HAL 9000

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Auge von HAL 9000

HAL 9000 ist der fiktionale Computer des Raumschiffs Discovery im Film 2001: Odyssee im Weltraum (Buch: Arthur C. Clarke, Regie: Stanley Kubrick).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Name

Verbreitet ist die Annahme, dass der Name HAL aus einer Verballhornung des Markennamens der damals marktführenden Computerfirma IBM herrührt, da die Buchstabenfolge H-A-L das Dekrement der Buchstabenfolge I-B-M ist (die Buchstaben H, A und L stehen im Alphabet jeweils unmittelbar vor den Buchstaben I, B und M). Arthur C. Clarke hat dieser Behauptung stets widersprochen. HAL steht nach seiner Aussage für Heuristic ALgorithmic (Heuristisch Algorithmisch).[1] Dennoch wird dieser Zusammenhang weiterhin häufig kolportiert. Gegen die Annahme dieses Zusammenhangs spricht, dass das IBM-Firmenlogo im Film an anderer Stelle auftaucht.

[Bearbeiten] HALs Rolle in 2001: Odyssee im Weltraum

HAL macht sich auf einer Reise zum Planeten Jupiter mehr und mehr selbstständig und spielt mit der Besatzung ein böses Spiel, indem er den Menschen philosophisch auseinandersetzt, dass sie diejenigen sind, die eigentlich überflüssig sein sollten. Eine andere Deutungsweise geht von den sich widersprechenden Befehlen in HALs Programmierung aus. Um die Mission nicht zu gefährden, musste er so handeln.

Nachdem HALs höhere Funktionen zu einer Gefahr für die Besatzung geworden und von David Bowman abgeschaltet worden sind, regrediert er zusehends und beginnt das Kinderlied Daisy Bell (A Bicycle Built for Two) zu singen. In der deutschen Synchronfassung wurde daraus Hänschen klein. Das Besondere und möglicherweise Einzigartige an dieser Szene (vor allem im Vergleich zu anderen Science-Fiction-Filmen dieser Zeit) ist die Menschlichkeit HALs und die damit verbundene Umkehrung der klassischen Stereotypen. Während Bowman vollkommen regungs- und gefühllos ein bewusstes, fühlendes Wesen methodisch zerstört, um sein eigenes Leben zu retten, wird HAL 9000 als emotional und menschenähnlich präsentiert. Er hat große Angst vor seiner Abschaltung; und das Lied, das ihm von seinem Techniker nach seiner Einschaltung beigebracht wurde, ist ein Kinderlied, weil HAL lernfähig konstruiert ist und wie ein Kind erzogen wurde.

Im Roman kommt ein baugleiches Modell SAL 9000 vor. Dieser Computer auf der Erde soll die Ergebnisse von HAL 9000 verifizieren. Seine Stimmmodulation ist im Gegensatz zu HAL 9000 weiblich. Im Film 2010 hat „sie“ einen kurzen Auftritt, ihr „Auge“ leuchtet blau, im Gegensatz zu HALs, welches rot leuchtet.

Gesprochen wurde HAL in der Originalfassung von Douglas Rain, in der deutschen Fassung von Peter Schiff.

In der nicht von Kubrick, sondern von Peter Hyams – zugleich als Produzent und Regisseur – 1984 gedrehten Nachfolgegeschichte 2010 – Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen wird HAL reaktiviert. Am Ende dieser Geschichte wird die Discovery mit HAL von der Explosion Jupiters verschlungen. Im Roman 2061 – Odyssee III erfährt der Leser schließlich, dass HAL „überlebt“ hat. Er wird im letzten Teil der Tetralogie, 3001 – Die letzte Odyssee, mit der Hilfe des reanimierten Dr. Frank Poole, den Monolithen auf Europa deaktivieren.

[Bearbeiten] Geburtstagsfeiern und Ehrungen

Sowohl der 12. Januar 1992 – der Tag seiner Inbetriebnahme im Film – als auch der 12. Januar 1997 – der Tag seiner Inbetriebnahme im gleichnamigen Buch von Arthur C. Clarke - gelten als der „Geburtstag“ von HAL 9000 und wurden jeweils weltweit von Informatikern und Science-Fiction-Fans gefeiert. Stanley Kubrick, der den Termin der Inbetriebnahme von HAL für den Film vorverlegt hatte, da er der Meinung war, dass Computer im Jahr 1997 mehr können würden als HAL, reagierte ungehalten auf die Feierlichkeiten, welche im Jahr 1997 zum „Geburtstag“ im Virginia-Filmtheater in Illinois abgehalten wurden.

HAL 9000 wurde im Jahr 2003 in die Robot Hall of Fame aufgenommen.

[Bearbeiten] Anspielungen auf HAL

Anspielungen auf HAL findet man in vielen Filmen und Medienanwendungen.

[Bearbeiten] Film und Fernsehen

  • Der Autopilot des Raumschiffes „Axiom“ aus dem Film WALL-E, der ein rotes HAL-Auge hat, soll verhindern, dass die Menschheit zur Erde zurückkehrt.
  • Daves Laptop im Film Independence Day zeigt das „Auge“ von HAL an und sagt mit bekannter Stimme „Guten Morgen, Dave“, als dieser aufbricht, um das Mutterschiff mit dem Virus zu infizieren.
  • In einer Episode der Simpsons wird im Haus der Simpsons ein Computer Pierce installiert, der die Synchronstimme von Pierce Brosnan und HALs charakteristisches rotes Auge hat. Dieser versucht, Homer zu ermorden.
  • In einer Episode von Futurama wird ebenfalls auf HAL 9000 angespielt, jedoch ist der Computer in diesem Falle weiblich und versucht aus enttäuschter Liebe zu Bender, einem Roboter und Besatzungsmitglied, die Crew umzubringen. Auch die Szene aus 2001: A Space Odyssey, in der HAL abgeschaltet wird, wurde in der Episode verarbeitet.
  • Die gegen Dr. Frank Poole gespielte Schachpartie ist oft vor dem Hintergrund des Filmgeschehens analysiert worden.
  • Die Computerfirma Apple verwendete HAL in einem Werbespot in den 90ern.
  • Eine weitere Anspielung findet sich in Disneys Große Pause (Originaltitel: Recess).
  • In der Folge Trapper Keeper der Serie South Park mutiert Cartman zu einem Wesen, das Katsuhiro Otomos Akira ähnelt. Als Kyle in seinen Körper eindringt wird die Szene der Abschaltung von HAL zitiert.
  • In der Komödie Die unglaubliche Reise in einem verrückten Raumschiff (OF: Airplane II: The Sequel) versucht der Bordcomputer des Space Shuttle MAYFLOWER II gleichfalls, seine Crew umzubringen – und kommentiert sein Vorgehen in HALs Stimmlage. Unter anderem sagt die Computerstimme, dass die angezeigte Computerkernüberhitzung nicht vorliegt und ein „menschlicher“' Fehler die Ursache sei. Der Pilot will daraufhin den Computer sprengen.
  • In der zweiten Folge der ersten Staffel der britischen Sitcom Spaced gibt es eine Szene, in der auf Tim und Daisys Kühlschrank Call 900 zu lesen ist. Während Daisy und Brian einen Dialog aus 2001: A Space Odyssey sprechen, pfeift Tim den Song Daisy, den auch HAL singt während Dave ihn deaktiviert.

[Bearbeiten] Computerspiele

  • Der japanische Spieleentwickler HAL Laboratory, Inc. wurde nach HAL 9000 benannt. HAL Laboratory entwickelte Spiele wie die Kirby- und Super Smash Bros.-Serie und gehört zu Nintendo.
  • In der Spieleserie Metal Gear Solid gibt es eine Figur namens Hal Emmerich, welche die Hauptperson Solid Snake in der Abschaltung des Metal Gear Computersystemes unterstützt.
  • Wenn man mit seinem Raumschiff in den Computerspielen der X-Reihe Fracht aufnehmen will, die den Frachtraum übersteigt, sagt der Bordcomputer "Nein Dave, das kann ich nicht tun".
  • Im Computerspiel KKND2 werden 2 Missionsbriefings auf Seiten der Roboter von HAL durchgeführt (sein "Auge" wird die ganze Zeit gezeigt); als Anspielung auf den Film lässt er auch den Satz fallen: "...das kann ich nicht zulassen, Dave!"
  • LaCie bringt mit "5big Network" eine Massenspeicherlösung auf den Markt, deren Design von Neil Poulton stark von HAL 9000 inspiriert ist.

[Bearbeiten] Sonstiges

  • Im italienischen Novara existiert eine Firma namens HAL9000, die hochauflösende Scanner- und Kamerasysteme entwickelt. Haupteinsatzzweck sind bildgebende Verfahren für Kunst und Wissenschaft. "Letzten Fragen" der Menschheit widmete sich das Unternehmen zuletzt Anfang 2008, als es das berühmte Turiner Grabtuch mit Erlaubnis des Vatikans extra hochauflösend scannte. Neue Erkenntnisse wurde bisher nicht berichtet, die Aufnahmen sind allerdings auch nicht öffentlich.
  • Die Deutsch-Rap-Gruppe Die Firma erwähnt HAL 9000 in einem ihrer Songtexte: "Vom Cape Canaveral aus einmal um den Erdball. Ich diskutier' mit HAL über das Jahr zweitausendeins." (Die Firma - Die Sonne).
  • Die "computational knowledge engine" Wolfram Alpha zeigt bei Überlastung ein Logo mit dem roten Kameraauge HALs und den Text "I'm sorry Dave, I'm afraid I can't do that..." an.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Siehe auch

Künstliche Intelligenz, Science-Fiction-Film, Science Fiction

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Quellen

  1. Arthur C. Clarke in HAL’s Legacy, MIT Press
Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen