausdünnung der Reben zur Qualitätssteigerung "einen gewissen Luxus" darstelle angesichts der Tatsache, dass in Afrika täglich tausende Kinder verhungern und verdursten? Natürlich leben wir hier alle einigermaßen im Luxus, aber dies ausgerechnet der ÖL anzulasten, ist ein wenig arg verwegen! Und maximaler Ertrag pro Fläche, bei sinkender Qualität in vielen Fällen - nicht nur beim Wein - , dazu erkauft mit Verödung der Böden, Schädigung der Biodiversität und Gefährdung der Gesundheit von Mensch und Umwelt kann ja wohl nicht das Ziel sein? Kurz, der Satz war kompletter Schwachsinn, meiner bescheidenen Meinung nach. Dominik Hundhammer 10:58, 22. Nov 2005 (CET)

Also deine Ausführungen sind insgesamt aber auch wenig belegt. Definitiv sind beispielsweise die Erträge konventioneller Landwirtschaft auch langfristig deutlich höher. Ich denke, das ist soweit auch unstrittig und leicht nachvollziehbar - und letztlich auch ein immer wieder gern verwendetes Argument vermeintlich höherer Schmackhaftigkeit von Öko-Produkten. Man kann sogar soweit gehen, daß in verschiedenen Kulturen die Nitratauswaschungen pro kg geertneter Frucht im Ökolandbau höher sind (aber eben relativ pro Flächeneinheit niedriger, nur eben relativ weniger niedrig als der Ertrag). Crazybyte 23:03, 16. Jun 2006 (CEST)

Die Erträge sind tatsächlich niedriger, betragen 80% im Vergleich zum konventionellen: http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/nano/cstuecke/108398/index.html Allerdings setzt natürlich eine Formulierung, welche "niedriger" beinhaltet etwa genausoviele Prämissen voraus, wie etwa die Formulierung "Studien haben gezeigt, daß die konventionelle Landwirtschaft trotz des massiven Einsatzes aller zur Verfügung stehenden Techniken nur etwas 20% höhere Erträge erziehlt." Tischbeinahe 13:25, 25. Mai 2007 (CEST)