Heißdampf

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Heißdampf ist die Bezeichnung von Wasserdampf, der im Ablauf der Dampferzeugung in einem Dampfkessel direkt oder nach seiner Entnahme aus dem Produktionsprozess in einem Überhitzer nochmals erhitzt wird, ohne gleichzeitig den Druck zu erhöhen. Seine Temperatur liegt über der dem Überdruck entsprechenden Siedetemperatur. Das Arbeitsmittel Dampf erreicht so Temperaturen von 300 bis 600 °C. Je höher die Temperatur, desto höher auch der Wirkungsgrad des Prozesses.

Heißdampf als Antriebsmedium wird in der Regel nur soweit entspannt, wie keine Kondensationskeime entstehen. Bezogen auf den Wirkungsgrad ist dies günstig. Die hohe Temperatur hat dabei auch ein erhöhtes Risiko zurfolge, weshalb in Druckwasser- und in Siedewasserreaktoren weitestgehend auf die Nutzung von Heißdampf verzichtet wird. Konventionelle Dampfkraftwerke nutzen dagegen stets Heißdampf zum Antrieb der Dampfturbinen.

Wird der Heißdampf direkt aus dem Wasser erzeugt, wird er Frischdampf genannt. Der dem Arbeitsprozess entnommene und in einem Zwischenüberhitzer nochmals erwärmte Dampf wird üblicherweise Zwischendampf genannt.

Erstmals wurde der Heißdampf im Dampflokomotivbau durch Wilhelm Schmidt 1890 eingeführt und wird in der Neuzeit ebenso zum Dämpfen (Bodendesinfektion) genutzt.

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